Atelier: Die Bildung der Bildung
Gute Orte schaffen.
©Foto: Kristian Breitenbach
Design: Leuphana
Atelier vom 26.-28. August 2026
Utopie-Konferenz | Großzügigkeit, eine Utopie?
Tickets für die Utopie-Konferenz
Wöchentlich erscheint hier ein Countdown zum Atelier „DIE BILDUNG der BILDUNG“:
Erster Konferenztag | Mittwoch, 26. August
Erste Fishbowl | 15:30 Uhr
C.40.501
Die Stimmung und die Lage. Subjektive Blicke, Elemente einer Bildungsinventur & Aussichten
Mit Antje Schierhorn, Antje Pochte, Björn Lengwenus / Bianca Freudenberg-Rehage/
Olaf Burow / Stefan Ruppaner führt zum nächsten Komplex
Zweite Fishbowl | 17:00 bis 18:30 Uhr
C.40.501
Schauplätze der Veränderung / Abschied vom Müssen und der Hörigkeit /
„Bodennahe Veränderungen“
MIt Meike Naruhn und Thorben Gust (Finkenwerder) / Antje Pochte (Salzwedel)
Swantje Herrmann und Claudia Schwegmann (Hanstedt) / Björn Lengwenus
Kleine Schritte - weiter Horizont | 20:00 Uhr
Forum
Wie aus Schulen gute Orte werden
Die wohl interessanteste Schulleiter des Landes Im Gespräch mit Reinhard Kahl.
Stefan Ruppaner, gerade pensioniert von den Alemannenschule in Wutöschingen, der südlichsten Schule in Deutschland
Bianca Freundenberg-Rehage leitet auf Sylt die nördlichste und Björn Lengwenus leitet in Hamburg die wohl diverseste.
Das Gespräch macht den Anfang Idee von Björn Lengwenus im kommenden Jahr nach den Sommerferien den Unterricht auszusetzen und im ganzen Land darüber zu sprechen, was machen wir da eigentlich in den Schulen und was wollen wir…
Spätvorstellung Film „Der Lernvirus vom Bodensee“ (45min) | 21:30 Uhr
Der Film: Peter Fratton - Der Lernvirus vom Bodenseevon Reinhard Kahl
90 Minuten (Kurzfassung 45 Minuten)
Peter Fratton war ein unglücklicher Lehrer. Dann hat Schulen gegründet. 14 in der Schweiz und 250 folgen auch in Deutschland seinen Ideen. Eine ist Alemannenschule in Wutöschingen, Schwarzwald. Es ist wohl die derzeit in Deutschland die meist besuchte. Kürzlich wurde die Warteleiste bei der Zahl 1000 vorübergehend geschlossen. Reinhard Kahl hat Peter Fratton und auch die von ihm gründeten und inspirierten Schulen über Jahre beobachtet.
Zum Beispiel unterrichten die LernbegleiterInnen deutlich weniger, sind aber länger in der Schule. Im Abitur hängt die Allemannenschule all ehrwürdigen Gymnasien ab. Dabei ist die Parole des kürzlich pensionierten Schulleiters. Stefan Ruppaner (er ist aus auf der Utopie-Konferenz) „Unterricht ist aller Übel Anfang.“
Was ist da nur los?
Zweiter Konferenztag | Donnerstag, 27. August
Abschied vom Funktionieren und Standardisieren | 11:30 Uhr
Die Entdeckung von Diversität und Zusammenleben
1. Impuls: Olaf Burow: Kreative Felder
Am Horizont Mensch - Maschine - KI & Digi
Fishbowl | 13:00 Uhr
2. Impuls: André Frank Zimpel | 16:00 Uhr
Milliarden Fingerabdrücke - jeder ist anders und einige sind ganz besonders anders
Am Horizont Mensch - Maschine - KI & Digi Fishbowl
Jeder ist eine Primzahl | 20:00 Uhr
Hauptbühne (öffentlich)
Über Neurodiversität, den Umgang mit Verschiedenheit und das Zusammenleben
Der Psychologe und Erziehungswissenschaftler André Frank Zimpel & die Schulleiterin Antje Pochte im Gespräch mit Reinhard Kahl.
Der Psychologe und Erziehungswissenschaftler André Frank Zimpel gilt als der Papst in Sachen Neurodiversität. Er leitet das Zentrum für Neurodiversitätsforschung (ZNDF) an der Universität Hamburg.
Antje Pochte ist Gründerin der Jeetze Schule in Salzwedel, die sie leitet.
Die erstaunlichen Ergebnisse der Forschungen zeigen: jeder ist anders und das auf seine Weise. Eine Schule, die standardisiert muss daran scheitern.
