Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Prof. Dr. Andrea Kretschmann


Lehrveranstaltungen

Pierre Bourdieu (Lektürekurs) (Seminar)

Dozent/in: Andrea Kretschmann

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 10:15 - 11:45 | 20.10.2022 - 10.11.2022 | C 5.325
Einzeltermin | Mi, 16.11.2022, 14:15 - Mi, 16.11.2022, 15:45 | C 14.102a | Ersatztermin für den 17.11.2022
wöchentlich | Donnerstag | 10:15 - 11:45 | 24.11.2022 - 03.02.2023 | C 5.325
Einzeltermin | Do, 08.12.2022, 08:15 - Do, 08.12.2022, 09:45 | C 5.325
Einzeltermin | Do, 12.01.2023, 08:15 - Do, 12.01.2023, 09:45 | C 5.325

Inhalt: Pierre Bourdieu gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Soziologen des 20. Jahrhunderts. Er war schon zu Lebzeiten ein Klassiker der Soziologie und wurde weit über die fachdisziplinären Grenzen der Soziologie hinaus rezipiert. Aus kulturwissenschaftlicher Perspektive ist er besonders interessant, weil er sozialstrukturelle Fragen und kultursoziologische Analysen begrifflich-konzeptionell zusammenzubinden vermochte. So ist er z.B. dafür bekannt geworden, die kulturellen Präferenzen unterschiedlicher Klassenfraktionen aufgezeigt zu haben. Das Seminar führt in Pierre Bourdieus Werk ein. Im ersten Teil stehen unterschiedliche analytische Begrifflichkeiten aus diesem im Zentrum. Hier werden Bourdieus verschiedene Kapitalarten, sein Konzept der Praxis und seine Dialektik von Habitus und Feld thematisch. Immer wieder werden Rückbezüge zu Bourdieus Referenzautor:innen (z.B. Durkheim und die Differenzierungstheorie, Marx und die soziale Ungleichheitsforschung) vorgenommen. Über diesen Zugang soll ein Blick für die umfassendere Konzeption seiner Praxistheorie als Gesellschaftstheorie eröffnet werden. Der zweite Teil des Seminars gibt einen Einblick in einige der empirischen Studien Bourdieus, anhand derer er seine Gesellschaftstheorie entwickelt. Diese sind den Bereichen „Soziale Klassen und Lebensstile“, „Kultur und kulturelle Feldanalysen“ und „Politisches Feld und Feld der Macht“ entnommen. In einem letzten Seminarabschnitt werden aktuelle Weiterführungen Bourdieus diskutiert, so etwa Illouz Soziologie der Liebe oder Loïc Wacquants Soziologie des Sports.

Paradigmen der Kulturwissenschaften 2: Konjunkturen des Konflikts (Vorlesung)

Dozent/in: Christoph Brunner, Andrea Kretschmann

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 12:15 - 13:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C HS 3 | C HS 3
Einzeltermin | Mi, 18.01.2023, 18:15 - Mi, 18.01.2023, 19:45 | Online-Veranstaltung | Online-Veranstaltung (Zoom)
Einzeltermin | Mi, 25.01.2023, 18:15 - Mi, 25.01.2023, 20:00 | extern | Heinrich-Heine-Haus (Am Ochsenmarkt 1a, 21335 LG)

