Lehrangebot

In der Lehre ist die Soziologie an der Leuphana Universität vor allem an Modulen im Bereich der Kulturwissenschaften beteiligt.  Als Grundlagendisziplin erfüllt sie darüber hinaus auch allgemeine Aufgaben etwa in der Lehrerbildung, der empirischen Methodenkompetenz und im Komplementärstudium. Dabei orientiert sich das Spektrum soziologischer Veranstaltungen einerseits an den Arbeitsbereichen, andererseits vor allem auch an der Heterogenität der Studierenden.

Aktuelle Lehrveranstaltungen

Prof. Dr. Volker Kirchberg

Forschungsmethoden der Kulturwissenschaften


In der Ringvorlesung für alle Studierenden des

Hauptfachs (Major) Kulturwissenschaften werden grundlegende methodische und theoretische Herangehensweisen der Kulturwissenschaften erläutert sowie exemplarisch an verschiedenen Feldern und Gegenständen der Lüneburger Kulturwissenschaften vorgestellt und veranschaulicht.

Zusätzlich wählt jede/r Studierende ein Vertiefungsseminar aus dem Angebot aus. Hier werden spezifische Methoden und Theorien vertiefend behandelt und oft auch selbst erprobt. Sie sind frei in Ihrer Wahl im Rahmen der zur Verfügung stehenden Plätze. Die Vertiefungsseminare sind also nicht an spezielle Vertiefungsgebiete gebunden. Zu den Themen der Vertiefungsseminare vgl. die Überblicksliste in myStudy.

Forschungskolloquium Soziologie und Kulturorganisation


Forschungskolloquium Soziologie und Kulturorganisation

Kulturorganisation


Eine Einführung in das kulturwissenschaftliche Gebiet der Kulturorganisation bedarf einer Positionierung in das gesamte System aus Produktion (Kreation), Distribution (Vermittlung) und Rezeption (Konsum) von Kultur. Dies geschieht in den ersten beiden Sitzungen zur "kulturellen Raute" und zu Howard Beckers Art World-Konzept. Zentral für das heutige, internationale Verständnis von Kulturorganisationen ist weiter Petersons Production-of-Culture-Theorie - ebenfalls noch eine Einführung in das Thema.

Um weiter allerdings Kulturorganisationen in ihrem Aufbau, mit ihren Entscheidungen und ihren Wandlungen zu begreifen muss man detaillierter allgemeine Organisationstheorien angehen. Die oft scheinbar irrationalen Verhaltensformen von Organisationen insbesondere im Kulturbetrieb lassen sich mit diesen Theorien begreifen. Diese Theorien werden deshalb im zweiten Teil der Vorlesung vorgestellt: Kulturbetriebslehre, Neo-Institutionalimus und temporäre projekt- und netzwerkbasierte Kulturorganisation.

Im letzten Teil des Seminars werden dann weitere zentrale kulturwissenschaftliche Theorien der Kulturorganisation und Kulturvermittlung vorgestellt, Adornos Kulturindustrie-Begriff, Fiskes Cultural Studies-Ansatz und last but not least Bourdieus Theorie der kulturellen Distinktion und seine Feldtheorie der kulturellen Produktion.

Ziel: Verständnis der wichtigsten Theorien zur Kulturorganisation und Kulturvermittlung.

Masterforum Soziologie und Kulturorganisation


Das Masterforum des Instituts für Soziologie und Kulturorganisation richtet sich an alle Masterstudierenden, deren Masterarbeiten von Lehrenden des ISKO betreut werden, aber auch in Ausnahmefällen an andere Studierende. Am 16.10 wollen wir einen Überblick über die Zahl und die Themenfelder dieser laufenden Masterarbeiten gewinnen und auf dieser Grundlage die Termine und den Modus des Masterforums festlegen. In jedem Fall ist das im Rahmen der Masterarbeit geplante Vorhaben im Forum vorzustellen und an der Vorstellung der anderen Masterarbeiten teilzunehmen.

Inhaltsanalyse von Interviews


Nach einer Einführung in Erhebungen mittels Experteninterviews (v.a. Gläser & Laudel 2006) wird sich der Inhaltsanalyse von Interviews durch die Systematik der Extraktion, der Kategorienbildung und weiteren Auswertungsschritten (nach Mayring 2007, Gläser & Laudel 2006, Kuckartz 2005 et al.) genähert. Diese theoretisch-methodischen Erläuterungen ("Trockenübungen") in der ersten Hälfte des Seminars werden dann in der zweiten Hälfte durch praktische Übungen mit dem Softwareprogramm Atlas.ti zur systematischen Inhaltsanalyse (von Interviews und anderen Texten, z.B. aus Blogs, Webseiten, offiziellen Broschüren) ergänzt. Dafür stellt der Dozent eigene Interviewtexte aus seiner Forschung zur Kunst und Künstler als Teil der Hamburger Stadtentwicklung zur Verfügung. Die verbesserten Möglichkeiten des Programmes Atlas.ti (auch und gerade im Vergleich zu MaxQDA) werden hier praktisch vorgeführt und die SeminarteilnehmerInnen ermuntert, diese Analysemethode (unter Zuhilfenahme von Atlas.ti) auch für Qualifikationsarbeiten zu verwenden.

