Aktuelles
Chancen, Risiken, offene Fragen: KI und die Zukunft der Arbeit
3. Juni 2026
Am 3. Juni 2026 war Prof. Dr. Mario Mechtel Gastgeber einer öffentlichen Diskussion mit Alexander Armbruster, Leiter der Wirtschafts-Onlineredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörer diskutierten mit ihnen im Forum des Zentralgebäudes der Leuphana die Frage: Was verändert Künstliche Intelligenz eigentlich in unserem Arbeitsleben?
Die Kernbotschaft des Abends: KI wird Berufe nicht über Nacht verschwinden lassen. Eher verändern sich Aufgaben. Mechtel zog einen anschaulichen Vergleich: Als Geldautomaten flächendeckend eingeführt wurden, verloren Bankangestellte nicht ihre Jobs, aber ihre Arbeit sah danach anders aus.
Daten des Niedersachsenpanels zeigen, wie unterschiedlich die Menschen in Niedersachsen dem Thema gegenüberstehen. Rund 44 Prozent nutzen KI-Anwendungen bereits regelmäßig. Gleichzeitig empfinden 42 Prozent der Befragten KI als unheimlich, wobei Frauen dieses Unbehagen deutlich häufiger äußern als Männer. Konkrete Angst vor dem eigenen Jobverlust ist dagegen weniger verbreitet: Etwa 17 Prozent machen sich diese Sorgen.
Einig waren sich beide Gesprächspartner darin, dass KI zwar Produktivität steigern kann, aber kein Allheilmittel ist. Für Journalisten etwa liefern KI-Systeme zwar brauchbare Texte, preisverdächtig seien sie laut Armbruster aber nicht. Es brauche insbesondere bei komplexen Themen vor allem Fachwissen und Einordnung. Ein exklusives Interview mit dem Bundeskanzler werde die KI auch künftig daher nicht führen.
Am Ende stand ein Plädoyer für Medienkompetenz in der Schule: Der Umgang mit KI gehört in den Stundenplan. Mechtel ergänzte, dass KI dort genutzt werden sollte, wo sie sinnvoll unterstützt, nicht aber dort, wo Verstehen und eigenes Denken gefragt sind.
Die gesamte Diskussion ist als Audio-Mitschnitt verfügbar und kann hier angehört werden: https://pubdata.leuphana.de/entities/publication/4f304988-87f0-4665-a2a0-82e1b2b6571e
Wissenschaft trifft politische Praxis
Niedersachsenpanel präsentiert erste Ergebnisse im Leibnizhaus Hannover
5. Mai 2026
Was bewegt die Menschen in Niedersachsen? Wie stehen sie zu Klimaschutz, Demokratie und künstlicher Intelligenz? Antworten auf diese Fragen liefert das Niedersachsenpanel – und präsentierte sie erstmals einer breiten Öffentlichkeit aus Politik und Gesellschaft: Am 5. Mai 2026 hatten die Projektverantwortlichen zum Workshop „Wissenschaft trifft politische Praxis“ ins Leibnizhaus Hannover eingeladen.
Das Niedersachsenpanel ist ein langfristig angelegtes, interdisziplinäres Forschungsinstrument, das Einstellungen und Verhaltensweisen der Bevölkerung in Niedersachsen systematisch erfasst. Seit dem Start im Juli 2025 haben sich mehr als 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer registriert. Das Panel ist Teil des Wissenschaftsraums „Verhaltensökonomik und gesellschaftliche Transformation“, gefördert im Rahmen des Programms zukunft.niedersachsen der VolkswagenStiftung und des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.
Die Eingangsbefragung (August 2025 bis März 2026) hat bereits aufschlussreiche Ergebnisse zu zentralen gesellschaftlichen Themen geliefert: politische Einstellungen und Demokratiezufriedenheit, Haltungen zu Klimawandel und Nachhaltigkeit sowie die Nutzung und Wahrnehmung von künstlicher Intelligenz. Diese Befunde wurden beim Workshop erstmals Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft vorgestellt und sind auf breite Resonanz gestoßen. Näheres zur Eingangsbefragung und zum dazugehörigen Working Paper finden Sie hier.
„Das Niedersachsenpanel soll nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse liefern, sondern diese auch für eine evidenzbasierte Politikgestaltung nutzbar machen“, betont Prof. Dr. Mario Mechtel, Projektleiter und Professor für empirische Mikroökonomik an der Leuphana Universität Lüneburg. „Der Dialog mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern ist dabei ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit.“
Neben der Vorstellung erster Studienergebnisse wurde gemeinsam diskutiert, welche weiteren Themen für das Niedersachsenpanel zukünftig interessant sein könnten und wie wissenschaftliche Erkenntnisse für eine zukunftsorientierte Politik genutzt werden können.
„Die große Resonanz auf unsere ersten Ergebnisse zeigt, wie hoch das Interesse an wissenschaftlich fundierten Einblicken in gesellschaftliche Entwicklungen in Niedersachsen ist“, sagt Dr. Janina Kraus, Projektkoordinatorin. „Besonders erfreulich ist, dass im Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft bereits zahlreiche Synergien identifiziert wurden. Genau dieser Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis ist entscheidend, um gemeinsame Perspektiven für zukünftige Herausforderungen zu entwickeln.“
Eine Registrierung beim Niedersachsenpanel ist weiterhin alle mit Erstwohnsitz in Niedersachsen unter www.niedersachsenpanel.de möglich.
©Leuphana Universität Lüneburg
©Niedersachsenpanel