Vielleicht ergibt sich aus den Erkenntnissen über unsere Eigen- und Verschiedenheit der wichtigste Impuls für die Entwicklung der Schulen - und für die Gesellschaft.
Spätvorstellung Film „Der Lernvirus vom Bodensee | 21:30 Uhr
Dritter Konferenztag | Freitag, 28. August
Eine Grammatik der Großzügigkeit I. | 11:30 Uhr
Ergebnisse und Fragen. Ev. Weiterarbeit
Fishbowl
u.a. mit Antje & Claudia (Soul Teacher)
Arena (öffentlich) | 14:30 Uhr
Grammatik der Großzügigkeit
Reinhard Kahl im Gespräch mit Olaf Burow
Erst mal Antworten auf die erste Frage, wer spielt auf:
Der langjährige Schulleiter der Alemannenschule Wutöschingen Stefan Ruppaner, die SoulTeachers Antje Schierhorn und Claudia Schwegmann (Hanstedt), die Wissenschaftler André Frank Zimpel („Neurodiversitätspapst“, Uni Hamburg), Olaf Burow (Zukunftswerkstätten, Uni Kassel) und Marc Kleinknecht (Universitätsschule, Uni Lüneburg), die SchulleiterInnen Antje Pochte (Salzwedel) und Bianca Freudenberg-Rehage (Sylt) und last not least Björn Lengwenus (Schulleiter Alter Teichweg, HH), der vorschlägt 2027 drei Wochen nach den Sommerferien den Schulbetrieb auszusetzen und darüber nachzudenken, was machen wir da eigentlich und was wäre denn „Bildung“.
Außerdem LehrerInnen, die angefangen haben Wände einzureißen oder die zwei Wochen in den Sommerferien Räume neu gestaltet haben und danach sagen, „wir haben aus Scheiße Gold gemacht“. Und andere, die vom Lernvirus einer ansteckenden Gesundheit infiziert sind und ihn weitertragen.
Letztlich geht es darum: Wie wird aus Leiden Leidenschaft?
Und in welchen Stimmungen, in welche Atmosphären hat der Wandel eine Chance?
Ändert sich derzeit die Stimmung in den Schulen und der „Bildungsszene“? Und vielleicht sogar in der Gesellschaft? Nach einer Zeit von Aufbrüchen, ausgelöst von der kalten Pisa-Dusche vor 25 Jahren, bekam in Schulen die Alltagsstrategie irgendwie Durchkommen Oberhand. Bei Jugendlichen am stärksten. Durchkommen wurde für viele das Hauptfach, verbunden der Vorsicht sich bei der sich ausbreitenden Lernbulimie bloß nicht zu verschlucken oder zu versauern. Was für eine reduzierte Haltung.
Auch viele Lehrpersonen haben dieses Hauptfach nolens/volens unterrichtet. Vor allem wenn sie an die Lehrplanwirtschaft glauben, diese letzte noch nicht pleite gegangene Planwirtschaft. In deren Trümmern gedeiht der Alltagskapitalismus: Jeder ein Betriebswirtschaftler seiner selbst - und dabei das Leben ins Internet und das Lernen auf ChatGPT auslagern. Wie arm.
Wenn die Zeichen nicht täuschen, kommt eine Gegenströmung auf.
Eine, die an die Bremer Stadtmusikanten erinnert:
Etwas Besseres als den Tod finden wir überall.
Also Esel, Hund, Katze und Hahn (alle natürlich auch weiblich!) kommt Ende August nach Lüneburg zur Utopie-Konferenz!
Werdet Musikanten!
Von nun an wird es auf dem Weg dorthin hier wöchentlich einen Text geben. Eine Art Wegzehrung und auch die Aufforderung Proviant hinzu zu fügen!
Denn so viel ist klar: In Schulen und anderen Bildungseinrichtungen gärt es. So wie es in der Gesellschaft überhaupt gärt. Man fragt sich nach jeder Wahlprognose verschärft, kommt mehr Essig oder Wein raus? Wie vergoren ist das Land?*
Wir setzen auf den Wein (na ja, auch auf guten Essig).
Wir fangen Neues an und sind keineswegs Anfänger. Viele kommen aus dem Archiv der Zukunft andere von Schule im Aufbruch oder sie machen künftig bei derSchmetterlingsakademie (Wutöschingen) mit.
*Der Satz geht auf Georg Christoph Lichtenberg zurück, erster deutscher Experimentalphysiker und famoser Aphoristiker. Während der französischen Revolution notierte er: Wie ich höre, in Frankreich gärt es. Fragt sich nur ob Essig oder Wein dabei herauskommt.
Zur Einstimmung auf die Utopie-Konferenz im Sommer 2026: