Postdoctoral Fellowships
Werden Sie Postdoc im Leuphana Transformation Lab
Die Leuphana entwickelt sich zu einem internationalen und interdisziplinären Knotenpunkt für die Erforschung von Transformationsprozessen in gegenwärtigen Gesellschaften. Um diesen Schwerpunkt weiter auszubauen, hat das Leuphana Transformation Lab ein internationales Postdoctoral Fellowship-Programm aufgelegt – für herausragende Wissenschaftler:innen mit einem exzellenten Doktorgrad, die den nächsten Schritt in ihrer Karriere gehen möchten.
Profitieren Sie an der Leuphana von
- einem dynamischen Forschungsumfeld,
- internationalen Netzwerken,
- ausgewiesenen Support-Strukturen und
- der Möglichkeit, ihre Karriere mit einem Drittmittelantrag gezielt zu gestalten.
Ein dynamisches Forschungsumfeld
Mit dem Transformation Lab hat die Leuphana Universität Lüneburg eine zentrale, fakultätsübergreifende Einrichtung im Embracing Transformation-Programm geschaffen. Darin werden Transformationsprozesse in ihren sozialen, ökologischen und technologischen Dimensionen untersucht. Das Lab baut die Forschung sowie internationalen Kooperationen lokal verankert und global vernetzt aus – durch eine profilierte Gemeinschaft aus Professor:innen, Postdoktorand:innen, Promovierenden und internationalen Fellows.
Für erfolgreiche Bewerber:innen im Postdoctoral Fellowship-Programm eröffnet sich hier die Möglichkeit, ihr akademisches Profil zu stärken, ein internationales Netzwerk auszubauen und durch die Einwerbung eines Drittmittelprojekts mit Transformationsbezug ihre Karriere weiterzuentwickeln.
Die Fellowships
Das Leuphana Transformation Lab bietet derzeit bis zu sieben Stipendien für Postdoktorand:innen für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren beginnend am 1. April 2027. Hauptaufgabe ist, einen Drittmittelantrag zu entwickeln und in einem kompetitiven Förderprogramm einzureichen.
Die Fellows erhalten die Möglichkeit
- sich als Transformations-Expert*innen in ihrer Disziplin zu profilieren,
- vor Ort in interdisziplinären Kontexten mit Forschenden der Leuphana und internationalen Gastwissenschaftler:innen zusammenzuarbeiten,
- an den kollaborativen und innovativen Aktivitäten des Labs teilzunehmen
- und von der internen Support-Infrastruktur der Leuphana zu profitieren, insbesondere von der Unterstützung und Beratung in den Bereichen der Forschungsförderung und der akademischen Karriereentwicklung (z. B. im Hinblick auf die Qualifikation für eine Professur).
Bewerbung
Bewerben können sich Wissenschaftler:innen in der Postdoc-Phase mit einem konsolidierten Forschungsprojekt in einem der drei konzeptionellen Schwerpunkte (conceptual streams) des Leuphana Transformation Lab (siehe unten).
Bewerber:innen müssen spätestens zum Zeitpunkt der Bewerbung nachweislich einen Doktortitel haben. Fließende Englischkenntnisse sind erforderlich.
Die Einreichung von Bewerbungen ist bis zum 30. September 2026 möglich.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem vollständigen Ausschreibungstext.
Die Forschungsthemen
Wir begrüßen vielfältige Ansätze der Transformationsforschung – von ethnografischen und historischen Studien bis hin zu theoretischen Innovationen. Besonders interessiert sind wir an methodischen Neuerungen, die über reine Analyse hinausgehen. Dazu zählen auch reflexive, partizipative, kunstbasierte oder experimentelle Ansätze, die mitgestalten wollen, wie Transformation verstanden, erlebt und praktiziert wird. Vorschläge können innerhalb eines der drei konzeptionellen Schwerpunkte (conceptual streams) eingereicht werden:
Fragen der Transformation sind untrennbar mit Fragen des Wissens verbunden: Jeder Versuch, transformative Praktiken zu verstehen oder zu fördern, hängt von Annahmen darüber ab, was als relevante Formen des Wissens gilt, wer befugt ist, Wissen zu generieren, und wie Aussagen über Veränderungen begründet oder bewertet werden.
