Vorlesungsverzeichnis

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Lehrveranstaltungen

Ästhetiken der Commons: Von Sensus Communis zur Aufteilung des Sinnlichen I (Seminar)

Dozent/in: Christoph Brunner, Konstanze Scheidt

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 14:15 - 15:45 | 02.04.2019 - 14.05.2019 | C 14.103 Seminarraum

Inhalt: Das zweiteilige Seminar nimmt sich der aktuellen Frage der Commons im Kontext künstlerischer Praxis an. Mit Ästhetiken der Commons wollen wir einer generellen Verschiebung nachgehen, in der Annahme, dass das Gemeine nicht als sozial oder politisch Gegebenes angenommen werden kann, sondern als sich im Empfinden und Wahrnehmen, sprich durch körperliche und sinnliche Ebenen, konstituiert. Entgegen der Individualisierungs- oder Singularitätsthesen gegenwärtiger Analysen sozialer Medien und Kultur im Generellen, befassen wir uns mit künstlerischen Praktiken, in denen sowohl eine sinnliche als auch soziale Praxis Formen der Commons hervorbringen kann. Ästhetiken der Commons stützen sich nicht, so unsere These, auf das Vermögen wahrzunehmen, das allen Menschen innewohne (Kants sensus communis), sondern gehen von der Konstitution von Wahrnehmung im Ereignis eines Mit-Seins aus, das “unsere” Existenz bestimmt. Hierzu werden in einem ersten Teil über sieben Sitzungen hinweg grundlegende philosophische Lektüren von Immanuel Kants Begriff des Sensus Communis, über die Frage des Gemeinbegriffs und des Affekts bei Baruch Spinoza und Gilles Deleuze bis hin zu Jacques Rancières “Aufteilung des Sinnlichen” und unter Hinzunahme feministischer und aktivistischer Positionen, u.a. Isabelle Stengers, Donna Haraway und Félix Guattari, behandelt. Im zweiten Teil werden wir uns in zwei Blockterminen mit vertiefenden Lektüren zum einen zu der Frage der Öffentlichkeit als Bedingung des Gemeinschaffens (Lektüren von Judith Butler, Isabell Lorey und Michal Warner) und zum anderen zu queer-feministischen Perspektiven (Lektüren von Cornelia Sollfrank, Esteban Muñoz, und Silvia Federici) beschäftigen. Für den ersten Blocktermin ist eine Exkursion nach Berlin geplant mit einem Besuch der Ausstellung “Bauhaus Imaginista” im Haus der Kulturen der Welt (http://www.bauhaus-imaginista.org/), die die Geschichte des Bauhaus reflektiert und aktualisiert und nach den ästhetischen Institutionen des Gemeinsamen fragt. Der zweite Blocktermin findet in Lüneburg statt mit einer Study Night mit Cornelia Sollfrank, Felix Stalder und Shusha Niederberger, die ihr gemeinsames Projekt “Creating Commons” (http://creatingcommons.zhdk.ch/) vorstellen, in dem sie sich mit neuen Organisationsformen und künstlerischen Praktiken im Kontext der Commons beschäftigen. In der letzten Sitzung werden die Studierenden sich mit konkreten künstlerischen Praktiken beschäftigen, die in Kurzreferaten vorgestellt und in Zusammenhang mit den bisherigen Lektüren gestellt werden.

Ästhetiken der Commons: Von Sensus Communis zur Aufteilung des Sinnlichen II (Seminar)

Dozent/in: Christoph Brunner, Konstanze Scheidt

Termin:
Einzeltermin | Fr, 07.06.2019, 14:00 - Fr, 07.06.2019, 19:00 | C 4.215 Seminarraum
Einzeltermin | Sa, 08.06.2019, 10:00 - Sa, 08.06.2019, 15:00 | C 4.215 Seminarraum
Einzeltermin | Fr, 21.06.2019, 14:00 - Fr, 21.06.2019, 19:00 | C 11.319 Seminarraum
Einzeltermin | Sa, 22.06.2019, 10:00 - Sa, 22.06.2019, 15:00 | C 11.319 Seminarraum

