10 Ideenpaare für die wilde Zukunft
Impulse aus den Werkstätten
Europäische Armee X Voxit
Ever thought about an EU Army?
Sicherheit ist für alle Bürgerinnen und Bürger in Europa relevant. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine haben die europäischen Staaten ihre Verteidigungsanstrengungen deutlich erhöht. Diese erfolgen jedoch weiterhin überwiegend national und ohne ausreichend koordinierte europäische Strategie. Zwar gibt es Kooperationen zwischen einzelnen EU-Staaten, doch eine einheitliche europäische Verteidigungsstruktur fehlt bislang.
Ein zentrales Problem ist, dass Bürgerinnen und Bürger kaum in diese Debatte einbezogen werden. Es fehlt ein EU-weites, pluralistisches Stimmungsbild darüber, wie verschiedene Länder, Milieus und gesellschaftliche Gruppen zu einer stärkeren europäischen Verteidigungskooperation oder einer EU-Armee stehen. Gleichzeitig ist die EU durch unterschiedliche Ausrüstung, Standards und Entscheidungswege nur eingeschränkt verteidigungsfähig.
Es gibt bereits Ansätze wie gemeinsame Munitionsstandards oder Konzepte einer sogenannten 28. Armee, bei der Mitgliedstaaten Teile ihrer Streitkräfte unter europäischer Flagge bereitstellen könnten. Dennoch fehlt bisher ein systematischer Datensatz zur tatsächlichen Meinung der europäischen Bevölkerung.
Voxit könnte hier ansetzen und ein EU-weites Stimmungsbild zur Frage einer gemeinsamen europäischen Armee einholen: ob sie gewollt ist und wie sie ausgestaltet sein sollte. Dadurch würde ein pluralistischer Datensatz entstehen, der die tatsächliche Stimmung in Europa sichtbar macht.
Zugleich würde Voxit das Bewusstsein für europäische Verteidigungsfähigkeit stärken und demokratische Beteiligung fördern, indem Menschen aus verschiedenen Ländern und Milieus in den Austausch treten. Ein solcher öffentlicher Diskurs könnte politischen Druck erzeugen, etwa durch Volksbegehren, Demonstrationen oder parlamentarische Initiativen, und dazu beitragen, die EU-Verteidigungsministerien an einen Tisch zu bringen.
Grunderbe X Plattformgenossenschaften
G^2 – Grunderbe meets Genossenschaft
Der Clou des Ideenpaars:
Das Grunderbe schafft nicht nur individuelle Chancen, sondern baut gleichzeitig gemeinschaftliches Vermögen auf. Ein Teil des Geldes fließt in genossenschaftliche Unternehmen und Plattformen, die allen gehören. So entsteht wirtschaftliche Freiheit für Einzelne und wirtschaftliche Stärke für die Gesellschaft.
Die zentrale Spannung:
Wenige große Unternehmen kontrollieren immer mehr Kapital, Daten und Marktmacht, während viele Menschen kaum Zugang zu Vermögen und wirtschaftlicher Mitbestimmung haben.
Was durch die Verbindung neu möglich wird
Junge Menschen erhalten finanzielle Handlungsspielräume und werden gleichzeitig Teilhaber*innen an Unternehmen, die gemeinschaftlich organisiert sind. So entstehen neue Formen von Mitbestimmung und Vermögensaufbau. Dadurch, dass ein Anteil des Grunderbes verpflichtend in Genossenschaften investiert werden muss, holen wir Genossenschaften aus der Nische in die Breite der Bevölkerung
Warum es sich lohnt, diese beiden Ideen zusammendenken?
Ein Grunderbe allein verteilt Geld. Genossenschaften allein fehlt oft das Kapital, um groß zu werden. Zusammen lösen die Ideen beide Probleme: Das Grunderbe eröffnet individuelle Möglichkeiten, während Genossenschaften die wirtschaftliche Macht breiter verteilen. So profitieren sowohl die Einzelnen als auch die Gemeinschaft.
Welche ungewöhnliche Allianz dadurch denkbar wird.
Junge Menschen erhalten nicht nur Kapital, sondern eine Stimme in der Wirtschaft. Aus der Verbindung von Grunderbe und Genossenschaften entsteht eine Allianz für mehr Teilhabe, gemeinsames Eigentum unf eine Wirtschaft, die von vielen statt von wenigen gestaltet wird.
Europäische Armee x doppeltes Gesellschaftsjahr
Europäisches Resilienzjahr
Gemeinschaft. Zukunft. Über Generationen hinweg.
