Zum Hauptinhalt springen

Dr. Johanna Lorraine Breuer

21335 Lüneburg, Universitätsallee 1, C4.015a
Fon +49.4131.677-2060, johanna.breuer@leuphana.de

Publikationen

Bücher und Anthologien

  1. Constructing the European Union's Budget: Origins, Continuities, and Consequences
    Johanna Breuer (Autor*in) , 2024 Florence, Italy

    Publikation: Bücher und AnthologienMonografienForschung

Beiträge in Zeitschriften

  1. The Gendered Nature of the EU Budget
    Johanna Breuer (Autor*in) , 09.04.2026 , in: Journal of Common Market Studies , 25 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschungbegutachtet

  2. Revisiting Early Fiscal Centralisation in the European Coal and Steel Community in Light of the EU’s Transfer Budget
    Johanna Breuer (Autor*in) , 27.10.2023 , in: Politics and Governance, 11, 4 , S. 28-39 , 12 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschungbegutachtet

Aktivitäten

  1. Frauen in der Kommunalpolitik - Hintergründe und Lösungsansätze zur Unterrepräsentation
    Johanna Breuer (Sprecher*in)

    Aktivität: Vorträge in anderen VeranstaltungenTransfer

  2. The Evolution of European Public Goods: How Europe has tackled the challenge of a common budget
    Rebecca Christie (Sprecher*in) , Johanna Breuer (Sprecher*in) , Emmanuel Mourlon-Druol (Sprecher*in) , Federico Fabbrini (Sprecher*in)

    Aktivität: Vorträge in anderen VeranstaltungenForschung

Lehrveranstaltungen

In diesem Seminar wird der ländliche Raum und seine Entwicklung erörtert: wodurch wird Politik im Ländlichen strukturiert und was sind derzeitige Probleme und Entwicklungen. Nach dieser allgemeinen Erörterung in die politischen Dynamiken, fokussieren wir uns auf Förder- und Subventionspolitik in ländlichen Regionen Deutschlands. Im Mittelpunkt stehen dabei die europäische Kohäsions- und Agrarpolitik. Analysiert werden sowohl haushaltspolitische Entscheidungen als auch historische Hintergründe und aktuelle Herausforderungen. Diese Politikfelder werden auf europäischer Ebene, nationaler und auf regionaler Ebene gestaltet, und wir konzentrieren uns in diesem Kurs auf die Implementierung und Auswirkungen in ländlichen Regionen.

Den ersten Schwerpunkt des Seminars bildet die Kohäsionspolitik der Europäischen Union. Sie entstand in den 1970er Jahren aus dem Bestreben wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten insbesondere in ländlichen Regionen zu verringern und wurde im Zuge der unterschiedlichen EG/ EU-Erweiterungen erheblich ausgebaut. Die rechtlichen Grundlagen der Kohäsionspolitik sind in den Artikeln 174 und 175 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union verankert. Zunehmend lässt sich jedoch beobachten, dass diese Zielsetzungen politisch umgedeutet und auch ausgehöhlt werden. Daraus ist ein grundlegender Konflikt über die Ausrichtung der Kohäsionspolitik entstanden, der vor allem zwischen Regionen, nationalen Regierungen und europäischen Institutionen ausgetragen wird und somit fern von BürgerInnen. Dabei hat die Kohäsionspolitik nicht unerhebliche Auswirkungen auf die soziale und wirtschaftliche Gestaltung ländlicher Räume, in welchen sich Bürgerinnen und Bürger ausgeschlossen und benachteiligt fühlen.

Im zweiten Teil des Seminars widmen wir uns der Agrarpolitik. Als ein zentrales Element der frühen europäischen Integration, rekonstruieren wir kurz die Entstehungsgeschichte der Gemeinsamen Agrarpolitik in den 1960er Jahren. Anschließend werden zentrale Wendepunkte, sowie aktuelle Herausforderungen der Agrarpolitik diskutiert, die eng mit dem Klimawandel und der Übernutzung natürlicher Ressourcen verknüpft sind. Eine wichtige Rolle spielen dabei landwirtschaftliche Interessengruppen, welche erheblichen Einfluss auf die Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik ausüben. Gleichzeitig ist die Agrarwirtschaft stets eng in lokale Kontexte und dörfische Strukturen eingebettet und leistet hier Landschaftspflege und allgemeine Versorgungsleistungen. Wie können wir diese Gruppierungen, Arbeitenden mit ihren Konflikten und Subventionen als Teil des Ländlichen verstehen?

Zur Analyse ziehen wir zunächst klassische Theorien und Analyseschemata (Integrationstheorien, Public Policy-Analysen) heran, um diese dann klar mit kritischen Ansätzen abzugrenzen. Die Analyse von Machtstrukturen und -dynamiken soll sodann im Vordergrund stehen: welche Akteurskonstellationen entscheiden Verteilungskonflikte und wie werden Aspekte der Good Governance ignoriert oder verbessert?
Nächster Termin:
Donnerstag, 15.10.2026 um 10:15 Uhr
Gleichstellungspolitik ist ein weit gefasstes Konzept, das häufig als catch-all Phrase über unterschiedliche Dimensionen hinweg benutzt wird. Was die einen aus Artikel 3 GG ableiten, erachten die anderen als Zumutung. Somit wird im politischen Diskurs häufig in einer oberflächlichen Art und Weise über Gleichstellung geredet, welche rechtliche Verpflichtungen, auch rechtliche Unklarheiten und Vergehen außer Acht lässt. Dabei hat es in der Gleichstellungspolitik in der BRD in den letzten Jahren deutliche Veränderungen gegeben, nicht nur durch die Gesetzgebenden, sondern auch durch eine Gesellschaft, die das „wie“ der Gleichstellung neu verhandelt, einfordert, vermeidet oder ablehnt.

Um diese Problematik in der BRD zu verstehen, soll Gleichstellung zunächst in einem analytischen Rahmen aufgearbeitet werden. Was bedeutet intersektionale Ungleichheit? Dieser Begriff ist kein neutrales, technisches Konzept, sondern hat immense historische Dimensionen, welche aus unterschiedlichen Freiheitskämpfen entstanden sind. Hier werden wir auf zentrale Werke von Patricia Hill Collins (Black Feminist Thought & Intersectionality as Critical Social Theory) eingehen und auch Forschung von Robert McRuer (Crip Theory. Cultural Signs of Queerness and Disability) diskutieren.

Darauf folgt die Darstellung der aktuellen Probleme über Gleichstellungspolitik: ihre Umsetzung in der BRD. Hier wird auf zentrale Policy-Initiativen der letzten Jahre eingegangen, vor allem auf das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), welches im Juni 2025 in Kraft getreten ist. Die unterschiedlichen Themenbereiche werden hier genauer aufgeschlüsselt, unter anderem Sexismus, Altersdiskriminierung, Rassismus, Ableismus. Diese sollen als Diskussionselemente in konkreten Themenbereichen der deutschen Innenpolitik angewandt werden, z. B. in eher technischen Bereichen der Steuerpolitik, Problematiken der Arbeitsmarktpolitik und dem demographischen Wandel, aber auch gesellschaftlichen Prozessen des Generations- und Wertewandels.

Ich erwarte von den Teilnehmenden eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Texten, welche auch in englischer Sprache gelesen werden müssen.
Nächster Termin:
Montag, 12.10.2026 um 10:15 Uhr