Rebecca Ardner
Affirmation und Negation
Figuren von Kritik bei
Deleuze und Adorno

Verlag: Katzenberg

Die Diskussion des Verhältnisses von Kritischer Theorie zu post-strukturalistischem Denken bietet ganz unterschiedliche Ansatz-punkte und Möglichkeiten der Fokussierung. Es scheint dabei nicht leicht einen Ansatz zu finden, der weder auf eine vernich-tende Disqualifizierung einer Seite hinausläuft, noch Unterschie-de einfach leugnet und nivelliert. Der Ansatzpunkt der vorlie-genden Untersuchung versucht ein solches Spannungsverhältnis nicht einseitig aufzulösen und beruht demnach auf der Beobach-tung, dass holzschnittartige und absolute Abgrenzungen und vorausgesetzte Inkommensurabilität Potenziale abschneiden, die in möglichen Vergleichen und gegenseitigen Ergänzungen von Positionen der Kritischen Theorie auf der einen Seite und post-strukturalistischen Ansätzen andererseits liegen können.

 

Marius Hanft, Judith Sieber, Lotte Warnsholdt (Hg.)
Weiterschreiben.
Anschlüsse an Rebecca Ardners
»Affirmation und Negation als Figuren der Kritik«

Verlag: Katzenberg
Inhaltsverzeichnis

Gegenwärtige Transformationen gesellschaftlicher Verhältnisse erfordern einen Kritikbegriff, der diesen adäquat begegnen kann. Einen solchen Kritikbegriff wollte Rebecca Ardner über die Auseinandersetzung mit den philosophischen Traditionslinien positiver und negativer Kritik in ihrem Dissertationsprojekt ›Affirmation und Negation als Figuren der Kritik‹ entwickeln. Es sollte ein Begriff auf der Höhe der Zeit sein, der imstande ist, den Status quo abzulehnen und zu überwinden.
Rebecca Ardner hat ihr Buch nicht abschließen können; es bleibt nach ihrem Tod ein Fragment. Dieses bildet den Ausgangspunkt von Weiterschreiben, in dem neun Autor*innen und sechs Künstler*innen Ardners Arbeit folgen und fallengelassene Fäden wieder aufnehmen und neu zusammenführen. Sie diskutieren unter anderem die Möglichkeiten einer negativen Utopie, feministische Beziehungsweisen als Formen der Solidarität und die tödliche wie auch belebende Potenzialität von Problemen. Sie beschreiben die eigene Situiertheit in patriarchalen Klassenverhältnissen und lösen getroffene Verabredungen zur gemeinsamen Lektüre ein. Nicht nur am Rande berühren die Beiträge und Illustrationen damit auch immer Fragen wie jenen nach der Aufgabe von Freundschaft, des Risses und des Erinnerns. Die Suchbewegung nach einem neuen Kritikbegriff wird entlang des Buches als unabgeschlossenes Projekt aufgezeigt – mit der Aufforderung zum Weiterschreiben.