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Veranstaltungen von Prof. Dr. Lars Alberth


Lehrveranstaltungen

Aktuelle Forschung zu Kindheit und sozialer Ungleichheit (Seminar)

Dozent/in: Lars Alberth

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 14:15 - 15:45 | 04.04.2022 - 08.07.2022 | C 3.121

Inhalt: Die Frage nach sozialen Ungleichheiten ist eine zentrale Aufgabe der Analyse von Gesellschaften. Kindheiten sind in mehrfacher Hinsicht durch Ungleichheit geprägt: Kinder sind eine marginalisierte Gruppe gegenüber Erwachsenen, sie sind aber auch untereinander ungleich (z.B. bezogen auf Geschlecht, soziale Herkunft oder Zugehörigkeit zu ethnisch markierten Gruppen). Schließlich lassen sich auch Ungleichheiten zwischen den normativen Mustern guter Kindheiten identifizieren, die historisch und global variieren. Die Frage nach ungleichen Kindheiten verlangt darüber hinaus eine Erklärung dafür, wie diese Ungleichheiten produziert werden und stabilisiert werden. Das ist die zweite Frage, der im Seminar nachgegangen werden soll: Wie werden Kindheiten institutionell (in Schule und Familie, durch Staat, Experten, Ökonomie oder auch Peer-Kultur) hervorgebracht und abgesichert? Das Seminar stützt sich wesentlich auf die gemeinsame Lektüre und Diskussion von aktuellen Forschunsgberichten und Artikeln in wissenschaftlichen Fachzeitschriften zu den Themenblöcken - Bildungssoziologische Perspektiven auf die Reproduktion sozialer Ungleicheit - Kindheitssoziologische Perspektiven auf Bildung und soziale Ungleichheit - Kinderarmut als Phänomen und soziale Konstruktion - Kindliches Wohlbefinden als globaler Standard und Indikator sozialer Ungleichheit

Schweigen, geheimhalten, unsichtbarmachen: Informationskontrolle in der Kinder- und Jugendhilfe (Seminar)

Dozent/in: Lars Alberth

Termin:
Einzeltermin | Do, 07.04.2022, 10:15 - Do, 07.04.2022, 11:45 | C 12.006 | .
wöchentlich | Donnerstag | 10:15 - 11:45 | 14.04.2022 - 08.07.2022 | C 12.010 | .
Einzeltermin | Do, 07.07.2022, 10:15 - Do, 07.07.2022, 11:45 | C 12.006 | C 12.006

