Forschung & Projekte

Integrated-/CSR Reporting, Sustainable Investors

Nach der Finanzkrise 2008/09 wurde das Vertrauen der Unternehmensadressaten in die kapitalmarktorientierte Unternehmenspublizität wesentlich beeinträchtigt. Vor diesem Hintergrund ist die traditionelle Finanzberichterstattung um eine Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSR) zu ergänzen, die idealerweise zu einem Integrated Reporting weiterentwickelt wird.

Während das CSR Reporting bereits einen empirischen Forschungsschwerpunkt aus internationaler Sicht bildet, steht das Integrated Reporting nach dem Rahmenwerk des International Integrated Reporting Council (IIRC) noch am Beginn der betriebswirtschaftlichen Forschung.

Das Forschungsprojekt Integrated-/CSR Reporting behandelt die aus Sicht der Investoren nachgefragten Inhaltskomponenten und die Qualität der integrierten Berichte am deutschen Kapitalmarkt. Fragen der externen Beurteilung der in Rede stehenden Berichte werden ebenfalls diskutiert.

Ausgewählte Publikationen:

  • Ger­wan­ski, J./Kord­sa­chia, O./Vel­te, P. (2019).Determinants of Materiality Disclosure Quality in Integrated Reporting: Empirical Evidence from an International Setting. Busi­ness Stra­te­gy and the En­vi­ron­ment (forth­co­m­ing).
  • Velte, P. (2018). Is audit committee expertise connected with increased readability of integrated reports? Evidence from EU companies. Problems and Perspectives in Management16: 23-41.
  • Buhleier, C./Kajüter, P./Müller, S./Scheffler, E./Velte, P./Weber, S. (2017). Diversity Reporting als Bestandteil des Corporate Governance Reportings. Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung (zfbF), Sonderheft 72/17: 355-373
  • Velte, P. und Stawinoga, M. (2017). Integrated reporting: The current state of empirical research, limitations and future research implications. Journal of Management Control 28: 275-320

Nachhaltige Finanzwirtschaft

Die Forschung in Bezug nachhaltiger Finanzierung und Investitionen zielt darauf ab, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen von Unternehmensaktivitäten zu untersuchen und in Hinblick auf das Konzept der „triple bottom line“ in Einklang zu bringen. Insbesondere nach der Finanzkrise 2008/09 interessieren sich Aufsichtsbehörden, Finanzintermediäre, Unternehmensleiter und weitere Stakeholder zunehmend für die Interdependenzen zwischen finanzieller und nicht-finanzieller Leistungen von Unternehmen.

Dieses Forschungsprojekt untersucht die Determinanten eines nachhaltigeren globalen Finanzsystems. Insbesondere besteht ein wesentlicher Antrieb darin, die Auswirkungen von „socially responsible investments“ (SRI) für das Unternehmensverhalten zu verstehen.

Im privaten Sektor zeichnet sich ein starker Trend hin zu diesen nachhaltigen Investitionen ab. Freiwillige Unterzeichner der von den Vereinten Nationen unterstützten Prinzipien für verantwortliches investieren (UN PRI) verwalteten im Jahr 2017 Vermögenswerte im Wert von 68,4 Billionen US-Dollar. Mehr institutionelle Investoren integrieren ESG- (Umwelt-, Sozial- und Regierungs-) Themen in Anlageanalysen und Entscheidungsprozesse. In diesem Zusammenhang soll auch untersucht, welche Auswirkungen nachhaltige Investitionen auf die Qualität der nichtfinanziellen Offenlegung auf die wirtschaftliche Leistung von Unternehmen haben.

Im März 2018 hat die Europäische Kommission den von der hochrangigen Expertengruppe für nachhaltige Finanzwirtschaft entworfenen Aktionsplan für nachhaltiges Wachstum angenommen. Das Hauptziel der Europäischen Kommission ist die Neuausrichtung von Kapitalströmen hin zu nachhaltigen Investitionen. Der zunehmende Fokus auf nicht-finanzielle Aspekte bei Investitionsentscheidungen auf regulatorischer und privatwirtschaftlicher Ebene kann zu systematischen Veränderungen des europäischen Finanzsystems führen, woraus sich insbesondere die Aktualität und Relevanz dieses Forschungsthemas ergibt.

