Krisen verstehen – Wandel gestalten
Potenzialbereich „Organisieren in Krisenzeiten“
Was bedeutet „Organisieren“, wenn Krisen keine isolierten Ausnahmezustände mehr darstellen, sondern sich überlagern und gegenseitig verstärken? Unser Forschungsteam untersucht, wie Organisationen – von Unternehmen und öffentlichen Institutionen bis hin zu Verbänden oder NGOs – in Zeiten einer vielfach diagnostizierten Polykrise handlungsfähig bleiben und gesellschaftlichen Wandel aktiv mitgestalten können.
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Unser Ziel
Wir untersuchen, wie Organisationen angesichts miteinander verwobener Krisenphänomene, sowohl globaler als auch lokaler Ausprägung, resilienter und zukunftsfähiger werden können. Dabei verstehen wir Krisen nicht als Störungen, sondern als systemische Phänomene, die bestehende Organisationsformen grundlegend in Frage stellen. Ziel ist es, neue Modelle des Organisierens und Krisenmanagements zu entwickeln, die auch unter hoher Unsicherheit Orientierung und Handlungsfähigkeit ermöglichen. Wie Organisationen auf Krisen reagieren, entscheidet maßgeblich darüber, wie widerstandsfähig und wandlungsfähig unsere Gesellschaften insgesamt sind. Hierin liegt die gesellschaftliche Relevanz unseres Potenzialbereichs.
Die Herausforderung
Etablierte Forschungsansätze gehen davon aus, dass Krisen zeitlich begrenzt sind und eine Rückkehr zur vorherigen Ordnung möglich ist. Gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen zeigen jedoch, dass Krisen zunehmend miteinander verflochten sind und bestehende Routinen, Institutionen und Infrastrukturen tiefgreifend verändern. Dies erfordert, Organisieren grundlegend neu zu denken: Wie werden Entscheidungen unter Unsicherheit gefällt? Wie entstehen neue Rollen und Kooperationsformen? Wie werden Lieferketten neu aufgestellt?
Unser Weg
Wir erforschen Organisationspraktiken in unterschiedlichen Krisenkontexten und untersuchen, inwiefern diese die organisationale und gesellschaftliche Handlungsfähigkeit in Zeiten von Polykrisen ermöglichen. Dabei verbinden wir interdisziplinäre Ansätze aus Organisationstheorie, Soziologie, Psychologie und Transformationsforschung und berücksichtigen die Perspektiven unterschiedlicher gesellschaftlicher Stakeholder. Auf dieser Grundlage entwickeln wir innovative und anwendungsnahe Konzepte für Forschung und Praxis.
Das Forschungsteam
Beteiligte Wissenschaftler:innen
Am Potenzialbereich beteiligt sind zudem als Betreuer:innen von Promovierenden Prof. Dr. Boukje Cnossen und Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich und als assoziierte Professor:innen Prof. Dr. Stefanie Habersang, Prof. Dr. Dennis Schöneborn sowie Prof. Dr. Markus Reihlen.
Der Potenzialbereich wurde im Kontext des Leuphana Center for Organization & Social Transformation (LOST) entwickelt. Er konstituiert einen Forschungsschwerpunkt der international ausgerichteten LOST-Gruppe.
Förderinformation
Der Potenzialbereich ist Teil des Embracing Transformation-Programms, das durch die Förderinitiative Potenziale strategisch entfalten des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der VolkswagenStiftung gefördert wird.
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