Lehrangebot

In der Lehre ist die Soziologie an der Leuphana Universität vor allem an Modulen im Bereich der Kulturwissenschaften beteiligt.  Als Grundlagendisziplin erfüllt sie darüber hinaus auch allgemeine Aufgaben etwa in der Lehrerbildung, der empirischen Methodenkompetenz und im Komplementärstudium. Dabei orientiert sich das Spektrum soziologischer Veranstaltungen einerseits an den Arbeitsbereichen, andererseits vor allem auch an der Heterogenität der Studierenden.

Aktuelle Lehrveranstaltungen

Prof. Dr. Volker Kirchberg

Kultur und Stadt - Einführung in die Theorien


Das Modul gibt Einblick in die Bedeutung kultureller Institutionen (Akteure, Szenen, Veranstaltungen, Einrichtungen) für städtische Strukturen und Entwicklungen.

Aktuelle kultur- und sozialwissenschaftliche Theorien zur Raumkonstruktion werden anhand der Entwicklung zeitgenössischer postindustrieller Städte erläutert und gedeutet. Die Bezüge von Raum zu Gesellschaft werden dargelegt und reflektiert.

Dabei wird zum einen auf die wechselseitigen Effekte von Künsten und Kultur und Stadtentwicklung sowie Stadtpolitik eingegangen. Zum anderen sollen Möglichkeiten der kritischen Intervention durch Künste und Kultur in die Stadtentwicklung hinein behandelt werden. Dazu wird im Modul schwerpunktmäßig Hamburg als benachbartes "Großstadtlabor" thematisiert.

Ziel: Erarbeitung von Einsichten in den Stellenwert von kulturellen Institutionen (Akteuren, Szenen, Veranstaltungen, Einrichtungen) für städtische Strukturen und Entwicklungen.

Theoriekonstruktion - und Anwendung auf den städtischen Raum, Methoden und Methodologie des qualitativen und des quantitativen Paradigmas.

Erarbeitung von sozialwissenschaftlichen Theorien und empirischen Studien im Bereich der auf die postindustrielle Stadt bezogenen Soziologie bzw. Urban Studies.

Organizing Urban Sustainability through Art And Culture


Sustainability issues have become a highly politicized everyday conversation. For instance, people's climate marches, F4F protest demonstrations and critical mass bicycle rallyes are indicators for a general social transformation that might - or might not - occur towards more sustainable development.

From an academic point of view, dealing with these themes should not be left to the natural scientists, engineers, or political scientists alone. In fact, the study of sustainability issues is a transdisciplinary topic par excellence. The humanities, social sciences and here especially the broader field of cultural studies have a lot to contribute.

This master seminar will be divided into three parts. Part I lays the groundwork by looking at the work of two major transdisciplinary scholars of science, Bruno Latour and Gregory Bateson. These scholars have been highly critical of the artificial division between mind vs. nature, rationale vs. affect, civilisation vs. wilderness (etc.); any study of sustainability values and cultures can be traced back to their epistomological thoughts.

Part II will then enter arts and culture as pivotal parts for creating and experimenting with a consciousness and a culture of sustainability. Creativity and a sustainability culture could be seen as a counterparts to capitalism and a unilateral technological progress.

Part III will finally enter the city and urban "spaces of possibilities" into the picture. Urban development is mostly characterized by unsustainable attitudes but there are exceptions to the rule, either labeled as urban "real utopias" or "alternative urban spaces". We will look at these places, and see how they are supported by artistic and cultural activities.

Ziel: --> Knowledge/discussion about central issues of "cultures of sustainabilty".

--> Knowledge/discussion about interchanges between capitalism and unsustainability vs. artistic creativity and sustainability.

--> Knowledge/discussion about artistically induced urban places of possibilities and sustainable urban development.

Erhebung qualitativer Daten durch Interviews


Das Interview im Kontext der empirischen Sozialforschung

- Kommunikationsmodell

- Design und Prozess qualitativer Forschung

- Feldphase bzw. Feldphasenvorbereitung

- Die Kunst des Fragens

- Leitfadeninterview

- Experteninterview

- narratives und exploratives Interview

- Gruppendiskussionen

- Feldforschung

Ziel: Erkenntnisgewinn zu den Methoden der Datenerhebung in der qualitativen empirischen Sozialforschung

Forschungskolloquium Soziologie und Kulturorganisation


Forschungskolloquium Soziologie und Kulturorganisation

Macht und Herrschaft in den Künsten


Konzepte der Macht und Herrschaft sind seit Beginn im Fokus soziologischer Studien. Klassiker wie Marx, Weber, Gramsci, Adorno, Foucault, Bourdieu etc., machten sie zu zentralen Themen. Es gibt kaum einen (makro-)soziologischen Diskurs, der diese Begriffe nicht behandelt. In der allgemeinen Soziologie dominiert aber eher ein theoretisch-abstrahierender Machtbegriff, der sich einer empirischen Überprüfbarkeit häufig entzieht. Dispositive, Zwänge und Gewalt sind relationale Konzepte, mit denen die „Durchsetzung eines eigenen Willens auch gegen Widerstreben“ (Weber) empirisch erklärt werden kann. Es ist unsere Überzeugung, dass das „Durchsetzen eines eigenen Willens“ für die Erklärung makro-, meso- und mikrosoziologischer Strukturen und Prozesse der Produktion, Imagination, Vermittlung, Kritik und Konsumption der Künste wichtig ist. Dazu gehört auch, die Künste ursächlich als Mittel gesellschaftlicher Machtdurchsetzung zu verstehen, wie es Adorno vor mehr als 70 Jahren mit der Kulturindustrie ausdrückte oder wie man Bourdieus Distinktion verstehen kann.

