Forschungsprojekt

Förderung der nachhaltigen Entwicklung in Transylvanien: eine Fallstudie alter Kulturlandschaften in Zentralrumänien

ein Projekt von Prof. Jörn Fischer

 

Der globale Wandel stellt eine Herausforderung an die Menschheit dar, weil es zugleich Ökosysteme und das menschliche Wohl gefährdet. Dies trifft vor allem auf ärmere Länder der Erde zu. Nachhaltige Entwicklung kann nur gelingen, wenn die Antriebskräfte des globalen Wandels mit Bedacht gesteuert werden, was ein grundlegendes Verständnis zu Grunde liegender sozio-ökologischer Dynamiken erfordert. Wir verfolgen einen interdisziplinären Forschungsansatz, um die nachhaltige Entwicklung in Osteuropa zu fördern. Insbesondere konzentrieren wir uns dabei auf die alten Kulturlandschaften Transsylvaniens (Siebenbürgen). Transsylvanien zeichnet  sich durch einen außerordentlichen kulturellen und naturräumlichen Reichtum aus. Durch die bis heute noch praktizierte traditionelle Landwirtschaft, bei der weder Maschinen noch Kunstdünger verwendet werden, wurde eine außergewöhnliche Artenvielfalt geschaffen- von seltenen Orchideenarten bis hin zu Raubtieren wie dem Wolf. Jedoch stellt der EU-Beitritt Rumäniens im Jahre 2007 die Region vor die Herausforderung, das Streben der Bewohner Siebenbürgens nach wirtschaftlichen Wohlstand mit dem Erhalt des einzigartigen natürlichen und kulturellen Erbes in Einklang zu bringen.

Unsere Forschung vereint Naturwissenschaftler, Sozialwissenschaftler und regionale Interessengruppen. Bis 2014 werden wir nicht nur die Artenvielfalt in Siebenbürgen und dadurch hervorgebrachte Ökosystemdienstleitungen erfassen und kartieren. Wir werden auch ergründen, welche formellen und informellen Institutionen eine wesentliche Rolle spielen, damit auch in Zukunft eine nachhaltige Landnutzung gelingen kann.

Dieses Forschungsprojekt wurde durch einen Sofja-Kovalevskaja Preis durch die Alexander von Humboldt Stiftung ermöglicht und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.