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Neuer Master „Psychology & Sustainability“ startet im Wintersemester 21/22

08.03.2021 Die Rijksuniversiteit Groningen gilt im Bereich der Umweltpsychologie weltweit als führend. Im Herbst startet die Leuphana gemeinsam mit der niederländischen Hochschule das neue Double-Degree-Studienprogramm. Studierende beschäftigen sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen in Zeiten ökologischen, ökonomischen und kulturellen Wandels und den daraus resultierenden gesellschaftlichen Transformationsprozessen. Fragen zur Lösung von sozialen Konflikten im Kontext von Ressourcenknappheit, zum nachhaltigen Konsum in Zeiten des Klimawandels sowie zur Gestaltung sozialer Arbeit in pluralistischen Gesellschaften sind nur einige Beispiel, die in dem Studiengang aus Sicht der Psychologie in den Blick genommen werden. Das Programm ist in dieser Form europaweit einzigartig.

Wie entwickeln Kinder ein Verständnis für die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung? Warum beteiligen sich junge Menschen an Protestaktionen von „Fridays for Future“? Wie regulieren Menschen ihren Energiekonsum in ihrem Privathaushalt? Wie fördern Gemeinden die Bereitschaft zur Nachbarschaftshilfe mit dem Ziel des Aufbaus eines nachhaltigen Zivilgemeinschaft? Wie treffen politische Akteure Entscheidungen zur Energie-, Flüchtlings- oder Klimapolitik und wie werden politische Konflikte im Kontext gesellschaftlicher Transformationsprozesse ausgehandelt? Gemeinsam mit der Rijksuniversiteit Groningen entwickelten das Institut für Psychologie und die Fakultät Nachhaltigkeit der Leuphana ein Studienprogramm, das sich mit derartigen Fragen aus Sicht der psychologischen Forschung befasst: „Im Mittelpunkt des Studienprogramms steht die Frage, wie der Faktor Mensch, also das einzelne Individuum mit seinem persönlichen Erleben und Verhalten, nachhaltige Entwicklung fördert oder erschwert“ erklärt Dr. Roman Trötschel, Professor für Sozial- und Politische Psychologie und Leiter des neuen Studienprogramms „Psychology & Sustainability“. Während die traditionelle Perspektive der Nachhaltigkeitswissenschaften die Frage zur nachhaltigen Entwicklung häufig auf der systemischen Ebene (z.B. Natur, Technik, Politik, Wirtschaft) beantwortet, nimmt die Psychologie als ein Teilgebiet der interdisziplinären Nachhaltigkeitswissenschaften die kognitiven Denkmuster, emotionalen Gefühlslagen und motivationalen Verhaltenstendenzen der einzelnen Individuen als Determinanten einer nachhaltigen Entwicklung in den Blick. „Eine nachhaltige Entwicklung ist nicht ohne eine systematische Analyse ökologischer, politischer oder wirtschaftlicher Systeme erreichbar. Jedoch ohne ein tiefes Verständnis der Psychologie der einzelnen Menschen, die mit ihren Denkmustern, Einstellungen, Entscheidungen oder Verhaltenstendenzen den Transformationsprozess maßgeblich beeinflussen, ist die Idee der Nachhaltigkeit, die ebenfalls menschengemacht ist, gleichermaßen schwer realisierbar“, erklärt Roman Trötschel.

Im ersten Studienjahr des Master-Programms „Psychology & Sustainability“ an der Leuphana werden grundsätzliche Fragen der Nachhaltigkeitspsychologie diskutiert, beispielsweise die Motivation zur Beteiligung an politischen Protestaktionen, die Förderung sozialen Engagements in der Gemeinde, oder das Aushandeln politischer Konflikte im Kontext gesellschaftlicher Veränderung. Hierbei werden drei unterschiedliche Perspektive eingenommen, bei denen das Individuum, die soziale Gemeinschaft oder die zivile Gesellschaft im Zentrum der Betrachtung stehen: Wie kann der einzelne Mensch mit seinem persönlichen Handeln einen individuellen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung, beispielsweise durch die Veränderung seinen Konsumverhaltens, leisten? Wie können soziale Gruppen auf lokaler Ebene, beispielsweise im Rahmen von Nachbarschaftshilfe, nachhaltige Transformationsprozesse befördern? Welche Rolle spielen auf gesellschaftlicher Ebene politische Akteure, beispielsweise im politische Diskurs über den gesellschaftlichen Wandel? Hinzu kommt eine starke methodische Ausbildung in quantitativen und interdisziplinären Methoden. Teil des Studiums an der Leuphana ist zudem ein transdisziplinäres Forschungsprojekt in Kooperation mit Studierenden der Nachhaltigkeitswissenschaften. Im zweiten Jahr studieren die Master-Kandidat*innen dann an der Rijksuniversiteit Groningen und beschäftigen sich dort insbesondere mit Fragen der ‚Environmental Psychology‘, also der Betrachtung des Menschen in seinen ökologischen, sozialen und ökonomischen Umwelten. Dr. Goda Perlaviciute, Programmkoordinatorin an der Rijksuniversiteit Groningen, freut sich auf die Partnerschaft mit der Leuphana: „For the Rijksuniversiteit Groningen the Leuphana with its great expertise in sustainability science and psychology is the optimal partner for a dual-degree program bridging environmental and sustainability psychology."

Absolvent*innen des Studiengangs „Psychology & Sustainability“ finden berufliche Aufgaben etwa in Unternehmen, die sich einer nachhaltigen Organisations- und Produktentwicklung verschrieben haben, in Behörden oder öffentliche Einrichtungen, die nachhaltige Entwicklungsprozesse auf lokaler, nationaler oder europäischer Ebene begleiten oder in politischen Organisationen, die aktiv gesellschaftliche Transformationsprozesse vorantreiben.