Ziel: Erwerben von Kenntnissen in qualitativer Inhaltsanalyse

Erwerben von Kenntnissen zur Durchführung von (Experten-)Interviews

Erwerben von Kenntnissen der Inhaltsanalyse (Extraktion, Kategorienbildung, induktive und deduktive Kategorienverknüpfung)

Erwerben von Fähigkeiten zur systematischen Inhaltsanalyse mit dem Softwareprogramm Atlas.ti

Erwecken des Interesses an systematischer Inhaltsanalyse für eine zukünftige Qualifikationsarbeit

Univ. Prof. Dr. Sigrid Bekmeier-Feuerhahn

Einführung in die Betriebswirtschaftslehre aus wirtschaftstheoretischer und verhaltenswissenschaftlicher Perspektive


Einführung in die klassischen und aktuellen Theorien sowie Modelle eines wirtschaftstheoretischen und verhaltensorientierten Managementverständnisses

Inhalte der vorzustellenden Themen und BWL-Disziplinen:

1. Einführung in das Stakeholder Management

2. Accounting

3. Finance

4. Organisation

5. Marketing

6. Personal

Ziel: Ziele:

- Sie lernen das Unternehmen als Gegenstand der BWL kennen

- Sie verstehen, wie man Unternehmen und Unternehmensziele strukturieren kann

- Sie verstehen, warum ein Stakeholdermanagement notwendig ist in der heutigen BWL

- Sie lernen die BWL als Wissenschaft kennen, wobei der Diskurs zwischen der wirtschaftstheoretischen und verhaltenswissenschaftlichen Auslegung fokussiert wird

- Sie erhalten einen Einblick in die zentralen Disziplinen der BWL: Stakeholder Management, Accounting & Finance, Organisation, Personal & Marketing

- Sie erweitern Ihr Verständnis über die vielfältigen Berufsfelder in den beiden künftigen Bachelor-Vertiefungen durch einen Diskurs mit Vertretern aus der Unternehmenspraxis

Qualitätszirkel Major Betriebswirtschaftslehre


folgt

Ziel: s. sonstige Hinweise

Qualitative Methoden in der Managementforschung


Dieses Seminar ist eine Wahlpflichtveranstaltung des Moduls Research Methods für Studierende im Major Business Development, die an die Veranstaltung „Forschungsprozess im Überblick“ anschließt.

Qualitatives methodisches Vorgehen ist mit den vielseitigen Einsatzmöglichkeiten in der Managementforschung weit verbreitet. In dem Seminar wird ein Überblick über das zur Verfügung stehende Instrumentarium der qualitativen Forschung gegeben, wobei der Fokus auf der Anwendung von einzelnen Methoden und Techniken der qualitativen Forschung liegt.

Innerhalb des Seminars wird erlernt, zu welchen Fragestellungen qualitative Methoden angewandt, geplant und umgesetzt werden, welche unterschiedlichen Datenerhebungsmethoden innerhalb der qualitativen Managementforschung zur Verfügung stehen und wie die Daten auszuwerten und dokumentieren sind.

Ein weiterer Schwerpunkt dieses Seminars bildet die eigenständige Entwicklung und Durchführung von Forschungsprojekten, anhand derer die erlangten Methodenkonzepte umgesetzt werden sollen.

Ziel: Die Studierenden kennen das Paradigma und Spektrum qualitativer Forschungsmethoden.

Teilnehmer des Seminares sollen anhand einer ausgewählten qualitativen Methode eine selbst entwickelte Forschungsfrage beantworten und sich in ihrer Vorgehensweise an den zuvor erlernten Strukturen eines Forschungsprozesses orientieren.

Bachelorkolloquium #7 Kommunikationsmanagement


Themenfindung, -konkretisierung und -strukturierung, Literatursuche und -auswertung, Zeitplanung, Bewertungskriterien einer Bachelorarbeit, Klärung allgemeiner Fragen.

Insgesamt sind vier Blocktermine vorgesehen:

1. Termin: Auseinandersetzung mit den Anforderungen des wissenschaftlichen Arbeitens

2. - 4. Termin: Präsentation und Diskussion der laufenden Bachelorarbeitsprojekte.

Ziel: Die Veranstaltung soll die Erstellung von Bachelor-Arbeiten begleiten und erleichtern, indem Hinweise rund um den Arbeitsprozess des Verfassens einer solchen Thesis gegeben werden.

Im Vordergrund stehen dabei die Themenfindung, -konkretisierung und -strukturierung, die Literatursuche und -auswertung sowie die Zeitplanung einer Bachelorarbeit. Außerdem werden die konkreten Themen der Studierenden besprochen und Fragen rund um die Bachelor-Arbeit sowie deren Entwicklungsstand und Weiterentwicklung diskutiert.

Auseinandersetzung mit den Anforderungen an eine wissenschaftliche Abschlussarbeit (Termin 1) sowie Reflektion des Entwicklungsstandes und Weiterentwicklung der Bachelorarbeit (Termin 2-4).

Forschungsprozess im Überblick


In dieser Pflichtveranstaltung im Modul für Methoden der BWL liegt der Schwerpunkt auf dem grundlegenden Verständnis des Forschungsprozesses und dessen Struktur. Die Veranstaltung soll vermitteln, wie eine Forschungsfrage identifiziert und formuliert, theoretische Bezüge eingebettet und ein entsprechendes methodisches Vorgehen gewählt wird. Darüber hinaus ist die Dokumentation und Aufbereitung wissenschaftlicher Arbeiten Bestandteil der Veranstaltung.

Veranstaltung für Studierende des Major "Business Development" und "Finance & Accounting" im Modul "Research Methods"

Die Veranstaltung wird vorwiegend zweistündig und in den ersten vier Semesterwochen stattfinden. Die genauen Termine werden noch bekanntgegeben.

Ziel: Anhand der Inhalte der Veranstaltungen sollen die Studierende in die Lage versetzt werden, die Strukturen eines Forschungsprozesses auf die eigenen Arbeiten anzuwenden und eigenständig Forschungsprojekte entwickeln zu können.

Diese Veranstaltung dient zur Vorbereitung für die Wahlpflichtseminare „quantitative Methoden der Managementforschung“, „qualitative Methoden der Managementforschung“ sowie "quantitative Methoden in Finance & Accounting"

Prof. (apl.) Dr. habil. Ulf Wuggenig

Forschungskolloquium Soziologie und Kulturorganisation


Forschungskolloquium Soziologie und Kulturorganisation

Kunstfelder im zeitgenössischen Kapitalismus: Akteure, Institutionen, Diskurse, Effekte


Seminar dient zunächst der Herstellung von Vertrautheit mit der Logik, nach der künstlerische Felder funktionieren, von Rollen bzw. Funktionen von Akteuren und Institutionen. Geeignete wissenschaftlichen Grundlagen dafür bieten die allgemeine Theorie kultureller Felder von Pierre Bourdieu und die Theorie der Kunstwelt von Howard S. Becker, in Verbindung mit Studien, die sich auf spezielle Felder beziehen, wie zeitgenössische Kunst, Musik, Literatur oder Theater. Deshalb erfolgt im Seminar zunächst eine Rekonstruktion dieser Theorien, teilweise als Dozentenvortrag, sowie eine Aufarbeitung und komparative Behandlung geeigneter Studien durch die Studierenden.

