Course Schedule

Veranstaltungen von Prof. Dr. -Ing. Ursula Kirschner


Lehrveranstaltungen

"Your Restroom is a Battleground" - kulturwissenschaftliche Studien zu öffentlichen Toiletten (Seminar)

Dozent/in: Ursula Kirschner

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 18:15 - 19:45 | 16.10.2023 - 02.02.2024 | C 40.254 Seminarraum

Inhalt: Jeder benutzt es und doch redet man nicht gerne darüber: das Klo. In diesem Seminar werden wir uns mit öffentlichen Toiletten weltweit auseinandersetzen. Toiletten werden oft als neutrale Einrichtungen oder als rein utilitaristische Infrastrukturen wahrgenommen, die die universellen Bedürfnisse des Einzelnen erfüllen. Sie sind jedoch umkämpfte Räume. Toiletten sind Architekturen, in denen Geschlecht, Religion, Rasse, gesellschaftliche Ordnungssysteme, Hygiene, Gesundheit, Umweltbelange und auch die Wirtschaft sich kulturell und materiell artikulieren. Toiletten sind kein isoliertes Gestaltungsproblem, sondern vielmehr Ausdruck größerer Auseinandersetzungen, die durch architektonische Mittel vermittelt werden. „Toiletten sind politische Architekturen, sie sind Schlachtfelder“, so beschreiben die Kurator:innen ihren Beitrag „The Restroom is your Battleground“ auf der Architekturbiennale in Venedig 2021. Seit 2013 gibt es offiziell bei den Vereinten Nationen (UN) den weltweiten Aktionstag, den Welttoilettentag. Jährlich wird am 19. November darauf aufmerksam gemacht, dass laut der Weltgesundheitsorganisation WHO 2,3 Milliarden Menschen ohne sanitäre Grundversorgung leben. Laut Charity WaterAid ist Äthiopien am schlechtesten mit Toiletten versorgt: Demnach haben 93 Prozent der Menschen dort keinen Zugang zu sauberen oder abgeschlossenen Toiletten. (Stand: November 2018). Themen, denen wir nachgehen werden, sind: die Kulturgeschichte der Toilette; die städtische Versorgung mit öffentlichen Toiletten auch weltweit; die Zugänglichkeit der öffentlichen Toiletten; die heteronormativen Strukturen von Damen- und Herrentoiletten; die Berufstätigkeit des „Toilettenwärters“ , der „Klofrau“; die wirtschaftliche Komponente zum Trend zur „Netten Toilette“; Kunst in öffentlichen Toiletten oder Toiletten als Kunstobjekt, z.B. "The Tokyo Toilet"; Graffiti und Klosprüche; die „Klappen“ als Treffpunkt der schwulen Szene und weiteren.

Eine öffentliche Toilette mit CAD (AutoCAD) entwerfen. (Seminar)

Dozent/in: Ursula Kirschner

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 16:30 - 19:00 | 16.10.2023 - 15.11.2023 | C 11.007 (Edulab) | Die CAD Rechner im Raum sind notwendig für die Durchführung der Lehrveranstaltung
wöchentlich | Mittwoch | 16:30 - 19:00 | 22.11.2023 - 02.02.2024 | C 7.016 CAD-Labor | Raumwechsel ab 22.11.23

Inhalt: Nach einer Einführung in die „Digitale Architektur“ werden die Grundbegriffe des zwei- und dreidimensionalen Konstruierens erläutert. Kleine Übungen führen in das Entwerfen und Visualisieren mit Texturen und Lichtern mit der CAD Software AutoCAD ein, bevor wir selbst kreativ in Kleingruppen in den Entwurf eines öffentlichen WCs einsteigen. Wir werden uns mit den Herausforderungen der Gestaltung von öffentlichen WCs auseinandersetzen und versuchen Entwürfe für eine "öffentliche Toilette für Alle" zu entwickeln. Themen, denen wir nachgehen werden, sind: die Kulturgeschichte der Toilette; die heteronormativen Strukturen von Damen- und Herrentoiletten; Kunst in öffentlichen Toiletten oder Toiletten als Kunstobjekt, z.B. "The Tokyo Toilet" (Film von Wim Wenders, Koji Yakusho, Tadao et. al. 2023); Graffiti und Klosprüche.

