Heidi Grunebaum
Senior Fellow 2026/27
Heidi Grunebaum ist Schriftstellerin und Wissenschaftlerin am Centre for Humanities Research, University of the Western Cape. Sie forscht zu sozialen und ästhetischen Reaktionen auf die Nachwirkungen von Genozid, Krieg und Massengewalt, insbesondere in Bezug auf den Holocaust, Apartheid und Nakba. Ihre Forschungsinteressen umfassen kritische Erinnerungsstudien, Ästhetik und Politik, postkoloniale Theorie und öffentliche Kultur. Mit Mark. J. Kaplan drehte sie die Dokumentarfilme in Spielfilmlänge The Village Under the Forest (2013) und The Return (2024). Ihre Gedichte werden in Botsotso Journal for South African Arts und Cultures and Running Towards Us: New Writing from South Africa und New Contrast veröffentlicht.
Forschungsskizze
Beyond Partition: The Aesthetics of Jewish World-Making after Zionism
Dieses Forschungsprojekt setzt sich damit auseinander, was es bedeuten könnte, die (Auf)Teilungen des Sinnlichen und Sensorischen - eine wirkmächtige Idee der kolonialen Moderne - neu zu konstellieren, soweit diese die aktuellen Dilemmata des Zionismus als hegemoniale Form jüdischen Nationalismus in Israel betreffen. Der Zionismus war die europäisch-jüdische politische Antwort auf Europas Scheitern, die politische Frage zu lösen, das es als »die Judenfrage« bezeichnete - ein Dilemma, welches sowohl das Problem von »Minderheit« als auch von »Rasse« für die politische Moderne Europas umfasste. Mit diesem Projekt möchte ich eine umfassendere Kritik am Konstrukt des euro-amerikanischen Vergessens entwickeln, das sich auf die »weltsystemische Ordnung« (Sylvia Wynter) bezieht – auf ihre Formen von Sklaverei, Extraktivismus, Ökozid, Völkermord und rassistischer Unterwerfung. Dieser Rahmen könnte verständlicher machen, weshalb Teilung immer noch die vorherrschende Art ist, sich eine territorialisierte politische und ethische Beziehung zwischen Jüd*innen und Palästinenser*innen vorzustellen. Mit der Thematisierung dieser schwierigen Situation ist dieses Projekt – gedacht als Sammlung von Essays – bestrebt, das Problem jüdischer Kollektivität in Palästina, aber auch die Methoden der Teilung neu zu überdenken, indem es sich mit dem künstlerischen Schaffen jener auseinandersetzt, die durch die Nationalisierung der jüdischen Erinnerung historisch ausgelöscht wurden, und indem es ausgewählte kulturelle Produktionen einer genauen Lektüre unterzieht, die ein Bild jüdischer Weltgestaltung jenseits von Teilung vermitteln können.
Jüngste wissenschaftliche Position
Lehrbeauftragte am Centre for Humanities Research, University of the Western Cape, Kapstadt, Südafrika
Jüngste Veröffentlichungen
Book of the Missing, Lagos, Praxis Magazine, 2019.
mit Kurt Campbell, Athlone in Mind, Kapstadt, Centre for Humanities Research, 2017.
mit Emile Maurice (Hg.), Memorializing the Past: Everyday Life in South Africa after the Truth and Reconciliation, Uncontained, Kapstadt, Centre for Humanities Research, 2012.
Commission, New Brunswick, NJ, Transaction Publishers, 2011.