Course Schedule
Veranstaltungen von Prof. Dr. Claus Pias
Lehrveranstaltungen
Masterforum: Medien- und Wissensgeschichte (Kolloquium)
Dozent/in: Claus Pias
Termin:
14-täglich | Dienstag | 18:15 - 19:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 5.325 Seminarraum
Inhalt: Das Masterforum versteht sich als über mehrere Semester fortlaufendes Kolloquium für die Entwicklung, Diskussion und fortlaufende Begleitung von Abschlussarbeiten (BA, MA, PhD). Individuell nehmen auch die Betreueri:nnen oder themenspezifische Gäste teil. Das Kollquium richtet sich an interessierte Studierende, die mit historisch-epistemologischen Methoden arbeiten und ist hinsichtlich des Gegenstandsbereichs offen (epochenübergreifend: Kunst, Literatur, Wissenschaften oder Medien; Ding-, Institutionen-, Alltags-, Körper- oder Theoriegeschichte; einzelne Artefakte, Orte oder intellektuelle bzw. soziale Bewegungen usw.). Die Arbeitssprache ist deutsch, englischsprachige Präsentationen sind gleichwohl willkommen. Bei mangelnder Passung zu Ihren Interessen (etwa aufgrund der Zuweisung durch Losverfahren) unterstützen die Leiter*innen der drei angebotenen Masterforen Sie darin, daß Sie zwischen diesen zu Beginn des Semesters noch wechseln können, um eine angemessene Betreuung zu erhalten. Fortgeschrittene BA-Studierende sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Das Kollquium dient der gemeinsamen Diskussion der Abschlussarbeit und der dazu notwendigen Schritte wie Themenfindung und -eingrenzung, Recherche des Forschungsstandes, Entwicklung einer spezifischen Fragestellung, Verfassen eines kurzen und langen Abstracts, Entwurf eines möglichen Aufbaus der der Arbeit sowie der Ermittlung inhaltlich und methodisch kompetenter Betreuer:innen. Zur Anmeldung bitte ich um eine kurze Nachricht (mail) mit Ihren thematischen Interessen.
- Masterprogramm Kulturwissenschaften: Medien und Digitale Kulturen - Masterforum/Master-Arbeit - Masterforum
- Masterprogramm Cultural Studies: Culture and Organization - Masterforum/Master-Arbeit - Masters Forum
- Masterprogramm Kulturwissenschaften: Kritik der Gegenwart - Künste, Theorie, Geschichte - Masterforum/Master-Arbeit - Masterforum
Über Dummheit (Seminar)
Dozent/in: Ulf Brefeld, Claus Pias
Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 12:15 - 13:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 14.203 Seminarraum
Inhalt: »Intelligence is what the tests test.« (Edwin G. Boring: »Intelligence as the Tests Test It,« in: New Republic 36 (1923), S. 35-37) Das Seminar beschäftigt sich mit informatischen und kulturwissenschaftlichen Aspekten von Künstlicher Intelligenz. Damit diese nicht getrennt bleiben, wollen über die Disziplinen hinweg ins Gespräch kommen. Dabei gehen wir von drei Schwerpunkten aus: 1. Nicht nur die sogenannte »KI«, sondern alle Intelligenz ist »künstlich«, weil sie immer eine kulturelle (d.h. nicht rein ›menschliche‹ oder angeborene) Leistung ist. Obwohl das Wort alt ist, sind die Techniken ihrer Beobachtung jung: etwa in Form von Intelligenztests, die »Intelligenz« daran messen, wie gut Versuchspersonen Intelligenztest lösen können. Sobald ein IQ gemessen ist, gibt es nicht nur Normale und Kluge, sondern plötzlich auch Dumme und noch Dümmere – über die längste Zeit Juden, Nicht-Europäer, Kriminelle, Frauen etc. (Stephen Jay Gould). Wir werden also der Frage nachgehen, wie Dummheit und Naturalisierung von »Intelligenz« zusammenhängen. 2. Es gibt »dumme« Arbeiten. Die Computerisierung sollte sie, wie der Kybernetiker Norbert Wiener in den 1950ern prognostizierte, an Maschinen als moderne »Sklaven« delegieren, damit Menschen für intelligentere Tätigkeiten entlastet werden. Heute würde man z.B. fragen: Ist Auswendiglernen dumm und das Schreiben von Hausarbeiten ein Aufweis von Intelligenz? Und seit wann eigentlich? Wir werden daher der Frage nachgehen, was »dumme« Arbeiten waren und sind, in deren Bereich heute künstliche Intelligenz interveniert. 3. Die Zeichen selbst sind zwar »dumm« (Jacques Lacan), aber wenn man sie lange genug geschickt kombiniert und nach Wahrscheinlichkeiten aufeinander folgen läßt (Shannon), sieht das im Ergebnis nach »Intelligenz« aus. Joseph Weizenbaum ärgerte sich in den 1960ern über die Dummheit von Usern, die seinen recht einfachen Chatbot ELIZA für intelligent hielten. Und über die gerade gegründete Informatik, das sie das ausnutzt. Andere KI-Pioniere waren weniger erfolgreich und haben mit viel mehr Aufwand nur Ergebnisse erzielt, die von außen eher dumm wirkten. Wir werden daher der Frage nachgehen, was und warum und aus wessen Perspektive eigentlich dummes oder intelligentes Verhalten ist.