Kulturadaption im Kontext internationaler Bauprojekte (Seminar)

Dozent/in: Ursula Kirschner, Katharina Lehmann

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 14:15 - 15:45 | 17.10.2023 - 24.10.2023 | C 40.152 Seminarraum | C40.152
14-täglich | Dienstag | 14:15 - 15:45 | 14.11.2023 - 17.01.2024 | C 40.152 Seminarraum | C40.152
Einzeltermin | Sa, 16.12.2023, 09:00 - Sa, 16.12.2023, 18:00 | Online-Veranstaltung | Online-Veranstaltung (Zoom)
Einzeltermin | So, 17.12.2023, 09:00 - So, 17.12.2023, 14:45 | Online-Veranstaltung | Online-Veranstaltung (Zoom)
Einzeltermin | Fr, 19.01.2024, 09:00 - Fr, 19.01.2024, 15:30 | C 40.255 Seminarraum
Einzeltermin | Di, 23.01.2024, 14:15 - Di, 23.01.2024, 15:45 | C 40.152 Seminarraum | C40.152

Inhalt: Kulturadaptiertes Bauen setzt im Rahmen bisheriger Untersuchungen baukultureller Forschungsbewegungen an den regionalen baulichen Traditionen eines Standorts an und unternimmt den Versuch der Anpassung durch die Aufnahme von formensprachlichen oder materialbezogenen Strukturen. Die bedarfsgerechte Definition des Kulturbegriffes ist dabei zunächst eine zentrale Kernaufgabe. Dabei geht es darum, einen Diskurs darüber zu entwickeln, welches Kulturverständnis dem kulturadaptierten Bauen zugrunde gelegt werden kann und wie dieser theoretisch zu untermauern ist. Entscheidend ist dabei die grundsätzliche Differenzierung zwischen Regionalkulturen und Soziokulturen. Zu den Regionalkulturen gehören geographische und naturräumliche Merkmale, die durch kulturelle Praktiken ergänzt sind. Der Habitus von Regionalkulturen ist oft auch durch Religions- und Alltagspraxis geprägt; dementsprechend ist eine für die praktische Anwendung geeignete Begriffsabgrenzung hier deutlich zu markieren und kultursoziologisch zu begründen. Gleiches gilt für Soziokulturen, die weniger geographisch, aber sozial und historisch geprägt sind. Es gilt, im ersten Abschnitt des Seminars aus bereits existierenden Bauprojekten Charakteristika für theoretische Positionen der Kultur- und Sozialanthropologie/-Soziologie abzuleiten, um sie dann in eine Matrix mit anwendungsgeeigneten Regularien zu überführen.

10 Jahre IBA Hamburg Wilhelmsburg: Stadterneuerung im Zeichen des Klimawandels (Seminar)

Dozent/in: Ursula Kirschner

Termin:
14-täglich | Mittwoch | 12:15 - 13:45 | 18.10.2023 - 31.01.2024 | C 40.255 Seminarraum
Einzeltermin | Mo, 23.10.2023, 14:00 - Mo, 23.10.2023, 18:00 | extern | findet in HH-Wilhelmsburg statt
Einzeltermin | Fr, 17.11.2023, 10:00 - Fr, 17.11.2023, 18:00 | extern | findet in HH-Wilhelmsburg statt
Einzeltermin | Fr, 26.01.2024, 12:00 - Fr, 26.01.2024, 15:30 | extern | findet in HH-Wilhelmsburg statt

