Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Prof. Dr. Sven Kramer


Lehrveranstaltungen

Was ist gute Literatur? Literatur und Wertung (Seminar)

Dozent/in: Sven Kramer

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 12:15 - 13:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 12.101

Inhalt: Können wir gute Literatur von schlechter unterscheiden? Können wir, über subjektive Maßstäbe hinaus, auch objektivierbare verteidigen? Und wenn diese zugrunde gelegt werden: Kann in jedem Fall ein Konsens über den bewerteten Text erreicht werden? Diese Fragen sollen erstens mit Blick auf die Theorie der Bewertung von literarischen Texten vergegenwärtigt, zweitens an literarischen Texten erprobt und drittens mit Hilfe der von den Vortragenden der Ringvorlesung "Hauptwerke deutschsprachiger Erzählprosa seit 1989" angebrachten Wertungen und Argumente überprüft werden. Die Ringvorlesung ist deshalb ein integraler Bestandteil der Lehrveranstaltung.

Hauptwerke deutschsprachiger Erzählprosa seit 1989 (Vorlesung)

Dozent/in: Sven Kramer

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 18:15 - 19:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C HS 4 (Umbau HS-Gang bis 31.12.22) S. Kommentar

Inhalt: Obwohl das Ende des Kalten Krieges schon länger als dreißig Jahre zurückliegt, steht die Geschichtsschreibung der deutschsprachigen Literatur seit 1989 noch am Beginn. Mit der zeitlichen Distanz, in die die Gegenwartsliteratur langsam einrückt, wird die Frage relevant, welche Werke über den Tag hinaus bleiben werden. In der Ringvorlesung erläutern Literaturwissenschaftler:innen, welchen Prosatexten sie zutrauen, ihre Aktualität über den Tag oder die Saison hinaus zu bewahren. Pro Sitzung stellen sie einen Text vor und begründen, warum er nicht in Vergessenheit geraten sollte. Sie formulieren Vorschläge für einen künftigen Kanon – aber nicht, um bestimmte Lektürevorgaben autoritär durchzusetzen. Vielmehr geht es dabei um die nicht vergehende Brisanz in den Werken, die allerdings ganz unterschiedlich aufgefasst werden kann, etwa als inhaltlich Unabgegoltenes oder als formal Wegweisendes. Im Spiegel der Literatur können dann einige die eigene Zeit umtreibende, zukunftsweisende Themen herauspräpariert werden. Deshalb fragt die Vorlesung: Welche Werke sollten weiter gelesen werden?

Aufklärung und Fortschritt: Begriffe, Affekte, Imaginationen (Seminar)

Dozent/in: Sven Kramer

Termin:
wöchentlich | Montag | 14:15 - 15:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 11.307

Inhalt: Seit der formativen Phase des bürgerlichen Zeitalters im 18. Jahrhundert bis zu seiner heutigen Gestalt kommt den miteinander verknüpften Ideen der Aufklärung und des Fortschritts zentrale Bedeutung zu. So wurde vor allem die moralische Weiterentwicklung der Menschheit postuliert und anvisiert. Im 20. Jahrhundert kamen an beiden Begriffen auf verschiedenen Ebenen Zweifel auf. Sie betrafen die Rolle der Vernunft ebenso wie die Konsequenzen, die aus einschneidenden historischen Entwicklungen zu ziehen wären. Wo stehen wir heute? Im Lichte der Entwicklung beider Ideen – der Aufklärung und des Fortschritts – bleibt zu fragen, woran wir festhalten und was wir zurücklassen wollen. Das Seminar wird diese Frage anhand von philosophischen, politischen und literarischen Quellen perspektivieren. – Das zweite Seminar des Moduls widmet sich unter der Leitung von Beate Söntgen dem in diesen Zusammenhängen ebenfalls zentralen Begriff der Kritik.

