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Werdegang

Maud Meyzaud studierte Philosophie und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Université Marc Bloch in Strasbourg. Kulturwissenschaftliche Methoden und Fragen lernte sie als Austauschstudentin an der Humboldt-Universität zu Berlin kennen, Interdisziplinarität an Graduiertenkollegs der Deutschen Forschungsgemeinschaft.  
  
Promoviert wurde sie an der Universität Konstanz mit einer Arbeit zu Literatur und politischer Theorie, die 2012 unter dem Titel Die stumme Souveränität. Volk und Revolution bei Georg Büchner und Jules Micheletbeim Fink Verlag erschien. Sie arbeitete anschließend als Postdoc, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte an mehreren deutschen Universitäten (Universität Erfurt 2009-11; Fernuniversität in Hagen 2011-17; Goethe-Universität Frankfurt 2017-18; Ruhr-Universität Bochum 2018-19), war Visiting Assistant Professor am German Department der Northwestern University in Evanston, Illinois, USA (2015) und Fellow am Schloss Friedenstein in Gotha (2017). 2020 erfolgte an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main die Habilitation mit einer venia legendi in Germanistik und in Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft; ihre 2022 bei Brill veröffentlichte Monographie zur Theorie des Romans trägt den Titel Formen des Gesprächs – Gespräch der Formen. Diderot, Schlegel, Musil und die Theorie des Romans.  
Bevor sie das Team der Fakultät Kulturwissenschaften an der Leuphana Universität in Lüneburg als Heisenberg-Professorin Anfang 2025 verstärkte, entwickelte sie die jetzigen Forschungsprojekte an verschiedenen international, interdisziplinär und kulturwissenschaftlich ausgerichteten Forschungseinrichtungen. So war sie 2021-22 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) (https://www.zfl-berlin.org/) in Berlin, Senior Fellow am Maria Sibylla Merian Centre Conviviality-Inequality in Latin America (MECILA) in São Paulo 2023 (https://mecila.net) und Fellow am Leuphana Institute for Advanced Studies (LIAS) in Culture and Society  an der Leuphana in Lüneburg 2024 (https://www.leuphana.de/zentren/lias.html); sie hat zudem im WiSe 2022/23 die Professur für Kulturtheorie und kulturwissenschaftliche Methoden an der Universität Konstanz und im WiSe 2023/24 den Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt Kulturtheorie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München vertreten.  
Ihre Schwerpunkte liegen in den Poetologien von Volk und Revolution, im literarischen Pauperismus, in der Theorie des Romans, in Fragen der Bildung (Bildungsroman und Bildungskonzepte), der Geschwisterlichkeit (familiale Modelle der Vergemeinschaftung), des Exils (Literatur und Flucht, Literatur und Diaspora) und des transkulturellen Vergleichs (Konzept und Literaturepoche der Aufklärung). 

Publikationen

Bücher und Anthologien

  1. Anatol Rosenfeld: Essays zu Literatur, Diaspora und Brasilkunde
    Maud Meyzaud (Autor*in) , 2027

    Publikation: Bücher und Anthologien › Buch › Forschung

  2. Geschwisterlichkeit: Von ästhetischen Gegenentwürfen zur Brüderlichkeit und unmöglichen Gemeinschaften.
    Maud Meyzaud (Herausgeber*in) , Iris Därmann (Herausgeber*in) , Gudrun Rath (Herausgeber*in) , Felix Trautmann (Herausgeber*in) , 2026

    Publikation: Bücher und Anthologien › Zeitschriftenhefte › Forschung

  3. Special Issue: Flucht und Verflechtung. Zur Bildung eines ‚unsteten‘ Archivs der Literatur
    Maud Meyzaud (Herausgeber*in) , Nathan Taylor (Herausgeber*in) , 2024 , 170 S.

    Publikation: Bücher und Anthologien › Zeitschriftenhefte › Forschung

  4. Formen des Gesprächs – Gespräch der Formen: Diderot, Schlegel, Musil und die Theorie des Romans
    Maud Meyzaud (Autor*in) , 2022 1st ed.. Aufl. Paderborn , 519 S.

    Publikation: Bücher und Anthologien › Buch › Forschung

  5. Hundert Jahre „transzendentale Obdachlosigkeit“: Georg Lukács’ „Theorie des Romans“ neu gelesen
    Rüdiger Dannemann (Herausgeber*in) , Maud Meyzaud (Herausgeber*in) , Philipp Weber (Herausgeber*in) , 2019 Bielefeld , 261 S.

