Werdegang

2009-2014: Studium der Philosophie, Romanistik (Französisch und Portugiesisch) und Religionswissenschaft an der LMU München und der UC Berkeley, Magister Artium

2015-2019: Promotion in Philosophie an der LMU München (summa cum laude)

2021-2026: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kultorfoschrung mit dem Forschungsprojekt "Marx in Frankreich: Die Selbstbestimmung der französischen Theorie 1945-1995"

2022-2025: Leiter des internationalen Forschungsprojekts "Paradoxes of Emancipation" (von der Alexander von Humboldt-Stiftung geförderte Institutspartnerschaft zwischen dem CMB Berlin und der Universidade de São Paulo)

2022-2025: Assoziierter Wissenschaftler am Centre Marc Bloch Berlin (CMB)

2025-2026: Assoziierter Wissenschaftler am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin

Seit 2016 Mitherausgeber der Buchreihe "Neue Subjektile", zahlreiche Veröffentlichungen als Übersetzer (aus dem Portugiesischen, Französischen, Englischen), Herausgeber und Lektor von wissenschaftlichen, theoretischen und literarischen Texten. Geförderte Forschungsaufenthalte in Portugal, USA, Brasilien. Lehrtätigkeit unter anderem an der LMU München (Philosophie und AVL), AdbK München, Goethe Universität Frankfurt (AVL), Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Philosophie), Humboldt Universität zu Berlin (Kulturwissenschaft), Universidade Federal Fluminense (Philosophie); Universidade Federal de São Carlos (Philosophie).

Organisation wissenschaftlicher Veranstaltungen (Auswahl):

  • Ontological Turning Points: Climate Change and Post-Truth, Konferenz, Universidade de São Paulo, 13./14.03.2025
  • Freedom in an Era of Structural Crises: Climate Change and Post-Truth, Workshop, Universidade de São Paulo, 02.04.2024
  • Revolution und Gnade: Simone Weil als politische Denkerin, Konferenz und Workshop, Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung / Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin, 26./27.10.2023
  • Entre democracia e autoritarismo: as ambivalências do conhecimento, Internationale Konferenz, Universidade de São Paulo, 02./03.03.2023

Publikationen

Bücher und Anthologien

  1. Die ontologische Wende: Indigene Kosmologien und die Dekolonisierung des Seins
    Oliver Precht (Herausgeber*in) , Bernardo Bianchi (Herausgeber*in) , Andreas Lipowsky (Herausgeber*in) , 2026 Berlin

    Publikation: Bücher und AnthologienSammelwerke und AnthologienForschung

  2. Die Unbeständigkeit der wilden Seele
    Eduardo Batalha Viveiros de Castro (Autor*in) , Oliver Precht (Übersetzer*in) , 2025 2., durchgesehene Auflage. Aufl. Wien , 459 S.

    Publikation: Bücher und AnthologienBuchForschung

  3. Grundlagen eines kritischen Denkens: aus dem Französischen von Oliver Precht
    Didier Eribon (Autor*in) , Oliver Precht (Übersetzer*in) , 2025 Wien , 251 S.

    Publikation: Bücher und AnthologienBuchForschung

  4. Der rote Faden: Maurice Merleau-Ponty und die Politik der Wahrnehmung
    Oliver Precht (Autor*in) , 2023 Berlin

    Publikation: Bücher und AnthologienMonografienForschungbegutachtet

  5. Sinn und Sinnlichkeit des Subjekts
    Judith Butler (Autor*in) , Johannes Kleinbeck (Übersetzer*in) , Oliver Precht (Übersetzer*in) , Kianush Ruf (Übersetzer*in) , Hannah Schurian (Übersetzer*in) , 2021 Wien

    Publikation: Bücher und AnthologienBuchForschung

Beiträge in Zeitschriften

  1. Schwerpunkt: Maurice Merleau-Ponty als politischer Philosoph
    Oliver Precht (Autor*in) , 01.10.2025 , in: Deutsche Zeitschrift fur Philosophie, 73, 5 , S. 598-673 , 75 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschungbegutachtet

  2. Maurice Merleau-Ponty: Political Philosophy for the Anthropocene
    Oliver Precht (Autor*in) , 01.07.2025 , in: South Atlantic Quarterly, 124, 3 , S. 541-557 , 17 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschungbegutachtet

  3. Gewaltgeschichte: Eine unmögliche Notwendigkeit: Zu Iris Därmanns »Undienlichkeit« und »Widerstände«
    Oliver Precht (Autor*in) , 01.01.2022 , in: Weimarer Beiträge, 68, 1 , S. 142-149 , 8 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenKommentare / Debatten / BerichteForschung

  4. An Land gehen: Zum Gedenken an Michel Serres
    Oliver Precht (Autor*in) , 16.06.2021 , in: Philosophische Rundschau, 68, 1 , S. 3-13 , 11 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenÜbersichtsarbeitenForschung

  5. Vom Bösen sprechen: Reflexionen über das moralische Urteil
    Oliver Precht (Autor*in) , 01.01.2019 , in: Texte zur Kunst, 116

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschung

Beiträge in Sammelwerken

  1. Empfänglichkeit und literarische Sprache: Gedanken ausgehend von Clarice Lispector und Maurice Merleau-Ponty
    Oliver Precht (Autor*in) , 01.09.2023 Berlin / Boston , S. 85-88 , 4 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenKapitelForschung

  2. Tropischer Barock. Sor Juanas Erster Traum
    Johannes Kleinbeck (Autor*in) , Oliver Precht (Autor*in) , 01.01.2023 Berlin , S. 7-22

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in SammelwerkenForschung

  3. Derrida über Kafka
    Oliver Precht (Autor*in) , 01.01.2021 Berlin , S. 443-447 , 5 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenKapitelForschung

  4. Derridas Doppelzüngigkeit. Zur Übersetzbarkeit von Schlangenwendungen
    Oliver Precht (Autor*in) , 01.01.2021 Stuttgart , S. 143-153 , 11 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenKapitelForschung

Lehrveranstaltungen

Im Seminar nehmen wir den wichtigsten Autor der brasilianischen Literatur, Machado de Assis, zum Ausgangspunkt, um über Fragen von Kolonialismus und Rassismus nachzudenken, ebenso über das Verhältnis von Literatur und Theorie. Anhand der faszinierenden Literatur von Machado de Assis erarbeiten wir uns einen Zugang zur Geschichte und gesellschaftlichen Realität Brasiliens. Portugiesischkenntnisse sind willkommen, aber nicht erforderlich.

Joaquim Maria Machado de Assis (1839–1908) gilt als der einflussreichste Autor der brasilianischen Literatur. Als pardo – also als Person europäischer (portugiesischer) und afrikanischer Abstammung –, stotternd und aus bescheidenen Verhältnissen stammend, stieg er bereits zu Lebzeiten, noch vor der Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1888, zu einer zentralen Figur des intellektuellen Lebens Brasiliens auf. In seinen Romanen, Erzählungen und crônicas zeichnet er auf subtile Weise die Abgründe, die Widersprüche und die strukturelle Gewalt einer rückständigen und abhängigen Sklavenhaltergesellschaft nach.

Roberto Schwarz, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Theoretiker Brasiliens, zeigt in seinem Buch Ein Meister an der Peripherie des Kapitalismus und in Essays wie »Deplatzierte Ideen«, wie Machado de Assis’ Romane die komplexen Abhängigkeitsverhältnisse zwischen der (lateinamerikanischen) Peripherie und den (europäischen) Zentren sowie die daraus resultierenden Machtstrukturen einer ›unterentwickelten‹ Gesellschaft thematisieren – nicht nur vordergründig auf der Ebene des Plots oder der Figuren, sondern insbesondere auf der Ebene der Form und der Erzählstruktur. Machado de Assis' Texte und Schwarz' Interpretationen führen uns Abhängigkeits- und Machtverhältnisse vor Augen – den zugleich rückständigen und enthemmten Kapitalismus, die patriarchalen Strukturen, den ›deplatzierten‹ Elitismus und den verdeckten Rassismus – die das gesellschaftliche Leben Brasiliens bis heute prägen (und die sich möglicherweise auch in anderen peripheren Regionen wiederfinden lassen).
Nächster Termin:
Mittwoch, 13.05.2026 um 14:15 Uhr
Die bedrohliche Verwandlung der Biosphäre und die chaotische Wucherung von Fake News und Verschwörungstheorien - das sind die beiden zentralen Herausforderungen, denen alles politische Handeln und alles Nachdenken über Politik im 21. Jahrhundert begegnen muss. Im Seminar beschäftigen wir uns mit einer Reihe von jüngeren und zeitgenössischen Theorien, die versuchen, diese beiden scheinbar getrennten Phänomene zusammenzudenken, die versuchen, das ›Postfaktische‹ als Symptom und Effekt des Klimawandels zu denken.
Der Versuch, diese beiden Phänomene in ihrem Zusammenhang ernstnehmen und zu denken, erfordert eine grundsätzliche Verwandlung der Theorie. Denn der Komplex aus Klimawandel und Verschwörungstheorien stellt einige Grundannahmen der kritischen Theorien des 20. Jahrhunderts radikal infrage. Auf der Suche nach einem Verständnis dieser Kernprobleme der Gegenwart betrachten wir im Seminar daher auch literarische Texte, die sich oft leichter von solchen Grundannahmen befreien können.
Nächster Termin:
Donnerstag, 14.05.2026 um 14:15 Uhr