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Abgeschlossene Projekte und Studien

Eine Auswahl abgeschlossener Projekte und Studien des ERLE-Zentrums finden Sie auf dieser Seite. Für laufend aktuelle Forschungsinformationen des Zentrums besuchen Sie bitte die Einrichtungsseite des Zentrums im Forschungsinformationssystem der Leuphana.

DaZKom-Transfer

Transfervorhaben zu „DaZKom-Video - Performanznahe Messung von Deutsch-als-Zweitsprache-Kompetenz bei (angehenden) Lehrkräften“


Die erfolgreiche Teilnahme am Fachunterricht setzt die Fähigkeit zu einem fachregistertypischen Sprachgebrauch voraus. Lehrkräfte aller Fächer benötigen daher die Kompetenz, ihren Unterricht etwa für Schülerinnen und Schüler mit Zweitsprache Deutsch als Gelegenheit zum Ausbau bildungs- und fachsprachlicher Fähigkeiten zu gestalten. Das bisher einzige Modell, das eine solche DaZ-Kompetenz von (angehenden) Lehrkräften beschreibt, ist das im Projekt „DaZKom - Professionelle Kompetenzen angehender Lehrerinnen und Lehrer (Sek I) im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ)“ (2012-2016) entwickelte DaZKom-Modell (Köker et al., 2015). Das Strukturmodell operationalisiert DaZ-Kompetenz im Fachunterricht in den Dimensionen Fachregister, Mehrsprachigkeit und Didaktik, die mittels einer umfassenden Dokumentenanalyse mit anschließendem Expertenrating ermittelt wurden. Es dient als theoretische Basis für das ebenfalls im DaZKom-Projekt entwickelte DaZKom-Testinstrument (Köker et al., 2015), das an zahlreichen Universitäten erfolgreich eingesetzt wurde, um DaZ-Kompetenzen bei angehenden Lehrkräften zu messen und dabei ihre universitären Lerngelegenheiten zu evaluieren.

Im Nachfolgeprojekt „DaZKom-Video - Performanznahe Messung von DaZ-Kompetenz bei (angehenden) Lehrkräften“ (2017-2020) wurden diese Ergebnisse ergänzt: Basierend ebenfalls auf dem DaZKom-Modell wurde ein innovatives, videobasiertes Testinstrument entwickelt und bei über 500 angehenden und erstmals auch praktizierenden Lehrkräften mithilfe von Tablets deutschlandweit eingesetzt, um DaZ-Kompetenz perfomanznah zu messen. Hierbei konnten wichtige Hinweise auf situationsspezifische Fähigkeiten der Testpersonen und die hiermit zusammenhängende performanzfördernde Qualität ihrer universitären Lerngelegenheiten gewonnen werden.

Im aktuellen und ebenfalls mit BMBF-Mitteln geförderten Verbund-Projekt „DaZKom-Transfer - Transfervorhaben zu „DaZKom-Video - Performanznahe Messung von Deutsch-als-Zweitsprache-Kompetenz bei (angehenden) Lehrkräften“ (2020-2022) sollen die Ergebnisse der beiden Vorgängerprojekte DaZKom sowie DaZKom-Video nun in die Praxis der universitären Lehrer*innenbildung transferiert werden. Ziel des Projektes ist es, eine Kooperation mit einer Reihe von universitären Standorten in Deutschland aufzubauen und zu verstetigen, damit dort die in den Vorläufer-Projekten entwickelten DaZ-Testinstrumente eingesetzt werden, um an den Standorten die jeweiligen Lerngelegenheiten zu evaluieren und durch Prä-Post-Erhebungen Rückmeldungen zur Kompetenzentwicklung der Lehramtsstudierenden zu erhalten. Ein Ergebnis könnte darin bestehen, dass empirisch gesicherte Merkmale lernförderlicher Bedingungen in Seminaren für angehende Lehrkräfte im Bereich Deutsch als Zweitsprache identifiziert werden. Dabei sollen diese Erkenntnisse direkt wieder in die Konzeptionen der Lehrveranstaltungen einerseits, sowie in die Ausdifferenzierung des theoretischen und empirisch begründeten DaZKom-Modells andererseits einfließen. Eine wichtige Transfer-Methode hierbei sind Praxis-Workshops mit den beteiligten Kooperationspartner*innen, in denen ein Austausch sowohl über die kontinuierlichen Datenerhebungen mit Hilfe der DaZKom-Testinstrumente als auch über die DaZ-Kompetenz fördernden Merkmale von universitären Lerngelegenheiten durchgeführt wird. Dabei stehen hochschuldidaktische Fragen der Gestaltung von DaZ-Seminaren insofern im Zentrum, als sie einerseits dem Transfer des Kompetenzmodells und andererseits auch der Sammlung von geeigneten Aufgabenbeispielen dienen, mit denen DaZ-Kompetenz gefördert werden kann.

