Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Prof. Dr. rer. nat. Michael Braungart


Lehrveranstaltungen

Cradle to Cradle - New Business Models (Projekt)

Dozent/in: Michael Braungart

Termin:
wöchentlich | Montag | 10:15 - 13:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 14.103 | .

Inhalt: Through 3D printing and digitization, every machine and every product can be copied within a few months. Thus, you compete with your own product and medium-sized companies will lose their business base. Mechanical engineering will no longer take place in Europe in a few years. So it is necessary to change business models. Instead of selling products, the performance of these products must be offered. Nobody needs the machines, only their performance is needed. This allows that the best and highest quality materials can be used and the product stays competitive. Who needs a washing machine? Instead, it needs the service of washing. Who needs desk chairs? Instead, it needs healthy sitting. Who needs carpeting? Instead, it needs a floor packing insurance. All things that can't be composted or otherwise used as a biological nutrient need to go back to the person who created the product. So it's not about a different form of waste management. It's about new business models in which no waste is generated in the first place. Actual recycling currently takes place only in exceptional cases. Up to now, no window glass has been recycled back into window glass. No car to car. No cell phone to cell phone. Valuable materials are lost to large extent via downcycling processes. Rare non-ferrous metals in particular are "recycled" into primitive products. For example, 46 steel alloys from a Mercedes are subsequently turned into primitive concrete-steel mats. In this seminar we will work on this type of new Business Models. We will analyze the current Business Models, create new ones and turn them together with other companies into reality.

Von der Wiege zur Wiege - Einführung in Cradle to Cradle (Projekt)

Dozent/in: Michael Braungart

Termin:
wöchentlich | Montag | 14:15 - 15:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 14.103 | C 14.103

Inhalt: Durch die Verbindung von Theorie und Praxis soll das Projektseminar “Von der Wiege zur Wiege – Einführung in Cradle to Cradle“ den Studierenden einen umfassenden Einstieg in die Cradle to Cradle Denkschule bieten und gleichzeitig ihre eigenen Ideen fördern. Mit dem Cradle to Cradle Konzept hat sich die Sichtweise auf den Nachhaltigkeitsbegriff in den letzten Jahren sowohl in der Wissenschaft als auch in besonderer Weise in der Industrie grundlegend verändert. So wurde und wird zukünftig der herkömmliche Nachhaltigkeitsansatz, welcher eine „Zero-Impact“-Mentalität predigt, abgelöst von einem Prinzip, welches statt der Verringerung der negativen Umwelteinflüsse die Vergrößerung der positiven Effekte menschlichen Daseins hervorhebt. Somit wurde angefangen, die Lösung in Kreisläufen sehen. Etwa soll der Müllproblematik nicht entgegengewirkt werden, indem Konsum minimiert und der eigene Fußabdruck kleingehalten wird, sondern indem Konsum anders gedacht und sich die Natur dazu als Vorbild genommen wird. Es gilt nicht die Krise zu fürchten, sondern das Positive zu fokussieren. So schreibt PWC als eine der vier weltweit größten Wirtschschaftsprüfungsgesellschaften in der 2019 veröffentlichten Studie „The Road to Circularity“: „Nothing in nature is wasted because all materials re-enter the ecosystem through a circular biological process that forms a continuous cycle”. Neben dem ökologischen Kreislauf umfasst Cradle to Cradle den technischen Kreislauf welcher gewährleistet, dass jeder einzelne für Produkte verwendete Rohstoff ein Nährstoff ist und somit erneut genutzt werden kann. Insofern qualitativ hochwertige, intelligente Materialien eingesetzt werden und bereits in der Produktion die Kreislauffähigkeit berücksichtigt wird, kann von Öko-Effektivität gesprochen werden. Nicht zuletzt umfasst das Designkonzept eine weitreichende soziokulturelle Komponente. Cradle to Cradle denkt lösungsorientiert, sieht die Chance in den Individuen und basiert somit auf menschlichem Potential. Interdisziplinär gilt es, dieses mittels Zusammenarbeit von unterschiedlichen Akteur*innen aus allen Nischen zu schöpfen. Somit soll in diesem Seminar in erster Linie das Können der Studierenden hervorgehoben und wertgeschätzt werden. Besonders der Enthusiasmus des Studienstarts und der damit verbundene Veränderungswille und die neuen Ideen der Studierenden sollen dafür genutzt werden, auch selbst interessante Projekte ins Leben zu rufen, welche im weiteren Verlauf des Studiums weitergeführt und dabei gefördert werden können.

