Ferda Ataman

Porträt von Ferda Ataman ©Sarah Eick
Immer nur dagegen sein? „Das reicht nicht“, so die Journalistin und Publizistin Ferda Ataman. Sie betont die Kraft der Utopie: Eigene Ideen und positive Zukunftsvisionen brächten den Motor der Veränderung ins Rollen. In unsicheren Zeiten stellt sie die großen Fragen und tritt ein für eine konsequente Umsetzung der Allgemeinen Menschenrechtserklärung. Wie sieht eine Welt aus, in der globale Bewegungsfreiheit oder gar das Überwinden von Nationalitäten Abschiebungspolitik ersetzen? Als Expertin für Diversität setzt Ataman sich für eine offene, inklusive Gesellschaft ein. Ihre Streitschrift „Hört auf zu fragen. Ich bin von hier“ brachte eine Debatte über Zugehörigkeit ins Rollen (#von hier).

   

Antje Boetius

AWI-Direktorin Prof. Dr. Antje Boetius ©Alfred-Wegener-Institut / Kerstin Rolfes
„Es gibt doch viele Beweise, dass Vernunft funktioniert. Was für Alternativen gäbe es denn sonst?“ Die Polar- und Meeresbiologin Antje Boetius setzt in der Klimakrise auf die Besonnenheit der Menschen. Die Menschheit habe es immer wieder geschafft, Krisen zu überwinden, sich zu entwickeln. Nun gelte es, Fortschritt mit Klimaschutz zu verbinden, so die Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts. Darf sich die Wissenschaft einmischen in politische Debatten? „Wenn wir sehen, dass die Gesellschaft gigantische Risiken eingeht, sind wir gefordert, darauf hinzuweisen.“, so Boetius. Die preisgekrönte Forscherin berät nicht nur die Politik, sondern vernetzt sich mit Künstler*innen und Autor*innen, um gesellschaftliche Transformation voranzutreiben. Antje Boetius sieht die Wissenschaft in der Pflicht, aufzuklären - mit Blick auf den Schutz zukünftiger Generationen: „Ungeborenes Leben, das jetzt keine Stimme hat, dem klauen wir die Zukunft.“

   

Michael Braungart

Michael Braungart ©Brinkhoff-Moegenburg/Leuphana
„Niemand wird geschützt durch weniger Zerstörung.“ Der Chemiker und Umweltforscher Michael Braungart plädiert für ein radikales Umdenken. Statt den ökologischen Fußabdruck zu minimieren, gelte es, von Grund auf das „Richtige“ zu tun - der Natur nützlich zu sein. Wie funktioniert das konkret? Als Pionier der Cradle to Cradle-Bewegung fordert Braungart, das Prinzip Müll komplett auszumerzen und setzt dem eine biologische Kreislaufwirtschaft entgegen: „Dies bedeutet, alle Dinge noch einmal neu zu erfinden. Alles wird Nährstoff.“ Braungarts Vision strotzt vor gesellschaftspolitischer Relevanz. Nützliches Wachstum, sinnvolle Arbeit und gesunde Produkte stärkten das Selbstbild des Menschen und letztlich das Miteinander: „Wenn wir Menschen als Chance sehen und nicht als Belastung, dann benehmen sie sich entsprechend.“

   

Christoph Burkhardt

Porträt von Christoph Burkhardt ©Christoph Burkhardt
Als Redner und Berater begeistert Christoph Burkhardt ein buntes Publikum. Der Experte für Digitales hat Psychologie und Wirtschaftswissenschaften studiert, sammelte Erfahrungen im Silicon Valley. Der Gründer der TinyBox, eines Think Tank für Zukunftsfragen, ist ein „unbedingter Optimist, wenn es um die Zukunft der Menschheit auf unserem Planeten geht“. Burkhardt setzt auf grüne Technologien. Innovation lautet sein Schlagwort. Doch wie gelingt diese? Burkhardt beobachtet Mensch und Technologie und stellt fest: „Die wirkliche Herausforderung von Innovation ist nicht die Technologie, es sind die Menschen. Um Technologien zu verstehen, muss ich mich nur hinsetzen und lernen. Um Menschen zu verstehen, muss ich dagegen rausgehen und lernen, einer zu sein.“

   

