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Wie verändern uns tiefgreifende Gefühle wie Verlust und Trauer?

05.11.2026 Beim zweiten Transformation Dialogue am 28. Oktober 2026 diskutierten Jelena Marković, PhD (University of Virginia) und Dr. Elena Vogman (Bauhaus-Universität Weimar), wie Emotionen Transformationsprozesse auf individueller und sozialer Ebene beeinflussen können. Moderiert wurde der interdisziplinäre Austausch von Dr. Henrike Kohpeiß (Leuphana Transformation Lab).

Elena Vogman, Jelena Marković und  Henrike Kohpeiß beim Transformation Dialogue (v. l.) ©Laura Russ
Der zweite Transformation Dialogue beleuchtete die transformative Kraft, die Gefühle entfalten können.

Transformationen werden häufig von Gefühlen begleitet oder durch sie herbeigeführt. Zum Beispiel können Verlusterfahrungen und Entfremdung die Grundlage für Veränderungen bilden. „Menschen erfahren Veränderungen oft als einen Verlust von Handlungsoptionen und von Bedeutung, weshalb sie Unsicherheit oder sogar Trauer verspüren. Eine Reaktion auf Verlust ist in vielen Fällen Anpassung“, erklärte Jelena Marković. Sie ist Künstlerin und Philosophin und konzentriert sich in ihrer Arbeit unter anderem auf ungewollte transformative Erfahrungen.

Emotionen können jedoch auch ein Medium sein, durch das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verknüpft werden – sowohl für Individuen als auch für Gesellschaften. Je nachdem, wie Gesellschaften mit ihrer Vergangenheit umgehen, können entweder Stagnation oder positive Entwicklungen begünstigt werden. 

Dr. Elena Vogman betonte, dass Zeiten von Umbrüchen und Veränderungen zu Gefühlen der Entfremdung führen können: „Diese Entfremdung kann als eine Art transformativer Prozess verstanden werden, da Menschen unter veränderten Bedingungen versuchen, ihre Handlungsfähigkeit wiederzuerlangen“, erläuterte die Autorin und Medienhistorikerin. In ihrer Forschung untersucht sie vielschichtige Ursachen von Transformationsprozessen mit Fokus auf psychoanalytische Praktiken und ihre sozio-historischen Bedingungen. 

Wie Gesellschaften und Einzelpersonen mit Emotionen umgehen und sie in positive transformative Erfahrungen wandeln können, diskutierten die beiden Forscherinnen in einem lebhaften Gespräch mit dem Publikum. 

Die Transformation Dialogues des Leuphana Transformation Lab bringen jeweils zwei Forschende aus verschiedenen Fachbereichen zusammen, um zu einer interdisziplinären Diskussion über Transformation beizutragen. Während sich der erste Transformation Dialogue mit dem Transformationsbegriff im gegenwärtigen Sprachgebrauch beschäftigte, warf die zweite Veranstaltung der Reihe ein Licht auf den Zusammenhang von Emotionen und transformativen Prozessen.

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