Auf der Tagung des Arbeitskreises der Soziologie der Künste am Do., den 22. und am Fr., den 23. November 2018 an der Leuphana Universität in Lüneburg wurden Weiterentwicklungen von Konzepten der Macht durch die Künste und in den Künsten neben empirischen Studien präsentiert und diskutiert. Das Seminar steht im Kontext des Tagungsbandes, der von den Dozent*innen gemeinsam mit Hon.-Prof. Dr. Alenka Barber-Kersovan in der Reihe „Kunst und Gesellschaft“ beim VS-Verlag/Springer herausgegeben wird.

Der Begriff der Politiken im Sinne von policies (Richtlinien) steht bei diesem Tagungsband dabei theoretisch wie empirisch im Mittelpunkt. Politiken sind auch in den Künsten Ausdruck des Kampfes zwischen gesellschaftlichen Zwängen (structures) und den Möglichkeiten zum Handeln (agencies). In diesem Sinne behandelt die Soziologie der Künste das politische Changieren zwischen Struktur und Handeln von Künstler*innen und Künsten.

Unter anderem werden folgende Fragen in der Publikation behandelt: Wer bestimmt wie und wo welche Normen, Richtlinien und mind sets in den Künsten? Wie werden Normen, Regularien und Werte durch die Künste manipuliert? Wer definiert welche Diskurse in Feldern der Künste? Welche Personen, Organisationen und Netzwerke sind mächtig oder unterdrückt? Welche Mechanismen können zur Überwindung mächtiger Strukturen, also zur Innovation und newness in und durch die Künste beitragen? Wo zieht man Grenzen zwischen Kritik, Avantgarde und dem Neuen auf der einen Seite und Affirmation, Establishment und Vergewisserung des Alten auf der anderen Seite? Welche Konventionen bestimmen zeitgenössische Ausübungen der Künste und welche Formen von mavericks (Becker) können sich dagegen durchsetzen bzw. werden sanktioniert? Lassen sich subversive informelle künstlerische Formen gegen etablierte formale Richtlinien ausfindig machen und erklären (im Sinne des Neo-Institutionalismus)? Mit welchen ästhetischen Mitteln wird Macht in den Künsten heute dargestellt bzw. affirmiert? Was sind dagegen zeitgemäße ästhetische Mittel von Gegenkulturen und -künsten?

Ziel: Im Seminar stehen zunächst wichtige soziologische Theoretiker zu Macht und Herrschaft und ihre Anwendung auf selbst gewählte Beispiele aus den Praxisfeldern der Künste im Mittelpunkt, deren Ansätze im anschließenden Seminarblock auf die Beiträge des Tagungsbandes adaptiert werden. Die Studierenden lernen das wissenschaftliche Verlagswesen in diesem Bereich kennen und erlernen, eigene redaktionelle Gutachten zu verfassen.

Univ. Prof. Dr. Sigrid Bekmeier-Feuerhahn

Kulturmarketing


Die Veranstaltung gibt einen Überblick über die Aufgaben des Marketing in Kulturbetrieben. Sie vermittelt fachsystematische Grundlagen sowie ein Fundament gesicherter Befunde und Perspektiven gemäß dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung und anhand konkreter Praxisbeispiele. Rahmenbedingungen wie Organisationsformen von Kulturbetrieben, Kulturmarkt und Eigenschaften von Kulturleistungen werden ebenso diskutiert wie konzeptionelle Entscheidungsbereiche wie Analyse, Strategiebildung und Einsatz operativer Maßnahmen.

Ziel: Die Studierenden erlernen theoretische und praxisbezogene Grundlagen des Marketing in Kulturinstitutionen.

Bachelorkolloquium


Themenfindung, -konkretisierung und -strukturierung, Literatursuche und -auswertung, Zeitplanung, Bewertungskriterien einer Bachelorarbeit, Klärung allgemeiner Fragen.

Insgesamt sind vier Blocktermine vorgesehen:

1. Termin: Auseinandersetzung mit den Anforderungen des wissenschaftlichen Arbeitens

2. - 4. Termin: Präsentation und Diskussion der laufenden Bachelorarbeitsprojekte.

Ziel: Die Veranstaltung soll die Erstellung von Bachelor-Arbeiten begleiten und erleichtern, indem Hinweise rund um den Arbeitsprozess des Verfassens einer solchen Thesis gegeben werden.