Katrin Elsemann

Porträt von Katrin Elsemann ©Katrin Elsemann
„Man kann nur dann ein Social Entrepreneur sein, wenn das Unternehmen insgesamt sozial nachhaltig aufgestellt und transparent ist.“ Katrin Elsemann bezeichnet Partizipation als Fundament eines Sozialunternehmens. Eine sozial verträgliche Unternehmenskultur gehe einher mit den gemeinnützigen Zielen. Die Entwicklungsökonomin sammelte Erfahrungen in der internationalen Zusammenarbeit, ehe sie zwei Sozialunternehmen gründete. Heute leitet Elsemann das Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND). Sie wirbt dafür, sich zu vernetzen und zu verbünden, um politische Ziele durchzusetzen und die Rahmenbedingungen von Social Entrepreneurs zu verbessern: „Wir handeln hier nicht isoliert. Wir möchten erreichen, dass maximal viele Akteur*innen eingebunden werden, die zum Thema soziale Innovationen beitragen können.“

   

Claudia Emmert

Porträt von Claudia Emmert ©Paul Tittel
Wie erhält die breite Öffentlichkeit Zugang zu wissenschaftlichen Debatten? Claudia Emmert plädiert dafür, das Museum als partizipativen Ort des Lernens neu zu gestalten. Die Direktorin des Zeppelin-Museums in Friedrichshafen hat die digitale Diskussionsplattform Debatorial maßgeblich mitentwickelt. Diese ging der Ausstellung „Beyond States. Über die Grenzen von Staatlichkeit“ voran. Seit dem Start der physischen Ausstellung sind beide Formate eng miteinander verknüpft, ergänzen einander. Das interaktive Online-Format lädt Besucher*innen dazu ein, sich zu äußern, sich auszutauschen und bietet zugleich Impulse durch Live-Beiträge aus Kunst und Wissenschaft. Die Verknüpfung von digitaler und analoger Welt bezeichnet Emmert als zukunftsweisend – auch für die Zeit nach der Pandemie. Um einen Austausch mit der Gesellschaft anzuregen, brauche es partizipative, interaktive Formate, so die Kunsthistorikerin: „Die Museen werden eine neue Debattenkultur etablieren müssen.“

   

Anna-Nicole Heinrich

Porträt von Anna-Nicole Heinrich ©Peter Bongard
„Das ist eine mutige Kirche, die auch mal etwas wagt.“ – Anna-Nicole Heinrich reagierte selbst überrascht, als sie mit nur 25 Jahren zur Präses der EKD-Synode, des evangelischen Kirchenparlaments, gewählt wurde. Die Studentin plädiert für den Austausch mit anderen Religionen, setzt sich für eine konsequente Aufarbeitung der Missbrauchsskandale ein. Damit steht sie für eine offene und tolerante Kirche. Gleichzeitig ist sie Mitglied des konservativen Gesprächskreises „Lebendige Gemeinde“ und möchte nicht auf ihr Alter reduziert werden. Trotz sinkender Mitgliederzahlen strebt Heinrich danach, junge Menschen für die Kirche zu begeistern. Heinrich stammt selbst aus einem konfessionslosen Elternhaus und hat als Jugendliche sehr prägende Erfahrungen in kirchlichen Angeboten gesammelt. Sie betont die Bedeutung von Vertrauen und Eigenverantwortung: „In der Kinder- und Jugendarbeit wurde uns von den Pädagog*innen wahnsinnig viel zugetraut.“ Diese Erfahrung möchte Heinrich weitergeben, mit dem Ziel, „dass junge Menschen für ihre Interessen einstehen“.

   

Eckhart von Hirschhausen

Porträt von Eckhart von Hirschhausen ©Dominik Butzmann
Für Eckhart von Hirschhausen steht fest: „Gesunde Menschen gibt es nur auf einer gesunden Erde. Wir müssen nicht „das Klima“ retten – sondern uns.“ Der Mediziner und Journalist bezeichnet die Klimakrise als „Bedrohung der globalen Gesundheit“, verweist dabei auf die Folgen von Hitzewellen, auf neue Infektionskrankheiten. Klima und Gesundheit beeinflussen einander wechselseitig, so der Vertreter von „Scientists for Future“: gesund zu leben nütze auch dem Klima. Welche Rolle spielen medizinische Fachkräfte in der Klimadebatte? „Auf die wird immer noch gehört.“ Doch statt Angst zu schüren, setzt der Fernsehmoderator und Comedian auf positive Botschaften. Mit Humor und Lebensfreude nimmt Hirschhausen sein Publikum mit und zeigt an einfachen Beispielen, wie wohltuend ist, Gutes zu tun – für uns, für die Erde und für mehr Lebensqualität: „Wir könnten es so schön haben.“

   

