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Lüneburger Rechtsgespräch: Wessen Gerechtigkeit?

Das Völkerstrafrecht in der Legitimationskrise

15. Dez.

Haftbefehle, Genozidverfahren und neue Sondertribunale rücken das Völkerstrafrecht ins Zentrum politischer Konflikte. Das Lüneburger Rechtsgespräch beleuchtet, wie glaubwürdig internationale Gerechtigkeit bleibt, wenn ihre Durchsetzung selektiv erscheint.

Prof. Dr. Stefanie Bock ©Markus Farnung
Prof. Dr. Stefanie Bock

Haftbefehl gegen Nethanjahu, Taliban-Führer wegen geschlechtspezifscher Verfolgung angeklagt, ein Sondertribunal für Russland, Genozidverfahren gegen Israel vor dem IGH: Selten wurde so heftig über die Legitimität der internationalen (Straf-)Justiz gestritten – auch weil selbst der Westen völkerrechtliche Normen mal mit aller Härte durchsetzt, mal Verstöße weitgehend ignoriert und sich so dem Vorwurf der Doppelmoral aussetzt. Ist das Völkerstrafrecht Ausdruck universeller Gerechtigkeit oder eher Spiegel bestehender Macht-, Geschlechter- und postkolonialer Verhältnisse – und was ist eine internationale Entscheidung wert, das folgenlos bleibt? Der Vortrag geht diesen Fragen nach und lotet aus, was von dem Ideal einer globalen regelbasierten Ordnung übrig geblieben ist.

Prof. Dr. Stefanie Bock
Professur für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung 
Universität Marburg

WANN: 15. Dezember 2026, 18.00 Uhr
WO: Hörsaal 3

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