Im Vordergrund stehen dabei die Themenfindung, -konkretisierung und -strukturierung, die Literatursuche und -auswertung sowie die Zeitplanung einer Bachelorarbeit. Außerdem werden die konkreten Themen der Studierenden besprochen und Fragen rund um die Bachelor-Arbeit sowie deren Entwicklungsstand und Weiterentwicklung diskutiert.

Auseinandersetzung mit den Anforderungen an eine wissenschaftliche Abschlussarbeit (Termin 1) sowie Reflektion des Entwicklungsstandes und Weiterentwicklung der Bachelorarbeit (Termin 2-4).

Konsumentenverhalten und Kommunikation


Nach einer grundlegenden Einführung in die Konsumentenforschung sollen Theorien und Konzepte des Konsumentenverhaltens sowie der Gesellschaftskommunikation vermittelt werden. Dabei werden Verbindungen zu Aspekten des nachhaltigen Konsums gezogen und Synergieeffekte untersucht, um ein möglichst reflektiertes Konsumverhalten zu erzielen.

Folgende Bereiche werden u.a. behandelt:

- Entwicklung der Konsumentenforschung

- Primär aktivierende Prozesse

- Primär kognitive Prozesse

- Konzept der Entscheidungstypologie

- Soziales und konsumentenbezogenes Wohlergehen

- Erfahrungsumwelt der Konsumenten

- Kommunikation und Wirkungsmuster in den Medien

- Gesellschaftsorientierte Kommunikation

Ziel: Die Studierenden besitzen nach der erfolgreichen Teilnahme und ausreichendem Selbststudium Kenntnisse über grundlegenden Theorien und Erklärungsmodelle des Konsumentenverhaltens sowie der Gesellschaftskommunikation und können diese wiedergeben, auf relevante Sachverhalte anwenden und unter Zuhilfenahme entsprechender Parameter analysieren sowie beurteilen.

Vorstellung Konzepts Betreuung von Abschlussarbeiten im Fach BWL


Apl. Prof. Dr. phil. Regine Herbrik

Dabei sein ist (fast) alles. Ethnographie und Sequenzanalyse


Datenerhebung und Dateninterpretation sind zwei eng aufeinander bezogene Prozesse. Im Seminar lernen die Teilnehmenden ethnographische Methoden zur Datenerhebung und -aufbereitung kennen und üben sich in die Sequenzanalyse als interpretatives Verfahren der Dateninterpretation ein. Sie erproben alle Methoden praktisch in der Anwendung. Im Fokus steht dabei auch die Reflexion der eigenen Rolle als Forschende. Wie formt unsere eigenen Perspektive unseren Untersuchungsgegenstand? Wie können wir sie steuern, methodisch erfassen oder sogar fruchtbar machen? Wo finden Emotionen, Affekte und Stimmungen ihren Platz in der Forschung?

Ziel: Wenn das Seminar sein Ziel erreicht, können die Teilnehmenden anschließend selbständig Daten mittels ethnographischer Methoden erheben und sie hermeneutisch auswerten. Sie haben eine Souveränität im Umgang mit Datenmaterial entwickelt, die es ihnen erlaubt, methodische Herangehensweisen an ihr aktuelles Projekt (z. B. Abschlussarbeit) anzupassen und sie kreativ zu variieren.

Prof. (apl.) Dr. habil. Ulf Wuggenig

Qualitätszirkel Major Bachelor Kulturwissenschaften


Qualitätszirkel sind ein zentrales Instrument zur Weiterentwicklung von Studium und Lehre an der Leuphana Universität. Hierzu kommen Studierende und Lehrende zusammen und diskutieren mit der/dem Studienprogrammbeauftragten sowie weiteren Lehrenden Stärken und Schwächen des Programms. Im Major finden Qualitätszirkel jährlich statt, im Minor werden sie alle zwei Jahre durchgeführt. Der Termin für die Durchführung von QZ wird mit der/dem Studienprogrammbeauftragten vereinbart.

Ziel: Der Qualitätszirkel ist als Feedbackinstrument konzipiert und soll Studierende und Lehrende zusammenführen, um ein Studienprogramm gemeinsam weiter zu entwickeln und/oder über aktuelle Probleme zu beraten. Nach dem QZ wird ein Lehrbericht verfasst, der die Ergebnisse dokumentiert. Daraus werden Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Studienprogramms ergriffen. Im nächsten QZ berichten die Verantwortlichen zum Stand der vereinbarten Maßnahmen.