Board Composition & (Gender) Diversity

In jüngerer Zeit wurden aus internationaler Sicht vielfältige Reformanstrengungen unternommen, um die Unternehmensperformance durch die Berücksichtigung von Vielfalt bei der Board-Zusammensetzung zu verbessern.

Neben der im Fokus der Diskussion stehenden Einführung einer gesetzlichen Frauenquote im Aufsichtsrat werden auch andere Diversitäts-Merkmale, z.B. Internationalität oder berufliche Erfahrungen, sowie die Unabhängigkeit und Expertise zunehmend in der empirischen Corporate Governance-Forschung aus internationaler Sicht untersucht.

Dieses Forschungsprojekt Board Composition richtet sich an das  monistische und dualistische System der Unternehmensverfassung in Europa und untersucht die Kapitalmarktwirkungen auf Ebene des Managements und der Überwachungsinstanzen.

Ausgewählte Publikationen:

  • Velte, P. (2018). Does Gender diversity in the audit committee influence key audit matters’ readability in the audit report? UK Evidence. Corporate Social Responsibility and Environmental Management 25: 748-755.
  • Velte, P. (2018). Appointing female CEOs in risky and precarious firm circumstances. A review of the glass cliff phenomenon. Corporate ownership & control 15: 33-43.
  • Velte, P. (2017). Do women on board of directors have an impact on corporate governance quality and firm performance? A literature review. International Journal of Sustainable Strategic Management 5: 302-346.
  • Velte, P. (2017). Does board composition have an impact on CSR reporting? Problems and Perspectives in Management 15: 19-35.

Sustainable CEO Compensation

Durch ihre Ausrichtung auf die nachhaltige Unternehmensentwicklung sollen die Managementvergütungssysteme als Steuerungsinstrument der unternehmensinternen Corporate Governance das wirtschaftliche Fortbestehen des Unternehmens sichern sowie das seit der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise dezimierte Vertrauen von Stakeholdern in die Unternehmensführung wiederherstellen. Wenngleich die empirische Vergütungs-Forschung aus internationaler Sicht auf eine Tradition zurückblickt, steht ein wissenschaftlicher Konsens hinsichtlich relevanter Wirkungszusammenhänge in Bezug auf die nachhaltige Unternehmensleistung derzeit aus.

 
Vor diesem Hintergrund widmet sich dieses Forschungsprojekt der vergleichenden Untersuchung der Bestandteile der Vergütung des Chief Executive Officers (CEO) im Zusammenspiel des gesamten Vorstands und fokussiert insbesondere den Einfluss unternehmensexterner und –interner Einflussfaktoren auf die Ausgestaltung und Anreizkompatibilität der nachhaltigen Vergütungssysteme.

Ausgewählte Publikationen:

  • Winschel, J. and Stawinoga, M. 2019. Determinants and effects of sustainable CEO compensation: a structured literature review of empirical evidence. Management Review Quarterly (online first).
  • Velte, P./Weber, S./Lentfer, T. (2018). Weiterentwicklung der Vorstandsvergütungssysteme im Rahmen der Sustainable Corporate Governance, Velte, P., Müller, S., Weber, S., Sassen, R. & Mammen, A. (eds), Rechnungslegung, Steuern, Corporate Governance, Wirtschaftsprüfung und Controlling. Berlin.
  • Velte, P. (2016). Sustainable management compensation and ESG performance. The German case. Problems and Perspectives in Management 14: 17-24.

Extended auditor reporting (Key Audit Matters)

Als Reaktion auf die Finanzkrise 2008/09 wurde aus internationaler Sicht eine Ausweitung der Berichterstattung des Abschlussprü¬fers zur Stärkung der Qualität der Abschlussprüfung bei Unternehmen des öffentlichen Interesses (PIE) vorgenommen. Der Bestätigungsvermerk wurde in den EU-Mitgliedstaaten um die Angabe von sog. Key Audit Matters (KAM), d.h. besonders prüfungssensible Aspekte, erweitert.
Diese regulatorische Maßnahme zielt darauf ab, die Erwartungslücke zwischen Unternehmen und Kapitalmarkt abzubauen. Investoren und andere Stakeholder-Gruppen sollen in diesem Kontext in stärkerem Maße unternehmensindividuelle Einblicke in die Durchführung der Abschlussprüfung erhalten.
Das Forschungsprojekt Extended Auditor Reporting (Key Audit Matters) analysiert aus empirischer Sicht, inwiefern diese erweiterte Berichterstattung des Abschlussprüfers im Bestätigungsvermerk zu einer Verbesserung der wahrgenommenen und tatsächlichen Prüfungsqualität aus nationaler und internationaler Sicht beiträgt.

