Prof. Dr. Marina Martinez Mateo
Fon +49.4131.677-2340, marina.martinez_mateo@leuphana.de
Vita
In April 2026, Marina Martinez Mateo (*1986 in Barcelona, Spain) was appointed Professor of Philosophy of the Contemporary at the Institute of Philosophy and Art History (IPK) at Leuphana University Lüneburg. From 2006 to 2012, she studied philosophy and political science in Jena, Frankfurt am Main, and Santiago de Chile. From 2013 to 2016, she conducted her PhD in philosophy at the Cluster of Excellence “The Formation of Normative Orders”, Goethe University Frankfurt. Her dissertation was published in 2018 under the title Politik der Repräsentation. Zwischen Formierung und Abbildung (The Politics of Representation: Between Formation and Depiction). From 2016 to 2021, she worked as research associate at the Chair of Practical Philosophy at Goethe University Frankfurt. From 2021 to 2026, she was a junior professor of philosophy of media and technology at the Academy of Fine Arts Munich. In 2022/23, she was a Visiting Scholar at Northwestern University, Evanston, on a Feodor Lynen Fellowship from the Alexander von Humboldt Foundation. From 2019 to 2025, she was a member of the DFG-funded research network “Cultures of Aesthetic Resistance.”
Since 2024, Marina Martinez Mateo has been a member of the Research Council of the Institute for Social Research in Frankfurt (IfS) and, in this capacity, has served as co-editor of the Institute’s book series (Campus). She is also a member of the editorial board of Zeitschrift für Ideengeschichte (Beck). In 2022, she founded the working group “Philosophy and Diversity” of the German Society for Philosophy (DGPhil) and has served as its co-spokesperson ever since.
Research Interests
Marina Martinez Mateo’s research and teaching focus on questions of identity and universalism; the ambivalences of care; on inheritance and reproduction; representation and advocacy; right-wing violence and the politics of memory; racism and antisemitism; the Enlightenment and the concept of “race.” Her key points of reference include feminist philosophy, Critical Philosophy of Race, Critical Theory, contemporary French philosophy, and Hegelian philosophy.
Publications
Books and anthologies
- Philosophie und Rassismus: Debatten und Kontroversen
Franziska Dübgen (Editor) , Marina Martinez Mateo (Editor) , Ruth Sonderegger (Editor) , 2025 Baden-Baden , 340 p.Research output: Books and anthologies › Collected editions and anthologies › Research
- Politik der Repräsentation: Zwischen Formierung und Abbildung
Marina Martinez Mateo (Author) , 2018Research output: Books and anthologies › Monographs › Research › peer-review
Journal contributions
- What makes reading Alexandra Kollontai so intriguing today?
Marina Martinez Mateo (Author) , Esther Neuhann (Author) , 01.08.2026 , in: Feminist Theory, 27, 3 , p. 449-456 , 8 p.Research output: Journal contributions › Journal articles › Research › peer-review
- Identität und Universalimus: Beitrag zu einer Theorie politischer Bündnisse
Marina Martinez Mateo (Author) , 01.01.2024 , in: Merkur, 78, 905Research output: Journal contributions › Journal articles › Research
- „Rasse“ und Naturteleologie bei Kant: Zum Rassismusproblem der Vernunft
Marina Martinez Mateo (Author) , Heiko Stubenrauch (Author) , 26.10.2022 , in: Deutsche Zeitschrift fur Philosophie, 70, 4 , p. 619-640 , 22 p.Research output: Journal contributions › Journal articles › Research › peer-review
Activities
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Fragen zur Aktualität des Pazifismus
Marina Martinez Mateo (Speaker)
Activity: Guest lectures › Research
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Was bedeutet (uns) feministische Philosophie heute?
Marina Martinez Mateo (Speaker)
Activity: Guest lectures › Transfer
Courses
Ausgangspunkt ist die Annahme, dass ein Blick in die Philosophiegeschichte dazu beitragen kann, die gegenwärtigen Debatten zu schärfen und zu vertiefen. So werden wir erstens sehen, dass in antiken Reflexionen über Wut oder Zorn (etwa bei Aristoteles und Seneca) Fragen zum Verhältnis von Affekt, Vernunft und Handeln aufgeworfen werden, die gegenwärtige Philosoph:innen inspirieren (etwa Martha Nussbaum und Myshia Cherry). Zweitens verweist die detaillierte Auseinandersetzung mit Friedrich Nietzsches Begriff des Ressentiments auf komplexe Fragen zur Bedeutung reaktiver Affekte und ihrem Verhältnis zu Moralität. Drittens gibt es innerhalb der feministischen Theorie und Praxis eine eigene Genealogie der Erkundung politischer Wut, die auch zentrale Fragen um Intersektionalität und Bündnispolitik adressiert (wichtige Stimmen sind hier etwa Audre Lorde und María Lugones). Auf der Grundlage dieser drei Stränge werden wir uns im Seminar begriffliche Instrumente und Perspektiven erarbeiten, um einen differenzierten und kritischen Blick auf aktuelle Diskussionen und Phänomene von Wut und/oder Ressentiment zu gewinnen und die Unterscheidung oder (Un-)Unterscheidbarkeit von beidem sowie deren politische Potentiale und Gefahren zu erkunden.