Grundlagen inter- und transdisziplinärer Forschung - Cradle-to-Cradle & Life Cycle Assessment (Seminar)

Dozent/in: Michael Braungart, Andreas Möller

Termin:
Einzeltermin | Mi, 19.10.2022, 10:15 - Mi, 19.10.2022, 11:45 | C 40.601 | Es wird ein Raum für 34 Personen benötigt (Folgeveranstaltung von einem Seminar, in dem im SS 22 34 Personen angemeldet sind).
wöchentlich | Mittwoch | 10:15 - 11:45 | 26.10.2022 - 03.02.2023 | C 40.154 | Es wird ein Raum für 34 Personen benötigt (Folgeveranstaltung von einem Seminar, in dem im SS 22 34 Personen angemeldet sind).

Inhalt: Fortsetzung des Seminars im Sommersemester 2022, vor allem Vorbereitung der Projektarbeit in den kommenden Semestern; Vertiefung des Verfügungswissens zu Cradle-to-Cradle und Life Cycle Assessment im weiteren Sinne. Die inhaltliche Ausgestaltung ist maßgeblich davon abhängig, dass sich die Student:innen einbringen,

Garten der Zukunft - Ein Gemeinschaftsprojekt nach dem Triple Top Line Prinzip (Projekt)

Dozent/in: Michael Braungart

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 16:15 - 17:45 | 19.10.2022 - 03.02.2023 | C 14.103

Inhalt: Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig soziale Interaktion ist. Wie es wichtig ist, auch Wissenschaft nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern auch die praktische Umsetzbarkeit gleichzeitig im Auge zu behalten. Darum soll auf einem Modellgrundstück von etwa 2500 qm in Lüneburg versucht werden, wie ein Garten aussehen kann, bei dem alles nützlich ist: Alle Materialien sind so gestaltet, dass sie für die Biosphäre geeignet sind, bzw. in die Technosphäre zurückgehen können. Es entsteht also kein Abfall. Gleichzeitig werden Techniken der Kontemplation und Meditation genau so betrachtet, wie eine gartengebundene Landwirtschaft, die weit produktiver sein kann, den Boden erhält und klimapositiv sein kann, nicht nur klimaneutral. Die Seminarübung findet vor dem Hintergrund statt, dass es ein großes Interesse bei Studierenden an Verbindungen mit natürlichen Prozessen gibt und die Unzufriedenheit mit der jetzigen Form der Landwirtschaft immer größer wird. Ein erheblicher Teil der Studierenden der Umweltwissenschaften sind Vegetarier oder Veganer. Es erscheint deshalb sinnvoll, neue Betrachtungsweisen zu erproben, wie durch einen Garten die Artenvielfalt erhöht werden kann, soziale Prozesse eingeübt werden können und gleichzeitig auch gesellschaftliche Entscheidungen und demokratische Entscheidungsabläufe und Argumentieren dabei geübt werden kann. Dieser Garten erlaubt zusätzlich neue landwirtschaftliche Bearbeitungsmethoden auszuprobieren und auch die Interaktion mit den anderen Pächtern von Kleingartenparzellen zu erproben, sodass auch die Sichtweisen von mehreren Generationen in das Projekt einbezogen werden können. Auf die Art entsteht ein interaktives Lernprojekt, welches sowohl wirtschaftliche, soziale wie ökologische Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigt.

Regionalentwicklung durch Förderung von Cradle to Cradle-Innovationen – die C2C-Modellregion Nordostniedersachsen (Seminar)

Dozent/in: Michael Braungart, Paul Musenbrock

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 12:15 - 13:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 5.311 | .

