Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Prof. Dr. Lars Alberth


Lehrveranstaltungen

Kindheiten in Lüneburg (Seminar)

Dozent/in: Lars Alberth

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 10:15 - 11:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 14.202

Inhalt: Diese Veranstaltung des Moduls "Forschendes Lernen" läuft über zwei Semester. In diesem Projekt wollen wir die Stadt Lüneburg als Lebensraum von Kindern untersuchen. Zum Einsatz kommen klassische Methoden der Feldforschung in der Tradition der Chicago School: Sichtung verfügbarer Sozialstatistiken, teilnehmende Beobachtung, Dokumentenanalysen, Mapping, teilnehmende Beobachtung u.a. Das Ziel der Veranstaltung besteht darin, Portraits der einzelnen Stadtteile von Lüneburg anzufertigen, die die die lokalen (Infra)strukturen, Dienstleistungen und Institutionen für Kinder, sowie deren subjektive Erfahrung analysieren.

Sozialpädagogische Forschungsfelder und Methoden (a) (Seminar)

Dozent/in: Lars Alberth

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 12:15 - 13:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 1.209

Inhalt: Das Seminar ist als Einführung in die systematische Einbettung eigener Forschung in Diskurse und Forschungsfelder der Sozialpädagogik angelegt. Neben der Erarbeitung eines Überblicks zur Publikationslandschaft der Disziplin, sollen Möglichkeiten und Formen der wissenschaftlichen Darstellung eigener Forschung in kollegialer Diskussion erprobt und eingeübt werden.

Schweigen, geheimhalten, unsichtbarmachen: Informationskontrolle in der Kinder- und Jugendhilfe (Teil 2) (a) (Seminar)

Dozent/in: Lars Alberth

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 16:15 - 17:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 5.325

Inhalt: "Die Absicht des Verbergens nimmt aber eine ganz andre Intensität an, sobald ihr die Absicht der Entschleierung gegenübersteht. Dann entsteht jenes tendenziöse Verstecken und Maskieren, jene sozusagen aggressive Defensive gegen den Dritten, die man erst eigentlich als Geheimnis bezeichnet." (Simmel 1992, S. 405) "Manchmal ist ein Zielperson jedoch nicht ganz bereit, ihren Verlust als Erfahrungsgewinn zu akzeptieren und nichts zu ihrem Vorhaben zu sagen und zu tun. Sie kann sich veranlasst sehen, sich bei der Polizei zu beschweren oder den Missetätern nachzujagen. In der Fachsprache kann das Ziel "meckern" oder "durchkommen". Aus Sicht der Missetäter ist ein solches Verhalten schlecht für das Geschäft. Es verschafft den Mitgliedern der Bande einen schlechten Ruf bei der Polizei, die noch nicht feststeht, und bei den Zielen, die noch nicht anvisiert wurden. Um diese negative Publicity zu vermeiden, wird am Ende des "Stücks" manchmal eine zusätzliche Phase eingefügt. Nach dem Wutablassen bleibt einer der Agenten bei der Zielperson und bemüht sich, die Wut der Zielperson in einem überschaubaren und vernünftigen Rahmen zu halten. Der Operator bleibt hinter seinen Mannschaftskameraden als so genannter Cooler zurück und übt die Kunst des Tröstens auf das Opfer aus. Es wird versucht, die Situation für das Opfer so zu definieren, dass es ihm leicht fällt, das Unvermeidliche zu akzeptieren und in Ruhe nach Hause zu gehen. Die Zielperson wird in der Philosophie geübt, einen Verlust zu akzeptieren." (Goffman 1952, 451 f.) Die Viktimisierungsforschung betrachtet Offenlegung erlebter Gewalt gegenüber Dritten (Familienmitglieder, Freunde, Kinder- und Jugendhilfe, Beratungsstellen usw.) noch immer als unwahrscheinliches Ereignis, das davon abhängt, ob (a) Opfer überhaupt erkennen, dass sie zu Opfer geworden sind und (b) Opfer bereit sind, die sozialen, psychischen und u.U. materiellen Folgekosten einer Offenlegung zu tragen. Einige Studien zeigen jedoch, dass Kinder, die Gewalt erlebten, sich wiederholt im Laufe der Zeit an Freunde, Familie oder öffentliche Stellen wenden um Hilfe zu suchen. Diese wird jedoch häufig genug nicht geboten. In der Konsequenz heißt das, dass Kinder und Jugendliche bereit sind, die Kosten zu tragen, dass sie aber vielmehr daran scheitern, dass das familiäre und institutionelle Umfeld nicht bereit ist, die Situationsdefinition der Gewalt zu teilen: Sie glauben den Aussagen des Kindes nicht, werten diese ab oder sind aktiv daran beteiligt, die Situationsdefinition des Kindes abzuwehren, zu beschweigen oder gegenüber Dritten umzudeuten. In diesem Sinne soll die Lehrforschung dazu dienen, zu untersuchen, wie es den Beteiligten im Kinderschutz denn gelingt, von Situationsdefinitionen der Gewalt abzusehen. Der Fokus soll dabei auf den Strategien sowohl der Kinder (wann sie schweigen und wann sie etwas sagen) als auch der Familienmitglieder (wie sie auf solche Statusbedrohungen durch das Kind reagieren) und der sozialen Dienste (wie sie darauf eintreten und wie sie gegebenenfalls Definitionsangebote des Kindes zurückweisen) liegen. Als analytischer Zugang sollen unterschiedliche theoretische Konzepte aus der Professions- und Organisationssoziologie genutzt werden, u.a. Albert O. Hirschmanns Unterscheidung von "Exit", "Voice" und "Loyalty", die "Bewussheitskontexte" von Anselm Strauss und Barney Glaser, sowie "Techniken der Imagepflege" und "Cooling Out"-Prozesse von Erving Goffman.

Forschungskolloquium Sozialpädagogik (Kolloquium)

Dozent/in: Lars Alberth, Claudia Equit, Angelika Henschel, Anke Karber, Philipp Sandermann, Birte Siem, Waldemar Stange

Termin:
Einzeltermin | Fr, 13.01.2023, 09:00 - Fr, 13.01.2023, 17:00 | C 7.307 | .

Inhalt: Das Kolloquium dient der Vorstellung und kollegialen Diskussion laufender Promotionsverfahren im Themenbereich des Kollegs.