Lanna Idriss

Porträt von Lanna Idriss ©Lanna Idriss
„Faire Teilhabe existiert nicht. Und sie ist mit den erlernten Grundprinzipien der Ökonomie nur schwer zu erreichen.“ Lanna Idriss, ehemalige Bankdirektorin und vielfältig engagierte Sozialunternehmerin, weist auf die Schwächen des globalen Wirtschaftens hin. Die Rechte Geflüchteter und die Gleichberechtigung von Frauen bezeichnet die Geschäftsführerin von Amnesty International als ihre Kernthemen. Ihr Sozialunternehmen Gyalpa ermöglicht Frauen im Nahen und Mittleren Osten wirtschaftliche und kulturelle Teilhabe. Idriss plädiert dafür, Menschen in ihrer Unabhängigkeit zu stärken, fordert faire Arbeitsbedingungen. Doch wie sind diese mit dem „Teufelskreis des globalen Handels“ vereinbar? „Trotz intensiven Studiums freue ich mich über jeden Hinweis, der mir hilft, wie wir hier weiterkommen können“, so die Ökonomin, die sich unermüdlich für globale Gerechtigkeit einsetzt.

   

Joe Kaeser

Porträt von Joe Kaeser ©Joe Kaeser
„Wenn es um Ausgrenzung, Antisemitismus und Ungerechtigkeit in der Welt geht, dann müssen wir die Stimme erheben.“ Joe Kaeser, ehemaliger Siemens-Vorstandsvorsitzender, mischt sich ein in politische Debatten, gilt gar als „der politischste deutsche Top-Manager“. Dafür erntet er Lob wie Kritik. Kaeser solidarisierte sich mit der Seenotretterin und Aktivistin Carola Rackete; kritisierte Alice Weidel für deren rassistische Äußerungen. Soziale Gerechtigkeit und Ökologie bezeichnet Kaeser als seine Herzensthemen. Gleichzeitig investierte er als Siemens-Chef jahrzehntelang in den Kohleabbau, wie Umweltschützer*innen entgegnen. Wie passt das zusammen? Kaeser betont die Bedeutung von Wohlstand für den sozialen Frieden. Er pocht auf die Kraft der Debatte, sucht den Austausch mit Klima-Aktivist*innen, denn: „Es ist ein probates Mittel, dass man mit und nicht übereinander spricht.“

   

Diana Kinnert

Porträt von Diana Kinnert ©Benjamin Zibner
„Ich will soziale, kulturelle, vor allem aber ökonomische Teilhabe für alle.“ Diana Kinnert steht für einen neuen Konservatismus. Vermeintlich „linke“ Themen wie das Stärken von Arbeitnehmerrechten beschäftigen die Politikerin, Unternehmerin und Publizistin. Kinnert hebt den Wert der Gemeinschaft hervor. Sie beobachtet das Wegbrechen von sozialem Miteinander, spricht gar von einem „Zeitalter der Einsamkeit“. Ihr Buch “Die neue Einsamkeit“ beleuchtet die Vereinsamung gerade junger Menschen. Kinnert zufolge verleiten die digitale Welt und wirtschaftliche Unsicherheit die junge Generation dazu, Konflikte zu vermeiden, sich anzupassen. Daraus entspringen „Oberflächlichkeit und Beliebigkeit“. Hier zieht die Autorin den Bogen zur Politik: Fehlender Austausch und mangelnde Reflexion führen dazu, dass junge Menschen in „extremistischen Kollektiven“ Halt und Zugehörigkeit suchen. Kinnert setzt dem “neue Partizipationsmodelle“ entgegen, wirbt für eine Unternehmenskultur, die auf Vertrauen, ökonomische Sicherheit und Solidarität abzielt. „Wir müssen Gemeinwesen möglich machen, denn ohne Gemeinwesen gibt es keine Demokratie.“

   