Der conceptual stream „Epistemologies of Transformation“ untersucht, wie Transformation in verschiedenen sozialen, kulturellen und politischen Kontexten sowie in unterschiedlichen Disziplinen konzeptualisiert, erzählt und umgesetzt wird. Transformative Projekte berufen sich häufig auf eine Reihe unterschiedlicher, zum Teil auch konkurrierender Erkenntnistheorien (z. B. modernistische, indigene, feministische, dekoloniale), um verschiedene Arten von Interventionen zu untermauern. Dabei leisten eine Vielzahl von Messgrößen und Modellen (z. B. Algorithmen, physische Prototypen, Visualisierungen, Storytelling usw.) wichtige erkenntnistheoretische Arbeit. Sie sind Teil komplexer Techniken und Praktiken, die Verständnis für das zu transformierende Terrain schaffen und das Wissen zur Bewertung von Erfolg oder Misserfolg transformativer Prozesse generieren. Gleichzeitig sind verschiedene gemeinschaftsbasierte transformative Praktiken, die sich auf lokales und situatives Wissen stützen, in Gegenepistemologien eingebettet – in Wissensformen, die dominante Formen der Wissensproduktion in Frage stellen. In dieser zunehmend komplexen epistemologischen Landschaft ist oft unklar, was als angemessenes Transformationswissen gilt oder wie transformative Dynamiken definiert und gemessen werden können. Wir interessieren uns für Arbeiten, die die epistemischen Grundlagen von „Transformation“ als analytische und normative Kategorie hinterfragen: Was begründet Autorität bei der Bewertung von Erfolg oder Misserfolg einer Transformation? Wie werden Wirksamkeit und Wirkung festgestellt oder in Frage gestellt? Was können Misserfolge zum Transformationswissen beitragen?
Nicht jeder Bruch ist transformativ, und nicht jede Transformation beginnt mit einer Disruption, doch transformative Praktiken werden oft von der Vorstellung geleitet, dass soziale, wirtschaftliche, politische oder ökologische Krisen ideale Momente für ein Eingreifen sind. Wie ist also das Verhältnis zwischen Transformation und Disruption zu bewerten?
Der conceptual stream „Disruption and Transformation“ untersucht Disruption als zentrales Merkmal des Lebens in heutigen globalisierten Gesellschaften und beleuchtet, wie Disruption mit dem Begriff der Transformation verflochten ist. Obwohl der Bruch ein konstitutives Element der Moderne ist, das in den Prozessen des Fortschritts und der Emanzipation seine Bedeutung entfaltet, nimmt der Disruptionsbegriff zunehmend die negativen Konnotationen eines plötzlichen Niedergangs oder Zusammenbruchs an. Vor dem Hintergrund des vermeintlich permanenten Krisenmodus der Gegenwart verstärken dominante technologische, wirtschaftliche und politische Strategien die Disruptionserfahrung. Da Demokratien, Regierungsinstitutionen und Infrastrukturen immer häufiger mit disruptiven Ereignissen von zerstörerischem Ausmaß konfrontiert sind, wird Transformation oft als notwendiger Prozess dargestellt, um die Gesellschaft vor solchen Turbulenzen zu schützen. Disruptivität untermauert sogar das Versprechen der Transformation in einem breiten Spektrum emanzipatorischer Agenden. Wir untersuchen Disruption als Teil transformativer Prozesse und fragen: Was bleibt von Transformation übrig, wenn Brüche allgegenwärtig zu sein scheinen und die Offenheit der Zukunft zunehmend eingeschränkt wird? Welche sozialen und politischen Strategien gibt es, damit Disruption Akzeptanz findet, anstatt Ablehnung und Angst hervorzurufen? Wie können wir theoretisch, sozial und ethisch fundiert auf Disruption reagieren und gleichzeitig ihre Bedeutung für Transformation neu überdenken?