Europa steht vor mehreren Herausforderungen gleichzeitig: geopolitische Unsicherheit,
demografischer Wandel, Fachkräftemangel in Schlüsselbereichen, wachsende Anforderungen
im Katastrophenschutz, zunehmende Cyberbedrohungen sowie soziale Fragmentierung und
Einsamkeit. Das Europäische Resilienzjahr versteht gesellschaftliche Sicherheit,
Zusammenhalt und europäische Integration als gemeinsame Aufgabe – organisiert über den
gesamten Lebensverlauf.
Die Antwort ist zweigliedrig: ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr in zwei Lebensphasen – nach
Schule, Ausbildung oder Studium sowie vor dem Ruhestand – und eine europäische
Einsatzstruktur in Form eines Resilienzkorps. Beide Phasen sind flexibel gestaltet und
berücksichtigen individuelle Fähigkeiten sowie persönliche Lebenslagen.
Diese Elemente greifen ineinander: Das Gesellschaftsjahr schafft die personelle und soziale
Grundlage – das Resilienzkorps bündelt sie in gemeinsamer Handlungsfähigkeit für Krisen- und
Sicherheitslagen.
Junge Menschen gewinnen Orientierung, Qualifikation und gesellschaftliche Einbindung in einer
oft unsicheren Lebensphase. Ältere erhalten Struktur, soziale Teilhabe und die Möglichkeit, ihre
Erfahrung einzubringen – gerade im häufig einsamkeitsgeprägten Übergang in den Ruhestand.
Freiwilliges Engagement nach dem Abschluss wird aktiv gefördert.
Die Einsatzbereiche umfassen Katastrophen- und Zivilschutz, Pflege, Infrastruktur, Umwelt-
und Klimaschutz sowie Cyber- und IT-Sicherheit. Im sicherheitspolitischen Bereich schließt
sich nach nationaler Grundausbildung optional eine zweite Phase im europäischen
Resilienzkorps an – für multinationale Einsätze in Katastrophenhilfe, Infrastrukturschutz,
Cyberabwehr und Logistik. Zivile Einsätze werden über eine gemeinsame EU-Matching-
Plattform koordiniert.
Die europäische Ebene ist dabei konstitutiv: Sie bündelt Mobilität, Kapazitäten und
Krisenreaktionsfähigkeit über nationale Grenzen hinweg – und sichert zugleich, dass alle
Teilnehmenden unabhängig von Herkunft oder sozialem Status gleichberechtigt Zugang zu
Ausbildung, Einsatz und Mobilität erhalten.
Das Europäische Resilienzjahr ist mehr als ein Dienstmodell. Es schafft einen
gesellschaftlichen Kreislauf, der Generationen verbindet, Verantwortung strukturell verankert
und Europa im gemeinsamen Handeln erfahrbar macht.
Voxit x Rechte der Natur
Natürlich Recht!: Verantwortung gemeinschaftlich leben
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Der Mensch besitzt ein Recht seine Rechte ein-
klagen zu können. Wir wollen auch, dass der Fluss, der verschmutzt wird von Unterneh-
men, die Böden, die ausgelaugt werden, der Wald, der von großen Firmen abgeholzt wird,
dass all diese Ökosysteme dies auch können.
Die Anerkennung und der Zugang zu Rechten schaffen unsere demokratische Grundlage.
Der Natur eine Stimme geben, um ihre Rechte einzuklagen? Finden wir super und wollen
wir gerne umsetzten!
Das Problem in jetziger Lage ist, dass das Rechtssubjekt in der Natur ungeklärt ist. Das
bedeutet, dass die verschiedenen Ökosysteme keine Eigenständigkeit besitzen, um ihre
Rechte einzufordern. Wir möchten ihnen eine Stimme geben! Das ist gesellschaftlich durch
die Anerkennung als Rechtssubjekt möglich!
Dafür brauchen wir gemeinschaftlichen Präzedenzfall, an dem sich weitere Entwicklungen
für das Recht von Ökosystemen orientieren können. Wer ist da gefragt? Die Menschen sind
Teil der Natur und wir wollen Partizipation sowie Interesse an Rechten für Ökosysteme
schaffen. Denn wir alle sind Teil der Natur und benötigen nicht nur Gerechtigkeit unter uns
Menschen, sondern auch in unserer Mensch-Natur-Beziehung als Grundlage für Leben!
Ansetzen wollen wir am Zugang zur Teilhabe, indem wir das Support Tool Voxit benutzen.
Wenn wir alle Teil der Natur sind, sollten wir aber auch alle Teilhaben an der Gestaltung
ihrer Rechte. Voxit bietet hier die Möglichkeit ein Meinungsbild von der Gesellschaft zu
machen. Verschiedene Interessengruppen können befragt werden und ihre eigenen State-
ments zu Fragen über die Rechtsgestaltung abgeben. Dadurch lassen sich Überschneidun-
gen finden, auf die man eventuell gar nicht gehofft hat. Der weitere Weg ist dadurch noch
nicht geklärt, aber Entscheidungen können auf Konkrete Vorstellungen in der Gesellschaft
zurückgeführt werden.
