Nachhaltige Landnutzung: Aus der Praxis lernen (Dr. Duguma)

02.04.2026 Von der Dissertation an der Leuphana zur eigenen Stelle: Dr. Dula Wakassa Duguma hat erfolgreich eine „DFG Eigene Stelle“ eingeworben. Die Förderung ermöglicht ihm, langfristige Maßnahmen zur Wiederherstellung von Ökosystemen zu erforschen. Mit seinem Projekt „Nachhaltige Landbewirtschaftungspraktiken in Äthiopien“ wird er Erkenntnisse aus der Praxis für Wissenschaft, Politik und Gesellschaft liefern.

©W. Vorrath/Leuphana
„Die DFG Eigene Stelle ist eine großartige Möglichkeit, auf meinen Erfahrungen aufzubauen und ein eigenes Projekt zu leiten. Außerdem ermöglicht sie mir, an der Leuphana im SESI-Team weiterzuarbeiten“, sagt Dr. Duguma.

Dr. Duguma untersucht eine groß angelegte Initiative zur Land- Wiederherstellung in Äthiopien, die Anfang der 2000er Jahre begonnen wurde. Trotz des Umfangs und der Dauer gibt es bislang kaum wissenschaftliche Untersuchungen zu den ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Maßnahmen. Diese entscheidende Lücke will der Sozialökologe schließen: „Die Ergebnisse sollen Forschenden und Stakeholdern aus Praxis und Politik dabei helfen, effektivere, gerechtere und artenreichere Projekte zur Renaturierung umzusetzen. Bestenfalls fließen sie in Strategien zur Umwelt-Resilienz und in die Landnutzungspolitik ein.“ 

Der Forscher des Social-ecological Systems Institute (SESI) betont zudem den interdisziplinären Ansatz: Er verbindet Landschaftsökologie, Naturschutzforschung und Sozialwissenschaften, um Lehren aus vergangenen und laufenden Wiederherstellungsmaßnahmen zu ziehen. Anhand von Satellitenbildern wird Duguma Vegetationsveränderungen untersuchen. Zudem analysiert er die Vielfalt von Gehölzen und vergleicht renaturierte Gebiete mit natürlichen Wäldern. Dadurch kann er feststellen, ob sie heimische Ökosysteme nachbilden oder neue, möglicherweise weniger vorteilhafte Ökosysteme schaffen.

„Selbst wenn ein Gebiet auf Satellitenbildern als renaturiert erscheint, kann es dennoch von gebietsfremden Arten dominiert sein“, erklärt Duguma. In solchen Fällen ist es wichtig, noch genauer zu schauen, welche Vor- oder Nachteile die bewirtschafteten Gebiete für die Landnutzenden haben könnten. Deshalb befasst sich das Projekt auch mit dem Nutzen der wiederhergestellten Systeme für die lokale Bevölkerung. Durch Haushaltsbefragungen möchte der Forscher herausfinden, ob die Menschen vor Ort Zugang zu den renaturierten Flächen erhalten und ob sie davon profitieren. Dr. Duguma plant, seine Ergebnisse auf internationalen Konferenzen, in lokalen Workshops und über leicht zugängliche Kommunikationsmaterialien wie Broschüren zu verbreiten. 

Dula Wakassa Duguma begann seine akademische Laufbahn an der Leuphana als Doktorand in einem Projekt zur nachhaltigen Bioökonomie (gefördert durch das BMBF, heute BMFTR). Seine Doktorarbeit wurde von Prof. Dr. Jörn Fischer betreut. Nach seiner Promotion im Dezember 2023 war Dr. Duguma als Postdoktorand weiterhin bei Jörn Fischer in einer DFG-Forschungsgruppe tätig: „Dabei habe ich Erfahrungen im Projektmanagement, der Koordination, der empirischen Arbeit und in der Synthese von Projektergebnissen gesammelt. Die DFG Eigene Stelle ist eine großartige Möglichkeit, auf meinen Erfahrungen aufzubauen und ein eigenes Projekt zu leiten. Außerdem ermöglicht sie mir, an der Leuphana im SESI-Team weiterzuarbeiten“, freut sich Dr. Duguma.

Die Eigene Stelle-Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet sich an Forschende der frühen Karrierephase. Erfolgreiche Bewerber:innen werden für die Dauer des vorgeschlagenen Forschungsprojekts an einer deutschen Forschungseinrichtung gefördert. Dr. Duguma hat mit der DFG Eigene Stelle seine erste eigenständige Position für drei Jahre an der Fakultät Nachhaltigkeit der Leuphana erhalten.

Kontakt

  • Dr. Dula Wakassa Duguma
  • Prof. Dr. Joern Fischer