Von besonderer diskursiver Bedeutung in jüngerer Zeit war die Diskussion über die Bedeutung von künstlerischen Feldern und der „Künstlerkritik“ allgemein für die Herausbildung „des neuen Geistes des Kapitalismus“. Die entsprechende, in den 1990er Jahren entwickelte Studie, wurde von Luc Boltanski und Arnaud Esquerre im Rahmen der kürzlich auch auf Deutsch erschienenen Studie „Bereicherung. Eine Kritik der Ware“ (Berlin 2018) weitergeführt und u.a. auf Felder von Kunst, Design und Kulturtourismus sowie die Wertbildung in diesen und über diese Sphären bezogen. Eine Kenntnis von Aspekten dieser Theorie bzw. Diagnose der Gegenwartsgesellschaft und ihre kritische Reflexion sind somit im Seminar gleichfalls zu erarbeiten.

Ziel: Ziel des Seminars ist die Erarbeitung von Wissen über Strukturen, Akteure und Mechanismen von Feldern der kulturellen Produktion und der Wertbildung in diesen auf der Grundlage von deren theoretischer und empirischer Exploration. Dabei geht es auch um den Erwerb der Fähigkeit, den Common Sense und Alltagstheorien zu überschreiten, die Argumentations-fähigkeit zu erweitern und zu lernen, theoretisches Wissen und empirische Befunde auf praktische Fragen und vertraute Kontexte zu beziehen. Es sollen von den Studierenden zudem eigenständige Formen der Reflexion des Theorie-Praxis Verhältnisses eingeübt werden.

Provenienzforschung und die "Ökonomie der Anreicherung"


Im Seminar wird jenes von Luc Boltanski und Arnaud Esquerre verfasste Buch zugrunde gelegt, erarbeitet und kritisch diskutiert, das in deutscher Übersetzung 2018 unter dem Titel „Bereicherung. Eine Kritik der Ware“ erschienen ist. Boltanski versteht diese Studie als „pragmatisch-strukturalistische“ Weiterführung seiner gemeinsam mit Eve Chiapello publizierten viel beachteten Zeitdiagnose „Der neue Geist des Kapitalismus“ (Konstanz 2003, Paris 1999). Zu den Hauptthesen der neuen Studie gehört, dass im zeitgenössischen Kapitalismus, der sich – wie von Ökonomen um Thomas Piketty empirisch gezeigt wurde (vgl. Alvaredo et al., World Inequality Report 2018) – durch eine Dynamik sich stark vergrößernder ökonomischer Ungleichheit auszeichnet, Reichtum zunehmend aus immateriellen Rohstoffen des Geistes gespeist wird – aus Erzählungen, die Dingen, Orten und Personen Wert verleihen. Damit wird Kultur, und sektoral betrachtet speziell auch Feldern wie den Künsten, der Luxusindustrie und dem Kulturtourismus, ein besonderer Stellenwert für die zeitgenössische Ökonomie eingeräumt, eine Version der These von der zunehmenden Relevanz von „Kultur- und Kreativwirtschaft“. Diese findet sich eingebettet in eine neue Werttheorie, die sich sowohl von der marxistischen, als auch der neo-klassischen ökonomischen Theorie abgrenzt.

Die genannten Felder bilden in der Sprache der Autoren eine „Anreicherungsökonomie“, eine „Bereicherungsökonomie“ bzw. eine „Ökonomie der Vergangenheit“. Diese stützt sich in starkem Maße auf historische Erzählungen und Darstellungen sowie die Ermittlung und Betonung von „Provenienz“. Die größten Profite werden im Gegensatz zum industriellen Kapitalismus nunmehr – so eine weitere These – nicht mehr über Herstellung von möglich viel des Gleichen erzielt, wie in der sog. „Standardform“ der Valorisierung, sondern über Sammlungen bzw. sammlungswürdige Einzelstücke und über das Angebot von Erfahrungen von hohem Anreiz, wofür die Autoren auch den Begriff der „Sammlerform“ prägen. In diesen Valorisierungsprozessen spielt auch die Arbeit der „kreativen Klasse“, darunter nicht zuletzt Kulturwissenschaftler*innen, eine zentrale Rolle, deren teilweise prekär gehaltene Situation im Gegensatz zu den Arbeiten von Richard Florida jedoch kritische Aufmerksamkeit findet.

Ziel: Die Studierenden erarbeiten sich eine der maßgeblichen aktuellen sozialwissenschaftlichen Diagnosen der Struktur und Dynamik ökonomischer und kultureller Felder sowie der gesellschaftlichen Entwicklung insgesamt. Dabei berücksichtigen sie sowohl den Entstehungszusammenhang dieser Diagnose aus dem Kontext der Diskurse um die sich als Weiterentwicklung der Weber-These verstehenden Theorie des „neuen Geist des Kapitalismus“, als auch die Diskussionen, welche die Studie über die Ökonomie der „Anreichung“ bzw. „Bereicherung“ in Frankreich, im deutschsprachigen und im angelsächsischen Raum bislang ausgelöst hat. Sie lernen, den Blick auf Stärken und Schwächen dieser Theorie und Diagnose zu richten und das kritisch Erarbeitete eigenständig auf lokale und regionale Kontexte zu beziehen, wie u.a. Lüneburg, aber auch deutsche Zentren der Kultur- und Kreativwirtschaft wie Hamburg oder Berlin.

