Professur für
Nachhaltigkeit und Politik

Wie lassen sich Gesellschaft und Wirtschaft vorausschauend gestalten und gleichzeitig die natürlichen Lebensgrundlagen stabilisieren? Die Ko-Optimierung ökonomischer, sozialer und ökologischer Entwicklungen ist die Kernfrage einer nachhaltigen Politik. An der Professur für Nachhaltigkeit und Politik wird diese wissenschaftlich und praktisch grundlegende Fragestellung in Forschung, Lehre und Transfer bearbeitet. Vier Themenfelder stehen dabei im Mittelpunkt:

Nachhaltigkeit in Politik und Verwaltung

Die Institutionalisierung von Nachhaltigkeit in Politik und Verwaltung stellt aufgrund ihres besonderen Charakters als Querschnittsthema, als regulative Idee und als integratives Prinzip eine besondere Herausforderung für Praxis und Analyse dar. In diesem Arbeitsschwerpunkt wird der Frage nachgegangen, inwieweit Nachhaltigkeit in Politik und öffentlichem Sektor institutionalisiert ist und wie eine weiter gehende Institutionalisierung gestaltet werden kann.

Nachhaltigkeit, Politik und Wirtschaft

Wirtschaft als gesellschaftliches Produktions- und Konsumptionssystem ist aufgrund seiner Ressourcen transformierenden Funktionsweise der zentrale Gegenstand nachhaltigkeitspolitischer Regulierung und Gestaltung. Im Mittelpunkt der Forschung zu diesem Schwerpunktthema stehen Fragen der Effizienz, Effektivität, Legitimität und Gerechtigkeit nachhaltigkeitspolitischer Regulierung und Gestaltung der Wirtschaft (Unternehmen und Konsumenten).

Nachhaltigkeit als Konflikt-, Kommunikations- und Kooperationsprozess

Kommunikativen und kooperativen Ansätzen wird aufgrund des Querschnittscharakters und der normativen, auf gesellschaftliche Transformationsprozesse angelegten Ausrichtung einer nachhaltigen Entwicklung ein besonderer Stellenwert zugeschrieben. Nachhaltigkeitspolitik kommt dabei die Aufgabe zu, nachhaltigkeitsorientierte Kommunikations- und Kooperationsprozesse zielgerichtet zu initiieren und mitzugestalten, um Konflikte antizipativ zu vermeiden, existierende Konflikte zu vermitteln und gesellschaftliche Such- und Lernprozesse zu ermöglichen. Dieser Arbeitsschwerpunkt fokussiert daher auf die Bedeutung und Gestaltungsmöglichkeiten von Konflikt-, Kommunikations- und Kooperationsprozessen für die nachhaltige Entwicklung.

Sensorische Nachhaltigkeitsforschung

Die Nachhaltigkeitsforschung hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen beeindruckenden Wissensbestand aufgebaut. Es liegt nunmehr gut abgesichertes Wissen sowohl zu nicht-nachhaltigen Entwicklungen als auch zu Transformationsansätzen vor. Die Erkenntnisse und Methoden sind jedoch - der wissenschaftlichen Tradition verpflichtet – stark rational-kognitivistisch ausgerichtet. Die Anschlussfähigkeit an die multisensorische Erfahrungswelt von Menschen bleibt dadurch begrenzt. Anknüpfend an Ansätze der Soziologie der Sinne, der sensorischen Ethnographie und der kunstbasierten Forschung zielt der Arbeitsschwerpunkt auf die sensorische Wissensproduktion und –kommunikation für eine nachhaltige Entwicklung.

Sharing City

Prof. Harald Heinrichs bei der Keynote zum Thema „Sharing City“ auf der K.E.Y.Plattform-Konferenz in Seoul