Einführung in die Medienkulturwissenschaft (Vorlesung)
Dozent/in: Claus Pias
Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 14:15 - 15:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 14.103 Seminarraum
Inhalt: Die Vorlesung führt in medienkulturwissenschattliches Denken und Arbeiten ein. Dazu werden ausgewählte historische Beispiele diskutiert, anhand derer das Zusmmenspiel von Medialität und kulturgeschichtlicher Veränderung verdeutlicht werden kann. Diese Beispiele erstrecken sich, in chronologischer Abfolge, beispielsweise vom Zusammenhang von Schriftlichkeit und Mündlichkeit im Mittelalter, über die Wirkungen von Buchdruck und des Postsystem, von technischen Objekten wie Mikroskop oder Barometer bis hin zu Eisenbahn, Automobil und Computerisierung. Im Zuge der Vorstellung solcher Beispiele wird auch auf ›klassische‹ Texte und Autor/innen zu den jeweiligen Themen verwiesen.
Was tun, Medienwissenschaft? Kritische Fragen an ein Fach (Seminar)
Dozent/in: Claus Pias
Termin:
14-täglich | Donnerstag | 12:15 - 13:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 5.310 Seminarraum
Einzeltermin | Do, 07.05.2026, 10:00 - Sa, 09.05.2026, 16:00 | extern | Tagung an der Universität Basel
Inhalt: ACHTUNG: Wegen der nötigen Planung der Exkursion gibt es eine vorgezogene Anmeldung. Genaue Hinweise dazu folgen in einer Rundmail. In der Veranstaltung werden grundlegende Fragen diskutiert: Was ist das Besondere an Medienwissenschaft? Worin unterscheidet sie sich von anderen Fächern der Kulturwissenschaften? Wie arbeitet man medienwissenschaftlich? Entlang welcher Fragen, Gegenstände und Methoden ist die Medienwissenschaft entstanden? Und wie geht's weiter: Welche zukünftigen Themen, Phänomene und Arbeitsweisen sind interessant? In diesem Sinne dient das Seminar nicht nur der Sicherheit in medienwissenschaftlichem Arbeiten, sondern auch der Formulierung eigener Interessen und dem Entwurf eigener Fragestellungen (nicht zuletzt im Hinblick auf künftige BA-Arbeiten). Das Seminar findet in Kooperation mit der Medienwissenschaft der Universität Basel (Prof.Dr. Ute Holl) statt. Dort wird ein BA-Seminar mit gleichem Titel parallel stattfinden. Der Begegnungspunkt beider Veranstaltungen ist eine Tagung in Basel im Mai, an der wir als Seminar gemeinsam teilnehmen werden. Es handelt sich dabei um eine Tagung OHNE Vorträge, auf der es ausschließlich Gespräche prominenter Medienwissenschaftler:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Thema des Seminars geben wird. Zudem soll es eine gemeinsame Sitzung mit den Studierenden des gleichnamigen Seminars von Ute Holl geben. Als Teilnehmer:innen haben Sie also die Gelegenheit, nicht nur Kontakte zu Studierenden der Medienkulturwissenschaft in Basel zu knüpfen, sondern auch an Diskussionen zum aktuellen Forschungsstand mit einschlägigen Wissenschaftler:innen zu partizipieren. Die Veranstaltung gliedert sich in drei Teile: 1. Vorbereitende Sitzungen in Lüneburg. 2. Gemeinsame Teilnahme an der Konferenz »Was tun, Medienwissenschaft?« in Basel vom 6.-9. Mai mit Arbeitstreffen der dortigen Seminargruppe. Die Teilnahme an dieser Konferenz ist für das Seminar inhaltlich unerläßlich und daher verpflichtend. Bitte beachten Sie die daher begrenzte Zahl an Plätzen und beziehen Sie diesen Termin frühzeitig in Ihre Planung ein. Wir werden uns nach besten Kräften bemühen, Sie für die Tagungsteilnahme logistisch (Übernachtung) und soweit möglich auch finanziell (Verpflegung) zu unterstützen. Eine Tutorenstelle wird die Organisation begleiten und für Fragen bereitstehen. 3. Nachbereitung der Tagung in Lüneburg: a) Verfassen eines kurzen Berichts zu einem einzelnen Gesprächspanel bzw. einem Diskussionsthema; b) Diskussion dieser Berichte in der Seminargruppe; c) Entwicklung und Vorstellung eines Forschungsexposé (2-3 Seiten) zu einem eigenen Thema (z.B. mögliche BA-Arbeit) unter Einbeziehung der Anregungen durch die Tagung.