Wir brauchen Teilhabe für Teilnahme!
Rewilding X Rechte der Natur
Rewilding x RECHTE DER NATUR: let’s get WλLD
Das Wuseln und Rascheln im Wald ist Ausdruck der Lebendigkeit seines Wesens. Die Vernetztheit, die dort vorzufinden ist, nehmen wir uns zum Vorbild, denn wir glauben in einem Miteinander liegt die Zukunft. Verbinden wir die Idee der Projekte von RECHTE DER NATUR und Rewilding, entsteht daraus eine Verschränkung, die vieles verspricht: Ein Nährboden für eine lebenswerte Zukunft.
Die Natur soll Grundrechte bekommen, damit ihre und unsere Gesundheit und Lebensgrundlage gesichert ist. Wir denken dabei an ein Grundrecht auf Gesundheit für Ökosysteme.
Die Rechtliche Verankerung stellt dabei einen wichtigen Dreh- und Angelpunkt für das System, in dem wir aktuell leben dar. Rechte dürfen aber nicht nur auf dem Papier stehen, sondern müssen gelebt werden. Daher ist Bildungsarbeit uns so wichtig. Sie soll einen Awareness-Shift kreieren, der zeigt, dass Verantwortung vor der eigenen Haustür stattfindet.
Neben Grundrecht und Bildungsarbeit sehen wir dabei HüterInnenclubs als nötige lokale Strukturen. HüterInnenclubs stellen eine schützende und wenn nötig klagende Instanz dar, um Wald und Natur eine hörbare Stimme zu verleihen und sie in ihrer Wildheit zu befürworten.
Unsere Vision der Wilden Zukunft: Mensch und Natur leben solidarisch miteinander, in einem Naturschutz, bei dem die Natur selbstbestimmt wild sein darf.
Europäische Armee X Plattformgenossenschaften
Europäische Genossenschaftsplattform für Sicherheit und Zivilschutz
Die Abhängigkeit US-Amerikanischer Tech-Unternehmen für die Verteidigungsfähigkeit Europas
führt dazu, dass Europa seine Außen und Sicherheitspolitik neu denken muss. Insbesondere muss
europäische Kommunikationsinfrastruktur bei Krisenfälle unabhängig die Zivilbevölkerung schützen
können. Und hier setzen wir ein: wir verbinden die Ideen von Genossenschaftsplattformen und der
gemeinsamen europäischen Armee zu einer Kommunikations- und Informationsplattform für
Krisenzeiten. Genossenschaftlich, europaweit, unabhängig und sicher. Erweiternd zu staatlichem
Bevölkerungs- und Katastrophenschutz stellen wir uns eine App vor, in der nicht nur Armee, ASB,
THW und andere zivile und staatliche Stellen Informationen und Warnungen teilen sondern auch die
Zivilgesellschaft sich vernetzen kann. Features wären z. B. eine Helfer*innen-Datenbank, wo man
eintragen kann, ob man im Zweifel Sanitätshilfe leisten kann oder ein Bett anzubieten hätte. Wir
stellen uns sowohl lokale Gruppen als auch europaweite Vernetzung vor. Mit einer solchen Plattform
verbinden wir öffentlichen Bevölkerungsschutz mit dezentraler Bürger:innenkoordination. Denn der
Wandel hin zu einer resilienten Gesellschaft kann nicht nur Aufgabe des Staates sein. Mit der
Plattform ermöglichen wir nicht nur niederschwellige dezentralere Kommunikationswege im
Verteidigungsfall, die Kontrolle über das Medium selber wird in die Hände von EU Bürger:innen
gelegt. Damit wird Zivilschutz zur Aufgaber von uns allen
Grunderbe X doppeltes Gesellschaftsjahr
Weil du es uns wert bist - Generationsübergreifendes Geben und Nehmen
Stell dir vor, du bekommst mit 21 Jahren 20.000 EUR. Was würdest du damit tun? Eine Weiterbildung, eine Reise, eine Unternehmensgründung oder finanzielle Rücklage? Für viele junge Menschen bleibt ein solches Startkapital unerreichbar, da große Vermögen häufig innerhalb weniger Familien weitergegeben werden. Das Grunderbe setzt genau an dieser Stelle an, um die Startchancen in jungen Jahren anzugleichen und soziale Ungleichheiten zu reduzieren. Diese Idee reagiert auf die zunehmende Kritik an unserer Erbschaftssteuer und der derzeitig konzentrierten Vermögensverteilung. Die Finanzierung wird als eine gestaffelte Erbschaftssteuer mit Freibeträgen gesichert. Damit erhalten junge Menschen bessere Möglichkeiten, selbstbestimmt in ihr Erwachsenenleben zu starten.
Häufig wird daraufhin die Frage gestellt: „Was haben junge Menschen bereits geleistet, um sich dieses Erbe zu verdienen?“. Nicht zuletzt angesichts der aktuellen Debatte, um die Wehrpflicht könnte als Gegenentwurf ein doppeltes Gesellschaftsjahr eingeführt werden. Dies würde bedeuten, dass in zwei verschiedenen Lebensphasen sich je ein Jahr vergütet für die Gesellschaft engagiert wird. Konkret könnte der erste Teil zwischen dem 16. und 21. Lebensjahr und die zweite Hälfte zwischen Berufsende und Renteneintritt absolviert werden. Dabei soll es die Auswahl zwischen einem sozial-/ ökologischen Engagement, in der Verteidigung oder einem inhaltlichen Kompetenzaustausch geben. Das doppelte Gesellschaftsjahr schafft nicht nur mehr Generationengerechtigkeit, sondern eröffnet auch Räume der Begegnung, die Einsamkeit in beiden Generationen entgegenzuwirken und den gesellschaftlichen Austausch stärken. Zum Beispiel könnten in diesem Zusammenhang Kompetenzweitergabe auch zu finanziellem Wissen im Kontext des Grunderbes diskutiert werden.
Die Kombination beider Ideen erhöht aus unserer Sicht die gesellschaftliche Akzeptanz und damit die politische Umsetzbarkeit durch Entkräftigung der jeweils stärksten Gegenargumente. Junge Menschen profitieren von besseren Startchancen und leisten zugleich einen Beitrag für die Gemeinschaft. Gleichzeitig wird deutlich, dass das Grunderbe Teil eines gesellschaftlichen Gebens und Nehmens ist. Die Vorschläge verstehen wir als Diskussionsgrundlage und freuen uns über einen konstruktiven gesellschaftlichen Dialog zu ihrer möglichen Umsetzung.
Voit X echte Begegnung digital
Projekt [Wieder]Begegnung
Kennst du das Gefühl, nicht gehört zu werden? Das Gefühl, dass deine Meinung eigentlich egal ist, dass die Entscheidungen sowieso woanders getroffen werden?
Dabei ist genau das die Grundlage unserer Demokratie: Dass Menschen reden. Zuhören. Und gemeinsam gestalten.
Wir haben an einer Lösung gearbeitet – für alle, die sich das zurückwünschen.
Die Idee: Wir bringen Menschen zusammen, die unterschiedlich denken. Nicht um zu streiten. Sondern um sich wirklich zu begegnen. In einem reichweitenstarken Videoformat treten Menschen miteinander in Kontakt und hören sich in ihren verschiedenen Meinungen zu – offen, respektvoll, auf Augenhöhe. Denn echte Veränderung beginnt damit, die andere Perspektive überhaupt erst auszuhalten.
Im nächsten Schritt gehen wir in die Breite: Mit dem digitalen Deliberationstool Voxit erheben wir, wie viele Menschen differenziert über genau diese Themen denken.
So entsteht ein Bild der Gesellschaft, wie sie wirklich ist: vielfältig – und gleichzeitig überraschend oft einig, wo man es nicht erwarten würde. Wir machen diesen Common Ground sichtbar.
Und dieser gemeinsame Boden ist keine Utopie. Er ist ein konkreter Ausgangspunkt – für politische Handlungsimpulse auf kommunaler und bundesweiter Ebene. Forderungen, hinter denen nicht eine Meinung steckt. Sondern viele.
**Deine Stimme zählt. Lass sie hören.**
Rewilding X doppeltes Gesellschaftsjahr
echte Begegnungen digital X Plattformgenossenschaften
CONNECTiON
Wie oft enden Gespräche mit unterschiedlichen Meinungen in Streit? Vermeiden wir dadurch
vielleicht genau diese Gespräche und entwickeln wir Bubbles? Seien wir ehrlich, der
derzeitige Zustand von Social Media trägt auch nicht gerade dazu bei, das Problem zu lösen,
sondern verstärkt es eher. Unsere Idee, um einen sicheren Raum zu schaffen, in dem
Austausch unterschiedlicher Menschen und Meinungen möglich wird, ist eine
genossenschaftliche Begegnungsplattform. Damit könnte das Potenzial von digitaler
Reichweite mit der solidarischen Kraft von Genossenschaften verbunden werden. In
regelmäßigen digitalen Begegnungsräumen kann man mit neuen Menschen
aufeinandertreffen, wodurch wir Allianzen schaffen, die nicht nur digital, sondern auch ins
Analoge wachsen. Als Teil der Genossenschaft trägt man Verantwortung und kann sich aktiv
im Projekt einbringen. Wir wollen eine Gemeinschaft schaffen, die Gemeinschaft fördert.
