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PLUS

Praxisorientiertes Lernen an der Universitätsschule

Praxisorientiertes Lernen an der Universitätsschule 
Was ist PLUS?
PLUS entwickelt die Lehrkräftebildung neu. Im Projekt entsteht an der Leuphana Universität Lüneburg ein innovativer Studiengang, die wissenschaftlich fundierte Professionalisierung von Lehrkräften, die systematische Entwicklung von Schule und die praxisorientierte Bildungsforschung verbindet. Gemeinsam mit der Universitätsschule werden angehende Lehrkräfte praxisnah ausgebildet und professionell mit digitalen Tools begleitet.
 

Was ist an PLUS besonders?
Die Lehrkräftebildung steht vor großen Herausforderungen: Lehrkräftemangel, steigende Anforderungen an Schulen und eine oft unzureichende Verzahnung von Universität und Schulpraxis. PLUS entwickelt deshalb neue Wege der Lehrkräftebildung, in denen Praxis, wissenschaftliche Reflexion und professionelle Begleitung beim praktischen Erproben und Üben von Beginn an zusammengehören. Im Mittelpunkt stehen sogenannte Core Practices – zentrale Tätigkeiten guten Unterrichts, etwa Erklären, Feedback geben oder Diskussionen moderieren. Diese professionellen Handlungsmuster können gezielt geübt werden und bilden die Grundlage des Studiengangs. Zudem lernen die Studierenden, wie Schule anders und innovativer gestaltet werden kann. Sie erleben einen gemeinsamen Transformationsprozess, der Akteur*innen der Schule, Wissenschaft und Stadt zusammenbringt.

Welche Ziele verfolgt das Projekt?
Im Zentrum von PLUS steht die Entwicklung eines Pilotstudiengangs, der bereits ab dem ersten Semester praxisorientiertes Ausprobieren und Reflektieren orientiert am Core-Practice-Ansatz in den Mittelpunkt stellt. Dabei kommen unter anderem Virtual Reality so-wie online- und videobasiertes Unterrichtsfeedback zum Einsatz, um angehenden Lehrkräften praxisnahe Trainings- und Übungsmöglichkeiten zu bieten. Um die zentralen Akteursgruppen zu verbinden, wird zudem eine Innovation Community aufgebaut: Studierende treten hier in den Austausch mit (inter-)nationalen Akteur*innen aus Kommune, Landkreis, Schulen, Universitäten, Ministerien und Behörden. So entsteht ein Netzwerk, das die verschiedenen Perspektiven des Bildungssystems zusammenbringt und eine bessere Theorie-Praxis-Vernetzung ermöglicht. PLUS schafft Mehrwert auf drei Ebenen:
• Für das Individuum
Studierende erlernen Core Practices handlungsorientiert und über einen längeren Zeitraum – nicht punktuell, sondern als kontinuierlicher Entwicklungsprozess, der echte Übungsgelegenheiten und Feedback ermöglicht.
• Für die Wissenschaft
Es entsteht ein Curriculum evidenzbasierter Trainingsangebote, das zunächst in sieben ausgewählten Disziplinen der Lehrkräftebildung erprobt und wissenschaftlich fundiert wird.
• Für die Gesellschaft
Im Sinne einer sogenannten Community School ermöglichen Partizipationsformate das gemeinsame Erleben und Gestalten von Schule. So entsteht eine engere Vernetzung zwischen aktivem Schulkontext und Wissenschaft, von der beide Seiten profitieren.

Was ist eine Universitätsschule?
Die Idee der Universitätsschule ist an das Konzept der Universitätsklinik angelehnt: Dort werden angehende Ärzte*innen in einem praktischen Umfeld ausgebildet, das klinische Versorgung, medizinische Forschung und praktische Ausbildung miteinander verbindet. Sie er-werben berufspraktische Kompetenzen unter wissenschaftlicher Anleitung – direkt am realen Anwendungsfall. Übertragen auf die Lehrkräftebildung bedeutet das: Eine Universitätsschule verbindet die Schulentwicklungspraxis, die Aus- und Fortbildung angehender Lehrkräfte und eine an Praxisherausforderungen arbeitende Bildungsforschung an einem Ort. Einzelne Standorte in Deutschland, etwa in Köln und Dresden, haben bereits Universitätsschulen gegründet. In der Community der Bildungsforschung ist dieses Modell jedoch noch nicht flächendeckend an-gekommen – es steckt also noch in einer frühen Entwicklungsphase im deutschsprachigen Raum. An der Leuphana soll dafür in Teilen die Infrastruktur der Universität eng mit den Campus-schulen Heiligengeistschule, Grundschule Rotes Feld und Oberschule am Wasserturm vernetzt werden, sodass Schulpraxis,  Aus- und Fortbildung Hand in Hand gehen können.
Wie soll das Projekt ablaufen?
PLUS folgt einem Design-Based-Research-Ansatz (DBR): Statt den Studiengang einmalig zu entwickeln und unverändert umzusetzen, wird er fortlaufend in der Praxis erprobt, wissenschaftlich begleitet und auf dieser Basis weiterentwickelt. Konkret ist ein neuer Studiengang „Lehren und Lernen an der Universitätsschule“ geplant, der von der Primar- bis zur Sekundarstufe 1 ausgerichtet ist. