A Materialist Defense of Utopian Thought – Søren Mau

23. Apr.

Leuphana Universität Lüneburg I C40.704

Do. 23.04.2026. 16:15–17:45 Uhr

Seit Karl Marx die „utopischen Sozialisten“ zurückwies und erklärte, dass „der Kommunismus der entschiedenste Gegner allen Utopismus ist“, stehen Marxist*innen Versuchen, detaillierte Beschreibungen einer postkapitalistischen Welt zu liefern, skeptisch gegenüber. Utopisches Denken wurde als unmöglich, nutzlos und unerwünscht angesehen. In diesem Vortrag wird Søren Mau argumentieren, dass der marxistische Anti-Utopismus viele wichtige Einsichten enthält, jedoch nicht in allen historischen Kontexten gleichermaßen gültig ist. Er wird darlegen, dass unser gegenwärtiger Moment – geprägt vom Aufstieg der extremen Rechten, fragmentierten Kämpfen, entfesseltem Kapitalismus, anhaltender wirtschaftlicher Stagnation, Deindustrialisierung und sich verschärfenden Klimakrisen – eine Neubewertung des utopischen Denkens erfordert. Ausgehend von einer philosophischen Kritik des klassischen Anti-Utopismus sowie einer historischen Analyse bietet Mau eine materialistische Verteidigung des utopischen Denkens als integralen Bestandteil des Freiheitskampfes im 21. Jahrhundert.

Søren Mau ist politischer Philosoph und Autor von Mute Compulsion (dt. Stummer Zwang). Seine Arbeit konzentriert sich auf kritische Theorien des Kapitalismus, der Macht, der Ökologie, des Körpers, der Technologie, der menschlichen Natur und des utopischen Denkens, wobei das zentrale Thema die Freiheit ist: ihr Wesen und ihre Quellen, die politischen und ökonomischen Hindernisse für ihre Verwirklichung im gegenwärtigen Kapitalismus sowie ihre möglichen Formen in einer postkapitalistischen Welt.

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Diese Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Center for Critical Studies und dem Transformation Lab.