Vorlesungsverzeichnis

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Lehrveranstaltungen

Hagenbeck: Zur politischen Geschichte des "Tierparadieses" (Seminar)

Dozent/in: Christina Wessely

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 12:15 - 13:45 | 02.04.2024 - 19.05.2024 | C 5.311 Seminarraum
Einzeltermin | Fr, 24.05.2024, 08:00 - Fr, 24.05.2024, 18:00 | extern | Exkursion plus Führung und Seminar im Tierpark Hagenbeck
Einzeltermin | Di, 11.06.2024, 12:15 - Di, 11.06.2024, 13:45 | C 5.311 Seminarraum
Einzeltermin | Di, 02.07.2024, 12:15 - Di, 02.07.2024, 13:45 | C 5.311 Seminarraum

Inhalt: Das Seminar setzt sich mit der Geschichte des Hamburger Tierparks und der Biographie seines Gründers, Carl Hagenbeck, auseinander. Zunächst lesen wir einige Texte zur Kulturgeschichte Zoologischer Gärten, um zu verstehen, welches Verhältnis von Menschen und Tieren der Errichtung des Hamburger "Tierparadieses" sowie seiner Vorgängerinstitutionen (u.a. Carl Hagenbecks [sen.] Handels-Menagerie am Spielbudenplatz 1866) zugrunde lag. Im Anschluss daran nehmen wir mit dem Tierhandel und der Ausrichtung von sog. "Völkerschauen", auf denen - um 1900 oft in Zoos - "wilde", "primitive" Menschen ausgestellt wurden, zwei weitere wichtige Geschäftszweige Hagenbecks in den Blick, an denen deutlich wird, wie sehr jener in zeitgenössische rassistische und kolonialistische Zusammenhänge involviert war. Ausgehend vom Studium von Forschungsliteratur zu Zoo, Tierparks und sog. "Völkerschauen" werden wir im Anschluss - und als Einleitung zum praktischen Teil des Seminars - Grundlagentexte zu Praktiken der Dekolonisierung sowie Einführungen in postkoloniale Theoriebildung lesen, um Kriterien zu entwickeln, wie mit Hagenbeck, ganz konkret aber auch mit dem von ihm gegründeten Tierpark, der immer noch eine der Haupt-Touristenattraktionen Hamburgs darstellt, umgegangen werden kann. Im Zentrum des Seminars steht die Exkursion inkl. Führung und Seminarsitzung im Tierpark Hagenbeck selbst. Dort werden wir klären, ob und in welcher Form dort noch Spuren der kolonialen Vergangenheit sichtbar sind und wenn ja, in welcher Form? Werden Sie erklärt/kontextualisiert? Auf einem internen Workshop im Tierpark werden wir Ideen erarbeiten und diskutieren, ob es eines neuen Umgangs mit "Hagenbeck" bedarf (oder nicht?) und wie dieser aussehen könnte.

Politische Öffentlichkeit in Zeiten der Digitalisierung (Seminar)

Dozent/in: Andreas Bernard

Termin:
wöchentlich | Montag | 14:15 - 15:45 | 02.04.2024 - 05.07.2024 | C 12.108 Seminarraum

Inhalt: Zu den zentralen Effekten der digitalen Kultur gehört zweifellos die Umwälzung der Funktionsweisen und Vorstellungen von "Öffentlichkeit". Dass die Formen politischer Repräsentation untrennbar mit der Geschichte der Medientechnologien verwoben sind, ist ein Zusammenhang, der zumindest für die Zeit seit dem späten 18. Jahrhundert immer wieder erforscht worden ist. In den vergangenen dreißig Jahren nun haben sich elementare Verschiebungen ergeben, die einen neuen "Strukturwandel der Öffentlichkeit“ (Jürgen Habermas) in Gang setzen. Was bedeutet es, dass Staatsoberhäupter nicht mehr in erster Linie mittels Regierungskommuniqués und Pressekonferenzen kommunizieren, sondern über Soziale Medien? Welcher Begriff von Öffentlichkeit entsteht, wenn die herkömmlichen Institutionen, Prozesse und Korrektive des Politischen von einem fluideren, verzweigteren Mediensystem ergänzt und ersetzt werden? Unser Seminar möchte diese neuen Formen von Öffentlichkeit unter digitalen Bedingungen untersuchen.