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Lehrveranstaltungen

Public Life in Urban Places of Tunesia (Exkursion)

Dozent/in: Ursula Kirschner, Martin Kohler

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 16:15 - 19:45 | 15.10.2019 - 12.11.2019 | C 11.117
Einzeltermin | Di, 19.11.2019, 16:15 - Di, 19.11.2019, 19:45 | C 40.601
Einzeltermin | Di, 26.11.2019, 16:15 - Di, 26.11.2019, 19:45 | C 40.601
wöchentlich | Dienstag | 16:15 - 19:45 | 03.12.2019 - 28.01.2020 | C 11.117
Einzeltermin | So, 01.03.2020, 09:00 - Mi, 15.04.2020, 20:00 | extern

Inhalt: Im Seminar wird der öffentliche Raum aus verschiedenen Perspektiven analysiert. Wir werden dabei Grenzen aufspüren, die räumlich, sozial, soziokulturell oder infrastrukturell geprägt sind. Um uns dem orientalischen Stadtraum zu nähern, werden wir uns zunächst eingehend mit der Nutzung und Gestaltung öffentlicher Räume in unserem Kulturkreis und dann mit den kulturgeschichtlichen Hintergründen des städtischen Lebens, der Gestaltung und der Nutzung in Tunis beschäftigen. In weiten Teilen der westlichen Welt machen optionale Tätigkeiten wie Kaffeetrinken, Handyaktivitäten, Spazierengehen, Joggen und ähnliche Freizeitaktivitäten seit einigen Jahrzehnten die Mehrheit aller Tätigkeiten in urbanen öffentlichen Räumen aus. Es halten sich immer mehr Menschen im öffentlichen Raum auf, die diesen nutzen, weil sie dies möchten und nicht, weil sie dies beispielsweise bedingt durch ihre Arbeit müssen (Vgl. Gehl 2013). Die Qualität und Attraktivität öffentlicher Räume ist daher heute von besonderer Bedeutung, wenn diese lebendigen Orte des Zusammenkommens, der Meinungsbildung und der gesellschaftlichen Auseinandersetzung sein sollen, an denen die zeitgleiche Präsenz unterschiedlicher Personen und Gruppen und die Integrationsfähigkeit von Gesellschaften gestärkt werden soll. Mittels Literaturrecherche und empirischer Feldforschung in verschiedenen Kulturräumen soll ein vertieftes Verständnis von unterschiedlicher Aneignung öffentlicher Räume vermittelt, erlebbar und mit dem Medium Film kommuniziert werden. Dabei werden wir uns im Seminar auf Lüneburg und Hamburg sowie im Rahmen einer Exkursion auf die Stadt Tunis konzentrieren. Ein integrierter Workshop zum Thema „`Frontier Zones´ in öffentlichen Räumen" findet voraussichtlich im Stadtteil Manouba zusammen mit weiteren Studierenden und Schüler*innen statt. Das Future Lab https://www.futurelabtunisia.tn/en/home/ ist als Kooperationspartner in Tunis eingebunden. Analog zu ihrem Bremer Modellprojekt und finanziert vom Auswärtigen Amt, werden dort Schüler*innen von Mitgliedern des tunesischen Nationalorchesters in Musik unterrichtet. Die Jugendlichen werden dadurch von der Straße geholt, es verbessern sich nachweislich ihre schulischen Leistungen und das Stadtbild hat sich durch die vielen Menschen mit Musikinstrumenten verändert. Wir werden zusammen mit tunesischen Teenagern (Schüler*innen der Musikschule) in Kleingruppen die Stadt erkunden. Das Ziel soll sein mit Film, Bild, Performance und optional mit Livemusik eine „5 Minutes-Site-Intervention" im Stadtraum zu gestalten. Darüber hinaus sind zwei oder drei Besichtigungstage und ein Kongresstag vorgesehen. Weitere Details werden im Seminar entwickelt. Fragen, die uns beschäftigen werden, sind demnach: Wo gibt es Grenzen im öffentlichen Raum und welcher Art sind diese? Welche Praktiken gibt es in öffentlichen Räumen, um einen geschützten Raum für alle zu ermöglichen? In den Jahren 2015 und 2017 wurden bereits Sommerschulen zum Thema „Frontier Zones“ in Sao Paulo durchgeführt. Ziel dieser Sommerschulen ist es in unterschiedlichen Kulturräumen öffentliche Räume aus diversen Perspektiven mit der Sprache des Dokumentarfilms als exploratives Medium für Stadtraumanalysen im internationalen Vergleich zu untersuchen.