Course Schedule

Veranstaltungen von Prof. Dr. Beate Söntgen


Lehrveranstaltungen

Szenen der Kritik. Theorie, Geschichte, Praktiken (Seminar)

Dozent/in: Beate Söntgen

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 12:15 - 13:45 | 14.10.2024 - 31.01.2025 | C 40.152 Seminarraum

Inhalt: Was als Kritik oder als kritischer Akt gelten kann, steht derzeit erneut zur Disposition. Es haben sich eine Fülle von weit reichenden Praktiken in veränderter Gestalt entwickelt, deren Kritikförmigkeit je diskutiert werden muss. Feministische, transkulturelle, post- und dekoloniale Perspektiven haben grundlegende, in der Aufklärung wurzelnde Annahmen über Kritik, deren Geltungsansprüche sowie die Funktion des Bewertens und Urteilens in Frage gestellt. Zugleich werden die Möglichkeit des Eingreifens ebenso wie das emanzipatorische und transformatorische Potential immer wieder aufgerufen, um den Wert der Kritik zur Geltung zu bringen. Das zweite, dem Modul zugeordnete Seminar unter der Leitung von Sven Kramer widmet sich der Konstellation von Aufklärung und Fortschrittsdenken, das ebenfalls in Kritik geraten ist, wie aus den zu diskutierenden Texten erhellt. Exemplarisch analysiert das Seminar Theorien und Praktiken von Kritik, ihre Instanzen, Gegenstände, Rahmungen, Geltungsansprüche und Wirkungsweisen in ihrer je spezifischen Situierung und im historischen Wandel. Untersucht wird, welche Akteure, Erwartungen und Kriterien jeweils eine Rolle spielen und in welchen Formen und Medien sich ein kritischer Akt mitsamt seinem Gegenstand konstituiert. Einerseits werden unterschiedliche theoretische Modellierungen von Kritik diskutiert. Andererseits stehen exemplarische kritische Praktiken, vor allem des künstlerischen Feldes, und zwar aus dem 18. Jahrhundert sowie gegenwärtige Positionen, im Vordergrund. Ausgehend von der Aufklärung, geht es um Fragen der Repräsentation, der Herstellung von Öffentlichkeit und um die Rolle, die künstlerische Praktiken in dieser spielen. Ebenfalls thematisiert werden die Herausbildung von Kunstinstitutionen und deren Kritik durch Künstler*innen. Jede Sitzung soll durch eine Arbeitsgruppe vorbereitet werden, die Materialien und Autor*innen kurz vorstellt und die in die Diskussion einführt. In der ersten Sitzung wird das Programm vorgestellt und diskutiert; Vorschläge der Studierenden sind willkommen.

Kunstwissenschaftliche Verfahren (Seminar)

Dozent/in: Beate Söntgen

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 10:15 - 11:45 | 01.12.2024 - 31.01.2025 | C 40.108 Seminarraum

Forschungskolleg (5) (Seminar)

Dozent/in: Susanne Leeb, Beate Söntgen

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 16:00 - 20:00 | 14.10.2024 - 31.01.2025 | C 40.108 Seminarraum

Inhalt: Alle Kollegiat_innen berichten einmal im Semester zum Stand der Dissertationsprojekte (Vorstellung von Exposés, Kapiteln, Arbeitsergebnissen sowie Methodenreflexionen). Die Sitzungen sind im gesprächsfördernden Response-Verfahren angelegt: Ein_e Referent_in präsentiert das zuvor zirkulierte Manuskript, während der/die Verfasser_in klarstellt, erläutert und ergänzt; die Diskussion folgt unter Vorsitz einer dritten Person aus dem Kreis der Kollegiat_innen. So üben die Kollegiat_innen die Situierung eigener und fremder Arbeiten in einem wissenschaftlichen Rahmen ein sowie das Vermögen, kritische Einwänden zu erheben bzw. sich diesen zu stellen. Bei der Präsentation von Dissertationsprojekten sind die jeweiligen Betreuer_innen anwesend. Gäste, etwa Assoziierte oder weitere Kolleg_innen aus der Leuphana, können auf Wunsch hinzugezogen werden.

Basiskolleg (5) (Seminar)

Dozent/in: Susanne Leeb, Beate Söntgen

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 10:00 - 12:00 | 14.10.2024 - 31.01.2025 | C 40.162 Seminarraum

Inhalt: Im Basiskolleg werden theoretische und methodische Kerntexte zum Thema „Kulturen der Kritik“ durch die Kollegiat_innen im Response-Verfahren vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Je nach Bedarf ist das Basiskolleg offen für thematische Abweichungen und Fokusverschiebungen. Die Texte werden vor Semesterbeginn von den Kollegiat_innen gemeinsam mit den veranstaltenden Professor_innen ausgewählt.