Inhalt: Menschen und Unternehmen stehen angesichts endlicher Ressourcen in Zukunft zunehmend vor der Herausforderung einer Verknappung und Verteuerung von Rohstoffen. Allgegenwärtig ist zudem die höchst dringliche Notwendigkeit, Klima und Umwelt endlich in ausreichendem Maße zu schützen. Mithilfe einer konsequenten Kreislaufwirtschaft nach dem Cradle to Cradle-Konzept könnte sowohl der Schutz von Klima und Umwelt sichergestellt als auch das Problem begrenzter Ressourcen gelöst werden. Während die Natur im Kreislauf wirtschaftet, ist der Mensch das einzige Lebewesen, das linear wirtschaftet, d. h. der Erde Ressourcen entnimmt und am Ende Abfall produziert. Problematisch ist dies nicht nur angesichts endlicher Ressourcen, sondern vor allem auch wegen mit deren Abbau einhergehender Umweltzerstörung und Treibhausgasemissionen. Aktuelles Recycling ist meist ein „Downcycling“, denn die rezyklierten Stoffe weisen geringere Qualität auf als vorher und können deshalb selten für denselben Zweck wiedergenutzt werden, weshalb sie am Ende doch entsorgt und neue Stoffe abgebaut werden. Durch solche Ressourceneffizienzmaßnahmen werden Klima und Umwelt lediglich langsamer zerstört. Cradle to Cradle steht für eine vollkommene Kreislaufwirtschaft, in der Produkte von Beginn an so entwickelt und – unter Einsatz erneuerbarer Energien – so hergestellt werden, dass die eingesetzten Materialien gesund, umweltverträglich und generell nützlich für die Umwelt sind und nach der Nutzung in gleichbleibender Qualität vollständig wiederverwendet werden können, indem sie entweder im biologischen oder im technischen Kreislauf geführt werden. Ziel ist es, das Konzept Abfall zu eliminieren und einen positiven Fußabdruck für Klima und Umwelt zu erzeugen. Aktuell geht die EU erste Schritte ihres neuen Aktionsplans zur Förderung kreislauffähiger und umweltverträglicher Produkte. Die Landkreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg haben sich entschieden, die Entstehung von Cradle to Cradle-Innovationen zu fördern, um die ökologische und ökonomische Zukunftsfähigkeit der Region sicherzustellen. Hierfür wurde das Projekt „Neue Strategien und Strukturen für eine Cradle to Cradle-Modellregion in Nordostniedersachsen“ gestartet. Im Rahmen des Projektseminars wird den Studierenden zunächst der Ansatz einer Regionalentwicklung durch Förderung von Cradle to Cradle-Innovationen vorgestellt. Anschließend wird ihnen die Möglichkeit gegeben, sich abhängig von ihren Interessen in einen Teilbereich wie z. B. Landwirtschaft, Bau, Energie oder verschiedene Branchen des verarbeitenden Gewerbes tiefer einzuarbeiten, um schließlich im Rahmen einer Projektarbeit ihr Wissen in praktische Vorschläge umzusetzen, die der Entwicklung der Modellregion zunutze kommen können.

Shaping New Food Systems for the Future together with the Future Food Campus (FSL) (Seminar)

Dozent/in: Michael Braungart, Eva Keretic

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 14:15 - 15:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 14.103

Inhalt: The Future Food Campus (FFC) is working to create a future food facility for the city of Hamburg, which will be run on a circular, regenerative production system. Our goal is to combine engineering systems (e.g alternative proteins, precision fermentation, cultivated meat & fish, vertical farming) under one roof and make them interoperable to increase overall energy efficiency, counteract conventional GHG emissions and make indoor food production a reliable pillar of Europe’s sustainable food production. Future food technologies are growing globally as an environmentally impactful way to reverse the damage from climate change. In the future they will require facilities for scaling up their products and we aim to provide a climate positive production system for their purposes which will also support the cities Co2 neutrality goals as well as provide hyperlocal nutrition for the citizens of the city.