Inhalt: Der Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg diente als Demonstrationsgebiet für eine intelligente Stadtentwicklung im Hinblick auf drängende energetische Fragen im Rahmen der IBA 2013. Die Pilotprojekte sollten Grundlage für generalisierbare urbane Handlungsstrategien darstellen und zeigen wie gerade Städte zu Vorreitern des Klimaschutzes und der Ressourcenschonung werden können. In dem Seminar werden wir kritisch die räumlich strategischen Ansätze für den energetischen Umbau eines gesamten Stadtteils betrachten. Es werden Projekte aus den Leitthemen der Internationalen Bauausstellung (IBA) für die Analyse ausgewählt. Diese Leitthemen sind "Kosmopolis" - eine Stadt für alle, "Metrozonen" - neue Siedlungen mit optimierter Gebäudeenergietechnik und eine "Stadt im Klimawandel" mit dem Fokus auf Klimaschutzmaßnahmen. Als Referenzprojekte dienen das Weltquartier, die Neubauten der Bauausstellung in Wilhelmsburg Mitte, der Energieberg Georgswerder, der Energiebunker und andere. Die IBA hat seinerzeit sieben Qualitätskriterien festgelegt, die als Grundlage für die Bewertung der Projektideen dienten. Diese werden wir für unsere Analyse kritisch reflektieren und für unseren Bedarf anpassen und ergänzen. Es sollen Projektberichte diskutiert, Daten ausgewertet und visualisiert werden. Anschließend werden die Teilergebnisse mit Expert:innen in Form von Interviews diskutiert. Es ist geplant die Ergebnisse dieser Untersuchung auf wissenschaftlichen Postern der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Promotionskolloquium des Instituts für Stadt- und Kulturraumforschung (Kolloquium)

Dozent/in: Ursula Kirschner, Peter Pez, Martin Pries

Termin:
Einzeltermin | Fr, 19.01.2024, 11:00 - Fr, 19.01.2024, 17:00 | C 7.319 Seminarraum

Inhalt: Im Promotionskolloquium des Institutes für das Stadt- und Kulturraumforschung (IfSK) werden Doktorand_innen aus den Bereichen Baukultur und Kulturgeografie die Möglichkeit gegeben, ihre Forschungsansätze und -methoden zu präsentieren und interdisziplinär zu diskutieren. Themen der Baukultur als ein wesentliches Element der verantwortlichen Gestaltung unserer Umwelt, die betrachtet werden, sind: städtische Raumgestaltung und Aufenthaltsqualität, Gebäudegestaltung und künstlerischer Ausdruck, internationale kulturelle Zusammenhänge und inter- und transkulturelle Studien, Raumwahrnehmung und Raumdarstellung sowie die Baukultur als gesellschaftliche Aufgabe. In der Kulturgeographie spielt die Frage nach dem Bezug zum Raum eine wesentliche Rolle. Schwerpunkte bilden urbane Räume mit stadtgeographischen Fragestellungen zur geographischen Verkehrsforschung und zur Wirtschaftsgeographie.

Das künstlerische Experiment (Seminar)

Dozent/in: Ursula Kirschner

Termin:
14-täglich | Mittwoch | 12:15 - 15:45 | 25.10.2023 - 31.01.2024 | C 40.146 Seminarraum
Einzeltermin | Mi, 17.01.2024, 10:15 - Mi, 17.01.2024, 11:45 | C 40.147 Seminarraum