Die Vorlesung "Kontroversen der Kulturwissenschaften" ist der Erschließung aktueller Diskussionen aus der historischen Breite und Tiefe der Kulturwissenschaften gewidmet. Die Vorlesung ist als Ringvorlesung konzipiert und wird von Dozierenden der Fakultät Kulturwissenschaften und Gästen gestaltet, die sich aus jeweils unterschiedlichen fachlichen, methodischen und thematischen Perspektiven einem gesellschaftlichen Problemfeld widmen (zuletzt: "Nach 1968", "Konflikt", "Klimakatastrophe. Kulturwissenschaftliche Perspektiven", „Transkulturalität und Migration“). Im Wintersemester 2026/27 soll sich die Ringvorlesung der Spannbreite von Aufklärung und Kritik widmen.
Zum vorgeschlagenen Problemfeld „Aufklärung als Kritik / Kritik an der Aufklärung“ (WS 2026/27):
„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ – mit diesem berühmten Satz lässt Immanuel Kant 1784 seinen Essay „Was ist Aufklärung“ beginnen, der paradigmatisch für ein Verständnis des Begriffs „Aufklärung“ geworden ist. Der „Mut“, sich des „eigenen Verstandes zu bedienen“, wird so zum Leitmotiv der Aufklärung: als Aufforderung, selbst zu denken, eigene Urteile zu bilden, Autoritäten zu hinterfragen und sich von Herrschaft und Indoktrination zu befreien. Mit diesem Aufruf verbindet sich zugleich der epistemologische Anspruch, Klarheit in das Denken zu bringen, Aberglauben zu überwinden und Rationalität hervorzubringen. So ist das Programm der Aufklärung unauflöslich mit der Tätigkeit der Kritik verbunden – und der von diesem Programm ausgehende Epochenbegriff der Aufklärung ist als Zeitalter der Kritik in die Lehr- und Geschichtsbücher eingegangen. Zugleich aber ist das nordeuropäische historische Projekt der Aufklärung wiederum selbst zum Gegenstand grundlegender Kritik geworden – etwa in der Betonung, dass der Kampf gegen den Aberglauben auf eigene Weise zum Dogma zu werden und neue Formen der Herrschaft hervorzubringen droht. Auch dass die Aufteilung von „aufgeklärt“ und „unaufgeklärt“ der Rechtfertigung kolonialer Praktiken dient und eng mit der Entstehung des modernen Rassismus verbunden ist, ist herausgearbeitet worden. In der Annahme der „Selbstverschuldung“ scheint zudem eine bürgerliche Blindheit für die sozialen Bedingungen der Freiheit zu liegen, die womöglich als Teil eines liberalen Individualismus angesehen werden muss.
Wie ist also mit dem aufklärerischen Anspruch der Kritik vor dem Hintergrund solcher Kritiken umzugehen? Lässt sich das Projekt der Aufklärung durch Selbstkritik weiterführen oder gar „vollenden“? Lassen sich die normativen Fundamente der Aufklärung gegen solche Kritik in Anschlag bringen oder lassen sie sich von ihr ausgehend neu bestimmen? Muss der Begriff der Aufklärung pluralisiert und geöffnet werden, um transkulturelle Verflechtungen ins Zentrum zu rücken und das Erbe der Aufklärung jenseits ihrer eurozentrischen Bestimmung hervorzuheben? Oder sollte das Projekt der Aufklärung ganz zugunsten anderer Formen des Denkens und anderer politischer Visionen aufgegeben werden? All diese unterschiedlichen Ansätze (und wahrscheinlich noch weitere) sollen in der Ringvorlesung vorgestellt, diskutiert und in einen Dialog gebracht werden.
Um diese Ambivalenz zu verstehen und zu diskutieren, soll im Seminar die Familie unter der begrifflichen Konstellation „Arbeit, Liebe, Leben“ in den Blick genommen werden. Dadurch kann das Ineinandergreifen von ökonomischen, reproduktiven bzw. generationalen und affektiven Logiken hervortreten, das für ein Verständnis der Familie entscheidend ist. Dazu sollen u.a. Texte von Friedrich Engels, Alexandra Kollontai, Mariarosa Dalla Costa, Patricia Hill Collins, Melinda Cooper und Kathi Weeks diskutiert werden. Darüber hinaus werden wir uns mit Arbeiten aus der Care-Ethik, der Kritischen Theorie sowie mit psychoanalytischen Ansätzen beschäftigen.
Dazu werden wir das Begriffspaar „Krieg und Frieden“ zum Ausgangspunkt nehmen und uns der Frage nach dem Verhältnis dieser Begriffe widmen: Ist Frieden mehr als die Abwesenheit von Krieg? Unter welchen Bedingungen können Krieg und Gewalt zur Schaffung von Frieden gerechtfertigt sein (wenn überhaupt)? Und inwiefern lässt sich (umgekehrt) Frieden denken, ohne Gewalt und Krieg als notwendige Bezugs- und Kontrastpunkte vorauszusetzen?
Zur Diskussion dieser Fragen werden wir klassische und zeitgenössische Theorien des gerechten Krieges behandeln und kritisch befragen sowie unterschiedliche Formen und Begründungen des Pazifismus in den Blick nehmen – auch um zu ersehen, welche pazifistischen Ansätze heute noch tragfähig erscheinen und inwiefern sie angesichts gegenwärtiger politischer Konstellationen neu bestimmt oder aktualisiert werden müssten. Wir werden uns mit der Frage nach den Bedingungen des Friedens und mit dem Verhältnis von Gewalt und Gewaltlosigkeit beschäftigen, feministische Perspektiven auf Militarismus diskutieren und nach künstlerischen und kulturellen Formaten der Verhandlung von Krieg und Frieden suchen.