Van Bo Le-Mentzel

Porträt von Van Bo Le-Mentzel ©Van Bo Le-Mentzel
Bekannt wurde Le-Mentzel 2010 mit seinem Blog und gleichnamigen Buch »Hartz IV Möbel« — eine Anleitung zum Selbstbau von teuren Bauhaus-Möbeln mit günstigen Materialien. 2015 reagierte Le-Mentzel, selbst Flüchtlingskind aus Laos, auf die deutsche Migrationskrise mit der Gründung der Tiny House University, die mit selbstgebauten Minihäusern Geflüchteten und Obdachlosen ein Obdach schaffen sollte. Heute forscht Le-Mentzel mit seiner gemeinnützigen NGO namens Tiny Foundation zu den Themen Quartiersplanung, Wohnungsbau und Soziale Nachbarschaft. Viel diskutiert werden seine Ideen der „Circular City“ und die „100 Euro Wohnung“. Ein aktuelles Projekt heißt „Salzburger Block“ und zeigt auf, wie der Städtebau der Zukunft aussehen könnte, in der Stadtflucht, Hitzewellen und Regenunwetter die großen Herausforderungen sein werden. Le-Mentzel hilft momentan als Vertretungslehrer in einem Gymnasium aus und wirbt mit seinemmuslimisch-jüdisch-buddhistischen Rap-Kollektiv namens »BookRappers« auf Spotify und an seiner Schule für Toleranz und Aufklärung.

   

Orry Mittenmayer

Porträt von Orry Mittenmayer ©Orry Mittenmayer
Extremer Zeitdruck, fehlende Tarifverträge: Firmen wie foodora und deliveroo stehen nicht erst seit der Pandemie in der Kritik. Orry Mittenmayer erfuhr die Arbeitsbedingungen in der Plattformökonomie am eigenen Leibe, hat selbst als Fahrer gearbeitet. Heute studiert er Politikwissenschaften und kämpft für soziale Gerechtigkeit: „Wir dürfen nicht zulassen, dass im Zuge der Digitalisierung wichtige demokratische Errungenschaften zurückgenommen werden.“ Mittenmayer setzt auf Solidarität. Er pocht auf den Einfluss von Gewerkschaften und ermutigt Menschen, sich zu organisieren: „Gebt nicht auf. Solidarisiert euch mit den Schwächsten in unserer Gesellschaft.“ Vielfalt spiele im Arbeitskampf eine zentrale Rolle, so der Aktivist, der Gewerkschaften für Diversität sensibilisiert. Eine offene, gerechte Gesellschaft beginne an der Basis und gelinge nur gemeinsam: „Zusammen können wir diese Gesellschaft verändern. Wir können zusammen für eine Gesellschaft kämpfen, die vielfältig und sozial gerecht ist.“

   

Eva von Redecker

Porträt Eva von Redecker ©Sophie Brand
„Man sieht nicht und will nicht sehen, wie die Welt aussehen wird, wenn wir weiter der Freiheit nachgehen, Lebensgrundlagen zu zerstören.“ Die Philosophin Eva von Redecker beleuchtet die Schattenseiten des Kapitalismus. Sie verknüpft unsere Art zu leben mit dem Klimawandel, mit Ausbeutung und Gewalt, betont das „Zerstörerische“, das dem innewohnt. Welche Rolle spielt Freiheit dabei, speziell in Krisenzeiten? Für viele Menschen bedeute Freiheit Mobilität, die Möglichkeit zu reisen, so die Philosophin. Doch wie steht es um die „Freiheit, bleiben zu können“? Prognosen zufolge sind in 50 Jahren 30 Prozent der Erdbevölkerung von Flucht bedroht. „Wie können wir auf anständige Weise Orte teilen, wie sie erhalten und für die Welt öffnen?“ Von Redecker hebt Protestbewegungen wie „Fridays for Future“ und „Extinction Rebellion“ hervor. Diese verfolgen das Ziel, zu bewahren, statt zu zerstören; zu teilen, statt auszubeuten. Eva von Redecker begreift diesen Protest als Freiheit im Sinne von Handlungsfähigkeit – die Fähigkeit, sich der Realität zu stellen, Ideen zu entwickeln und Veränderungen einzufordern.

   

Carola Rackete

Porträt von Carola Rackete ©Carola Rackete
Die Kapitänin Carola Rackete erregte 2019 weltweit Aufsehen: Gemeinsam mit ihrer Crew der Sea-Watch 3 rettete sie 53 Geflüchtete aus dem Mittelmeer. Sie widersetzte sie sich den italienischen Behörden und steuerte nach Wochen des Wartens den Hafen in Lampedusa an. Es folgten Racketes Verhaftung und drei Tage Hausarrest. Rackete steht zu ihrem Handeln, prangert Menschenrechtsverletzungen an, für die sie die EU-Staaten in der Pflicht sieht: „Wir machen das wirklich nur, weil das sonst keiner tut. Wir haben keine Flüchtlingskrise. Wir haben eine Krise der Solidarität.“ Neben der Seenotrettung engagiert sich Carola Rackete für den Klima- und Naturschutz, ihre Herzensthemen. Mit Blick auf die Klimakrise und globale Ungerechtigkeit befürchtet sie, dass uns „noch sehr, sehr viele Krisenjahre“ bevorstehen. Dennoch blickt die Aktivistin hoffnungsvoll in die Zukunft: Gravierende Probleme eröffnen auch die Chance, dass sich die Gesellschaft grundlegend neu erfindet.

