Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Prof. Dr. rer. nat. Michael Braungart


Lehrveranstaltungen

Grundlagen inter- und transdisziplinärer Forschung - Cradle-to-Cradle & Life Cycle Assessment (Seminar)

Dozent/in: Michael Braungart, Andreas Möller

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 10:15 - 11:45 | 14.10.2024 - 31.01.2025 | C 12.013 Seminarraum

Inhalt: Fortsetzung des Seminars im Sommersemester 2024, vor allem Vorbereitung der Projektarbeit in den kommenden Semestern; Vertiefung des Verfügungswissens zu Cradle-to-Cradle und Life Cycle Assessment im weiteren Sinne. Die inhaltliche Ausgestaltung ist maßgeblich davon abhängig, dass sich die Student:innen einbringen,

Einführung in Cradle to Cradle (Vorlesung)

Dozent/in: Michael Braungart

Termin:
wöchentlich | Montag | 12:15 - 13:45 | 14.10.2024 - 31.01.2025 | C HS 3

Inhalt: Die Vorlesung “Einführung in Cradle to Cradle” bietet einen umfassenden, theoretischen Einstieg in die Cradle to Cradle Denkschule. Das Cradle to Cradle Konzept besteht inzwischen seit über 30 Jahren und hat seither weitreichende Auswirkungen auf Wissenschaft und Industrie sowie das Nachhaltigkeitsverständnis gehabt. Dabei lehrt es in Nährstoffkreisläufen zu denken, die das Konzept von Müll obsolet machen. Auch stellt es die bis heute verbreitete „Zero-Impact“-Mentalität in Frage, die lediglich auf die Verringerung der negativen Umwelteinflüsse durch Menschen abziehlt. Dem stellt C2C den positiven Ansatz der Öko-Effektivität entgegen, welcher darin besteht nicht weniger schlecht, sondern gut für die Umwelt zu sein. Das Cradle to Cradle Konzept geht somit von einem positiven Menschenbild aus.

Regionalentwicklung durch Förderung von Cradle to Cradle-Innovationen – die C2C-Modellregion Nordostniedersachsen (Seminar)

Dozent/in: Michael Braungart, Paul Musenbrock

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 14:15 - 15:45 | 14.10.2024 - 31.01.2025 | C 12.001 Seminarraum

Inhalt: Menschen und Unternehmen stehen angesichts endlicher Ressourcen in Zukunft zunehmend vor der Herausforderung einer Verknappung und Verteuerung von Rohstoffen. Allgegenwärtig ist zudem die höchst dringliche Notwendigkeit, Klima und Umwelt endlich in ausreichendem Maße zu schützen. Mithilfe einer konsequenten Kreislaufwirtschaft nach dem Cradle to Cradle-Konzept könnte sowohl der Schutz von Klima und Umwelt sichergestellt als auch das Problem begrenzter Ressourcen gelöst werden. Während die Natur im Kreislauf wirtschaftet, ist der Mensch das einzige Lebewesen, das linear wirtschaftet, d. h. der Erde Ressourcen entnimmt und am Ende Abfall produziert. Problematisch ist dies nicht nur angesichts endlicher Ressourcen, sondern vor allem auch wegen mit deren Abbau einhergehender Umweltzerstörung und Treibhausgasemissionen. Aktuelles Recycling ist meist ein „Downcycling“, denn die rezyklierten Stoffe weisen geringere Qualität auf als vorher und können deshalb selten für denselben Zweck wiedergenutzt werden, weshalb sie am Ende doch entsorgt und neue Stoffe abgebaut werden. Durch solche Ressourceneffizienzmaßnahmen werden Klima und Umwelt lediglich langsamer zerstört. Cradle to Cradle steht für eine vollkommene Kreislaufwirtschaft, in der Produkte von Beginn an so entwickelt und – unter Einsatz erneuerbarer Energien – so hergestellt werden, dass die eingesetzten Materialien gesund, umweltverträglich und generell nützlich für die Umwelt sind und nach der Nutzung in gleichbleibender Qualität vollständig wiederverwendet werden können, indem sie entweder im biologischen oder im technischen Kreislauf geführt werden. Ziel ist es, das Konzept Abfall zu eliminieren und einen positiven Fußabdruck für Klima und Umwelt zu erzeugen. Aktuell geht die EU erste Schritte ihres neuen Aktionsplans zur Förderung kreislauffähiger und umweltverträglicher Produkte. Die Landkreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg haben sich entschieden, die Entstehung von Cradle to Cradle-Innovationen zu fördern, um die ökologische und ökonomische Zukunftsfähigkeit der Region sicherzustellen. Hierfür wurde das Projekt „Neue Strategien und Strukturen für eine Cradle to Cradle-Modellregion in Nordostniedersachsen“ gestartet. Im Rahmen des Projektseminars wird den Studierenden zunächst der Ansatz einer Regionalentwicklung durch Förderung von Cradle to Cradle-Innovationen vorgestellt. Anschließend wird ihnen die Möglichkeit gegeben, sich abhängig von ihren Interessen in einen Teilbereich wie z. B. Landwirtschaft, Bau, Energie oder verschiedene Branchen des verarbeitenden Gewerbes tiefer einzuarbeiten, um schließlich im Rahmen einer Projektarbeit ihr Wissen in praktische Vorschläge umzusetzen, die der Entwicklung der Modellregion zunutze kommen können.

