LIAS Filmreihe: "Do Not Expect Too Much From the End of the World"
Mittwoch, 4. Februar, 19 Uhr | SCALA Programmkino | Eintritt frei
04. Feb.
Dieser Film gehört zur LIAS-Filmreihe in Kooperation mit dem SCALA Programmkino. Jeden Monat werden internationale Filme zu kultur- und sozialkritischen Themen von Einführungen und Diskussionen begleitet.
Datum: Mittwoch, 4. Februar 2026, 19.00 Uhr
Ort: SCALA Programmkino | Apothekenstr. 17 | 21335 Lüneburg
Eintritt frei.
2023 | Regie: Radu Jude | Rumänien | 164 Min.
LIAS Fellow Jason Goldfarb
Mit Do Not Expect Too Much from the End of the World legt der rumänische Regisseur Radu Jude ein schonungslos scharfes, zugleich bitterkomisches Porträt der heutigen Arbeitswelt und ihrer Bildproduktion vor. In zwei formal wie inhaltlich miteinander verschränkten Teilen begleitet der Film Angela, eine Produktionsassistentin, die durch Bukarest fährt, um Arbeiter*innen für einen von einem multinationalen Konzern in Auftrag gegebenen „Arbeitssicherheitsfilm“ zu casten. Was als vermeintliche Sensibilisierungskampagne beginnt, entlarvt sich rasch als leere Geste unternehmerischer Selbstinszenierung.
Als der halb gelähmte Arbeiter Marian vor der Kamera offen ausspricht, dass sein Arbeitsunfall auf die Fahrlässigkeit des Unternehmens zurückzuführen ist, gerät das Projekt außer Kontrolle. Ein zynischer Prozess der Umdeutung setzt ein, in dem Wahrheit der Konzernlogik geopfert wird. Radu Jude nutzt diesen Konflikt, um Ausbeutung, Prekarisierung und die Bedingungen der Gig Economy ebenso zu analysieren wie die Mechanismen audiovisueller Darstellung selbst.
Zwischen Roadmovie, Satire, Collage und Smartphone-Ästhetik entfaltet sich ein bewusst fragmentarischer Film, der formale Rauheit als politisches Statement begreift. Mit bissigem Humor und radikaler Offenheit spiegelt Jude eine digitale, posttotalitäre Gegenwart, in der Kapitalismus, Technologie und Bilderproduktion untrennbar miteinander verknüpft sind. Das Ergebnis ist ein verstörendes, hochaktuelles Kinoerlebnis, das einfache Antworten konsequent verweigert.
Anfragen und Kontakt:
- Dr. Christine Kramer