LIAS Filmreihe: »Ancestral Visions of the Future«
21. Mai
Der Regisseur Lemohang Jeremiah Mosese ist anwesend.
Datum: Donnerstag, 21. Mai 2026, 19 Uhr
Ort: SCALA Programmkino, Apothekenstraße 17, Lüneburg
Einführung: Grace Musila (LIAS Alumna, University of the Witwatersrand, Johannesburg, South Africa)
In seinem poetisch verdichteten und zugleich hochgradig subjektiven Film Ancestral Visions of the Future entwickelt Lemohang Jeremiah Mosese eine vielschichtige Reflexion über Entwurzelung, Exil und die fortwährende Aushandlung von Zugehörigkeit. Die Uraufführung fand 2025 im Rahmen der Sektion Berlinale Special bei den Internationale Filmfestspiele Berlin statt.
In einer bewusst fragmentierten Narration und mittels einer dichten, mythisch aufgeladenen Bildsprache verknüpft Mosese autobiografische Erinnerungsarbeit mit universellen Fragestellungen nach Heimat, Verlust und Identität. Ausgehend von seiner Kindheit in Lesotho bis hin zu seinem Leben im Berliner Exil entfaltet sich eine traumartige filmische Topografie, die sich zwischen Vergangenheit und Gegenwart, individueller Erfahrung und kollektiver Erinnerung bewegt.
Der Film operiert mit symbolisch überhöhten Figurenkonstellationen: etwa einem Puppenspieler, der durch den Anbau von Kräutern Zeit zur Erlösung finden möchte, oder einer Marktfrau, die in einer von Amnesie geprägten urbanen Umgebung die Sprache der Träume bewahrt. Parallel dazu rekonstruiert Mosese prägende biografische Momente – die staubdurchzogenen Straßen seiner Kindheit, Erfahrungen von Gewalt sowie die existenzielle Anonymität des Exils.
Ancestral Visions of the Future überschreitet damit den Rahmen einer rein autobiografischen Erzählung und lässt sich als filmische Hommage an eine Stadt und ein Kollektiv lesen, die im Spannungsfeld zwischen erinnerungskultureller Last und unvermeidlichem Verlust situiert sind. Inspiriert von oralen Erzähltraditionen und getragen von einer eigenständigen visuellen Ästhetik entfaltet Mosese ein Werk von emotionaler und poetischer Intensität. Der Film stellt zugleich als Reflexion über die epistemische und affektive Stärke des Kinos dar, Erinnerung zu visualisieren und imaginäre Räume der Zugehörigkeit zu eröffnen.
Eintritt frei
Frankreich / Lesotho / Deutschland / Katar / Saudi-Arabien, 2025 • Regie: Lemohang Jeremiah Mosese • 90 min • Englische Originalfassung
©LIAS
Anfragen und Kontakt:
- Dr. Christine Kramer