Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Prof. Dr. Beate Söntgen


Lehrveranstaltungen

Natürlichkeit - Abstraktion - Figuration. Französische Malerei vom 18. bis frühen 20. Jahrhundert (Seminar)

Dozent/in: Beate Söntgen

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 14:15 - 15:45 | 06.04.2020 - 10.07.2020 | C 40.256 | Zoom

Inhalt: Das Seminar erkundet die Geschichte der modernen Malerei am Beispiel Frankreichs, und zwar an exemplarischen Bildern und Begriffen. Ausgehend vom späten 18. Jahrhundert werden bis in das frühe 20. Jahrhundert die Kippbewegungen der Vorstellungen dessen, was moderne Malerei denn sein solle, nachvollzogen. Der Ruf nach mehr Natürlichkeit wandte sich gegen rhetorisch grundierte, regelgeleitete Formen der Malerei, wie sie die Akademie vorgab. Dieser Ruf wurde, wie auch die ihm folgende Malerei, jedoch mit Finessen der Rhetorik und des künstlerischen Raffinements artikuliert: Die Kunst verberge, dass es Kunst ist – so hat die Antike diesen Widerspruch verstanden. Der Begriff Realismus wiederum fasste Darstellungsweisen, die mit der Behauptung verbunden wurden, nur zu malen, was man sehe, und zwar vor allem aus politischen Gründen: So wollte Courbet seinen Zeitgenossen ein Sinnbild der Epoche geben, mit der Darstellung armer Steinklopfer, die unter harten Bedingungen ihr Brot verdienten. Dies tat der Maler jedoch mit Mitteln, die aus der klassischen Historienmalerei stammten: Reduktion der Bildelemente und monumentale Figuration. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wird, unter verschiedenen Vorzeichen, die Autonomie der Kunst und ein Vorrang des Malerischen selbst gegenüber dem Dargestellten behauptet, sei es mit den Mitteln abstrahierender Figuration oder als Übersetzung eines Wahrnehmungseindrucks. Zugleich erarbeitet das Seminar auch die Gründe, warum Frankreich als ein so erfolgreiches Modell moderner Malerei galt. Was in dieser Erfolgsgeschichte ausblendet wird, ist ebenfalls Gegenstand des Seminars: (geschlechtsspezifische) Ungleichheiten, institutionelle Ausgrenzungen und ökonomische Bedingungen, die nicht zuletzt durch Kolonialismus mitbestimmt sind.

Rückkehr zur Ordnung. Avantgarde und Ästhetizismus (Seminar)

Dozent/in: Beate Söntgen

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 12:15 - 13:45 | 06.04.2020 - 10.07.2020 | C 12.010 | digitale Veranstaltung, Seminar über ZOOM

Inhalt: Die Avantgarde-Bewegungen des frühen 20. Jahrhunderts versuchten, durch neue Verfahren und Medien der Darstellung sowie mit Techniken des Bruchs und der Montage Kunst und Gesellschaft stärker miteinander zu verschleifen. Kunst wurde gleichermaßen als Ausdruck, Medium und Instrument politischen Denkens und Handelns verstanden. Ästhetizismus scheint die gegenläufige Bewegung zu sein, die sich, ganz auf Formfragen, innere Bewegung und Selbstgenuss der BetrachterInnen durch äußere Schönheit gerichtet, politischer oder gesellschaftlicher Involvierung entzieht. Gerade die jüngeren Diskussionen um Form weichen diese Polarisierung auf, indem sie das kommunikative, auf soziale und gesellschaftliche Anliegen bezogene Potential des Formbegriffs in der Moderne herausstellen. Das Seminar geht den Bruchlinien und Schnittstellen der Narrative und künstlerischen Praktiken vom ausgehenden 19. bis in das frühe 20. Jahrhundert nach.

Basiskolleg (2) (Seminar)

Dozent/in: Susanne Leeb, Beate Söntgen

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 12:00 - 14:00 | 06.04.2020 - 10.07.2020 | C 40.254

Inhalt: Im Basiskolleg werden theoretische und methodische Kerntexte zum Thema „Kulturen der Kritik“ durch die Kollegiat/innen vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Sie moderieren und präsentieren das Material im Response-Verfahren.

Forschungskolleg (2) (Seminar)

Dozent/in: Susanne Leeb, Beate Söntgen

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 17:00 - 20:00 | 06.04.2020 - 10.07.2020 | C 40.254

Inhalt: Alle Kollegiat/innen berichten einmal im Semester zum Stand der Dissertations- oder anderer Kollegprojekte (Vorstellung von Exposés, Kapiteln, Arbeitsergebnissen sowie Methodenreflexionen). Die Sitzungen sind im gesprächsfördernden Response-Verfahren angelegt: Ein/e Referent/in präsentiert das zuvor zirkulierte Manuskript, während die/der Verfasser/in klarstellt, erläutert und ergänzt; die Diskussion folgt unter Vorsitz einer/s Dritten aus dem Kreis der Kollegiat/innen. So üben die Kollegiat/innen die Situierung eigener und fremder Arbeiten in einem wissenschaftlichen Rahmen ein sowie das Vermögen, kritische Einwänden zu erheben bzw. sich diesen zu stellen. Auf der anderen Seite erhalten die Kollegiat/innen wertvolle Einblicke in die Arbeitsweisen der anderen und werden zu einem differenzierenden, respektvollen Miteinander angeregt. Bei der Präsentation von Dissertationsprojekten sind die jeweiligen Betreuer/innen anwesend. Gäste, etwa Assoziierte oder weitere Kolleg/innen aus der Leuphana, können auf Wunsch hinzugezogen werden.