   

Hartmut Rosa

Hartmut Rosa ©Anne Günther
„Was führt zu einem guten und erfüllten Leben?“ Der Soziologe Hartmut Rosa plädiert für mehr Resonanz im Alltag. Resonanz-Erfahrungen erfordern laut Rosa den Kontakt zur Welt - ohne Zeit- und Optimierungsdruck, das In-Beziehung-Sein zu Menschen und Dingen, Nähe statt Entfremdung. So entstünden Momente, „in denen wir berührt werden; etwas in uns in Schwung kommt“. Rosa verknüpft seine Idee von Resonanz mit der Bildungsdebatte. Er wirbt für eine lebensnahe Pädagogik, die auf Beziehung statt auf Angst basiert. Die emotionale Verbindung - zum Inhalt wie zum Lehrenden - fördere nachhaltige Bildungsprozesse, so Rosa: „Der Stoff beginnt für die Schüler zu sprechen, er zieht sie in ihren Bann, verändert sie, das ist der Trick von gelingendem Unterricht.“

   

Ralph Ruthe

Porträt von Ralph Ruthe ©Ralph Ruthe
Popularität verpflichtet. Der Cartoonist, Autor und Musiker Ralph Ruthe bezeichnet Humor als „Türöffner für ernste Themen“. Seine Bekanntheit nutzt er, um gesellschaftlich relevante Themen öffentlich zu diskutieren. Nach der Hochwasserkatastrophe in Deutschland rückte er die Klimakrise über die sozialen Medien in den Fokus. Kritik daran weist Ruthe entschieden zurück: „Genau jetzt muss man die Klimakrise thematisieren. Nicht trotz, sondern wegen der Toten. Lasst euch nicht einreden, es sei der falsche Zeitpunkt." Ob Klimakrise, Inklusion oder Corona-Schutzimpfung: Ralph Ruthe bezieht Stellung und regt seine Community in den Social-Media-Kanälen zur Debatte an. Er betont, dass eine offene, inklusive Gesellschaft Kontroversen aushalten muss: „Diskutieren gehört dazu, der Austausch allein genügt nicht.“

   

Manouchehr Shamsrizi

Manouchehr Shamsrizi ©Manouchehr Shamsrizi
Spielen stärkt die soziale Teilhabe: Manouchehr Shamsrizi, Mitgründer des Start-ups RetroBrain, entwickelt Videospiele für Menschen mit Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson. Gemeinnützigkeit steht für den Wissenschaftler im Mittelpunkt. Er stellt sicher, dass seine Produkte für eine breite Öffentlichkeit zugänglich sind. Diese Arbeit vereine seine Interessen, so der Philosoph, Soziologe und Sozialunternehmer: „Meine Arbeit hat einen gesellschaftlichen Mehrwert und sie macht Spaß – auch weil das Spielen dabei nie zu kurz kommt.“ Der Yale-Stipendiat beschäftigt sich mit technischem Fortschritt und Gerechtigkeitsfragen. Er forscht und lehrt an verschiedenen Universitäten, engagiert sich in Think Tanks und Gremien. Seine wissenschaftliche Arbeit verknüpft er mit sozialem Engagement. Kunst und Kreativität, gepaart mit technischem und sozialem Fortschritt, beflügeln den Allrounder Shamsrizi: „Das moderne Computerspiel ist die höchste Form von Gesamtkunstwerk – quasi die Oper von heute.“

   

Harald Welzer

Porträt von Harald Welzer ©Harald Welzer
„Wer werde ich gewesen sein? Was werde ich getan haben?“ Harald Welzer, Sozialpsychologe und Publizist, verweist auf ein Grundvertrauen in die Zukunft, das nötig sei, um Utopien zu entwickeln. Woraus nährt sich diese Zuversicht? Praxis statt Theorie, Alltag statt Pathos. Die FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit macht Projekte des guten Lebens, unabhängig von ihrer Größe, sichtbar. Als Mitgründer von FUTURZWEI betont Welzer den Wert des Konkreten: Es sind normale Menschen, keine Helden, die Geschichten des Gelingens erzählen. – Und damit zeigen, wie Veränderung im Kleinen gedeiht.