Bei einer Transformation geht es nie nur um den Wandel an sich. Ihre vermeintlichen Erfolge oder Misserfolge hängen von den Grenzen der Maßnahmen ab, die den Wandel herbeiführen sollen – das heißt, von den Maßstäben, die wir für die Bewertung ihrer Auswirkungen als sinnvoll erachten, und von den Zeithorizonten, über die hinweg die Transformation bewertet wird.
Der conceptual stream „Scales and Temporalities of Transformation“ setzt sich mit den räumlichen und zeitlichen Rahmenbedingungen auseinander, durch die Wandel konzipiert, beschrieben und organisiert wird. Transformative Prozesse wirken auf vielen verschiedenen Ebenen: von der individuellen und zwischenmenschlichen über die institutionelle und gesellschaftliche bis hin zur planetarischen Ebene. Die Einordnung transformativer Veränderungen über verschiedene Ebenen hinweg erfordert die Festlegung spezifischer zeitlicher Horizonte und räumlicher Maßstäbe. Transformative Praktiken berufen sich dabei häufig auf eine bestimmte zeitliche Ordnung, die die Zukunft als normativ und funktional besser darstellt, während die Vergangenheit ausgeblendet oder auf ein Hintergrundrauschen reduziert wird. Skalarität und Zeitlichkeit sind mehr als technische Fragen der Messung und Prognose. Sie bieten Einblicke in die Rationalitäten, die transformative Projekte bestimmen. Wir untersuchen, wie zeitliche und räumliche Parameter politische, technologische, wirtschaftliche, soziale oder ökologische Möglichkeiten prägen, Ressourcen umverteilen und Handlungshorizonte gestalten, und wir fragen: Wie werden verschiedene Skalen und Zeitlichkeiten in transformativen Projekten privilegiert, miteinander verknüpft oder einander gegenübergestellt? Inwiefern ermöglichen oder versperren konkurrierende Vorstellungen vom geeigneten Ausmaß der Transformation bestimmte Wege des Wandels? Wie wird die Vergangenheit (z. B. Erinnerungen oder Archivierungspraktiken) in Erzählungen über den Wandel herangezogen, an den Rand gedrängt oder negiert? Wie projizieren und strukturieren Transformationserzählungen kurz-, mittel- und langfristige Zukunftsvisionen (z. B. Generationengerechtigkeit)?
Bewerber:innen können ihr Forschungsvorhaben zusätzlich mit einem der Potenzialbereiche von Embracing Transformation (Klimazukünfte in digitalen Kulturen, Demokratische Resilienz, Organisatieren in Krisenzeiten, Auf dem Weg zu einer regenerativen Gesellschaft, Unternehmen als treibende Kräfte von Nachhaltigkeitstransformationen), mit der Psychologie der Transformation oder mit einer anderen an der Leuphana vertretenen Disziplin verknüpfen.
Weitere Informationen
Die allgemeine Fellowship-Richtlinie der Leuphana, Informationen zur Drittmittel-Einwerbung und zu den Unterstützungsangeboten für Postdocs finden Sie auf den Seiten der Leuphana Postdoctoral Services.
Kontakt
Bei Fragen zum Leuphana Transformation Lab und zu den Forschungsthemen wenden Sie sich bitte an:
- Dr. Anke Gruendel
Bei Fragen zu Förderprogrammen für Postdoktorand:innen wenden Sie sich bitte an:
- Dr. Stefan Friedrich
Bei allgemeinen Fragen zu den Postdoctoral Fellowships wenden Sie sich bitte an:
postdocfellowships@leuphana.de