Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Prof. Dr. Ulrike Steierwald


Lehrveranstaltungen

Die Moderne(n) der deutschsprachigen Literaturgeschichte (Deu 201) (Vorlesung)

Dozent/in: Ulrike Steierwald

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 12:15 - 13:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C HS 1 (Umbau HS-Gang bis 31.12.22) S. Kommentar | C HS 1

Inhalt: Heute, am Ende der kulturgeschichtlich so überschaubaren "Gutenberggalaxis" (16.-20.Jhdt.) und in der absehbaren Endlichkeit des Anthropozän, ist die als "Moderne" sich verstehende Geschichte eines der besten systematisch-wissenschaftlichen Beschreibungsinstrumente des europäischen, neuzeitlichen Denkens. In dieser Vorlesung werden dabei die Entstehungs- und Rezeptionsbedingungen deutschsprachiger Literatur in der Kulturgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts anhand einzelner Geschichten veranschaulicht und dabei insbesondere die noch heute seitens der Politik und Ökonomie formulierten Machtansprüche des Innovativen, Neuen, Progressiven, Revolutionären oder der Tradition, Konservierung, Bewahrung und Nachhaltigkeit reflektiert.

Stimme Deu 350) (Seminar)

Dozent/in: Ulrike Steierwald

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 10:15 - 11:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 11.308

Inhalt: Das Phänomen der Stimme ist von Ereignishaftigkeit und Performanz geprägt. In ihnen verbinden sich unterschiedliche Sprachen, die nicht auf die menschlichen zu reduzieren sind. Als Wortformationen, im Gesang oder in den unendlichen Artikulationsmöglichkeiten des Stimmorgans – im Schreien, Lachen, Seufzen etc. – finden sie ihren spezifischen Ausdruck. Dabei schließt der phonetische „Aus-Druck“ auch die Möglichkeit des Schweigens und Verstummens ein. Die Sprache ist im Körperorgan der „Stimme“, im Gespräch, im Missverstehen, in der Verständigung oder auch in der Lautmalerei nicht auf ein durch Konventionen beschränktes Zeichensystem zu erklären. Vielmehr erweist sich die Tonalität und Modularität der Mündlichkeit als ein unendlich vielgestaltiges, konkretes Spannungsfeld. In ihm brechen schließlich auch politische und ethische Fragestellungen auf, die sich in Aufrufen, Klagen, Protestrufen artikulieren, aber bspw. auch in der Kommunikation mit Avataren oder in der Praxis elektronischer auditiver Sprachnachrichten als aktuell und mediensoziologisch relevant erforschen lassen. TAGS Ton – Tonlage – Tönen – Tonalität – Tonleiter – Tonart – Stimme – Stimmung – Stimmigkeit – Stimmlage – Stimmungslage – Stimmen – Einstimmen – Einstimmung – Zustimmung – Verstimmung – Bestimmung – Gestimmtheit – Stimmlosigkeit – Stimmhaftigkeit – Stimmenhören - Stille – Schweigen – Stillschweigen – Beredtes Schweigen – Vielsagendes Schweigen – Totenstille – Am Semesterende halten die Studierenden im Seminar, auf einer gemeinsamen Modultagung zum Thema „Stimme“, einzelne wissenschaftliche Kurzvorträge (15 Min.). In der Übung werden semesterbegleitend im Team fünfminütige Podcasts zu den hier genannten TAGS erstellt. Beide Formate verweisen in ihrer Mündlichkeit auf die mediale Präsenz der Stimme in der aktuellen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Praxis.