Ausgewählte Publikationen:

  • Velte, P. (2018). Does Gender diversity in the audit committee influence key audit matters’ readability in the audit report? UK Evidence. Corporate Social Responsibility and Environmental Management 25: 748-755.

Audit Quality

Durch den Abschluss der EU-Reform zur Abschlussprüfung stehen mit der externen Rotation und der Begrenzung von Prüfungs- und Beratungsleistungen zentrale Regulierungsmaßnahmen zur Unabhängigkeit des Abschlussprüfers zur Diskussion.

Aus internationaler Sicht stellt die empirische Auditor Independence-Forschung seit vielen Jahren einen Forschungsschwerpunkt dar, die im Hinblick auf die ökonomische Vorteilhaftigkeit dieser Regulierungsmaßnahmen zu heterogenen Ergebnissen gelangt ist. Dies gilt auch für die Wirkung von Joint Audits, wenngleich sich der europäische Standardsetzer nicht für eine verbindliche Einrichtung entschieden hat.

Das Forschungsprojekt Audit Quality untersucht auf der Basis von Prüfungs- und Nichtprüfungshonoraren deutscher kapitalmarktorientierter Unternehmen die Qualität der Abschlussprüfung und die Konzentration am Prüfungsmarkt.

Ausgewählte Publikationen:

  • Velte, P. (2018). What do we know about meta-analyses in accounting, auditing, and corporate governance? Meditari Accountancy Research (forthcoming).
  • Velte, P. & Loy, T. (2018). The impact of auditor rotation, audit firm rotation and non audit services on earnings quality, audit quality and investor perceptions. A literature review. Journal of Governance and Regulation 7: 74-90.
  • Velte, P. (2017). What do we know about empirical joint audit research? A Literature Review. Accounting and Financial Control 1: 4-14.

Audit Committees

Sowohl in Board- als auch in Dualsystemen stellt die Implementierung von Prüfungsausschüssen mit unabhängigen Finanzexperten eine notwendige Maßnahme zur Sicherstellung einer angemessenen Qualität der Corporate Governance dar. Hierbei besteht für das Board-System eine Forschungstradition in Bezug auf die Wirkung von Audit Committees auf die Rechnungslegungs- und Prüfungsqualität oder die Kooperation mit anderen Überwachungsinstanzen.

Dieses Forschungsprojekt Audit Committees untersucht, inwiefern das Anforderungsprofil von Prüfungsausschüssen des Aufsichtsrats im Dualsystem einen positiven Beitrag zur Qualitätsdiskussion zu leisten vermag. In diesem Zusammenhang werden auch Performance-Wirkungen gemessen.

Ausgewählte Publikationen:

  • Velte, P. (2018). Does Gender diversity in the audit committee influence key audit matters’ readability in the audit report? UK Evidence. Corporate Social Responsibility and Environmental Management 25: 748-755.
  • Velte, P. (2018). Is audit committee expertise connected with increased readability of integrated reports? Evidence from EU companies. Problems and Perspectives in Management 16: 23-41.
  • Velte, P. (2017). Do overlapping audit and compensation committee memberships contribute to better financial reporting quality? Empirical evidence for the German two-tier system. International Journal of Economics and Accounting 8: 196-214.
  • Velte, P. and Weber, L. (2018). Funktions-, anreiz- und aufwandsorientierte Vergütung des Aufsichtsrats und Prüfungsausschusses. Empirische Ausgestaltung des Vergütungssys-tems im DAX30, MDAX, SDAX und TecDAX. Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis 69 (forthcoming).
  • Velte, P. (2017). The link between audit committees, corporate governance quality and firm performance: a literature review. Corporate ownership & Control 14: 15-31.