Projektlaufzeit: 01.04.2020 - 31.03.2022
 

Projektbeteiligte

Leuphana Universität Lüneburg:

Prof. Dr. Timo Ehmke (Projektleitung)
Dr. Svenja Lemmrich (wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Universität Bielefeld:

Prof. Dr. Barbara Koch-Priewe (Projektleitung, Projektkoordinatorin)
Prof. Dr. Udo Ohm (Projektleitung)
Dr. Anne Köker (Projektleitung)
Sina Spiekermeier (wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Universität Bremen:

Prof. Dr. Andrea Daase (Projektleitung)

HörLeT

Hör- und Leseverstehen von Texten im Audio- und Printformat

Das Forschungsprojekt Hör- und Leseverstehen von Texten im Audio- und Printformat (HörLeT) wird als interdisziplinäres Projekt in Kooperation der Leuphana Universität und der Ruhr-Universität Bochum durchgeführt. Das Projekt baut auf vorherigen Erkenntnissen in zwei DFG-Projekten zur Bedeutung von Textkohäsion auf das Leseverstehen auf (u. a. Schmitz, 2016; Schmitz et al., 2017).

Das Projekt HörLeT hat sich die Untersuchung der Wirkung von sprachlichen Textmerkmalen, wie der Textkohäsion, auf das Hör- und Leseverstehen zum Ziel gesetzt und wird die Bedeutung von sprachlichen Lernvoraussetzungen von Schüler*innen auf gelingendes Hörverstehen untersuchen. Analysiert wird, wie gut ein global kohäsiv und ein wenig kohäsiv gestalteter Hörtext von Lernenden mit unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen in der Sekundarstufe I verstanden wird. Die gewonnenen Erkenntnisse geben Aufschluss darüber, welche Bedeutung sprachliche Merkmale der Textkohäsion auf das Verstehen eines über einen Audiostimulus dargebotenen Sachverhaltes haben, um Lernsituationen mit Hörtexten bestmöglich zu gestalten.

Eine Publikation zu HörLeT befindet sich aktuell in Begutachtung in einem englischsprachigen Journal. Weiterhin dienen die Ergebnisse von HörLeT als Vorarbeit für ein Teilprojekt (gemeinsam mit Prof. Dr. Björn Rothstein und Dr. Hanne Brandt) eines DFG-Forschungsgruppenantrags, der sich aktuell in Begutachtung findet.

Projektbeteiligte

Leuphana Universität Lüneburg:

Prof. Dr. Anke Schmitz (Projektleitung)
Annalena Bollhof, Rieke Beythien & Carlotta Leu (studentische Assistenz)

Ruhr-Universität Bochum:

Prof. Dr. Björn Rothstein

Universität Hamburg:

Dr. Hanne Brandt (Projektleitung)

LuEG

Lueneburg Essen Research Group

Metastudie zur sprachlichen Manipulation von MINT-Texten

Die hohe Bedeutung sprachlicher Kompetenzen für das Lernen in MINT-Fächern ist inzwischen unstrittig. Sprache gilt dabei unter anderem als wichtiger Faktor im Verständnisprozess fachlicher Texte und bei der Bearbeitung textlastiger Aufgaben. Sucht man jedoch nach konkreten linguistischen Merkmalen, die für das Verständnis solcher Texte förderlich oder hinderlich sind, liefern bestehende Studien kaum eindeutige Antworten. Viele Versuche, durch gezielte Manipulation einzelner linguistischer Merkmale messbare Effekte zu erzielen, blieben in der Vergangenheit erfolglos. Gleichzeitig fehlt ein umfassender Überblick, der die spezifischen Ansätze dieser Studien vergleichend dokumentiert und übergreifende Effekte und Trends beschreibt.