Paradigmen der Kulturwissenschaften I


In der Vorlesung werden zentrale Paradigmen der Kulturwissenschaften einführend erarbeitet: Kulturwissenschaften und der Begriff des Paradigmas von Thomas S. Kuhn, Kulturwissenschaften und Kulturphilosophie, Kultursoziologie und -anthropologie, die Rolle der Sprache - linguistic turn - Postmodernismus, (Post)Strukturalismus, Die Kantsche Tradition in Philosophie, Kultur- und Sozialwissenschaften, Critical Realism, Inter- bzw. transkulturelle Theorie und Post Colonial Studies, Kritik der "Kulturkreislehre" und der "Kampf der Kulturen" These, Cultural Studies, interpretatives Paradigma und Paradigma der sozialen und kulturellen Kräfte, Zivilisationstheorie und Theorien kultureller Gewalt bzw. symbolischer Macht, biologischer und kulturalistischer Rassismus u.a.m.

Kant und seine Tradition in der Soziologie und Philosophie der Kunst. Affirmation und Kritik


Kant gilt als exemplarischer philosophischer Denker, seine „Kritik der reinen Vernunft“ als einer der Höhepunkte der Geschichte der Philosophie. Seine Wirkung reicht weit über die Philosophie hinaus in eine Reihe von wissenschaftlichen Disziplinen. Dies gilt nicht zuletzt für die Soziologie. Deren klassische Gründerväter Emile Durkheim, Georg Simmel und Max Weber stützten sich allesamt in jeweils besonderer Weise auf Kant. Was Fragen der Kunst und Ästhetik betrifft, knüpfte unter diesen Autoren zweifellos der sich ebenso in der Philosophie wie in der Soziologie bewegende Georg Simmel in stärkstem Maße an Kant an. In der postklassischen Sozial- und Kulturtheorie ist Kant wiederum Hauptreferenzautor in der zu überaus großer Populärität gelangten soziologischen Studie von Pierre Bourdieu - "La Distinction" 1979 (dt. „Die feinen Unterschiede“ 1982). Mit Anspielung auf Kants Dritte Kritik trägt sie den Untertitel „Soziale Kritik der Urteilskraft“. Sie befasst sich unter affirmativer wie kritischer Anknüpfung an Kant mit dem sozialen Gebrauch von Kunst, Musik und Literatur ebenso wie mit der „ästhetischen Einstellung“, dem „barbarischen Geschmack" (Kant) der negativen privilegierten Klassenfraktionen, dem prätentiösen „kleinbürgerlichen“ Geschmack, dem „Sinn für Distinktion“ der Bourgeoisie und dem asketischen Geschmack von Intellektuellen. Außerdem auch mit der Genietheorie von Kant im Bezugsrahmen der Kritik der "chaismatischen Einstellung", wobei in diesem Zusannhang auch JacquesDerridas Befassung mit dem Geniebegriff einschlägig ist. Angesichts von Kants Schriften zu Geschlecht und geschlechtlicher Arbeitsteilung hat sich auch die feministische Theorie mit Kants Ästhetik und deren Differenzierung des Schönen und des Erhabenen befasst. Auch dieses Thema wird im Seminar behandelt.

Ziel: Im Seminar erarbeiten sich die Studierenden zentrale Texte der Aneignung von Kant, wobei die kritische Aneignung von Schriften von Georg Simmel und Pierre Bourdieu im Zentrum stehen. Außerdem eignen sich die Studierende philosophische, kulturwissenschaftliche und soziologische Kritik an deren Zugängen zu Kant an (z.B. die von Jacques Rancière im Fall von Bourdieu) und bilden sich ein eigenes Urteil in den entsprechenden kontrovers geführten historischen wie aktuellen Debatten. Dazu zählt auch die Auseinandersetzung mit feministischen Arbeiten zu Kant.

Soziologie der Kunst und des Kunstmarkts


Das Seminar widmet sich Analysen des in jüngerer Zeit stark expandierenden Marktes der Bildenden Kunst, wobei insbesondere soziologische Literatur, die mit der Ausdehnung des Kunstmarkts gleichfalls stark angewachsen ist, zu diesem Thema Berücksichtigung findet. Zu klassischen Zugängen, wie dem feldtheoretischen von Pierre Bourdieu, kommen neuere Arbeiten wie die von u.a. Diana Crane, Sarah Thornton, Olav Velthuis, Larissa Buchholz, Erica Coslor, Marta Herero, oder Franz Schultheis. Teils folgen sie dem Paradigma von Bourdieu und beziehen dieses auf die zeitgenössische Kunst, teils bewegen sie sich in einem anderen theoretischen Bezugsrahmen. Spezielle Aufmerksamkeit wird jenen Veränderungen des Kunstmarkts geschenkt, die unter dem Begriff der "Finanzialisierung" diskutiert werden. Dieser Begriff bezieht sich einerseits auf Veränderungen in der Zusammensetzung von Sammler_innen, da der Anteil von Akteuren aus dem Feld der Finanzen deutlich angestiegen ist. Zum anderen auf die Durchdringung des Kunstfeldes mit Modellen und Ästhetiken, wie sie im Feld der Finanzökonomie üblich sind.