Dr. phil. Christoph Behnke

Kunst und Rassismus


Das Seminar wird zunächst versuchen, unterschiedliche Verwendungen des Begriffs „Rassismus“ herauszuarbeiten, wie etwa die Unterscheidung zwischen einem biologistisch begründeten Rassebegriff und den in jüngerer Zeit verwendeten kulturalistischen Differenzkonstruktionen. Vereinfacht lassen sich ideologiekritische Positionen, die von einem „falschen Bewußtsein“ ausgehen (z.B. „pathische Projektion“, Horkheimer und Adorno) von solchen unterscheiden, die machtkritisch von diskursiv hergestellter sozialer Dominanz ausgehen. Eines der folgenreichsten historischen Beispiele für ein offenes Regime des Rassismus ist die Vorstellung der Überlegenheit der weißen „Rasse“ („White supremacy“), mit der die Rassentrennung in den Südstaaten der USA einherging. Bekanntlich erreichte der in hohem Maße gewalttätige Rassismus in den Südstaaten seinen Höhepunkt nach dem Ende des Bürgerkriegs (und der Abschaffung der Sklaverei) in der Jim Crow Ära. In dieser historischen Konstellation entwickelt sich zugleich ein Feld der kulturellen Produktion, zu dessen Strukturmerkmalen neben der Dominanz kommerzieller Motive die Segregation nach „rassischen“ Kriterien gehörte - mit dem Ergebnis, dass bis heute, wie Radano schreibt, „American listeners remain committed to the belief that racial differences could be heard in music, and this belief motivated performers to produce styles that affirmed colorline thinking” (siehe Radano 2010).

Nachgezeichnet werden soll, wie unter den Bedingungen der Segregation eine musikalische colorline entstand, die bis heute wirksam ist. Ausgangspunkt bildet die Beschäftigung mit Blackface Minstrelsy, zu der eine Reihe inzwischen klassischer Studien vorliegen, wie etwa die von Eric Lott. Sozialhistorische Studien werden herangezogen, um den Eintritt von afroamerikanerikanischen AkteurInnen unter den Bedingungen der Segregation in das musikalische Feld nachzuzeichnen (Abbott & Seroff, 2008). Typisch für diese erste Phase (um 1900) ist die Rassifizierung der Musik; AfroamerikanerInnen konnten nur unter der Bedingung erkennbarer “black music” Teil des Feldes werden. Dies ging einher mit Exotisierung und dem Kult des Authentischen (Miller 2010, Nunn 2015). Ein paradoxer Effekt der musikalischen Segregation besteht darin, dass “black music” zurückwirkte in die kommerziell motivierten Segmente des musikalischen Feldes und von weißen Produzenten und MusikerInnen appropriiert wurde. Zudem war sie kommerziell erfolgreich wie in den 1920er Jahren am Beispiel des Superstars Bessie Smith gezeigt werden soll (Davis 1998). Die Erfindung von “race records” gab der musikalischen colorline auch eine kommerziell aufgestellte Struktur. Gleichzeitig beginnt die “Erforschung” von afroamerikanischer Musik, die jenseits des professionellen Betriebs als “Folklore” insbesondere in den Südstaaten verbreitet war. Die Feldforschungen von Lomax sicherten insbesondere Bluesaufnahmen, die Jahrzehnte später in der Civil Rights Bewegung von weißen Jugendlichen angeeignet wurden (Schroeder 2004, Garabedian 2014). Zu den durch die musikalische Corlorline bzw. den gewalttätigen Rassismus verursachten Formen afroamerikanischer Musikproduktion gehört die Technik des “Signifyin(g)”, “Verstellungen”, die in ihrer Subversivität nur von der afroamerikanischen Population verstanden wurden (Floyd 1995, Switzer 2001). Die sozialhistorische Rekonstruktion der musikalischen Colorline soll mit Beiträgen zu den 1960er Jahren (Adelt 2010, Schwartz 2007, George 1988) enden; jenem Zeitpunkt, in der “black music” in der popular culture dominant zu werden begann. Eine abschließende Theoretisierung mit den im Eingang des Seminars erarbeiteten Begrifflichkeiten soll die sozialhistorischen Beiträge bewerten.

Auswahl Literatur:

Abbott, Lynn & Doug Seroff (2008): “They Cert’ly Sound Good to Me”: Sheet Music, Southern Vaudeville, and the Commercial Ascendancy of the Blues. In: Evans, David (ed.): Ramblin’ on my mind: New Perspectives on the Blues. University of Illinois Press. S. 49-104

Adelt, Ulrich (2010): Blues Music in the Sixties. A Story in Black and White. Rutgers University Press.

Davis, Angela Y. (1999): Blues Legacies and Black Feminism: Gertrude “Ma” Rainey, Bessie Smith, and Billie Holiday. New York: Vintage.

Fields, Barbara J. and Karen E. Fields (2012): Racecraft. The Soul of Inequality in American Life. Verso: London, New York.

Floyd, Samuel (1995): The Power of Black Music. Oxford University Press

Fredrickson, George M. (2002): Racism : a short history. Princeton: Princeton University Press

Garabedian, Steven P. (2014): The Blues Image in the White Mind: Blues Historiography and White Romantic Racialism, Popular Music and Society, 37:4, 476-494.

George, Nelson (1988): The Death of Rhythm and Blues. New York: Pantheon Books. Dt. Hannibal Verlag 1990.

Gilroy, Paul (1991): Sounds Authentic: Black Music, Ethnicity, and the Challenge of a “Changing” Same, in: Black Music Research Journal, Volume 11/2, pp. 111-136

Grazian, David (2010): Demystifying Authenticity in the Sociology of Culture. In: Handbook of cultural sociology, eds. John R. Hall, Laura Grindstaff, and Ming-Cheng Lo. London: Routledge

Lopes, Paul (2004): The Rise of a Jazz Artworld. Cambridge University Press.

Lott, Eric (1992): Love and Theft: The Racial Unconscious of Blackface Minstrelsy. Representations, No. 39. (Summer, 1992), pp. 23-50.

