Wie reagieren Pflanzen, Böden und ganze Ökosysteme auf Klimawandel, Trockenheit und steigende CO₂-Werte? Das Projekt „Forschungsgewächshaus für Biodiversität & Ökosystemfunktionen" schafft an der Leuphana ein hochmodernes Gewächshaus, in dem Forschende die Auswirkungen globaler Umweltveränderungen auf Vegetationsentwicklung und Biodiversität experimentell erforschen können. So entstehen neue Einsichten für den Schutz der Biodiversität und Wissen für eine nachhaltige Zukunft.

©Sylvia Haider
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Unser Ziel

Das Projekt baut eine neue Forschungsinfrastruktur auf, die neue Einblicke in die Zusammenhänge von Biodiversität, Klima und Ökosystemfunktionen ermöglicht. Unter kontrollierten Bedingungen lassen sich Umweltveränderungen gezielt simulieren. Das Projekt verbindet ökologische Grundlagenforschung mit praxisnahen Fragestellungen. So entsteht belastbares Wissen darüber, welche Pflanzengemeinschaften widerstandsfähig sind. Ziel ist es, Mechanismen besser zu verstehen, resiliente Vegetationssysteme zu identifizieren und Wissen für Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft bereitzustellen.

Die Herausforderung

Klimawandel, Landnutzungsdruck und Nährstoffeinträge wirken oft gleichzeitig auf Ökosysteme. Ihre Wechselwirkungen sind bislang schwer zu erfassen. Freilandstudien stoßen hier an Grenzen, weil sich die Bedingungen dort kaum trennen oder gezielt steuern lassen. Daher bleibt oft unklar, wie mehrere Stressfaktoren gemeinsam auf Biodiversität und Ökosystemleistungen wirken. 

Genau hier liegt das Innovationspotenzial des Projektes: Kontrollierte, multifaktorielle Experimente im Gewächshaus machen diese Wechselwirkungen sichtbar und vergleichbar – eine Voraussetzung für belastbare Vorhersagen und Lösungen.

Unser Weg

Das Forschungsgewächshaus ermöglicht Experimente mit exakt einstellbaren Klima- und Umweltbedingungen. Temperatur,
Wasserverfügbarkeit oder Nährstoffeinträge lassen sich einzeln oder kombiniert verändern. Pflanzen, Böden und ihre
Wechselwirkungen werden systematisch beobachtet und analysiert. Die enge Anbindung an bestehende Labore, moderne
Messtechnik und professionelles Datenmanagement macht schnelle Auswertungen möglich. Das verbindet Infrastruktur und
Forschung auf neue Weise.

Wirkung

Das Projekt zielt auf eine langfristige Wirkung. Grundsätzlich entsteht dem Gewächshaus eine dauerhafte Infrastruktur für
Biodiversitäts- und Klimaforschung. Die erzielten Ergebnisse werden systematisch in Forschungsnetzwerke, Lehre und
Nachwuchsförderung eingebunden. Der offene Transfer in Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft stärkt die praktische
Anwendung. Zusammen erhöhen diese Leuchttürme die Sichtbarkeit, Relevanz und den nachhaltigen Impact der Projektarbeit.

Kontakt

  • Prof. Dr. Sylvia Haider
  • Marc Stephan Riedel
  • M.Sc. Architekt Jan Holert

Projektleitung

  • Prof. Dr. Sylvia Haider

Förderhinweis

Das Vorhaben wird gefördert von der Europäischen Union und dem Land Niedersachsen

Fördersumme:  
€ 1.611.848

Laufzeit des Projektes:  
01.01.2026 - 31.03.2028

Antragsteller:  
Leuphana Universität Lüneburg