Ziel: Im Seminar erarbeiten sich die Studierende Analysen zur Struktur, zu Mechanismen und Dynamik des Kunstmarktes, die in soziologischen Bezugsrahmen verfasst worden sind. Sie gewinnen ein Verständnis für die Differenz zu ökonomischen, aber auch zu kunsthistorischen Zugängen zum Kunstmarkt. Sie gewinnen einen Einblick in Transformationen des Kunstmarkte und sozialen Faktoren, die diesbezüglich eine wesentliche Rolle spielen, wie Prozesse der Globalisierung, die Finanzialisierung, die digitale Transformation, die Neuverteilung von Wohlstand und ökonomischem Kapital, aber auch die Dynamik der Bildungsexpansion und deren Effekte. Insgesamt geht es darum, einen Einblick in ein von ökonomischer Logik bestimmtes Feld zu erhalten, das alle Merkmale von "winner take all"-Märkten aufweist, d.h. sich u.a. auch auf "power law Verteilungen" von Belohnungen stützt, wie der Fachterminus lautet.

Forschungskolloquium Soziologie und Kulturorganisation


Forschungskolloquium Soziologie und Kulturorganisation

Julia Böcker, M.A.

Collaborative Research Projekt


In this core course of the Studium Individuale, students will work in teams to execute a collaborative research project addressing a question of social significance during the semester. The instructor will assist students, working in teams, to select a suitable topic and in the organization of the research process, but overall the process is led and carried out by the students. The teams will work closely with the instructor and/or other experienced researchers, who will help guide and support the research.

The course learning objectives (below) involve both the process of research and the collaborative experience of working in a group to plan and produce a collective output. The goal of the project is to serve the participants’ different academic interests and yet bring together their varying knowledge and skills in a complementary and productive way. While the module does not train students in any particular methods, the instructor or other experienced researchers will advise students on the appropriate and rigorous application of their chosen methods.

Research is here understood as the process of responding to a problem of wider relevance by contributing original knowledge to the world. By gaining practical group research experience, students develop many skills – from time management and problem solving, to productive teamwork and the ability to present and justify achievements to a wider audience. With the research project, students take an important step towards making their study experience within the framework of the Studium Individuale more broadly relevant outside the curricular context.

Ziel: Students will experience and participate in each step of the process of designing and executing an original group social research project –from choosing a topic to writing a complete report. More specifically:

1. Students will develop a specific research question and eventually a corresponding strong thesis statement out of a broader topic of interest.

2. Students will determine and articulate gaps in existing research through surveying the literature(s) relevant to their topic.

3. Students will compare the strengths and weaknesses of various methods for answering their particular research question.

4. Students will select, collect, organize, and analyze original data.

5. Students will summarize findings and draw generalizations from their data analysis.

6. Students will collaborate with each other and their instructor (and/or advisor) to efficiently and realistically manage their time and tasks.

7. Students will reflect on their own experience of the research process.

Dr. Lisa Gaupp

Kulturwissenschaftliche Grundlagen der Musiksoziologie


Max Webers Schrift „Die rationalen und soziologischen Grundlagen der Musik“ (1912/13) gilt als eine der Gründungsmythen für die Disziplin Musiksoziologie. Gut 100 Jahre später existiert jedoch kaum etwas, was sich wissenschaftliche Disziplin Musiksoziologie nennen könnte. Europaweit gibt es nur ein einziges universitäres Institut, entsprechende Sektionen innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) oder der Deutschen Gesellschaft für Musikforschung (GfM) werden erst jüngst wieder belebt. Auch wenn eine größere Bandbreite an sozialwissenschaftlich orientierter Musikforscher*innen oder musikinteressierter Soziolog*innen und entsprechende Konferenzen oder Publikationen existieren, die sich der Analyse von Musik & Gesellschaft widmen, sind die disziplinären Verortungen, Forschungsfragen und Methoden nicht zu „disziplinieren“, sondern stehen teilweise sogar konträr einander gegenüber.

Ziel: Das Seminar stellt einige dieser einflussreichen Positionen vor, die sich als musiksoziologisch bezeichnen lassen, und setzt ihre epistemologischen Grundannahmen, kulturtheoretischen Anleihen und Themenkomplexe in den weiteren Kontext der Kulturwissenschaften.

Kultursoziologie im Kontext der Kulturwissenschaften


Kultursoziologie stellt eine der wichtigen Theorieströmungen in der Soziologie dar und beschreibt Kulturelles als Bedeutungs- und Sinngebungsprozesse. Auf der Basis von klassischen Theorien wie die von Max Weber oder Georg Simmel analysiert die Kultursoziologie also Gesellschaft anhand von Prozessen der Bedeutungsproduktion und -interpretation. Ein ebenso bedeutsamer, verwandter Theoriezweig bezeichnet die Soziologie der Kultur, die u. a. im Sinne Pierre Bourdieus auf kulturelle Felder, Kulturproduktion und die hier wirkenden sozialen Prozesse blickt. Im Seminar werden beide soziologischen Richtungen im Kontext der Kulturwissenschaften und der Cultural Studies epistemologisch nachvollziehbar.