Earnings Management bei Goodwill Impairments

Die Internationalisierung der Rechnungslegung wurde vor der letzten Finanzkrise stets mit einer höheren Entscheidungsnützlichkeit für die Unternehmensadressaten in Verbindung gebracht. Es hat sich allerdings gezeigt, dass auch in IFRS-Konzernabschlüssen weit reichende Ermessens- und Gestaltungspotenziale für ein zielgerichtetes Earnings Management vorhanden sind und aktiv genutzt werden für eine Investor Relations-Politik. Als Teilmenge der Strategie lässt sich das sog. Big Bath Accounting qualifizieren, um bei einem Wechsel des Top Managements eine überdurchschnittliche Minderung des Periodenergebnisses (z.B. durch Goodwill Impairments) im ersten Jahr zu erzielen. Hiermit soll für künftige Perioden eine Ergebnisminderung möglichst vermindert werden, um eine positive Managementperformance zu signalisieren.

Das Forschungsprojekt Earnings Management geht den Auswirkungen des Big Bath Accountings auf die Rechnungslegungsqualität aus empirisch-quantitativer Sicht nach und untersucht unternehmensinterne und –externe Einflüsse am deutschen Kapitalmarkt.

Ausgewählte Publikationen:

  • Lazar, L. & Velte, P. (2018). Determinants of mandatory goodwill disclosure. The case of impairment testing in Germany. International Journal of Managerial and Financial Accounting 10: 301-330.
  • Velte, P. & Lazar, L. (2016). Bestandsaufnahme und Würdigung der empirischen Rechnungslegungsforschung zum Goodwill Impairment Only Approach nach IFRS. Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis 68: 57-86.

Say-on-Pay in the German two-tier system

Die Vergütung von Vorständen wird sowohl in der wissenschaftlichen Fachliteratur als auch in den öffentlichen Medien seit Jahren kontrovers diskutiert. Um die zum Teil als ‚exzessiv‘ empfundenen Vergütungen zu regulieren und die Interessen der Aktionäre zu stärken haben mehrere Länder sogenannte ‚Say-on-Pay‘ Regelungen erlassen.

Say-on-Pay bezeichnet im Allgemeinen die Möglichkeit, dass Aktionäre während der Jahreshauptversammlung über die Angemessenheit der Vorstandsvergütung abstimmen. Auch wenn diese Abstimmungen vielfach nicht bindend sind zeigen erst Forschungsergebnisse aus Ablehnungsquoten resultierende Veränderungen der Vergütungsstruktur oder -höhe.


Im Rahmen des Forschungsprojektes werden zunächst die Faktoren ermittelt welche die Unternehmen zu einer Aufnahme der Say-on-Pay Abstimmung auf die Tagesordnung der Hauptversammlung bewegen. Darüber hinaus sollen die Gründe für die Ablehnung von Vergütungspakten durch Aktionäre sowie der Einfluss des Abstimmungsergebnisses auf die Vergütungspraxis untersucht werden.

Der Fokus liegt dabei auf den deutschen Kapitalmarkt. Dieser Kapitalmarkt bietet ein natürliches Experiment durch ein Dualsystem und die Möglichkeit einer freiwilligen Abstimmung.

Ausgewählte Publikationen:

  • Obermann, J. & Velte, P. (2018).  Determinants and Consequences of Executive Compensation-Related Shareholder Activism and Say-on-Pay Votes: A Literature Review and Research Agenda. Journal of Accounting Literature 40: 116-151.
  • Obermann, J. (2018). Can management-sponsored non-binding remuneration votes shape the executive compensation structure? Evidence from Say-on-Pay votes in Germany. The European Journal of Finance 24: 1609-1630.

Book-tax differences - Aktives Earnings Management und/oder Tax Planning?

Anhand der Konzernsteuerquote zeigt sich, dass zwischen dem Jahresergebnis der externen Rechnungslegung („book income") und dem zu versteuernden Einkommen nach der steuerlichen Gewinnermittlung („taxable income") häufig eine große Lücke besteht.Die Analyse der Ursachen dieser sog. „Book-tax differences" sind Gegenstand des vorliegenden Forschungsprojekts.

Entweder betreiben die Unternehmen ein aktives Earnings Management, um ihr Book income „nach oben" zu korrigieren. Oder sie betreiben ein effektives Tax Planning, um ihr Taxable income nach „unten" anzupassen. Möglicherweise wird in der Unternehmenspraxis auch eine Kombination aus beiden Strategien betrieben. Das Auftreten und stetige Wachstum von Book-tax-differences wird seit den 1990er Jahren konstatiert. Sowohl für das Financial Accounting als auch für das Tax Accounting stellen diese eine legitimatorische Herausforderung dar.