Transformative Wärme: Wärmepumpen als Cradle to Cradle Dienstleistung (Seminar)

Dozent/in: Michael Braungart

Termin:
wöchentlich | Montag | 16:15 - 17:45 | 14.10.2024 - 31.01.2025 | C 14.102 b Seminarraum

Inhalt: In einer Welt, in der Technologien wie 3D-Druck und Digitalisierung es ermöglichen, jede Maschine und jedes Produkt innerhalb weniger Monate zu kopieren, stehen Unternehmen vor einer zunehmenden Herausforderung. Diese Entwicklungen führen dazu, dass Unternehmen mit ihren eigenen Produkten konkurrieren und mittelständische Unternehmen ihre Geschäftsgrundlage verlieren. Insbesondere im Maschinenbau deutet sich ein bedeutender Wandel an, der in wenigen Jahren Europa als Produktionsstandort für diese Industrie infrage stellen könnte. Vor diesem Hintergrund wird es immer dringlicher, Geschäftsmodelle anzupassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Warum braucht man überhaupt eine Waschmaschine? Vielmehr benötigt man den Service des Wäschewaschens. Wofür braucht man einen Schreibtischstuhl? Die Antwort liegt in gesundem Sitzen. Und wer benötigt Teppichböden? Stattdessen ist eine Fußbodenversicherung gefragt. Alle Produkte, die nicht kompostiert werden können oder anderweitig als biologischer Nährstoff dienen, sollten an den Hersteller zurückgeführt werden. Hierbei geht es nicht nur um eine alternative Form der Abfallwirtschaft, sondern vielmehr um die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, die von Anfang an auf die Vermeidung von Abfall ausgerichtet sind. In diesem Kontext stellen Wärmepumpen ein herausragendes Beispiel für die Implementierung dieses neuen Geschäftsmodells dar. Anstatt Wärmepumpen als Produkte zu verkaufen, können Unternehmen den Heizdienst als umfassende Dienstleistung anbieten. Kunden benötigen nicht mehr die physische Wärmepumpeneinheit, sondern lediglich die Wärmeleistung, die sie liefert. Diese innovative Herangehensweise ermöglicht es Unternehmen, hochwertige Materialien zu verwenden und kontinuierlich verbesserte Produkte anzubieten.

Firmentransformation nach Cradle to Cradle (Seminar)

Dozent/in: Michael Braungart

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 12:15 - 13:45 | 14.10.2024 - 31.01.2025 | C 12.102 Seminarraum

Inhalt: In einer Welt, in der die Ressourcen knapper werden und Umweltauswirkungen immer spürbarer werden, stehen Unternehmen vor der Herausforderung, nachhaltige Geschäftspraktiken zu entwickeln und umzusetzen. Cradle to Cradle (C2C) bietet einen innovativen Ansatz, der nicht nur auf Nachhaltigkeit abzielt, sondern auch auf die Schaffung positiver Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft. Cradle to Cradle, zu Deutsch "Von der Wiege zur Wiege", ist ein Konzept für eine ganzeinheitliche Kreislaufwirtschaft. Im Gegensatz zum traditionellen linearen Wirtschaftsmodell, bei dem Produkte nach ihrer Nutzungsdauer entsorgt werden, zielt C2C darauf ab, Produkte und Materialien in geschlossenen Kreisläufen zu halten. Das bedeutet, dass alle Materialien nach ihrer Nutzung entweder biologisch abbaubar sind und wieder in die Natur zurückgeführt werden können oder technisch wiederverwertet werden, ohne an Qualität zu verlieren. In diesem Seminar soll das C2C Konzept im Vordergrund stehen und gemeinsam soll erforscht werden, wie Unternehmen erfolgreich zu C2C transformiert werden können. Dabei werden Unternehmen, wie Zinq, Novotech oder Klimatex, eingeladen, welche C2C bereits erfolgreich implementieren.