Ziel: Das Seminar bietet eine Einführung in wichtige Theorien aus Kultursoziologie und Soziologie der Kultur und ordnet diese in das (teilweise nicht nur für Studierende zu Beginn ihres Studiums unübersichtliche) Feld von Kulturtheorien, „cultural turns“, weiteren soziologischen Strömungen und interdisziplinären Themen ein.

Urban Music Studies & das Kreativitätsdispositiv


Andreas Reckwitz einflussreiches Werk „Die Erfindung der Kreativität“ zeigt, wie es für jede*n unerlässlich geworden ist, sich durch einzigartige Kreativität hervorzutun. Diese gesellschaftliche Ästhetisierung zeigt sich in besonderen Maße in Städten, beispielsweise im Stadtmarketing. Mit Musik werden einzigartige städtische Atmosphären kreiert, ein spezifischer Sound wird zum Besonderen eines urbanen Ortes inszeniert, und in der Welt der Straßenmusik findet sich der nächste Superstar.

Im Seminar wird zunächst in Theorien des Kreativitätsdiskurses sowie des noch jungen Felds der Urban Music Studies eingeführt. Methodische Analyseinstrumentarien der Sozialforschung werden kennen gelernt und auf die eigene, zu entwickelnde Forschungsfrage zum Themenkomplex „Kreativitätsdispositiv, Musik und Stadt“ hin ausgewählt und angepasst. Im Rahmen einer Forschungsexkursion zum internationalen Festival der Straßenkünste STAMP (altonale, 14.-16.6.2019, Hamburg Altona, https://www.altonale.de/stamp/) erheben die Studierenden empirische Daten, die anschließend ausgewertet und interpretiert werden.

Ziel: Die Ergebnisse dieser Feldforschungen bilden die Basis eines Forschungsberichts oder eines gemeinsamen englischsprachigen Artikels im (doppelt-blind begutachteten) internationalen Journal „Avant: Trends in Interdisciplinary Studies” (volume “Listening to the Urbanocene. People – Sounds – Cities”).

Macht und Herrschaft in den Künsten


Konzepte der Macht und Herrschaft sind seit Beginn im Fokus soziologischer Studien. Klassiker wie Marx, Weber, Gramsci, Adorno, Foucault, Bourdieu etc., machten sie zu zentralen Themen. Es gibt kaum einen (makro-)soziologischen Diskurs, der diese Begriffe nicht behandelt. In der allgemeinen Soziologie dominiert aber eher ein theoretisch-abstrahierender Machtbegriff, der sich einer empirischen Überprüfbarkeit häufig entzieht. Dispositive, Zwänge und Gewalt sind relationale Konzepte, mit denen die „Durchsetzung eines eigenen Willens auch gegen Widerstreben“ (Weber) empirisch erklärt werden kann. Es ist unsere Überzeugung, dass das „Durchsetzen eines eigenen Willens“ für die Erklärung makro-, meso- und mikrosoziologischer Strukturen und Prozesse der Produktion, Imagination, Vermittlung, Kritik und Konsumption der Künste wichtig ist. Dazu gehört auch, die Künste ursächlich als Mittel gesellschaftlicher Machtdurchsetzung zu verstehen, wie es Adorno vor mehr als 70 Jahren mit der Kulturindustrie ausdrückte oder wie man Bourdieus Distinktion verstehen kann.

Auf der Tagung des Arbeitskreises der Soziologie der Künste am Do., den 22. und am Fr., den 23. November 2018 an der Leuphana Universität in Lüneburg wurden Weiterentwicklungen von Konzepten der Macht durch die Künste und in den Künsten neben empirischen Studien präsentiert und diskutiert. Das Seminar steht im Kontext des Tagungsbandes, der von den Dozent*innen gemeinsam mit Hon.-Prof. Dr. Alenka Barber-Kersovan in der Reihe „Kunst und Gesellschaft“ beim VS-Verlag/Springer herausgegeben wird.

Der Begriff der Politiken im Sinne von policies (Richtlinien) steht bei diesem Tagungsband dabei theoretisch wie empirisch im Mittelpunkt. Politiken sind auch in den Künsten Ausdruck des Kampfes zwischen gesellschaftlichen Zwängen (structures) und den Möglichkeiten zum Handeln (agencies). In diesem Sinne behandelt die Soziologie der Künste das politische Changieren zwischen Struktur und Handeln von Künstler*innen und Künsten.

Unter anderem werden folgende Fragen in der Publikation behandelt: Wer bestimmt wie und wo welche Normen, Richtlinien und mind sets in den Künsten? Wie werden Normen, Regularien und Werte durch die Künste manipuliert? Wer definiert welche Diskurse in Feldern der Künste? Welche Personen, Organisationen und Netzwerke sind mächtig oder unterdrückt? Welche Mechanismen können zur Überwindung mächtiger Strukturen, also zur Innovation und newness in und durch die Künste beitragen? Wo zieht man Grenzen zwischen Kritik, Avantgarde und dem Neuen auf der einen Seite und Affirmation, Establishment und Vergewisserung des Alten auf der anderen Seite? Welche Konventionen bestimmen zeitgenössische Ausübungen der Künste und welche Formen von mavericks (Becker) können sich dagegen durchsetzen bzw. werden sanktioniert? Lassen sich subversive informelle künstlerische Formen gegen etablierte formale Richtlinien ausfindig machen und erklären (im Sinne des Neo-Institutionalismus)? Mit welchen ästhetischen Mitteln wird Macht in den Künsten heute dargestellt bzw. affirmiert? Was sind dagegen zeitgemäße ästhetische Mittel von Gegenkulturen und -künsten?