Inhalt: "Die Absicht des Verbergens nimmt aber eine ganz andre Intensität an, sobald ihr die Absicht der Entschleierung gegenübersteht. Dann entsteht jenes tendenziöse Verstecken und Maskieren, jene sozusagen aggressive Defensive gegen den Dritten, die man erst eigentlich als Geheimnis bezeichnet." (Simmel 1992, S. 405) "Manchmal ist ein Zielperson jedoch nicht ganz bereit, ihren Verlust als Erfahrungsgewinn zu akzeptieren und nichts zu ihrem Vorhaben zu sagen und zu tun. Sie kann sich veranlasst sehen, sich bei der Polizei zu beschweren oder den Missetätern nachzujagen. In der Fachsprache kann das Ziel "meckern" oder "durchkommen". Aus Sicht der Missetäter ist ein solches Verhalten schlecht für das Geschäft. Es verschafft den Mitgliedern der Bande einen schlechten Ruf bei der Polizei, die noch nicht feststeht, und bei den Zielen, die noch nicht anvisiert wurden. Um diese negative Publicity zu vermeiden, wird am Ende des "Stücks" manchmal eine zusätzliche Phase eingefügt. Nach dem Wutablassen bleibt einer der Agenten bei der Zielperson und bemüht sich, die Wut der Zielperson in einem überschaubaren und vernünftigen Rahmen zu halten. Der Operator bleibt hinter seinen Mannschaftskameraden als so genannter Cooler zurück und übt die Kunst des Tröstens auf das Opfer aus. Es wird versucht, die Situation für das Opfer so zu definieren, dass es ihm leicht fällt, das Unvermeidliche zu akzeptieren und in Ruhe nach Hause zu gehen. Die Zielperson wird in der Philosophie geübt, einen Verlust zu akzeptieren." (Goffman 1952, 451 f.) Die Viktimisierungsforschung betrachtet Offenlegung erlebter Gewalt gegenüber Dritten (Familienmitglieder, Freunde, Kinder- und Jugendhilfe, Beratungsstellen usw.) noch immer als unwahrscheinliches Ereignis, das davon abhängt, ob (a) Opfer überhaupt erkennen, dass sie zu Opfer geworden sind und (b) Opfer bereit sind, die sozialen, psychischen und u.U. materiellen Folgekosten einer Offenlegung zu tragen. Einige Studien zeigen jedoch, dass Kinder, die Gewalt erlebten, sich wiederholt im Laufe der Zeit an Freunde, Familie oder öffentliche Stellen wenden um Hilfe zu suchen. Diese wird jedoch häufig genug nicht geboten. In der Konsequenz heißt das, dass Kinder und Jugendliche bereit sind, die Kosten zu tragen, dass sie aber vielmehr daran scheitern, dass das familiäre und institutionelle Umfeld nicht bereit ist, die Situationsdefinition der Gewalt zu teilen: Sie glauben den Aussagen des Kindes nicht, werten diese ab oder sind aktiv daran beteiligt, die Situationsdefinition des Kindes abzuwehren, zu beschweigen oder gegenüber Dritten umzudeuten. In diesem Sinne soll die Lehrforschung dazu dienen, zu untersuchen, wie es den Beteiligten im Kinderschutz denn gelingt, von Situationsdefinitionen der Gewalt abzusehen. Der Fokus soll dabei auf den Strategien sowohl der Kinder (wann sie schweigen und wann sie etwas sagen) als auch der Familienmitglieder (wie sie auf solche Statusbedrohungen durch das Kind reagieren) und der sozialen Dienste (wie sie darauf eintreten und wie sie gegebenenfalls Definitionsangebote des Kindes zurückweisen) liegen. Als analytischer Zugang sollen unterschiedliche theoretische Konzepte aus der Professions- und Organisationssoziologie genutzt werden, u.a. Albert O. Hirschmanns Unterscheidung von "Exit", "Voice" und "Loyalty", die "Bewussheitskontexte" von Anselm Strauss und Barney Glaser, sowie "Techniken der Imagepflege" und "Cooling Out"-Prozesse von Erving Goffman. Über Auswahl und Ehrhebung der Daten wird im Seminar entschieden.

Master Thesis (a) (Kolloquium)

Dozent/in: Lars Alberth

Termin:
14-täglich | Dienstag | 10:15 - 11:45 | 04.04.2022 - 08.07.2022 | C 1.005

Master Thesis (b) (Kolloquium)

Dozent/in: Lars Alberth

Termin:
14-täglich | Dienstag | 10:15 - 11:45 | 11.04.2022 - 08.07.2022 | C 1.005

Viktimisierung von Kindern (Seminar)

Dozent/in: Lars Alberth

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 16:15 - 17:45 | 04.04.2022 - 08.07.2022 | C 12.010 | .

Inhalt: Kinder sind die Gruppe mit den höchsten Viktimisierungsraten, z. B. bei Missbrauch, Vernachlässigung, Mobbing und anderen Straftaten. Da sie jedoch in der Gesellschaft eine Randposition einnehmen, sind die Aufklärungsquoten eher niedrig (die WHO meldet für die europäischen Länder eine Aufdeckungsrate für Missbrauch und Vernachlässigung von etwa 10 %), und es sind nur wenige epidemiologische Daten verfügbar. In diesem Kurs werden Theorien, Daten und emipirische Befunde zu Kindesmisshandlung und -vernachlässigung vorgestellt. Darüber hinaus soll eine Bestandsaufnahme der instutionellen Lösungen der Kinder- und Jugendhilfe erfolgen und kritisch diskutiert werden. Das Seminar stützt sich wesentlich auf die gemeinsame Lektüre und Diskussion der relevanten Hell- und Dunkelfeldstatistiken sowie der sozialwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Ursachen für, Folgen von und Reaktionen auf Gewalt gegen Kinder.

Forschungskolloquium Sozialpädagogik (Kolloquium)

Dozent/in: Lars Alberth, Claudia Equit, Angelika Henschel, Anke Karber, Philipp Sandermann, Birte Siem, Waldemar Stange

Termin:
Einzeltermin | Fr, 17.06.2022, 09:00 - Fr, 17.06.2022, 18:00 | C 16.124

Inhalt: Das Kolloquium dient der Vorstellung und kollegialen Diskussion laufender Promotionsverfahren im Themenbereich des Kollegs.