Rückspiegeldenken (Seminar)
Dozent/in: Claus Pias
Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 16:15 - 17:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 12.001 Seminarraum
Inhalt: »In konventionellen Literatenkreisen ist es üblich, den Status des Buches und der Bildung in unserer Gesellschaft als unbequem zu empfinden. […] Auf die gleiche Art wird jetzt jede Aufmerksamkeit gegenüber den neuen Medien als ein optimistischer Akt betrachtet. Jeder, der seine intellektuelle Aufmerksamkeit einem neuen Medium zuwendet, muß ein Optimist sein, weil der Rückspiegelblick des Geistes aus dem 19. Jahrhundert in der Betrachtung der Literatur vorwiegend pessimistisch ist. Deshalb sage ich »Konjunktiv Imperfekt«. Sie sehen, es gibt nur zwei Möglichkeiten der Klassifizierung in ausschließlich literarischen Begriffen der Beziehung eines Menschen zu beinahe allem – man ist entweder ›dafür‹ oder ›dagegen‹. So einfach ist das. Wenn man also über das Buch schreibt, muß man dagegen sein, weil das Buch seine umfassende kulturelle Rolle langsam verliert. Wenn man über neu aufkommende Medien schreibt, muß man für sie sein. So ist es mit der westlichen Unterwerfung unter Tatsachen bestellt, daß die bloße Feststellung irgendeiner Tatsache bereits als ein feindlicher Akt betrachtet wird.« Marshall McLuhan: »Testen, bis die Schlösser nachgeben – Gespräch mit Gerald Emanuel Stearn«, in: McLuhan: Für und Wider, hrsg. von Gerald Emanuel Stearn, Düsseldorf/Wien (Econ) 1969, S. 317-356. Das Seminar ist forschungsorientiert: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wählen jeweils eigene, einstmals "neue" Medien und rekonstruieren an diesen Beispielen, wie das jeweils "Neue" in Formen des Bekannten und der Kontinuität oder des Unbekannten und des Bruchs thematisiert wurde. Das Seminar erfordert also Neugier und Engagement bei der Beschaffung und Sichtung von Quellen. Zugleich werden historiographische Konzepte wie "Anachronismus", "Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen" usw. diskutiert, zu denen entsprechende Texte bereitgestellt werden. Das Seminar thematisiert damit auf wissenschaftliche Weise einige Keywords der Leuphana: Wie funktioniert "Gegenwart verstehen"? (aktuelles Branding) Was bedeutet "Embraching Transformation"? (übergreifendes Forschungsprofil) u.a.
- Masterprogramm Cultural Studies: Culture and Organization - Wahlbereich - Medien, Technik, Wissen
- Masterprogramm Kulturwissenschaften: Kritik der Gegenwart - Künste, Theorie, Geschichte - Wahlbereich - Medien, Technik, Wissen
- Masterprogramm Kulturwissenschaften: Medien und Digitale Kulturen - Wahlbereich - Medien, Technik, Wissen
- Masterprogramm Kulturwissenschaften: Theorie und Geschichte der Moderne (auslaufend) - Profilbereich - Medien, Technik, Wissen