Wie prägt Sprache politischen Aktivismus und gesellschaftlichen Wandel?
18.05.2026 In der Auftaktveranstaltung der Transformation Dialogues-Reihe am 6. Mai diskutierten Prof. Dr. Gretchen Bakke (Humboldt-Universität zu Berlin) und Prof. Dr. Matthias Schmelzer (Europa-Universität Flensburg) mit über 40 Teilnehmenden in der Leuphana darüber, welche Rolle der Transformationsbegriff im gegenwärtigen Sprachgebrauch und im politischen Aktivismus spielt.
Der Transformation Dialogue „Language Change and Political Activism“ markierte den Auftakt der Transformation Dialogues-Reihe des Leuphana Transformation Lab. Die fakultätsübergreifende Einrichtung widmet sich der Erforschung von Transformation und schafft einen Raum für interdisziplinären Austausch. Dr. Anke Gruendel, die akademische Koordinatorin des Labs, leitete den ersten Transformation Dialogue, in dem der Transformationsbegriff im zeitgenössischen Diskurs kritisch hinterfragt wurde.
Die Anthropologin Prof. Dr. Gretchen Bakke eröffnete die lebhafte Diskussion mit der Frage: „Welche Worte sollten wir verwenden, um über eine Welt zu sprechen, die wir gerne kommen sehen würden, die wir aber noch nicht benennen können?“ In ihrer Arbeit untersucht sie, wie morphologische Veränderungen in der Sprache dazu beitragen, neue Welten zu erschaffen.
Während des Events zeigte sie auf, dass Wissenschaftler:innen und Aktivist:innen versuchen, Welten zu verändern, indem sie Worte verändern – durch das Prägen von neuen Begriffen, die problematische gesellschaftliche Zustände bezeichnen und alternative, gerechtere und nachhaltigere Zukünfte entwerfen.
Prof. Dr. Matthias Schmelzer argumentierte, dass es für den politischen Aktivismus von Bedeutung sei, Worte für eine angestrebte Welt zu finden. „Wir können uns nicht für etwas organisieren und es verteidigen, das wir nicht benennen können“, sagte der Wirtschaftshistoriker und Transformationsforscher, dessen Arbeit sich mit dem Wachstumsparadigma, fossilen Denkweisen und der Degrowth-Bewegung befasst.
Die Wissenschaftler:innen, die sich zum ersten Transformation Dialogue versammelt hatten, sind in ihrer Forschung tagtäglich mit konzeptionellen Veränderungen konfrontiert. Gemeinsam mit dem Publikum führten sie eine bereichernde Diskussion über die Frage, wann begrifliche Innovation sozialen Wandel ermöglicht und wann sie ihn womöglich ersetzt.
Die Transformation Dialogues-Reihe
Die Transformation Dialogues bringen jeweils zwei Forschende aus verschiedenen Fachbereichen zusammen, um zu einer interdisziplinären Diskussion über Transformation beizutragen. Infos zum nächsten Transformation Dialogue foglgen in Kürze.
Kontakt
- Dr. Anke Gruendel