Miller, Karl Hagstrom (2010): Segregating Sound. Inventing Folk and Pop Music in the Age of Jim Crow. Duke University Press.

Nunn, Erich (2015): Sounding the Color Line: Music and Race in the Southern Imagination. University of Georgia Press.

Radano, Ronald (2010): On Ownership and Value, in: Black Music Research Journal , Vol. 30, No. 2 (Fall 2010), pp. 363-370.

Roy, William G.(2004): “Race records” and “hillbilly music”: institutional origins of racial categories in the American commercial recording industry. Poetics, Volume 32, Issues 3–4, June–August 2004, Pp. 265-279.

Schroeder, Patricia (2004): Robert Johnson, Mythmaking, and Contemporary American Culture.

Urbana: University of Illinois Press.

Schwartz, Roberta Freund (2007): How Britain Got the Blues: The Transmission and Reception of

American Blues Style in the United Kingdom. London: Ashgate.

Switzer, Robert (2001): Signifying the Blues. Alif: Journal of Comparative Poetics, No. 21, The Lyrical Phenomenon pp. 25-76.

Wacquant, Loic (2002): From Slavery to Mass Incarceration. Rethinking the 'race question' in the US. In: New Left Review, 13, pp. 41-60.

Julia Böcker, M.A.

Tod in der gesellschaftlichen Praxis


Über Sterben, Tod und Trauer wird in der Gesellschaft nicht offen gesprochen. In den Medien kommen die Themen kaum vor oder dienen dem Tabubruch. Vor diesem Hintergrund wollen wir das Gespräch über den Tod eröffnen und uns mit professionellen Akteuren austauschen. Wie wird mit dem Tod in der Gegenwart umgegangen? Und was sagt uns das über unsere Gesellschaft? Entlang dieser übergeordneten Leitfragen erarbeiten wir eine kritische Bestandsaufnahme vom alltäglichen, medialen und professionellen Umgang mit dem Tod (zumindest in Lüneburg und Umgebung) und machen uns über Seminardiskussionen, aber auch durch Workshops, Expertinnengespräche und Exkursionen ein eigenes Bild.

Mögliche Themen:

- Bestattungsmöglichkeiten (von Anonymer Bestattung, Diamantbestattung bis zum Human Composting)

- Ökologische Belastungen, z.B. durch Kremation (Einäscherung)

- Digitaler Nachlass

- Orte, Formen und Rituale der Trauer

- Hospizbewegung

- Sterbehilfe

- Hirntod-Kriterium, Organspende, »Spendermangel«

- Tod am Lebensanfang

- ...

Das Seminar ist offen für konkrete Anregungen der Studierenden.

Ziel: Im Seminar wird die professionelle Praxis im Umgang mit Tod und Sterben diskutiert und über Input/Exkursionen zugänglich gemacht. Teilnehmende erlangen – neben Einsichten über die gegenwärtige Todesbearbeitung durch die Gesellschaft – ein kritisches Bewusstsein für die soziale ›Gemachtheit‹ eines vermeintlich natürlichen Phänomens. Sie hinterfragen die derzeitige Praxis (etwa Routinen, Rechtslage, öffentliche Debatten) und können sie in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang einordnen. Auf Basis der Auseinandersetzung entstehen Ideen, wie eine zukünftige Praxis aussehen könnte. Geschult werden auch die Fähigkeiten, geistes- und sozialwissenschaftliche Texte zu lesen und sozialwissenschaftliche Fragen an einen Gegenstand zu stellen.

Katharina Trostorff

Kickoff Peer-Mentoring Major Global Environmental and Sustainability Studies


Kritische Diskursanalyse zu Flucht und Migration


Flucht und Migration sind eins der bestimmenden Themen unserer Zeit. Wie wird über sie geredet und geschrieben? Welche Informationen werden Leser:innen von Zeitungen, Zuschauer:innen von Fernsehprogrammen und Internetnutzer:innen zur Verfügung gestellt? Wer beteiligt sich an den Debatten und auf welche Art und Weise? Mit Bezug auf den Diskursbegriff von Michel Foucault versuchen wir im Seminar eine Annäherung an die Methode der (Kritischen) Diskursanalyse und wählen eine Debatte bzw. die Fragestellung gemeinsam aus. Daraufhin setzen die Studierenden unter Anleitung und in Kleingruppen ihr eigenes kleines Projekt um. Sie erstellen sukzessive einen Forschungsbericht, welcher zugleich die Grundlage für die Prüfungsleistung bildet.

Ziel: Die Studierenden kennen das Diskurskonzept und eine Methode der Analyse von Diskursen. Sie haben ein eigenes kleines Forschungsprojekt durchgeführt und dieses im Forschungsbericht dokumentiert. Sie sind geübt(er), (mediale) Wirklichkeiten zu hinterfragen.

Dr. Lisa Gaupp

Kuratorische Praxis des ‚Globalen’ – Soziologie digitaler Kulturproduktion


Weltweit agierende Kurator*innen definieren, was zum aktuellen "Kanon" in den "global arts" gehört. Themenfelder wie Demokratie, Digitalisierung, Internationalisierung oder Identität prägen den Diskurs. Im Seminar wird zunächst in Theorien des "curatorials" und der "global arts" eingeführt. Methodische Analyseinstrumentarien der Sozialforschung werden kennen gelernt und auf die eigene, zu entwickelnde Forschungsfrage zum Themenkomplex hin ausgewählt und angepasst. Im Rahmen eigenständig durchgeführter Forschungen erheben die Studierenden in Kleingruppen empirische Daten, die anschließend ausgewertet und interpretiert werden.