Stimme (Deu 350) (Übung)

Dozent/in: Ulrike Steierwald

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 09:00 - 09:45 | 24.10.2022 - 03.02.2023 | C 12.107 | Beginn 2. Vorlesungswoche

Inhalt: Das Phänomen der Stimme ist von Ereignishaftigkeit und Performanz geprägt. In ihnen verbinden sich unterschiedliche Sprachen, die nicht auf die menschlichen zu reduzieren sind. Als Wortformationen, im Gesang oder in den unendlichen Artikulationsmöglichkeiten des Stimmorgans – im Schreien, Lachen, Seufzen etc. – finden sie ihren spezifischen Ausdruck. Dabei schließt der phonetische „Aus-Druck“ auch die Möglichkeit des Schweigens und Verstummens ein. Die Sprache ist im Körperorgan der „Stimme“, im Gespräch, im Missverstehen, in der Verständigung oder auch in der Lautmalerei nicht auf ein durch Konventionen beschränktes Zeichensystem zu erklären. Vielmehr erweist sich die Tonalität und Modularität der Mündlichkeit als ein unendlich vielgestaltiges, konkretes Spannungsfeld. In ihm brechen schließlich auch politische und ethische Fragestellungen auf, die sich in Aufrufen, Klagen, Protestrufen artikulieren, aber bspw. auch in der Kommunikation mit Avataren oder in der Praxis elektronischer auditiver Sprachnachrichten als aktuell und mediensoziologisch relevant erforschen lassen. TAGS Ton – Tonlage – Tönen – Tonalität – Tonleiter – Tonart – Stimme – Stimmung – Stimmigkeit – Stimmlage – Stimmungslage – Stimmen – Einstimmen – Einstimmung – Zustimmung – Verstimmung – Bestimmung – Gestimmtheit – Stimmlosigkeit – Stimmhaftigkeit – Stimmenhören - Stille – Schweigen – Stillschweigen – Beredtes Schweigen – Vielsagendes Schweigen – Totenstille – Am Semesterende halten die Studierenden im Seminar, auf einer gemeinsamen Modultagung zum Thema „Stimme“, einzelne wissenschaftliche Kurzvorträge (15 Min.). In der Übung werden semesterbegleitend im Team fünfminütige Podcasts zu den hier genannten TAGS erstellt, die wöchentlich gesendet werden. Beide Formate verweisen in ihrer Mündlichkeit auf die mediale Präsenz der Stimme in der aktuellen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Praxis.

3. Semester - Kulturen der Unordnung (Deutsch, Englisch, Kunst, Musik, Religion, BiWi, GHR) (Seminar)

Dozent/in: Ulrike Steierwald

Termin:
14-täglich | Montag | 16:15 - 17:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 1.312

Inhalt: "Ohne Ordnung ist Abweichung nicht zu denken. Und ohne Abweichung ist nichts Neues zu denken. Jede Innovation braucht Ordnung und Abweichung gleichermaßen." (Michael Lentz) Nicht erst seit Michel Foucaults Kulturgeschichte der „Ordnung der Dinge“ wissen wir, dass jede Kultur über die Wirksamkeit der sie formierenden Machtgesetze analysiert werden kann. Die sehr offensichtlich Form, Struktur, Orientierung, Sozialisation und Kontrollierbarkeit stiftenden Kulturen der „Bildung“ sind ohne die wirkungsmächtigen Imaginationen der „Un-Ordnung“ nicht denkbar. In diesem Modul stehen Repräsentationen und Projektionen von Störung, Destabilisierung und Dysfunktionalität im Mittelpunkt. Das Projektband macht bewusst ein breites wie methodisch präzis definiertes Feld von Forschungsfragen auf, um den Studierenden die Möglichkeit zu geben, selbständig einen themen- und forschungsspezifischen Ansatz zu entwickeln. Ein Transfer der wissenschaftlich fundierten Fragestellungen auf Beobachtungs- und Handlungsfelder der Schulpraxis ist möglich aber nicht notwendig. Eine Vermischung der im Modul entwickelten Forschungsfragen mit Projektarbeiten während der Praxisphase des Masterstudiengangs ist nicht vorgesehen. Prüfungsleistung 1: 15.03.2022 - Schriftliche wiss. Arbeit: Forschungsbericht (40 %) Prüfungsleistung 2: 11.06.2022 - Wiss. Vortrag (40 %) Prüfungsleistung 3: 15.02.2023 - Präsentation (20 %)

Literaturpreis(ung) live: Awarding Awards for Best Literature: Die LiteraTour Nord 2022/23 (Seminar)