Inhalt: Das zweiteilige Seminar nimmt sich der aktuellen Frage der Commons im Kontext künstlerischer Praxis an. Mit Ästhetiken der Commons wollen wir einer generellen Verschiebung nachgehen, in der Annahme, dass das Gemeine nicht als sozial oder politisch Gegebenes angenommen werden kann, sondern als sich im Empfinden und Wahrnehmen, sprich durch körperliche und sinnliche Ebenen, konstituiert. Entgegen der Individualisierungs- oder Singularitätsthesen gegenwärtiger Analysen sozialer Medien und Kultur im Generellen, befassen wir uns mit künstlerischen Praktiken, in denen sowohl eine sinnliche als auch soziale Praxis Formen der Commons hervorbringen kann. Ästhetiken der Commons stützen sich nicht, so unsere These, auf das Vermögen wahrzunehmen, das allen Menschen innewohne (Kants sensus communis), sondern gehen von der Konstitution von Wahrnehmung im Ereignis eines Mit-Seins aus, das “unsere” Existenz bestimmt. Hierzu werden in einem ersten Teil über sieben Sitzungen hinweg grundlegende philosophische Lektüren von Immanuel Kants Begriff des Sensus Communis, über die Frage des Gemeinbegriffs und des Affekts bei Baruch Spinoza und Gilles Deleuze bis hin zu Jacques Rancières “Aufteilung des Sinnlichen” und unter Hinzunahme feministischer und aktivistischer Positionen, u.a. Isabelle Stengers, Donna Haraway und Félix Guattari, behandelt. Im zweiten Teil werden wir uns in zwei Blockterminen mit vertiefenden Lektüren zum einen zu der Frage der Öffentlichkeit als Bedingung des Gemeinschaffens (Lektüren von Judith Butler, Isabell Lorey und Michal Warner) und zum anderen zu queer-feministischen Perspektiven (Lektüren von Cornelia Sollfrank, Esteban Muñoz, und Silvia Federici) beschäftigen. Für den ersten Blocktermin ist eine Exkursion nach Berlin geplant mit einem Besuch der Ausstellung “Bauhaus Imaginista” im Haus der Kulturen der Welt (http://www.bauhaus-imaginista.org/), die die Geschichte des Bauhaus reflektiert und aktualisiert und nach den ästhetischen Institutionen des Gemeinsamen fragt. Der zweite Blocktermin findet in Lüneburg statt mit einer Study Night mit Cornelia Sollfrank, Felix Stalder und Shusha Niederberger, die ihr gemeinsames Projekt “Creating Commons” (http://creatingcommons.zhdk.ch/) vorstellen, in dem sie sich mit neuen Organisationsformen und künstlerischen Praktiken im Kontext der Commons beschäftigen. In der letzten Sitzung werden die Studierenden sich mit konkreten künstlerischen Praktiken beschäftigen, die in Kurzreferaten vorgestellt und in Zusammenhang mit den bisherigen Lektüren gestellt werden. Teil des Seminars sind zwei Study Nights mit den Gästen Kathrin Wildner sowie Shusha Niederberger, Cornelia Sollfrank und Felix Stalder. Im Rahmen des Berlinaufenthalts wird es ein Scrrening der Filmemacherin Brigitta Kuster geben.