Ziel: Die Ergebnisse dieser Feldforschungen bilden die Basis einer Präsentation auf Englisch auf der Arts and Cultural Management Conference for Students and Young Professionals in Groningen "Curating Europe"

Postkoloniale Soziologie


Diversität und Alterität und solche mit diesem Themenkomplex verbundenen Konzepte und Theorielinien wie Ungleichheit, Differenz, Hybridität, Transkulturalität, Intersektionalität etc. zählen mittlerweile zu den Grundkonzepten kulturwissenschaftlicher Analyse. Kulturforschung in Gegenwartsgesellschaften kommt nicht mehr ohne den Einbezug von Themen wie Globalisierung oder Migration aus. Kulturanthropologie und Literaturwissenschaften haben schon früh den Blick auf Ungleichheit, Neokolonialismus und die damit verbundene Wissensproduktion gelenkt, andere kulturwissenschaftliche Disziplinen folgten diesem „postcolonial turn“.

Ziel: In diesem Seminar werden zunächst die historischen Entwicklungen postkolonialer Theorieansätze nachgezeichnet und die Historizität der Epistemologien von Diversität und Alterität erforscht. Der zweite Teil des Seminars widmet sich konkret dem „postcolonial turn“ in der Soziologie und wendet diese Theorien auf aktuelle Debatten zu u. a. Diversität und Alterität an.

Kultursoziologie und Soziologie der Kultur


Kultursoziologie stellt eine der wichtigen Theorieströmungen in der Soziologie dar und beschreibt Kulturelles als Bedeutungs- und Sinngebungsprozesse. Auf der Basis von klassischen Theorien wie die von Max Weber oder Georg Simmel analysiert die Kultursoziologie also Gesellschaft anhand von Prozessen der Bedeutungsproduktion und -interpretation. Ein ebenso bedeutsamer, verwandter Theoriezweig bezeichnet die Soziologie der Kultur, die u. a. im Sinne Pierre Bourdieus auf kulturelle Felder, Kulturproduktion und die hier wirkenden sozialen Prozesse blickt. Im Seminar werden beide soziologischen Richtungen im Kontext der Kulturwissenschaften und der Cultural Studies epistemologisch nachvollziehbar.

Ziel: Das Seminar bietet eine Einführung in wichtige Theorien aus Kultursoziologie und Soziologie der Kultur und ordnet diese in das (teilweise nicht nur für Studierende zu Beginn ihres Studiums unübersichtliche) Feld von Kulturtheorien, „cultural turns“, weiteren soziologischen Strömungen und interdisziplinären Themen ein.

Dr. phil. Katrin Hassler

Werkstatt und E-Learning Einheit zu Theorien der Gender- und Diversity-Forschung


Im Rahmen des Seminars findet eine Auseinandersetzung mit zentralen theoretischen Konzepten, Methoden und Diskursen zu geschlechterbezogener Identität, Differenz und Diversity statt. Die sich daraus ergebenden forschungspraktischen und institutionellen Herausforderungen werden ebenso behandelt wie die damit einhergehenden gesellschaftlichen Konflikte und sozialen Bewegungen. Didaktischer Ausgangspunkt ist dabei zum einen die eigene Position in intersektionalen gesellschaftlichen Verhältnissen sowie zum anderen sind es die jeweiligen fachlichen Perspektiven und Hintergründe, die die Studierenden mitbringen.

Es werden Texte und Ansätze behandelt aus den Gendertheorien, dem Black Feminism, den Queer Studies, zu Intersektionalität und Postkolonialer Theorie, den Disability und Transgender Studies und zu Gender und Nachhaltigkeit. Darüber hinaus werden wir uns mit anti-feministischen und rassistischen Strömungen auseinandersetzen. Ein kleiner inhaltlicher Input seitens der Studierenden ist vorgesehen und bildet die Grundlage für die Hausarbeit.

U.a. geht es um Aspekte wie:

• Beziehung zwischen den verschiedenen diversitäts- und differenzorientierten Bewegungen und Strömungen und ihrer fachlichen Etablierung an den Hochschulen und Institutionen

• Die Verbindung und Verweise der einzelnen Strömungen und Bewegungen unter- und aufeinander

• Reflexion der „Blinden Flecken“ bei der Berücksichtigung von Intersektionalität in den Bewegungen

• Veränderungen von fachlichen bzw. Problem-Perspektiven durch Intersektionalität?

• Welche Relevanz haben Normsetzungen für gesellschaftliche Transformationsprozesse?

Ziel: ZIEL:

• Einblick in/ erstes Verständnis von zentralen theoretischen Ansätzen, Schlüsselkonzepten, Begriffen und Methoden/ Methodologien, die die Studien zu Gender und Diversity und zur Intersektionalität charakterisieren;

• Verständnis über die Zusammenhänge zwischen fachlicher Etablierung von Gender, Diversity und Intersektionalität, sozialen Bewegungen und gesellschaftspolitischen Veränderungen auf diesem Gebiet;

• Kritisches Reflexionsvermögen mit Blick auf Identität und Differenz auf der einen Seite (Theorie-Kritik) und die Institutionalisierung des Wissens um Intersektionalität und Diversity sowie seine Integration in Politik und Gesellschaft auf der anderen Seite;

• Verständnis über die Entstehungszusammenhänge der Thematiken als inter- und transdisziplinäre Zugänge im universitären Kontext

• Reflexionsvermögen über das eigene „Stereotypisieren“ und geeignete Umgangsweisen damit

• Verständnis über die Komplexität von Ein- und Ausschlussmechanismen und die verschiedenen Diskriminierungsformen in ungleichheitsorientierten Problemkontexten

• Bewusstsein für (fächer-)übergreifende Zusammenhänge und Problemkomplexe schärfen

Dr. Sacha Kagan

Queer Research Methods and Methodologies


In this “Queer Research Methods” seminar with PhD candidates, we will be exploring questions about research methods and methodologies inspired by insights from queer studies and queer approaches.

The following lines are thus not exactly a “syllabus” like the ones I usually provide for other seminars. (Especially in its usage by the Catholic church’s Pius IX and X popes, this is not a syllabus, i.e. a summary of papal decisions regarding heretical doctrines or practices. Joking aside, also in its academic definition, this text is only partly a syllabus: A seminar on queer methods cannot possibly have a pre-set text at the outset that would define clear expectations, prevent confusions, and provide a fixed roadmap. However, this is a syllabus in the sense that it shall give a taste of the possibilities we may explore together, with open-ended expectations and suggested destinations, yet open to bifurcations, and in the sense of trying to make this seminar ‘palatable’ enough for us to become enough participants.)