Ausgehend von dieser Forschungslücke hat sich das LuEG-Projekt zum Ziel gesetzt, eine umfassende Metastudie zu Effekten der systematischen linguistischen Manipulation von MINT-Texten auf Verständnis und Lernerfolg durchzuführen. Sie soll belastbare Erkenntnisse zur Frage liefern, wie Sprache bei der Gestaltung fachlicher Texte berücksichtigt und produktiv genutzt werden kann.
 

Projektbeteiligte

Leuphana Universität Lüneburg:

Prof. Dr. Timo Ehmke
Prof. Dr. Dominik Leiss
Dr. Anselm Strohmaier

Universität Duisburg-Essen:

Prof. Dr. Hendrik Härtig

Strategien und Textsorten

Zielsetzung der Studie war die erste empirische Analyse von textsortenspezifischen Lesestrategien. Bislang gibt es nur Evidenz zu wirksamen Lesestrategien beim Lernen aus Sachtexten (vor allem im MINT-Bereich), aber keinen empirischen Aufschluss darüber, mit welchen Lesestrategien literarische Texte im Fach Deutsch zielführend erschlossen werden, was den strategischen Leseprozess vom strategischen Sachtextlesen unterscheidet oder verbindet. Die Erkenntnisse sind bedeutsam, um sowohl schulische Lesefördermaßnahmen als auch die universitäre Lehrkräftebildung im Fach Deutsch verbessern zu können. Erste Ergebnisse wurden auf zwei internationalen Konferenzen veröffentlicht.

Zudem sind die Befunde hier nachzulesen:

Schmitz, A. & Dannecker, W. (2023, in press). Strategies for expository and narrative texts. Students’ perspectives on text type-specific cognitive and metacognitive reading strategies. L1 Educational Studies in Language and Literature.

 

Projektbeteiligte

Pädagogische Hochschule FHNW:

Prof. Dr. Anke Schmitz (Projektleitung)

Universität zu Köln:

Prof. Dr. Wiebke Dannecker

VAMPS

Variation von Aufgaben – Mathematik Physik Sprache

Leistungsaufgaben im Fachunterricht sind zentral, um fachliche Kompetenzen von Lernenden zu diagnostizieren und um lernförderliches Feedback zu geben. Deren erfolgreiche Bearbeitung erfordert sowohl kognitiv-fachliche als auch sprachliche Fähigkeiten. Letztere sind insbesondere entscheidend, um beim Prozess des Aufgabenlösens ein mentales Modell sowie situationsbezogenes Vorwissen zu aktivieren, wobei ungeklärt ist, inwieweit sprachliche mit kognitiv-fachlichen Aufgabenmerkmale interagieren und so den Bearbeitungsprozess beeinflussen.

Ziel dieser von der DFG geförderten experimentellen Studien ist es, zu untersuchen, welchen Einfluss kognitiv-fachliche und sprachliche Anforderungen von Mathematik- und Physikaufgaben auf die empirische Aufgabenschwierigkeit besitzen. Entsprechend besteht das Treatment in der paper-pencil basierten Bearbeitung von Leistungsaufgaben, die sich in ihren kognitiv-fachlichen und sprachlichen Anforderungen systematisch unterscheiden. Dabei werden neben den Haupteffekten auch Interaktionseffekte geprüft und analysiert, welche Personenmerkmale die empirische Aufgabenschwierigkeit moderieren.

Anhand der Ergebnisse lassen sich praxisrelevante Aussagen darüber ableiten, wie Aufgaben zu gestalten sind, um eine fachlich objektive, reliable und valide Leistungsdiagnostik und -bewertung zu erreichen.

DFG-gefördertes Drittmittelprojekt
Laufzeit: 2019 - 2023

 

Projektbeteiligte

Leuphana Universität Lüneburg:

Prof. Dr. Timo Ehmke (Projektleitung)
Prof. Dr. Dominik Leiss (Projektleitung)
Lena Dammann (wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Alina Knabbe (Stipendiatin)
Lisa Marie Wienecke (wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Universität Hamburg:

Prof. Dr. Dietmar Höttecke (Projektleitung)
Prof. Dr. Knut Schwippert (Projektleitung)
Carina von der Geest (wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Universität Bochum:

Prof. Dr. Lena Heine (Projektleitung)