Kant und seine Tradition in der Soziologie und Philosophie der Kunst. Affirmation und Kritik (Seminar)

Dozent/in: Ulf Wuggenig

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 18:15 - 19:45 | 02.04.2019 - 04.07.2019 | C 5.325 Seminarraum
Einzeltermin | Sa, 15.06.2019, 12:00 - Sa, 15.06.2019, 17:00 | C 5.326 (ICAM)
Einzeltermin | So, 16.06.2019, 12:00 - So, 16.06.2019, 17:00 | C 5.326 (ICAM)

Inhalt: Kant gilt als exemplarischer philosophischer Denker, seine „Kritik der reinen Vernunft“ als einer der Höhepunkte der Geschichte der Philosophie. Seine Wirkung reicht weit über die Philosophie hinaus in eine Reihe von wissenschaftlichen Disziplinen. Dies gilt nicht zuletzt für die Soziologie. Deren klassische Gründerväter Emile Durkheim, Georg Simmel und Max Weber stützten sich allesamt in jeweils besonderer Weise auf Kant. Was Fragen der Kunst und Ästhetik betrifft, knüpfte unter diesen Autoren zweifellos der sich ebenso in der Philosophie wie in der Soziologie bewegende Georg Simmel in stärkstem Maße an Kant an. In der postklassischen Sozial- und Kulturtheorie ist Kant wiederum Hauptreferenzautor in der zu überaus großer Populärität gelangten soziologischen Studie von Pierre Bourdieu - "La Distinction" 1979 (dt. „Die feinen Unterschiede“ 1982). Mit Anspielung auf Kants Dritte Kritik trägt sie den Untertitel „Soziale Kritik der Urteilskraft“. Sie befasst sich unter affirmativer wie kritischer Anknüpfung an Kant mit dem sozialen Gebrauch von Kunst, Musik und Literatur ebenso wie mit der „ästhetischen Einstellung“, dem „barbarischen Geschmack" (Kant) der negativen privilegierten Klassenfraktionen, dem prätentiösen „kleinbürgerlichen“ Geschmack, dem „Sinn für Distinktion“ der Bourgeoisie und dem asketischen Geschmack von Intellektuellen. Außerdem auch mit der Genietheorie von Kant im Bezugsrahmen der Kritik der "chaismatischen Einstellung", wobei in diesem Zusannhang auch JacquesDerridas Befassung mit dem Geniebegriff einschlägig ist. Angesichts von Kants Schriften zu Geschlecht und geschlechtlicher Arbeitsteilung hat sich auch die feministische Theorie mit Kants Ästhetik und deren Differenzierung des Schönen und des Erhabenen befasst. Auch dieses Thema wird im Seminar behandelt.

Zur Lesbarkeit der Welt – Hans Blumenberg als Denker der Moderne (Seminar)

Dozent/in: Eveline Goodman-Thau

Termin:
Einzeltermin | Fr, 17.05.2019, 14:00 - Fr, 17.05.2019, 18:00 | C 9.102 Seminarraum
Einzeltermin | Sa, 18.05.2019, 12:00 - Sa, 18.05.2019, 18:00 | C 9.102 Seminarraum
Einzeltermin | So, 19.05.2019, 12:00 - So, 19.05.2019, 18:00 | C 9.102 Seminarraum
Einzeltermin | Fr, 24.05.2019, 14:00 - Fr, 24.05.2019, 18:00 | C 3.120 Seminarraum
Einzeltermin | Sa, 25.05.2019, 12:00 - Sa, 25.05.2019, 18:00 | C 1.312 Seminarraum
Einzeltermin | So, 26.05.2019, 12:00 - So, 26.05.2019, 18:00 | C 1.312 Seminarraum

Inhalt: Hans Blumenberg (1920-1996) zählt zu den wichtigsten Kulturphilosophen und Ideenhistoriker des 20. Jahrhunderts, der in seinem Werk versucht, die Beschreibung der „Wirklichkeiten in denen wir leben“ (Blumenberg,Reclam 1981) kritisch zu hinterfragen. Die hermeneutische Poetik von Blumenberg lebt davon den Leser zu konfrontieren, einerseits mit der notwendigen Beschreibung der Welt, andererseits aber mit der Unmöglichkeit dieser Beschreibung: es handelt sich hier nämlich um die „Beschreibung des Menschen“ (Blumenberg, Suhrkamp 2014). Das Werk Blumenbergs legt die Brücke zwischen Philosophie und Kulturwissenschaften, Begriff und Menschenbild.