Wie ist es möglich, dass Unternehmen dem Kapitalmarkt hohe Gewinne melden und gleichzeitig in ihrer Steuerbilanz einen Verlust geltend machen? Das Forschungsprojekt Book-tax differences geht den Ursachen dieses Phänomens aus konzeptioneller und empirischer Sicht nach.

Ausgewählte Publikationen:

  • Kovermann, J.H. & Wendt, M. (2019). Tax Avoidance in Family Firms: Evidence from Large Private Firms. Journal of Contemporary Accounting & Economics (forthcoming).
  • Kovermann, J. H. (2018). Tax avoidance, tax risk and the cost of debt in a bank-dominated economy. Managerial Auditing Journal 33: 683-699.

Die Gewinnermittlung im Rahmen der Gemeinsamen Konsolidierten Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage

Im März 2011 hat die Europäische Kommission ihren Richtlinienvorschlag zur Einführung der Gemeinsamen Konsolidierten Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage (GKKB) vorgestellt. Der Richtlinienvorschlag ist ein umfassendes Konzept mit dem übergeordneten Ziel, den europäischen Binnenmarkt durch Vereinfachung und Steigerung der Effizienz des Körperschaftsteuersystems zu fördern. Aufgrund zahlreicher unbestimmter Rechtsbegriffe und offener Auslegungsfragen bilden die Vorschriften des Richtlinienvorschlags zur Gewinnermittlung allerdings lediglich einen ersten Ausgangspunkt für weitere Diskussionen.
Vor diesem Hintergrund untersucht dieses Forschungsprojekt, inwiefern sich die grundlegenden Prinzipien und zentralen Einzelfragen der steuerlichen Gewinnermittlung nach GKKB von den Regelungen nach deutschem Steuer- und Handelsrecht sowie den IFRS unterscheiden und welche Auswirkungen sich daraus für den Steuerpflichtigen ergeben.
 

Ausgewählte Publikationen:

  • Mock, O. (2019). European Proposal for a Common Corporate Tax Base (CCTB). A case for a principle foundation. European Taxation (forthcoming).
  • Velte, P. & Mock, O. (2018). Experteninterviews zur europäischen Reform der steuerlichen Gewinnermittlung. FinanzRundschau (Teil I und II) 100: 1081-1091 sowie 1125-1135.
  • Velte, P. & Mock, O. (2017). EU-Richtlinienvorschlag für eine Gemeinsame Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage (GKB) vom 25.10.2016. Eine rechtsvergleichende und kritische Analyse zur steuerlichen Gewinnermittlung. Steuer und Wirtschaft 93: 126-144.

Fair Value Accounting, Earnings Management and Corporate Governance

Der Ansatz und die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden mit ihren aktuellen Zeitwerten (Fair Value Accounting) rückt aus internationaler Sicht in den Fokus der empirischen Rechnungslegungsforschung. Mit der Implementierung von IFRS 13 wurde eine postenübergreifende Fair Value-Hierarchie eingeführt, bei der in einem dreistufigen System der Fair Value abgeleitet werden muss. Kritisiert wird die eingeschränkte Objektivität, besonders in den Fällen, in denen der Fair Value auf der dritten Stufe durch Methoden der Unternehmensbewertung bestimmt wird. Aktuelle Studien belegen, dass Investoren die beizulegenden Zeitwerte der dritten Stufe als weniger wertrelevant erachten.
Im Rahmen der empirischen Forschung wird bislang nur nachrangig untersucht, welchen Einfluss einzelne Corporate Governance-Variablen (z.B. Gender Diversity im Board) auf die Fair Value-Bewertung und die damit verbundenen Anhangangaben haben. Auch ist fraglich, wie sich das Fair Value Accounting der dritten Stufe auf die Qualität der externen Abschlussprüfung auswirken. Vor diesem Hintergrund richtet sich das vorliegende Forschungsprojekt einerseits an die Analyse von einzelnen Corporate Governance-Faktoren im Zusammenhang mit dem Fair Value Accounting sowie andererseits auf den Einfluss von Fair Values auf die Prüfungsqualität.

Ausgewählte Publikationen:

  • Velte, P. (2017). Do women on management board increase fair value relevance? Corporate Governance and Sustainability Review 1: 6-16