Erotic Worldmaking in Fascistic Times – Alexander Stoffel
06. Mai
Leuphana Universität Lüneburg I C40.704
Mi. 06.05.2026. 18:15 Uhr
In einem Moment, in dem wiedererstarkende Nationalismen Ordnung durch Repression versprechen (von Grenzen, Körpern und Begehren), stellt sich die Frage: Was würde es bedeuten, das erotische Leben als Ort kollektiven Kampfes zurückzuerobern?
Vom Kalten Krieg bis zum Neoliberalismus entfalteten sich Kämpfe um sexuelle Freiheit im Schatten des US-Imperiums. Heute, da autoritäre Bewegungen erneut den Vorrang von Nation, Familie und „Zivilisation“ behaupten, treten die Einsätze jener früheren Auseinandersetzungen wieder scharf hervor. Ausgehend von Eros and Empire: The Transnational Struggle for Sexual Freedom in the United States (Stanford University Press, 2025) untersucht dieser Vortrag, wie queere Radikale sich Welten vorstellten und aufbauten, in denen das erotische Leben über Eigentum, Patriotismus und Respektabilität hinausging. Er greift die transnationale Geschichte queerer Politik wieder auf und fragt, was ihre Experimente einer „erotischen Welterschaffung“ uns in der gegenwärtigen Konjunktur von Militarismus, Grenzgewalt und moralischer Panik zu bieten haben.
Dr. Alexander Stoffel ist Lecturer für Internationale Politik an der School of Society and Environment der Queen Mary University of London sowie Redakteur der Zeitschrift Historical Materialism, wo er den Schwerpunktbereich „Gender, Sexuality, and Feminist Struggles“ mitkoordiniert. Seine Forschung widmet sich kritischen Fragen an den Schnittstellen von Sexualität, „Race“ und Begehren im Kontext kapitalistischer Expansion. Er ist der Autor von Eros and Empire: The Transnational Struggle for Sexual Freedom in the United States (Stanford University Press, 2025).
Organisiert vom Center for Critical Studies und dem Gender and Diversity Research Network.
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Kontakt: gud@leuphana.de