Ziel: Im Seminar stehen zunächst wichtige soziologische Theoretiker zu Macht und Herrschaft und ihre Anwendung auf selbst gewählte Beispiele aus den Praxisfeldern der Künste im Mittelpunkt, deren Ansätze im anschließenden Seminarblock auf die Beiträge des Tagungsbandes adaptiert werden. Die Studierenden lernen das wissenschaftliche Verlagswesen in diesem Bereich kennen und erlernen, eigene redaktionelle Gutachten zu verfassen.

Diversität & Alterität: Postkoloniale Soziologie & Anthropologie


Diversität und Alterität und solche mit diesem Themenkomplex verbundenen Konzepte und Theorielinien wie Ungleichheit, Differenz, Hybridität, Transkulturalität, Intersektionalität etc. zählen mittlerweile zu den Grundkonzepten kulturwissenschaftlicher Analyse. Kulturforschung in Gegenwartsgesellschaften kommt nicht mehr ohne den Einbezug von Themen wie Globalisierung oder Migration aus. Kulturanthropologie und Literaturwissenschaften haben schon früh den Blick auf Ungleichheit, Neokolonialismus und die damit verbundene Wissensproduktion gelenkt, andere kulturwissenschaftliche Disziplinen folgten diesem „postcolonial turn“.

Ziel: In diesem Seminar werden zunächst die historischen Entwicklungen postkolonialer Theorieansätze nachgezeichnet und die Historizität der Epistemologien von Diversität und Alterität erforscht. Auf dieser Basis erarbeiten die Studierenden einen eigenen Beitrag zum Diversity Tag an der Leuphana (28.5.2019). Der zweite Teil des Seminars widmet sich konkret dem „postcolonial turn“ in der Soziologie und wendet diese Theorien auf aktuelle Debatten zu Diversität und Alterität an.

Dr. Sacha Kagan

Artful Research for Cultures of Sustainability: Sensory Ethnography and Arts-Based Research


This seminar will offer a hands-on, both theoretical and practical introduction to sensory-ethnographic and arts-based research methods. The theoretical overview will cover both sensory ethnography (after Sarah Pink) and arts-based research, reflecting them in the context of research on culture (“Kulturwissenschaften”) and sustainability research (“Nachhaltigkeitwissenschaft”). The practical work will focus concretely on videographic sensory ethnography, with the hands-on realization and reflection of your first “Walks with Video”, and include also a taste of qualitatively-complex corporeal group games.

The students should expect that their workloads will include readings, presentations, outdoor fieldwork with video cameras (either in Lüneburg or in other sites selected by the students individually or in teams), participation in group games at the seminar, discussions, and a multimedia final report. Most of the assigned work will have to be conducted by the students in the period of time after the introductory sessions of early April and before the main blocks of the seminar.

Ziel: The goal of this transdisciplinary approach to research methods is to mobilize the epistemologically empowering potentials of the qualitative social sciences, humanities and the arts in order to research cultural practices in relation to the field of sustainability research. The methodological and epistemological insights introduced in this seminar will appeal to aspiring cultural researchers and practitioners interested in the inter- and transdisciplinary uses of ethnographic and artistic ways of learning and knowing, as well as to aspiring activists and change-makers interested in cultural and creative approaches to sustainability.

Robin Kuchar, M.A.

BA-Kolloquium für Themen der Kulturorganisation und Kulturkommunikation


Das BA Kolloquium ist eine Parallelveranstaltung zur 'BA Konferenz' und bezieht sich vor allem auf entstehende BA Arbeiten im Kontext des Vertifungsfaches 'Kulturorganisation und -kommunikation'. In der Veranstaltung geht es vor allem um Themen rund um die Planung und Erstellung von BA Arbeiten. Im Kolloquium werden wir hierzu zunächst grundlegende formale Aspekte zur BA Arbeit klären und Erwartungen an Abschlussarbeiten seitens der Lehrenden der Vertiefung diskutieren.

Im Anschluss werden exemplarisch BA Arbeiten in verschiedenen Arbeitsstadien aus dem Kreis der Teilnehmer_innen vorgestellt und die damit verbundenen Fragen, Herausforderungen und Arbeitsschritte eingehender besprochen. Einen besonderen Schwerpunkt werden wir dabei auf die methodische Umsetzung empirischer Arbeiten legen.