    Publikation: Bücher und Anthologien › Sammelwerke und Anthologien › Forschung

Beiträge in Zeitschriften

  1. Demokratie als Religion: Wie Wilhelm Weitling von seinen frühsozialistischen Schwestern lernte
    Maud Meyzaud (Autor*in) , 01.01.2026 , in: Kulturwissenschaftliche Zeitschrift, 2 , S. 83-115 , 33 S.

    Publikation: Beiträge in Zeitschriften › Zeitschriftenaufsätze › Forschung

  2. Erdung in Prosa. Anmerkungen zum Eigenleben einiger Verse von Pablo Neruda bei Anna Seghers
    Maud Meyzaud (Autor*in) , 01.01.2026 , in: Zeitschrift für deutsche Philologie, 2

    Publikation: Beiträge in Zeitschriften › Zeitschriftenaufsätze › Forschung › begutachtet

  3. Flucht und lateinamerikanische Konvivenz: Anatol Rosenfelds deutsch(-jüdisch)e Brasilkunde
    Maud Meyzaud (Autor*in) , 07.02.2025 , in: Undercurrents - Forum für linke Literaturwissenschaft, 2025, 19 , S. 33-46 , 14 S.

    Publikation: Beiträge in Zeitschriften › Zeitschriftenaufsätze › Forschung

  4. Kosmopolitismus der Geflüchteten: Zur transkulturellen Literaturkritik Anatol Rosenfelds in Brasilien
    Maud Meyzaud (Autor*in) , 26.06.2024 , in: Sprache und Literatur, 53, 1 , S. 89-116 , 28 S.

    Publikation: Beiträge in Zeitschriften › Zeitschriftenaufsätze › Forschung › begutachtet

  5. Editorial
    Maud Meyzaud (Autor*in) , Nathan Taylor (Autor*in) , 26.06.2024 , in: Sprache und Literatur, 53, 1 , S. 1-8 , 8 S.

    Publikation: Beiträge in Zeitschriften › Andere (Vorworte. Editoral u.ä.) › Forschung

Beiträge in Sammelwerken

  1. Haiti als Heimat der Heimatlosen. Anna Seghers‘ lateinamerikanische Utopie
    Maud Meyzaud (Autor*in) , 03.08.2026 Berlin , S. 78-100

    Publikation: Beiträge in Sammelwerken › Aufsätze in Sammelwerken › Forschung

  2. Befristetes Leben
    Maud Meyzaud (Autor*in) , Jules Buchholtz (Herausgeber*in) , 01.01.2026 , S. 122-124

    Publikation: Beiträge in Sammelwerken › Kapitel › Forschung

  3. „Michelet“: („Michelet par lui-même“)
    Maud Meyzaud (Autor*in) , 01.07.2025 Stuttgart , S. 347-354 , 8 S.

    Publikation: Beiträge in Sammelwerken › Aufsätze in Sammelwerken › Forschung

  4. Die Kolonie im Jenseits.: Einige Anmerkungen zum Zusammenhang zwischen sozialistischen Siedlungen, Kolonialismus und Urkommunismus
    Maud Meyzaud (Autor*in) , 01.01.2025 Tübingen

    Publikation: Beiträge in Sammelwerken › Aufsätze in Sammelwerken › Forschung

  5. (Keine) Bildung eines Volkes. Zu Anna Seghers’ „Crisanta“ (1951)
    Maud Meyzaud (Autor*in) , Wiebke von Bernstorff (Herausgeber*in) , Christian Hippe (Herausgeber*in) , Florian Kappeler (Herausgeber*in) , 01.01.2025 , S. 81-98

    Publikation: Beiträge in Sammelwerken › Kapitel › Forschung

Aktivitäten

  1. „Bildung eines Volkes. Zu Anna Seghers‘ Crisanta“.
    Maud Meyzaud (Sprecher*in)

    Aktivität: Gastvorträge und -vorlesungen › Lehre

  2. „Amphibian poets. Some remarks on Rosenfeld’s literary criticism around 1959, and on Gertrud Kolmar’s ‚Die Kröte‘ (1933)“.
    Maud Meyzaud (Sprecher*in)

    Aktivität: Vorträge in anderen Veranstaltungen › Forschung

  3. „Die haitianische Revolution als utopischer Ort. Anna Seghers in Lateinameri-ka“
    Maud Meyzaud (Sprecher*in)
    →