Inhalt: Das Experiment ist den beiden avantgardistischen Kunsthochschulen der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, dem Bauhaus in Deutschland und der WChUTEMAS in Russland, inhärent. In jener Zeit wurde nach einer neuen Wohnkultur und Stadtgestaltung gesucht und die Rolle der Kunst in der Gesellschaft neu interpretiert. Die Kunst und die Künstler*innen sollten hier eine gestaltende Kraft übernehmen und die Überwindung des Akademismus hin zu einer kollektiven Lebensgestaltung vorantreiben (Haus, 1999). In diesem Seminar wird herausgearbeitet, wie diese beiden Schulen eine Erneuerung der Gesellschaft und die Erziehung eines „neuen Menschen“ durch soziale Effekte in der Architektur, im (Industrie-)Design, in der Grafik, in der bildenden Kunst, in der Film-und Fotografie sowie durch soziale Themen im Theater und ihrer Bühnenarchitektur experimentell zu lösen suchten und wie die beiden Bewegungen das idealisierte Menschen- und Gesellschaftsbild zeichneten, dessen Verwirklichung in der Realität durch Künstler:innen und Architekt:innen als gestaltende Kraft getragen werden sollte. Um sich der Thematik zu nähern, sollen künstlerische Experimente aus den verschiedenen Kunstdisziplinen entwickelt und im Seminarkontext erprobt und reflektiert werden. Dabei gilt: „[…] [D]as Kunstschaffen [ist] in seinem Drang nach dem Neuen experimentell an sich. Im Gegensatz zum wissenschaftlichen Experiment ist das künstlerische nicht unbedingt reproduzierbar, teilweise verweigert es diese Forderung sogar absichtlich. Es soll dazu dienen, neue Möglichkeiten des Ausdrucks, des Mediums zu finden, Dinge auf eine Weise zu sehen oder zu tun, wie sie zuvor nicht gesehen oder getan wurden. Die Kreativität ermöglicht, neue Formen, Kombinationen, Perspektiven zu entwickeln. Es stellt also in ähnlicher Weise Grundlagenforschung dar und versucht, den Kunstbegriff zu erweitern oder zu überprüfen. Das künstlerische Experiment kann dabei auch scheitern, etwa an eigenen Ansprüchen oder Ablehnung des Publikums.“ (wikipedia, 11-11-2021)

Architektur-Biennale 2023 in Venedig "The Laboratory of the Future" (Seminar)

Dozent/in: Ursula Kirschner

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 16:15 - 17:45 | 17.10.2023 - 15.11.2023 | C 40.164 Seminarraum | C40.164
Einzeltermin | Do, 23.11.2023, 14:00 - Mo, 27.11.2023, 12:00 | extern | Exkursion
wöchentlich | Donnerstag | 16:15 - 17:45 | 07.12.2023 - 21.12.2023 | C 40.164 Seminarraum | C40.164
Einzeltermin | Do, 11.01.2024, 16:15 - Do, 11.01.2024, 17:45 | C 40.164 Seminarraum | C40.164

Inhalt: Die 18. Internationale Architektur Biennale in Venedig trägt den Titel "The Laboratory of the Future" und wird von Lesley Lokko kuratiert, einer angesehenen Architektin, Professorin und Bestsellerautorin aus Ghana und Schottland. Sie hat für die diesjährige Biennale eine Plattform geschaffen, um den globalen Prozess zur Erreichung von Klimaneutralität zu diskutieren und über die Themen Dekolonisierung und Dekarbonisierung nachzudenken. Lokko erklärt, dass Kultur oft durch die Geschichten definiert wird, die wir uns selbst erzählen, aber dabei wird nicht berücksichtigt, wer zum kollektiven "Wir" gehört. Insbesondere in der Architektur war die vorherrschende Stimme in der Vergangenheit exklusiv und ließ große Teile der Menschheit außer Acht. Die "Geschichte" der Architektur bleibt daher unvollständig, nicht falsch, aber unvollständig. Ausstellungen bieten eine einzigartige Gelegenheit, eine Geschichte zu ergänzen, zu verändern oder neu zu erzählen und ein Publikum jenseits der physischen Grenzen zu erreichen. Unser öffentlicher Diskurs hat die Macht, Veränderungen voranzutreiben, sowohl in kleinen Schritten als auch in großen Sprüngen. Ein Zitat von Lokko, welches dies verdeutlicht, lautet: "Der Aufbau von Wissen ist auch eine Form von Architektur, nur größer." (https://www.ad-magazin.de/artikel/architektur-biennale-2023-highlights) In ihrer Auswahl für die diesjährige Architektur-Biennale bezeichnet Lokko die Teilnehmenden als "Praktiker:innen". Neben renommierten Namen wie David Adjaye, Francis Kéré, Forensic Architecture und Neri & Hu hat sie auch Filmemacher:innen wie Amos Gitai, Dichter:innen wie LionHeart und Fotograf:innen wie James Morris eingeladen. Darüber hinaus hat sie talentierte junge Künstler:innen in ihre Auswahl einbezogen.