Ebskart Die Ebstorfer Weltkarte

Daß mit einer Technologie, die die Ära des Buches als nbestrittenes Leitmedium beendet hat, wieder lesbar wird, was lange vor der Erfindung des Buchdrucks geschrieben wurde, ist kein Zufall. Die massenhafte Verbreitung des Buchs als Medium infolge der Gutenbergschen Erfindung prägte dem Diskurs die Struktur der verschriftlichten Rede auf, einer Rede, die etwa in der (Vor-)Lesung auch tatsächlich stattfindet und beim leisen Lesen innerlich geschieht, jedenfalls eindeutig das geschriebene Dokument mit gesprochener Sprache verknüpft. Elektronische Dokumente - Hypertexte -  ergeben keinen verbindlichen Lesefluß mehr. Man kann sie nicht vorlesen, was man übrigens auch bei den Comic Strips nicht kann, die gefährlich an der Buch- und Lesekultur nagen, wie besorgte Eltern immer wieder feststellen. Genau so ist es mit diesem wundervollen mittelalterlichen Cartoon auf Pergament bestellt, zu dem es nicht nur eine einzige isomorphe Rede gibt, sondern nur viele.

"Ebskart" zeigt unter www.leuphana.de/ebskart ein Faksimile des Kartenbildes der Ebstorfer Weltkarte, auf dem alle Textfragmente in Transkription und deutscher Übersetzung des Altgermanisten Hartmut Kugler zu lesen sind. Die Darstellungstechnik wurde mit den "Hyperimage"-Techniken realisiert (s. dort).

Kontakt

  • Apl. Prof. Dr. rer. nat. Martin Warnke