Inhalt: Konflikte, wie sie aus divergierenden Zielstellungen, widerstreitenden Interessen oder kollidierenden Wertvorstellungen entstehen, prägen gesellschaftliche Verfasstheiten in der Geschichte wie in der Gegenwart. Dissuasio in der lateinischen Bedeutung des Widerratens, der Gegenrede daherkommend, kann auf der einen Seite als gesellschaftlicher, zeitlich begrenzter Sonderfall betrachtet werden: Als Krieg, als Revolte oder als Streik, der gesellschaftliche Umbrüche herbeizuführen vermag. Exemplarisch für diese Perspektivierung ist Georg Simmels Abhandlung über den Streit zu nennen. In ihr behandelt er keine bloßen Meinungsverschiedenheiten, sondern Kampf und Konflikt, wie sie aus „Hass und Neid, Not und Begier“ zustande kommen. Konflikte können aber auch strategisch eingesetzt werden, um Wandel gerade zu verhindern. Dies ist die Gruppe der Scheinkonflikte, die von eigentlichen Konflikten abzulenken oder diese zu überdecken vermag. An diese angrenzend sind solche Konflikte gelagert, die kaum thematisierbar sind, weil sie in Bereichen der Marginalität angesiedelt sind und durch die bestehenden Herrschaftsverhältnisse verdeckt werden. Gleichermaßen sind tabuisierte Konflikte zu nennen, die wiederum als kollektiv oder individuell Unbearbeitbare in die psychische Marginalität gedrängt werden. Den gesellschaftlichen, mithin ‚externen‘ Konflikten, entspricht somit die Thematik der inneren Konflikte, etwa in Form von Gewissenskonflikten oder dilemmatischen Situationen für den Einzelnen. Zum Teil spiegeln soziale Konflikte im Widerstreit befindliche Denkweisen, Methoden und wissenschaftliche Ansätzen oder stehen mit ihnen in Wechselwirkung. Konflikte können gerade nicht als Sonderfall verstanden werden, insofern sie als ein grundlegendes Strukturmerkmal des Sozialen ebenso als im Konflikt befindliche Denkweisen in den Blick rücken. Es sind die kulturtheoretischen Strömungen in der ‚konflikttheoretischen‘ Tradition, die den Konflikt als gesellschaftliches und kulturelles movens betrachten. Karl Marx und Friedrich Engels haben diesbezüglich den Kampf der sozialen Klassen als historischen Bewegungsfaktor benannt; Lewis A. Coser gründet seine Konfliktsoziologie auf den „Streit“ und Axel Honneths ‚Kampf um Anerkennung‘ (1994) gründet auf Hegels Konzeption von „Herr und Knecht“. In diesem Sinne wird die konstituierende und dynamisierende Logik des Konflikts betont: Es sind Konflikte, die gesellschaftliche Vorgänge überhaupt erst antreiben und strukturieren und Gesellschaften in der Folge einerseits stabilisieren, indem sie eine spezifische Konstellation auf Dauer stellen, ebenso wie sie für deren Wandel sorgen. Gleiches gilt für theoretische Ansätze, deren Aktualität sich nicht zuletzt an der Unabgeschlossenheit von Debatten und deren teils konflikthaften Aushandlungen abzeichnet, wie es u.a. Mark Poster anhand von kritischer Theorie und Poststrukturalismus oder Frederic Jameson mit Bezug auf die Postmoderne aufgezeigt haben. Die Vorlesung widmet sich den konflikthaften Formen sozialer Kohäsion und sozialen Wandels in dieser doppelten Hinsicht aus kulturwissenschaftlicher Perspektive. Dabei gilt das Interesse neben ihrer theoretischen und phänomenologischen Beschaffenheit den Konjunkturen des Konflikts: In Frage steht das Konflikthafte in seiner Historizität, sprich dem Zusammenfließen spezifischer sozialer, politischer, philosophischer, geographischer und kultureller Dimensionen und ihrer jeweiligen Situiertheit. In der Vorlesung wird demnach auch der Frage nach sich wiederholenden Konfliktmustern nachgegangen, nach der Wiederkehr längst bewältigter Konflikte, nach der unbemerkten oder unerwarteten Verflüchtigung spezifischer Konfliktkonstellationen oder nach Unterbrechungen, Transformationen, Diskontinuitäten und Verschiebungen von Konfliktlinien.

Forschungskolloquium Soziologie und Kulturorganisation (Kolloquium)

Dozent/in: Timon Beyes, Serhat Karakayali, Volker Kirchberg, Andrea Kretschmann

Termin:
Einzeltermin | Mi, 01.02.2023, 14:00 - Mi, 01.02.2023, 20:00 | C 14.201

Inhalt: Das Promotionskolloquium dient der Präsentation und vertieften Diskussion der Forschungsvorhaben im Kreise der Mitglieder des Promotionskollegs. Pro Kandidat*in steht üblicherweise 1 Stunde für Vortrag und Diskussion zur Verfügung. Die Präsentationen und Diskussion finden in deutscher oder englischer Sprache statt.

Austausch Master Theorie und Geschichte der Moderne (Arbeitsgemeinschaft)

Dozent/in: Andrea Kretschmann, Jan Teichmüller

Termin:
Einzeltermin | Do, 20.10.2022, 14:15 - Do, 20.10.2022, 15:00 | C 5.310