Koyal Verma

Fellow 2026/27

Koyal Vermas Forschung wurzelt in postkolonialen Ansätzen und jenen zum Globalen Süden, aber auch in der Analyse kollektiver und kultureller Erinnerung. Ihr Schwerpunkt liegt vor allem auf dem kulturellen Schaffen und der Darstellung afrikanischer Identitäten in Südasien und vereint historische und aktuelle Perspektiven, um koloniale Interpretationsmuster zu dekonstruieren und alternative Lesarten aufzuzeigen. Ihr Augenmerk liegt vor allem auf Symbolen, Ritualen und materiellen Objekten als Träger von Migrationserfahrung und kultureller Identität, um Prozesse von Erinnerung, Zugehörigkeit und kultureller Hybridität zu rekonstruieren.
Durch die Untersuchung historischer Migrationsbewegungen über den Indischen Ozean, spürt sie der Lokalisierung von Menschen afrikanischer Herkunft in Südasien – besonders Indien – in verschiedenen sozialen, religiösen und kulturellen Kontexten nach, die auch weiterhin aktuelle Medien und soziale Diskurse prägen. Durch eine Verbindung historischen Tiefgangs mit soziopolitischer Relevanz eröffnet sie transnationale Perspektiven in Kulturstudien, afrikanischen Studien, Migrationsforschung und ethnischen Studien, und trägt damit zu einer Neubewertung afrikanischer Präsenz in Südasien bei.

Forschungsskizze

The Cultural Production and Representation of African Identity in South Asia: Perspectives on Culture and Society from the Global South

Die Darstellung afrikanischer Menschen und ihrer Identität in Südasien, besonders in der indischen Kultur, Kunst, Literatur und Geschichte, wird nur zum Teil verstanden. So werden Menschen afrikanischer Abstammung in erster Linie als königliche Sklaven in kolonialen Darstellungen afrikanischer Identität porträtiert. In Indien werden Menschen afrikanischer Abstammung als Siddi bezeichnet (Basu, 1998). Es war bekannt, dass Siddi Nachfahren des Volkes der Bantu aus Ostafrika waren. Sie waren gemeinhin als Habshi bekannt. Habshi wurde zu einem weit verbreiteten, stereotypisch aufgeladenen Begriff im lokalen/regionalen Kontext. In meinem Projekt bin ich also bestrebt, ihre kulturelle Identität zu analysieren, historisch zu dekonstruieren und neu zu interpretieren, um zu einem zukünftigen kulturpolitischen Diskurs beizutragen. Zudem untersuche ich den Einfluss der kulturellen Erstellung von Identität auf Menschen afrikanischer Herkunft durch diskursive Ansätze, und problematisiere die kolonialisierte Erstellung von Identität, die Einfluss auf die zeitgenössische Darstellung afrikanischer Identität in Indien und Südasien hatte. Durch die
Untersuchung von Kultur, Bräuchen, Traditionen, mündlicher Geschichte und Narrativen der Menschen afrikanischer Herkunft, die in Indien und Südasien leben, bin ich mit meinem Projekt auch bestrebt, die verschiedenen Historien in Betracht zu ziehen, um die vielen Facetten afrikanischer Identität in Südasien neu zu entdecken und zu zukünftigen Diskursen und globaler Kulturpolitik beitragen zu können.

Ausbildung

2018 PhD in Soziologie, Jawaharlal Nehru Universität, Neu-Delhi, Indien
2014 MA in Soziologie, Jawaharlal Nehru Universität, Neu-Delhi, Indien
2006 BA in Psychologie, Panjab Universität, Chandigarh, Indien

Jüngste wissenschaftliche Position

Assistenzprofessorin, School of Liberal Arts, Bennett University, Neu-Delhi, Indien
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Centre for Race, Gender and Class, Universität Johannesburg, Südafrika

Jüngste Veröffentlichungen

»Revisiting the Collective Memories of Partition: Understanding Resilience«, in: Gopi Tripathy und Anurita Jalan (Hg.), Narrative of Transformative Reconciliation, London, Routledge, 2025.
»The Social Construction of Racism and Blackness in India«, in: Racism by Context Series, Politics and Government,Oxford Intersections, erscheint in Kürze.
»Contestations and Negotiations on Racialized Rights of African Migrants in India: Reshaping Political Identities«, in: Racism by Context Series, Art, and Culture, Oxford Intersections, erscheint in Kürze.