LIAS Symposium: »World-making Experiments with Art and Literature«
21. Mai
LIAS Senior Fellow Grace A Musila und LIAS Faculty Fellow Vera-Simone Schulz | Gäste: Tsitsi Dangarembga, Yvonne Adhiambo Owuor, Lemohang Jeremiah Mosese, Muna Mussie, Mshai Mwangola, Maaza Mengiste
Datum: Mittwoch, 21. bis Freitag, 22. Mai 2026, 9.30–15 Uhr
Ort: Campus | Zentralgebäude Libeskind Forum
Dieser Workshop bringt ausgewählte Schriftsteller*innen und Bildenden Künstler*innen aus Ost- und Südafrika zusammen, deren Arbeit sich mit den Möglichkeiten audiovisueller und narrativer Kunst auseinandersetzt, um alternative Visionen der Weltgestaltung in unmöglichen Zeiten zu entwerfen. Der Workshop befasst sich damit, wie diese Gruppe von Künstler*innen und Autor*innen – durch Literatur, Film und bildende Kunst – künstlerische Vorstellungswelten erschließt, um überzeugende Kritiken an bestimmten Zeitlichkeiten und Subjektivitäten bereitzustellen, die in Ost- und Südafrika anlässlich wiederkehrender Perioden der Entmenschlichung an verschiedenen historischen Wendepunkten auftreten. Gleichzeitig lehnt jede*r dieser Künstler*innen in ihrem/seinem Werk die bequeme Hingabe an die Verzweiflung ab und mobilisiert die Vorstellungskraft als mächtiges Werkzeug – sowohl ästhetisch als auch politisch –, um die Vorstellungswelten Ost- und Südafrikas mit verschiedenen Formen dessen zu bereichern, wie ein „Anders“ aussehen könnte; selbst wenn konventionelle Erzählungen und Geschichtsschreibungen eine Niederlage bedeuten.
Es ist diese Reihe politischer und ästhetischer Vorstellungen dessen, was man als alternarive Voirstellungswelten bezeichnen könnte, die dieser Workshop zu erforschen beabsichtigt.
Der Workshop geht von einem Verständnis der künstlerischen Vorstellungskraft aus, die mit der Befähigung ausgestattet ist, Möglichkeiten zu konzipieren und Lebenswelten jenseits der Grenzen ausschließender Status Quos zu gestalten; hin zu lebenswerten Zukünften. Es sind die weltgestaltenden Möglichkeiten der künstlerischen Vorstellungskraft, die wir in diesem Workshop erforschen wollen.
Durch eine Reihe von Reflexionen, Lesungen, Filmvorführungen und Diskussionen bringt der Workshop diese Künstler*innen und ihre jeweiligen Werkkomplexe in einen Dialog. Im Mittelpunkt des Workshops stehen Schriftsteller*innen, Filmemacher*innen und bildende Künstler*innen aus Ost- und Südafrika.
Jedes dieser künstlerischen Werke nutzt die künstlerische Vorstellungskraft, um sich grundlegenden Fragen zu stellen, die sich auf die unabgeschlossenen Aufgaben gewalttätiger politischer Geschichten und Gegenwarten beziehen; auf die Versprechen und den Verrat von Befreiungsprojekten in Afrika und seinen Diasporas; auf die anhaltenden Katastrophen des extraktiven Kapitals in der Welt; sowie auf die Lebenswelten von Migrant*innen, in einer Zeit, in der sich entfaltende Polykrisen prekäre Gemeinschaften noch entbehrlicher machen. Gleichzeitig zeichnen sich die Arbeiten der einzelnen Künstler*innen durch eine intensive Auseinandersetzung mit verschiedenen interdisziplinären Dialogen zwischen literarischer Erzählung und Kunst aus, die als entscheidende Formen der Welt- und Sinnstiftung im heutigen Afrika gelten.
Programm
Donnerstag, 21. Mai 2026
Campus, Libeskind-Gebäude, Forum
09.30–10.00 Uhr
Eröffnungsrede zum Workshop: Grace A. Musila & Vera-Simone Schulz
10–11.15 Uhr
Yvonne Adhiambo Owuor: „Entangled Cartographies: Crafting the Myths of Us«
Diskussionspartner: Russel West-Pavlov, Universität Tübingen
11.45–12.45 Uhr
Maaza Mengiste: »Writing Through the Lens: Literature and Photography«
Frage-und-Antwort-Runde: Moderiert von Vera-Simone Schulz
13.45–15 Uhr
Filmvorführung und Diskussion zu Muna Mussies Cinema Impero
Diskussionspartnerin: Naima Hassan, Kuratorin, Berlin
15.15–16.30 Uhr
Mshaï Mwangola: »Leso Lessons for World-Making in Impossible Times«
Diskussionspartnerin: Clarissa Vierke, Universität Bayreuth
Freitag, 22. Mai 2026
Campus, Libeskind-Gebäude, Forum
09.30–10.45 Uhr
Muna Mussie: »The Embroidered Book – Punteggiatura«
Diskussionspartnerin: Betiel Anghesom Negash, Universität Chieti-Pescara
11.15–12.30 Uhr
Filmvorführung: Mother’s Day von Tsitsi Dangarembga, Simbabwe, 2005, 30 Min., OmeU
Reaktion und Diskussion: Pepetual Mforbe Chiangong, Universität Bayreuth
13.30–14.30 Uhr
Lemohang Jeremiah Mosese im Gespräch mit LIAS-Alumna Grace A. Musila
14.30–15 Uhr
Abschließende Reflexionen
Anfragen und Kontakt:
- Dr. Christine Kramer