Rethink Microplastic – Analyse, Vergleich und Lösungswege zur Kunststoffverschmutzung (Projekt)

Dozent/in: Michael Braungart

Termin:
wöchentlich | Montag | 14:15 - 15:45 | 14.10.2024 - 31.01.2025 | C 14.102 b Seminarraum

Inhalt: Das Projektseminar "Rethink Microplastic" beschäftigt sich mit der drängenden Problematik der Kunststoffverschmutzung. Dabei sollen die Herausforderungen aus verschiedenen Blickwinkeln (soziokulturell, gesundheitlich, ökologisch, rechtlich und technisch) betrachtet werden. Zudem sollen die Studierenden einen tiefen Einblick in das Cradle-to-Cradle Konzept bekommen. Wir werden uns eingehend mit den philosophischen Grundlagen sowie den praktischen Umsetzungen dieses Konzepts in der Industrie auf nationaler und internationaler Ebene auseinandersetzen. Ein weiterer Schwerpunkt unseres Seminars liegt auf dem Materialfluss und der Produktion in der Kunststoffbranche. Hierbei werden wir uns mit den bestehenden Problemen und den Ansätzen zur Etablierung einer Kreislaufführung befassen. Wir werden die Herausforderungen analysieren, die sich in der Kunststoffproduktion ergeben, und potenzielle Lösungen diskutieren. Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die Erarbeitung und Entwicklung von Lösungsansätzen, die von der Cradle to Cradle Philosophie inspiriert sind. Wir werden verschiedene Ideen und Ansätze sammeln, um nachhaltige Alternativen zu etablieren und die Ökosysteme vor weiterer Verschmutzung zu schützen.

Von der Wiege zur Wiege - Einführung in Cradle to Cradle (Projekt)

Dozent/in: Michael Braungart

Termin:
wöchentlich | Montag | 10:15 - 11:45 | 14.10.2024 - 31.01.2025 | C 12.107 Seminarraum

Inhalt: Durch die Verbindung von Theorie und Praxis soll das Projektseminar “Von der Wiege zur Wiege – Einführung in Cradle to Cradle“ den Studierenden einen umfassenden Einstieg in die Cradle to Cradle Denkschule bieten und gleichzeitig ihre eigenen Ideen fördern. Hierfür werden verschiedene Produkte und Firmen untersucht und analysiert, ob nach dem Cradle-to-Cradle Prinzip gearbeitet wird. Mit dem Cradle to Cradle Konzept hat sich die Sichtweise auf den Nachhaltigkeitsbegriff in den letzten Jahren sowohl in der Wissenschaft als auch in besonderer Weise in der Industrie grundlegend verändert. So wurde und wird zukünftig der herkömmliche Nachhaltigkeitsansatz, welcher eine „Zero-Impact“-Mentalität predigt, abgelöst von einem Prinzip, welches statt der Verringerung der negativen Umwelteinflüsse die Vergrößerung der positiven Effekte menschlichen Daseins hervorhebt. Etwa soll der Müllproblematik nicht entgegengewirkt werden, indem Konsum minimiert und der eigene Fußabdruck kleingehalten wird, sondern indem Konsum anders gedacht und sich die Natur dazu als Vorbild genommen wird. Dabei kann sich das Seminar somit auf verschiedene SDGs beziehen, wie SDG 6 (Energie), 8 (Wirtschaftswachstum), 11 (nachhaltige Städte), 12 (nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion), 13 (Klimawandel), 14 (Ozeane) und 15 (Leben an Land). Je nach Gruppenorientierung steht ein eigenes Produkt und somit SDG im Vordergrund.