Study Tour Biennale di Venezia (Seminar)

Dozent/in: Beate Söntgen

Termin:
Einzeltermin | Do, 07.11.2024, 00:00 - Mi, 12.11.2025, 00:00 | extern | Ein zweiter Blocktermin (Angaben folgen) wird In Hamburg stattfinden

Inhalt: The Venice Art Biennale 2024 is centred on the theme of foreignness. "Foreigners Everywhere" is also the title of a group of sculptures by the Italian collective Claire Fontaine, which in turn borrowed the name from a Turin-based group that rebelled against racism and xenophobia in Italy in the early 2000s. Curator Adriano Pedrosa describes foreignness as an omnipresent experience that is based on inequalities and simultaneously produces them, whether in terms of nationality, ethnicity or gender, or in terms of wealth and freedom. In the main exhibition, the Biennale will bring together works that give expression to these experiences. A particular focus will be on migrant movements, especially between the Global North and South, and on outsiders in the artistic field, self-taught artists, "folk art" and indigenous works. A historical section will be dedicated to the different concepts and practices of modernity, while another section will be devoted to Italian art in the diaspora. How the national pavilions interact with the theme of the main exhibition will be one of the guiding questions of the excursion.

Masterforum (Kolloquium)

Dozent/in: Beate Söntgen, Christina Wessely

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 12:15 - 13:45 | 14.10.2024 - 31.01.2025 | C 5.019 Seminarraum

Inhalt: Das Masterforum dient der Vorbereitung bzw. Begleitung der Masterarbeit. Als Grundlage der mündlichen Präsentation des Konzepts der Masterarbeit (ca. 20 Minuten) ist bis spätestens 2 Tage vor Ihrer jeweiligen Präsentation ein Papier auf mystudy hochzuladen, das auf ca. einer Seite ein Abstract des Arbeit enthält, aus dem Thema, These und Fragestellung deutlich hervorgehen, außerdem eine erste Gliederung sowie die fünf wichtigsten Publikationen zum gewählten Thema.

Gemalte Manifeste. Wandbilder vom 19. Jh bis zur Gegenwart (Seminar)

Dozent/in: N. N., Beate Söntgen

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 14:15 - 15:45 | 14.10.2024 - 31.01.2025 | C 40.108 Seminarraum
Einzeltermin | Fr, 25.10.2024, 13:00 - Sa, 26.10.2024, 17:00 | extern | Exkursion nach Berlin
Einzeltermin | Mi, 27.11.2024, 15:00 - Mi, 27.11.2024, 19:00 | extern | Exkursion nach Hamburg

Inhalt: Wandbilder sind gemalte Manifeste. Sie übermitteln Botschaften, als positive Bekräftigung politischer Identitäten oder als kritische Intervention in gesellschaftliche Zusammenhänge. Sie entstehen im Staatsauftrag, als Initiative von Gruppierungen, die unterschiedlichste Interessen vertreten oder auch als eigenmächtiger künstlerischer Eingriff in den öffentlichen Raum. Immer wieder dienen Wandbilder auch der “Volksbildung”, so etwa während der Mexikanischen Revolution oder in der DDR. Die Verfahren und die Stile von Wandbildern stehen im Dienste der zu übermittelnden Botschaften, das heißt sie setzen auf Entzifferbarkeit und zielen auf Wirkung, und zugleich sind sie auch Manifeste eines künstlerischen Programms. Das Seminar geht den Formen und Effekten von Wandbildern in verschiedenen geografischen und (kultur-)politischen Räumen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart nach. In Frankreich zählte seit der Revolution ein Staatsauftrag zu den höchsten Ehrungen, nach denen auch diejenigen Künstler*innen strebten, die sich gegen das Regelwerk der Kunstakademie stellten. Wandbilder, so die Hoffnung, befreiten die Künstler*innen aus den Bedingungen des Kunstmarktes, und paradoxerweise schienen diese Auftragswerke künstlerische Autonomie zu gewährleisten. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wandert die Kultur der Wandgemälde in semi-öffentliche Gebrauchszusammenhänge. Fernand Leger etwa setzte auf die verbindende Wirkung von Wandbildern und auf die heilende Kraft der Farben, die er für die Ausstattung eines Krankenhauses einsetzte. Zugleich arbeitete er für kommerzielle Zusammenhänge und wohlhabende Mäzene, deren private Räume durch riesige Wandbilder belebt wurden. Auch in postkolonialen Gesellschaften des globalen Südens erlebte die Wandmalerei im Laufe des 20. Jahrhunderts eine Blüte. Der mexikanische Muralismo lehnte die Staffelmalerei als aristokratisch ab. Stattdessen wollte er mit seiner Wandkunst einen edukativ-visuellen Beitrag am Aufbau des Staates im Gefolge der mexikanischen Revolution leisten, der allen Teilen der Gesellschaft zugänglich ist. Während die mexikanischen Muralisten vor allem in realistischen und figurativen Formen in die Gesellschaft wirken wollten, entwickelten die Künstler*innen aus dem Umfeld der Kunsthochschule von Casablanca in den 1960er Jahren vor allem abstrakte Formen einer populären Kunst im öffentlichen Raum. Mit ihren Formen knüpften sie an die abstrakten Muster in den Teppichen und Tätowierungen der indigenen Amazigh Bevölkerung an. Durch öffentliche Ausstellungen und Wandmalereien schrieben sie sich zudem in die maghrebinische Tradition des Al Halaka an, einer Form der kollektiven Rezeption von Kunst ein. Auf Exkursionen nach Berlin und Hamburg erkundet das Seminar Wandbilder und Graffitis, um die Unterschiede von Auftragswerken einerseits und selbstorganisierten Arbeiten, die auf Herstellung einer Gegenöffentlichkeit zielen, andererseits an den Originalen herauszuarbeiten.