The seminar will not propone any fixed definition of ‘queer’. Diverse approaches and understandings from the participants are welcome and encouraged.

Queer studies, as discourses, are often at odds with traditional criteria of scientific validation (not unlike feminist studies before them). Queer undermines the stability of identities, and stresses fluidity, contingence and becoming. Queer studies value perspectives that deconstruct binaries and other categories, and allow ambiguities, ambivalences and other expressions of qualitative complexity that are usually finding no place in social sciences. Queer approaches challenge some fundamental tenets of scientific methodologies, such as for example the supposed qualities of coherence, reliability and generalizability of research that many social scientists still uphold.

But what does this mean for concrete empirical research? What does queer imply for research methodologies and for empirical methods? How may this all play out in relation to your choices to do inter- and/or transdisciplinary research for your PhD theses in the humanities and social sciences / 'Kulturwissenschaften'?

Related questions we could address in the seminar: “If, as queer thinking argues, subjects and subjectivities are fluid, unstable and perpetually becoming, how can we gather ‘data’ from those tenuous and fleeting subjects using the standard methods of data collection such as interviews or questionnaires? what meanings can we draw from, and what use can we make of, such data when it is only momentarily fixed and certain? And what does this mean for our thinking about ourselves as researchers? How does this perpetual destabilising position us as researchers and what can we make of this destabilisation? [...] What impact, if any, could (or should) queer conceptualisations have on our methodological choices and in what ways? Can social science methods be ‘queered’ or even made ‘queer enough’?” (Eds. Brown and Nash 2010, pp. 1-2).

We will discuss some of the relevant literature and can relate it possibly to your own PhD projects (provided the seminar participants wish to do so). We may also play and reflect (from the queer perspectives on methods that we will have explored together) on one embodied-complexity group game I designed over the past couple of years (provided our group is large enough).

If you want to already start looking into the seminar’s focus before we meet, please check those three references:

• Kath Brown and Catherine J. Nash (eds.) (2010). Queer Research Methods and Methodologies: Intersecting Theories and Social Science Research. Routledge. This book is freely available online (open access) at https://www.doabooks.org/doab?func=fulltext&rid=26107

• Matt Brim and Amin Ghaziani (Eds.) (2016). WSQ: Women's Studies Quarterly 44, 3-4. Special issue on "Queer Methods" (The intro is uploaded on myStudy).

• Eve Sedgwick (2002). “paranoid reading and reparative reading, or, you’re so paranoid, you probably think this essay is about you”. In: Sedgwick, Eve Kosofsky; Barale, Michèle Aina; Goldberg, Jonathan; Moon, Michae (Eds.), Touching Feeling: Affect, Pedagogy, Performativity. Duke University Press. Available online at: https://www.sss.ias.edu/sites/sss.ias.edu/files/pdfs/Critique/sedgwick-paranoid-reading.pdf

At the start of the seminar (on our first session), I will suggest further references we could look into, and we can then decide together where to put our focus, depending on the research interests of the participating PhD candidates. For example, I suggest that we remind ourselves of some precedents in epistemological and methodological discourses that seem to especially relevant to the question of queer methods (including Paul Feyerabend, Edgar Morin, Donna Haraway). I would like us to look into Eve Sedgwick’s insights on queer research as a corrective to the limitations of Hermeneutics of Suspicion and the epistemological paradigm of paranoia, and relate this to our discussion of research methods and methodologies. There is a lot of interesting material especially in the two edited volumes listed above (Eds. Brown and Nash 2010, Eds. Brim and Ghaziani 2016). I also suggest that we look into arguments about queer art (by Renate Lorenz) and seek inspiration in the whole research field of arts-based research (e.g. Patricia Leavy, a.o.), inquiring its queering potential for social sciences and humanities research methods. We can also look into the queer-inspired action research by Gibson-Graham (and later by Catherine Gibson).

If you have further suggestions, please feel free to send me an email already before we start the seminar (and later on too). I may also, if time allows and if participants are interested, share about my ongoing work on an upcoming special issue of a journal that I am guest-editing, and that focuses on the theme of “queering convivialism”.

Ziel: [see the contents/Inhalte section above...]

Robin Kuchar, M.A.

DIY Culture(s) zwischen Do it yourself Ethos und Maker Movement


DIY oder 'Do-it-yourself' ist heute nicht nur im jugendkulturellen Kontext ein vielbenutzter und schillernder Begriff, sondern erfährt auch im Bildungs- und Arbeitskontext eine immer größere Aufmerksamkeit. Dabei wird oft vergessen, dass es sich hierbei ursprünglich um eine spezifische Produktionskultur handelt, die im Kontext von Punk entstanden und sich seitdem in verschiedene Richtungen entwickelt hat.

Im Seminar beschäftigen wir uns entsprechend mit den begrifflichen Grundlagen und der Entwicklung von DIY und den damit verbundenen Formen der kulturellen Produktion. Wir werden die Ausbildung einer globalen 'DIY Culture' anhand exemplarischer Betrachtungen nachvollziehen, die Bedeutung von DIY Karrieren und Autonomiestreben diskutieren sowie die seit einigen Jahren steigende Bedeutung von DIY im Kontext von postmoderner Ökonomie und Maker Movement hinterfragen.

Im Laufe des Semesters werden wir uns zunächst auf die theoretische Ebene begeben, bevor wir im Rahmen von Präsentationen/Referaten aktuelle Ausprägungen von DIY und DIY Kultur betrachten, diskutieren und kritisch hinterfragen werden.