Forschungsmethoden der Kulturwissenschaften (Vorlesung)

Dozent/in: Julia Böcker, Sven Kramer

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 10:15 - 11:45 | 17.10.2022 - 03.12.2022 | C HS 1 (Umbau HS-Gang bis 31.12.22) S. Kommentar

Inhalt: In der Ringvorlesung für alle Studierenden des Hauptfachs (Major) Kulturwissenschaften werden grundlegende methodische und theoretische Herangehensweisen der Kulturwissenschaften erläutert sowie exemplarisch an verschiedenen Feldern und Gegenständen der Lüneburger Kulturwissenschaften vorgestellt und veranschaulicht. Zusätzlich wählt jede/r Studierende ein Vertiefungsseminar aus dem Angebot aus. Hier werden spezifische Methoden und Theorien vertiefend behandelt und oft auch selbst erprobt. Sie sind frei in Ihrer Wahl im Rahmen der zur Verfügung stehenden Plätze. Die Vertiefungsseminare sind also nicht an spezielle Vertiefungsgebiete gebunden. Zu den Themen der Vertiefungsseminare vgl. die Überblicksliste in myStudy.

Russian/Soviet/Postsoviet-German Literary Transfers (FSL) (Seminar)

Dozent/in: Victor Jerofejew, Sven Kramer

Termin:
14-täglich | Montag | 16:15 - 19:45 | 24.10.2022 - 03.02.2023 | C 14.103

Inhalt: Since the Russian assault on the Ukraine, German-Russian relations have almost come to a standstill. In this situation, the seminar aims at re-evaluating Russian/Soviet/Postsoviet-German cultural – i.e. literary – transfers in the 20th century, moving forward into our times. We will discuss texts and ideas put forward by well-known writers like Fyodor Dostoevsky, Rainer Maria Rilke, Lou Andreas-Salomé, Thomas Mann, Walter Benjamin, followed by contemporary authors Victor Jerofejew and Katja Petrowskaja. We will consider strong connections and fruitful exchanges between both cultures, as well as deep rifts. The seminar will be co-taught by Russian writer Victor Jerofejew, who left Moscow when the war started, and who hasn't yet returned to his native country. We will thus engage in a transcultural dialogue. Our conversations will be held in English, however, papers may be handed in in German as well. Please find a preliminary syllabus under "Material".

Neuere deutsch-jüdische Literatur (Seminar)

Dozent/in: Sven Kramer

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 10:15 - 11:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 12.111

Inhalt: Nachdem die Nationalsozialisten den größten Teil der deutschen Jüdinnen und Juden ermordet oder vertrieben hatten, waren in der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur nur wenige jüdische Autorinnen und Autoren zu hören. Dennoch gab es diese Stimmen, und es sind neue hinzugekommen. Das Seminar wird sich auf die Phase nach dem Ende des Kalten Krieges konzentrieren, wird dabei von der Lektüre ausgesuchter Prosatexte ausgehen und die dort aufgeworfenen Themen sowie die ins Werk gesetzten Verfahrensweisen in den Mittelpunkt der weiteren Untersuchung stellen. Diese werden immer wieder mit zeitgeschichtlichen Fragen konfrontiert, etwa nach dem weiter bestehenden Antisemitismus (Biller), nach der jüdischen Existenz in der DDR (Honigmann), nach dem Verhältnis zu Israel (Rabinovici) und der Erfahrung sowjetisch- bzw. ukrainisch-jüdischer Einwanderer in die BRD (Petrowskaja). Einen Seminarplan finden Sie unter "Material".

Lager und Literatur (Seminar)

Dozent/in: Sven Kramer

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 16:15 - 17:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 5.325

Inhalt: Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstand mit dem Konzentrationslager ein neuer Typ der Internierung, der im 20. vielfach ausdifferenziert wurde. Die extreme Variante stellten die nationalsozialistischen Todeslager dar. Mit ihnen wird sich das Seminar jedoch nur am Rande beschäftigen. Ausgangspunkt ist die Überlegung einiger Kulturtheoretiker, dass die Moderne sich mit dem Typus des Lagers eine ihr gemäße Herrschaftsform geschaffen habe. Das soll an den Lagern in den sozialistischen Staaten geprüft werden, vor allem am GULAG in der UdSSR. Seit die Archive geöffnet sind, wurde der GULAG eingehender erforscht. Literarische Texte trugen seit jeher zur kulturellen Überlieferung der Lagererfahrung bei; bis heute prägen sie wesentlich ihr Bild. Von Texten wie denen von Horst Bienek, Imre Kertesz, Arthur Koestler, Steffen Mensching, Herta Müller, Angelika Rohr, Warlam Schalamow und Ilija Trojanow geht das Seminar aus. Es kontextualisiert sie historisch, soziologisch, ästhetisch und kulturtheoretisch.