Transformation Dialogue: Disalienation and Transformative Grief
28. Okt.
Leuphana Universität Lüneburg I C40.601, 16 bis 18 Uhr
Wie prägen tiefgreifende Gefühle wie Verlust und Trauer Transformationsprozesse? Im zweiten Transformation Dialogue diskutieren Jelena Marković, PhD (University of Virginia) & Dr. Elena Vogman (Bauhaus-Universität Weimar) Emotionen als Medium, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf individueller und sozialer Ebene verbindet.
DAS ERWARTET SIE
Transformationen werden oft von Gefühlen begleitet und geprägt. Zum Beispiel können Verlusterfahrungen oder Entfremdung die Grundlage für Veränderungen bilden. Emotionen können auch ein Medium sein, durch das Vergangenheit und Zukunft miteinander verknüpft werden – sowohl für Individuen als auch für Gesellschaften. Inwiefern eröffnet das Verhältnis, das Gesellschaften zu ihrer Vergangenheit einnehmen, unterschiedliche Möglichkeiten für die Gegenwart und Zukunft? Je nachdem, wie Gesellschaften mit ihrer Vergangenheit umgehen, können entweder Stagnation oder positive Entwicklungen begünstigt werden.
Elena Vogman gibt einen Einblick in multikausale Geschichten von Transformationen und in psychoanalytische Praktiken, die soziale und historische Bedingungen berücksichtigen. Mit dem Konzept der „Diselination“ (Entfremdung) wird sich dabei der Frage genähert, wie Schäden behoben werden können, die durch strukturelle Gewalt verusacht wurden. Jelena Marković beleuchtet Trauer als transformative Kraft ebenso wie den affektiven Charakter von Veränderungen. Trauer wird dabei als konkretes Gefühl gefasst, durch das eine Verlusterfahrung als Ausgangspunkt für die Schaffung von Vorstellungswelten dient, die sich von denen unterscheiden, die durch vergangene Gewalt geprägt wurden. Die Referentinnen erörtern im Gespräch die psychische und emotionale Bedeutung von Transformation und diskutieren, wo und wie substanzieller Wandel möglich ist.
Der Dialog wird von Dr. Henrike Kohpeiß (Leuphana Transformation Lab) moderiert.
DIE GÄSTE
Jelena Marković, PhD ist Künstlerin und Philosophin. Ihre Forschung in empirisch fundierter Philosophie des Geistes und in Moralpsychologie konzentriert sich unter anderem auf ungewollte transformative Erfahrungen, insbesondere auf Trauer.
Dr. Elena Vogman ist Autorin und Medienhistorikerin. Sie beleuchtet vielschichtige Ursachen von Transformationsprozessen, indem sie die Aufmerksamkeit auf psychoanalytische Praktiken und ihre sozio-historischen Bedingungen richtet.
DIE TRANSFORMATION DIALOGUES-REIHE
Die Transformation Dialogues bringen zwei Wissenschaftler:innen aus unterschiedlichen Disziplinen ins Gespräch darüber, wie Transformation heute verhandelt wird. Der Begriff ist in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft allgegenwärtig, bleibt jedoch oft unbestimmt. Die Veranstaltungsreihe des Leuphana Transformation Lab schafft einen Raum für interdisziplinären Austausch, in dem unterschiedliche Forschungsperspektiven zu einer lebendigen Auseinandersetzung mit Transformation beitragen.
PROGRAMM
Jede Veranstaltung umfasst kurze Inputs, ein moderiertes Gespräch und eine offene Diskussion mit dem Publikum. Indem unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und produktive Spannungen zugelassen werden, fordert die Reihe dazu auf, kritisch zu fragen: Welche Funktion hat der Begriff „Transformation“ im heutigen Diskurs?
TEILNAHME
Die Veranstaltung ist hochschulöffentlich, eine Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich.
Die Veranstaltungssprache ist Englisch.