Neben der Besprechung von Arbeiten im Plenum werden wir zusätzlich nach Arbeitsstand oder thematischen Gesichtspunkten strukturierte Kleingruppen einrichten, in denen wir uns über die Methode der kollegialen Beratung gegenseitig bei der Erarbeitung der BA Arbeit unterstützen werden. Diese Gruppen können/sollen nach Ende des zur Kolloquiums fortbestehen, um sich weiter gegenseitig im Enstehungs- und Schreibprozess der Arbeiten zu unterstützen.

Ziel: Unterstützung bei der Planung, Konzeption und Erstellung der BA-Arbeit. Stärkung der Fähigkeit, das eigene Forschungsinteresse zu präsentieren, zu verteidigen und zu reflektieren und konstruktive Kritik an anderen Forschungsprojekten zu üben.

Zwischen Substream und Overground? Überlegungen zu Konzepten wie Underground, Szene, Mainstream und Subkultur im digitalen Zeitalter.


Im Kontext von Popkultur werden durch Begriffe wie Subkultur, Szene, Mainstream und Underground vor allem solche Phänomene markiert, die sich in oppositioneller und abgrenzender Weise von der dominanten Kultur abheben. Die vor allem zwischen den 1970er und 1990er Jahren geprägten Konzepte haben dabei vor allem eines gemeinsam - sie entstanden in einem kulturellen Kosmos ohne Web2.0, Streaming und der grenzenlosen Verfügbarkeit kultureller Artefakte.

Aber wie verhalten sich diese auf Kollektivität fußenden Konzepte im Kontext von digitalem Musik- bzw. Kulturmarkt, fortschreitender kultureller Fragmentierung und individualisiertem Konsum?

Diesen Fragen werden wir im Seminar gezielt nachgehen. Dazu werden wir verschiedene Begriffe näher kennenlernen, eingehend diskutieren und diese unter dem Einfluss sich verändernder kultureller Umgebungen auf Bedeutungsverschiebungen prüfen.

Hierzu werden wir uns nach der Betrachtung der originären Konzepte ihrer Anwendung und Bedeutung in aktuellen Arbeiten widmen und daran eingehender untersuchen, inwiefern und mit welchen unterschiedlichen Bedeutungen diese diese heute noch Gültigkeit besitzen.

Ziel: Im Seminar verschaffen sich die Studierenden ein tiefergehendes Verständnis über spezifische kulturelle Konzepte,ihrer Bedeutungskontexte sowie deren semantische Entwicklung im Zeitverlauf. Am Ende des Semesters sollten die Studierenden in der Lage sein, die betrachteten Konstrukte selbstständig auf ihre aktuelle Bedeutung hin zu analysieren und die Veränderlichkeit kultureller Konzepte unter verschiedenen Voraussetzungen zu reflektieren.

Dipl.-Soz. Simon Moebius

Soziale Ungleichheit verstehen


Im Seminar wird in zentrale Bereiche und Theorien sozialer Ungleichheit eingeführt. Dabei soll der Frage nachgegangen werden, was soziale Ungleichheit eigentlich ist (z.B. im Unterschied zu durchaus erwünschten Heterogenitäten oder Diversität) und wie sie erklärt werden kann.

Neben der Lektüre wichtiger theoretischer Zugänge soll dafür anhand ausgewählter Themen verdeutlicht werden, welche Rolle Strukturen (z.B. im Bildungs- und Gesundheitssystem) für die Stabilität sozialer Ungleichheit spielen. Zudem soll mithilfe einer praktischen Übung (Erstellen und Diskussion von Bildern/Fotografien) erfahrbar gemacht werden, wie sich diese meist abstrakten Prozesse auf unseren Alltag auswirken und wie jede/r Einzelne unmittelbar zur Reproduktion beiträgt.

Ziel ist demnach nicht ausschließlich die Vermittlung von theoretischen Inhalten, sondern vielmehr auch die Reflexion und Diskussion (in Gruppen) dieses aufgrund der normativen Implikationen schwierigen Themas. Gerade die Frage, was von Seiten der Politik und was von Seiten jedes/jeder Einzelnen getan werden kann, um soziale Ungleichheit zu verringern, steht dabei im Fokus des Seminars. Denn in dieser spiegelt sich das schwierige Verhältnis zwischen Theorie und Empirie und auch zwischen Struktur und Praxis sozialer Ungleichheit wider, welches in der Wissenschaft wie in der Zivilgesellschaft bis heute kontrovers diskutiert wird.

Ziel: - Kenntnisse in Theorien und (ausgewählten) Bereichen sozialer Ungleichheit

- praktische Anwendung der Theorien im alltäglichen Kontext

- Selbstreflexion in Bezug auf Praktiken sozialer Ungleichheit

- Erarbeitung eines eigenen Standpunkts zum Thema

- Kreativität (bei der Erstellung von Bildern/Fotografien zum Thema)

- Kommunikations-, Team- und Diskussionsfähigkeit (Gruppendiskussionen)

Weitere Angaben zu den Lehrveranstaltungen finden Studierende im Studienportal myStudy.