Gesunde Innen- und Außenluftqualität – Radioaktivität, die uns umgibt (Projekt)

Dozent/in: Michael Braungart, Kamila Szwejk

Termin:
wöchentlich | Montag | 16:15 - 17:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 14.203 | C 14.203

Inhalt: • Grundlagen zu Luftqualität, Feinstaub und Flüchtige organische Verbindungen (VOCs) sowie radioaktive Stoffe • Ursachen und Auswirkungen von Luftverschmutzung • Umdenken bei der Produktion und Verwertung von Produkten nach dem Prinzip der Ökoeffektivität • Cradle to Cradle Design Konzept: Prinzipien, Philosophie, in Theorie und praktischer Umsetzung in Industrie (national/ international) • Lösungsmöglichkeiten für eine gesunde Luftqualität (sowohl Materialien und Produkte als auch Stadtplanung und das Design von Gebäuden) Ein Teppich, der die Luft reinigt. Eine eingeplante Fassadenbegrünung als Produzent für saubere Luft. Eine natürliche Belüftung des Gebäudes. All dies sind Cradle to Cradle-Elemente, die einen aktiven Beitrag leisten, um die Luftqualität sowohl Innen als auch Außen zu verbessern. Die Innenraumluftqualität ist ein wichtiger Aspekt bei der Gestaltung von Gebäuden. Denn ca. 90% ihrer Zeit verbringen die meisten Menschen in Innenräumen. Dabei beeinflussen Böden, Farben, Einrichtungen und Pflanzenwände eine qualitativ hochwertige Luftqualität. Konventionelle Gebäude mit energiesparenden Bauweisen sind meist weitestgehend isoliert mit luftdichten Schallschutzfenstern und wärmedämmenden Fassaden. Das Klima wird durch modernste Heizungs- und Lüftungsinstallationen und vielen weiteren technischen Elementen geregelt. Die Räume werden gestaltet und befüllt mit Bodenbelägen, Vorhängen, Möbeln, Bekleidungen, Arbeitsplätzen, Technik, Druckern, EDV, Elektrogeräten etc. Jeder einzelne Gegenstand dabei dünstet mitunter Schadstoffe aus. Oft entsteht eine Mixtur aus giftigem Feinstaub, flüchtigen Schadstoffen, zu hoher oder zu geringer Luftfeuchtigkeit und schlechter Luft zum Atmen. Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes sorgen sie allein in Deutschland für weit mehr als 50.000 Todesfälle im Jahr. Weltweit sterben laut WHO-Bericht jährlich mehr als drei Millionen Menschen vorzeitig an Folgen der Luftverschmutzung und verlieren je nach Region mehr als 6 Jahre Lebenserwartung. Cradle to Cradle hebt die Möglichkeiten hervor, inwiefern Produkte, Materialien und die heutige Architektur in Gebäude mit einer gesunden Luftqualität und einem positiven Fußabdruck transformiert werden können. Es wird demonstriert, wie Gebäude aktiv Feinstaub aus der Luft filtern, das Wasser reinigen und einen förderlichen Lebensraum für Mensch und Umwelt schaffen. Zusätzlich werden radioaktive Stoffe ein Schwerpunkt des Seminars sein. Dabei wird besonders „Radon“ untersucht, welcher überall in unserer Umwelt vorkommt, jedoch in geschlossenen Räumen gesundheitsgefährdend ist. Laut des Bundesamtes für Strahlenschutz, sind rund fünf Prozent aller Todesunfälle durch Lungenkrebs in Deutschland auf Radon zurückzuführen und damit ist Radon nach dem Rauchen eine der Einflussfaktoren sowie Ursache für Lungenkrebs. Studierende bekommen in diesem Seminar die Möglichkeit, ein eigenes und auch praxisorientiertes Seminar umzusetzen. Teilbestand ist eine praxisorientierte Arbeit mit Institutionen und relevanten Akteur:innen, mit denen gemeinsam an Zukunftslösungen, Produkten, Kommunikationsstrategien etc. entwickelt wird.