Ziel: Die Studierenden erwerben Kenntnisse einer spezifischen Kultur bezogenen Produktionsweise und deren Entwicklung seit den 1970er Jahren und sollen am Ende des Semesters in der Lage sein, entsprechende Muster im gegenwärtigen Kontext zu erkennen, kritisch zu hinterfragen und zu bewerten. Zudem sollen die Seminarteilnehmer_innen ihre Fähingkeiten hinsichtlich des wissenschaftlichen Präsentierens und Vortragens vertiefen.

BA Kolloquium für Themen der Kulturorganisation und -kommunikation


Dieses BA Kolloquium ist ein paralleles Angebot zur BA Konferenz und bezieht sich vor allem auf die Planung und Erstellung von BA Arbeiten im Vertiefungsfach Kulturorganisation und -kommunikation.

Im Kolloquium werden wir zunächst grundlegende formale und den Arbeitsprozess betreffende Aspekte zur BA Arbeit klären und Erwartungen an Abschlussarbeiten seitens der Lehrenden vorstellen und diskutieren.

Im Anschluss werden exemplarisch BA Arbeiten in verschiedenen Arbeitsstadien aus dem Kreis der Teilnehmer_innen vorgestellt und die damit verbundenen Fragen, Herausforderungen und Arbeitsschritte eingehender besprochen. Einen besonderen Schwerpunkt werden wir dabei auf die methodische Umsetzung empirischer Arbeiten legen.

Neben der Besprechung von Arbeiten im Plenum werden wir Arbeitsphasen und Diskussionen einstreuen, in denen wir uns mit exemplarischen Ausschnitten bestehender Arbeiten auseinandersetzen und methodische und prozessuale Vorgehensweisen besprechen.

Ziel: Gegenseitige Unterstützung und Erfahrungsaustausch im Prozess der BA Arbeit. Vertiefung von Kompetenzen in puncto Planung, Konzeption und Erstellung der BA-Arbeit sowie Stärkung der Fähigkeit, das eigene Forschungsinteresse darzulegen, zu verteidigen und zu reflektieren bzw. konstruktive Kritik an anderen Forschungsprojekten zu üben.

Interview und qualitative Inhaltsanalyse in der Publikums- und (Nicht-)Besucherforschung.


Wer besucht eigentlich kulturelle Veranstaltungen? Wer nicht? Und warum? Diese Fragen treibt nicht nur Kulturveranstalter_innen und Institutionen bei der Erstellung neuer Angebote wie etwa Ausstellungen, Konzerte und Festivals um, sie betrifft gleichermaßen auch Fragen und Entscheidungen auf der Ebene der Kulturpolitik und lässt ebenfalls Rückschlüsse auf die kulturellen Präferenzen und die Struktur unserer Gesellschaft zu.

Für die Erforschung von Kulturbesucher_innen und Kulturnichtbesucher_innen spielen unterschiedliche Aspekte wie Sozialisation, Besuchsmotive und -barrieren sowie Einstellungen und individueller (oder struktureller) kultureller Geschmack eine wichtige Rolle. Doch wie lassen sich diese Aspekte wissenschaftlich erfassen?

Im Seminar werden wir uns mit Grundlagen der Publikumsforschung auseinandersetzen sowie die Relevanz des qualitativen Interviews als Forschungsmethode in diesem Themenspektrum kennenlernen und anwenden. Neben der Erarbeitung theoretischer und methodologischer Grundlagen werden wir in die Forschungspraxis einsteigen und in Kleingruppen eigene kleine Projekte durchführen, über die im Rahmen der abschließenden Hausarbeit berichtet und reflektiert werden soll.

Ziel: Im Seminar vertiefen die Studierenden ihr Verständnis bzgl. der Bedeutung und des Einsatzes von Forschungsmethoden innerhalb des Forschungsfeldes der Besucher-/Nichtbesucheranalyse und üben die praktische Anwendung wissenschaftlicher Methoden im Rahmen einer eigenen Arbeit ein. Die Studierenden sollen zudem die Fähigkeit erwerben, den Methodeneinsatz zu reflektieren sowie erste Erfahrungen mit eigener forschungspraktischer Arbeit zu sammeln.

Dipl.-Soz. Simon Moebius

Soziale Ungleichheit und Humor


Immer wieder stehen humoristische Äußerungen im Verdacht, Ungleichheitsverhältnisse zu reproduzieren, beispielsweise wenn André Poggenburg am politischen Aschermittwoch von „Kameltreibern“ spricht, Jan Böhmermann ein Schmähgedicht über Erdogan verfasst oder der Comedian Chris Tall in einer Sat1-Show Kandidaten in einem Spiel raten lässt, ob Frauen schwanger oder „nur dick“ sind. Häufig wird sich dabei darauf berufen, dass es „nur Spaß“ sei, teilweise abgedeckt durch die Satirefreiheit, die viele Aussagen legitimieren soll. Doch wann ist die Grenze von Spaß zu Ernst überschritten? Wann wird aus einem Witz Rassismus? Und ist Humor manchmal vielleicht sogar in der Lage, Ungleichheitsverhältnisse offenzulegen?

Im Seminar werden wir diesen Fragen nachgehen. Dafür soll neben einem theoretischen Teil, in dem wir uns einen kulturwissenschaftlichen/soziologischen Zugang zu Humor/Komik und sozialer Ungleichheit erarbeiten, auch einen empirischen Teil geben. Dabei liegt der Fokus auf der qualitativen Bildanalyse von Karikaturen und Memes (sowie anderen visuellen Gegenständen), welche in einer Gruppenarbeit Anwendung finden soll. Dabei ist das Seminar als Forschungsprojekt angelegt. Es geht darum, den Prozess von der Findung einer Fragestellung über die Auswahl passender Theorie, der Erarbeitung der methodischen Grundlagen bis hin zur Analyse des Gegenstands im Seminar gemeinsam zu durchlaufen. Ziel ist es, diesen Forschungsprozess einmal innerhalb einer Gruppe vollständig zu durchlaufen und sowohl theoretische als auch empirische Arbeit am Gegenstand einzuüben.

Weitere Angaben zu den Lehrveranstaltungen finden Studierende im Studienportal myStudy.