    Aktivität: Gastvorträge und -vorlesungen › Forschung

  4. Gutachterin für Österreichische Akademie der Wissenschaften
    Maud Meyzaud (Gutachter/-in)
    →

    Aktivität: wissenschaftliche Gutachtertätigkeiten › Forschung

  5. „Arme Gemeinschaft (Rousseau)“.
    Maud Meyzaud (Sprecher*in)

    Aktivität: Gastvorträge und -vorlesungen › Lehre

Auszeichnungen

  1. Postdoc-Stipendium „Wissenschaftliches Fellowship“ in Leuphana Institute for Advanced Studies in Culture and Society (LIAS)
    Maud Meyzaud (Empfänger/-in) ,

    Auszeichnung: Leuphana interne Preise, Stipendien, Auszeichnungen, Ernennungen › Forschung

  2. Senior Fellowship am Maria Sibylla Merian Centre Conviviality-Inequality in Latin America (Mecila)
    Maud Meyzaud (Empfänger/-in) ,

    Auszeichnung: Externe Preise, Stipendien, Auszeichnungen, Ernennungen › Forschung

  3. Herzog Ernst-Fellowship
    Maud Meyzaud (Empfänger/-in) ,

    Auszeichnung: Externe Preise, Stipendien, Auszeichnungen, Ernennungen › Forschung

  4. Qualifizierung zu Maître de conférence-Dozenturen in der Sektion Études Germaniques
    Maud Meyzaud (Empfänger/-in) ,

    Auszeichnung: Externe Preise, Stipendien, Auszeichnungen, Ernennungen › Lehre

  5. Preis der Stadt Konstanz zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
    Maud Meyzaud (Empfänger/-in) ,

    Auszeichnung: Externe Preise, Stipendien, Auszeichnungen, Ernennungen › Forschung

Lehrveranstaltungen

Kritik im engeren literaturwissenschaftlichen Sinne entsteht erst um 1800. Unter dem Begriff der Kritik fallen jedoch die unterschiedlichsten Praktiken und Verfahrensweisen der historischen Akteur*innen der europäischen Aufklärung - so sehr, dass ein Verständnis der Aufklärungsepoche ausgehend vom späten 17. Jahrhundert ohne die Kategorie der Kritik nicht auskommt. Im Seminar studieren wir verschiedene Formen der Kritik von der Theologiekritik Spinozas über die politische Kritik in Herausgeberfiktionen und Briefromanen (Marana, Montesquieu, Graffigny), die Genese einer Kunstkritik (Diderot) und die Kritik am Christentum (Lessing) bis hin zur Radikalaufklärung der haitianischen Revolution. Formen und Verfahren der Kritik sind der Aufklärung derart inhärent, dass womöglich gerade die Kritik an der Aufklärung ihr paradoxerweise am Treuesten ist. So adressieren heutige Positionen, die Aufklärung als genuin europäisches, autochnones Projekt grundsätzlich in Frage stellen (etwa Graeber/Wengrow, Dhawan), gerade Konzepte, die ihr modernes Vermächnis ausmachen und in Sven Kramers parallel laufendem Seminar in den Blick genommen werden, etwa Fortschritt, aber auch Emanzipation.
Nächster Termin:
Donnerstag, 29.10.2026 um 14:15 Uhr
Im frühen 19. Jahrhundert entstehen insbesondere in Deutschland und Frankreich ganze Netzwerke an Arbeiter*innen und Handwerker*innen, die sich an der Idee des gemeinsamen Glücks und Fortschritts ausrichten und an einer kollektiven Selbstbildung glauben. Sie organisieren sich, sie beginnen, zusammen zu schreiben – und hören nicht mehr auf. Dieses 'Schreibbegehren' ist mindestens so wichtig, wie die Ziele dieses Schreibens in Form von Pamphleten, Broschüren, Abhandlungen, und Manifesten. Denn allein durch seine Performanz leistet das Schreiben der feministischen Arbeiterinnen im Umfeld des Pariser Saint-Simonismus oder des kommunistischen Schneidergesellen Wilhelm Weitling aus Magdeburg einen beeindruckenden Widerstand gegen die ihm zeitgenössischen normativen Vorstellungen von Indiduum und Gesellschaft, d.h. nicht zuletzt die soziale und ökonomische Reproduktion von Klasse und Geschlecht im Sinne der politischen Herrschaft und des statu quo.
Nächster Termin:
Mittwoch, 28.10.2026 um 14:15 Uhr