Dozent/in: Svenja Frank, Ulrike Steierwald

Termin:
Einzeltermin | Mo, 17.10.2022, 14:15 - Mo, 17.10.2022, 15:45 | C 40.108 | .
Einzeltermin | Mo, 24.10.2022, 14:15 - Mo, 24.10.2022, 15:45 | C HS 4 (Umbau HS-Gang bis 31.12.22) S. Kommentar | Terminblocker
wöchentlich | Montag | 14:15 - 15:45 | 31.10.2022 - 03.02.2023 | C 40.108 | .
Einzeltermin | Mi, 02.11.2022, 19:00 - Mi, 02.11.2022, 22:00 | extern | Literaturbüro im Heine-Haus
Einzeltermin | Mi, 23.11.2022, 19:00 - Mi, 23.11.2022, 22:00 | extern | Literaturbüro im Heine-Haus
Einzeltermin | Mi, 07.12.2022, 19:00 - Mi, 07.12.2022, 22:00 | extern | Literaturbüro im Heine-Haus
Einzeltermin | Mi, 18.01.2023, 19:00 - Mi, 18.01.2023, 22:00 | extern | Literaturbüro im Heine-Haus
Einzeltermin | Mi, 01.02.2023, 19:00 - Mi, 01.02.2023, 22:00 | extern | Literaturbüro im Heine-Haus

Inhalt: Die Lesereise um den Preis der LiteraTour Nord ist ein einmaliges Projekt von norddeutschen Kultureinrichtungen, Buchhandlungen, Universitäten und einer Stiftung (VGH). Gemeinsam laden wir fünf deutschsprachige Autor:innen ein, ihre aktuellen Romane in sieben Städten vorzustellen. Welche dieser Neuerscheinungen am Ende der Lesereise als ‚Beste‘ ausgezeichnet wird, entscheiden das Publikum und die Jury der LiteraTour Nord. Das projektbegleitende Seminar der Leuphana Universität steht in enger Verbindung mit der Reisestation „Lüneburg“, deren Lesungen im Literaturbüro (Heinrich-Heine-Haus) stattfinden werden. Der Wettbewerb bietet ein gesellschaftliches Forum für die deutschsprachige Gegenwartsliteratur und eröffnet zugleich einen Reflexionsraum für die existenziellen wie politischen Fragen dieser „Gegenwart“, d.h. der Gegenwärtigkeit von Krieg, Hunger, Verfolgung, Ermächtigung, Liebe und Tod. Zu den Romanen finden Sie bereits nähere Angaben in MyStudy unter „Material“. Helene Bukowski: Die Kriegerin Andreas Schäfer: Die Schuhe meines Vaters Senthuran Varatharajah: Rot (Hunger) Steffen Mensching: Hausers Ausflug Fatma Aydemir: Dschinns Die LiteraTour Nord ist aber auch eines von vielen Rädern im Literaturbetrieb, der durch Selektion, Vermarktung, Kommentierung, Wertung und Verwertung von Literatur vorangetrieben wird. Bei der Lektüre der Romane und auf den Lesungen der fünf Autor:innen werden wir uns selbst in den Prozess des „Awarding Awards for Best Literature“ begeben, ein Teil von ihm sein. Die universitäre Sicht bietet einerseits die Chance der Teilhabe und zugleich die Möglichkeit, die gegenwärtigen Gesetzmäßigkeiten des Literaturbetriebs zu objektivieren. Im Seminar werden wir deshalb auch diesen Fragen nachgehen: Was macht gute Literatur aus und wer bestimmt das? Welchen Gesetzmäßigkeiten folgt der Literaturbetrieb? Schränken Literaturkritik und Gegenwartsliteraturforschung die Freiheit der Literatur ein? Welche Grenzen und Herausforderungen ergeben sich für die wissenschaftliche Erschließung zeitgenössischer Literatur? Die universitäre Sicht bietet einerseits die Chance der Teilhabe und zugleich die Möglichkeit, die gegenwärtigen Gesetzmäßigkeiten des Literaturbetriebs zu objektivieren. Die einzigartige Möglichkeit, sich mit Autor:innen der Gegenwart in Präsenz auseinanderzusetzen, eröffnet unterschiedliche Perspektiven. Ihre poetologischen Selbstreflexionen gewähren Einblicke in politische Standpunkte, ästhetische Ziele und fragen nach der heutigen Aufgabe von Literatur und der Sinnhaftigkeit ihres Tuns. In kleinen Teams begleiten die Studierenden die Lesungen mit einem Podcast-Programm und lernen im Laufe des Semesters die Kunst des Rezensierens kennen.

Forschungskolloquium Wissenschaften der Künste (Kolloquium)

Dozent/in: Michael Ahlers, Claudia Albes, Pierangelo Maset, Monika Schoop, Ulrike Steierwald

Termin:
Einzeltermin | Fr, 02.12.2022, 10:00 - Fr, 02.12.2022, 18:00 | C 40.176 | .

Inhalt: Im Kolloquium haben Promovierende des Kollegs die Möglichkeit, Auszüge aus den Promotionsprojekten zu präsentieren und in kollegialem Rahmen zu diskutieren. Darüber hinaus tragen Gastbeiträge zur inhaltlichen und methodischen Weiterqualifikation bei.

Theoria cum praxi - Denkfiguren der Moderne (Seminar)

Dozent/in: Ulrike Steierwald

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 16:15 - 17:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 12.112

Inhalt: Dieses Master-Seminar begrift "Theorie" als ein Reflexionsinstrument der Praxis. Dieser Reflexionshorizont steht zwar in einer philosophischen, wissenschaftsgeschichtlichen Tradition der europäischen Moderne, öffnet aber auch die Möglichkeit, "das Andere" zu denken und damit die eigene Theorie in ihrer Normativität zugleich in Frage zu stellen. In der ihr eingeschriebenen Selbstkritik prägte sich das Bewusstsein für Kontingenz und Pluralität der Moderne(n) spätestens im 19. Jahrhundert aus und stellte auch deren Selbstverständnis als emanzipatorische Bewegung, ökonomischer Fortschritt oder Demokratisierungsprozess in Frage. Doch in den ersten zwei Jahrzehnten der globalisierten Moderne des 21. Jahrhunderts hat dieser Relativierungsprozess eine kaum mehr zu fassende, radikale Dynamik angenommen. Wir versuchen nicht zuletzt, der Brisanz der mit ihr verbundenen Phänomene begrifflich näher zu kommen. In drei großen, sich natürlich überschneidenden Themenblöcken (je vier Sitzungen) widmen wir uns Denkfiguren, die sich in ihrer Wirkungsmacht wie Gefährdung als konstitutiv für die Geschichte der Moderne(n) erwiesen haben: Besiedeln / Einsiedeln Kolonialismus, Wissenschaft, Krieg, Familie, Heimaten, Meere, Städte, Foren, Moden Schauen / Erzählen Sammlungen (https://markk-hamburg.de), Erinnerung, Gedächtnis, Mythos und Geschichte, Rituale, Metaphern, Repräsentation, „Freuds Dinge“ (Lothar Müller) Verkörpern / Geistern Bewegung, Performance, Präsenz, Heterotopie, Freiheit, Immersion, Virtualisierung, Virologie, Meteorologie Wir nähern uns diesen Fragen mit der gemeinsamen Lektüre und im Gespräch zu aktuellen Neuerscheinungen und historischen Beispielen aus transdisziplinärer und auch aktueller literarischer/künstlerischer Perspektive. Eine Exkursion zu aktuellen Ausstellungen des MARKK, Hamburg (s. Link) ist geplant. Ein Teil der Modulleistung liegt im wissenschaftlichen Vortrag, der andere in einem das jeweilige Thema reflektierenden Essay. Regelmäßige Teilnahme und die Vorablektüre von Texten (in überschaubarer Quantität) sind nicht zuletzt daher sehr zu empfehlen. Zur Vorbereitung und Einführung in das Seminar: Gösta Gantner: Möglichkeit. Über einen Grundbegriff der praktischen Philosophie und kritischen Gesellschaftstheorie. Bielefeld : transcript Verlag, 2021 (in der UB Lüneburg digital v.h.)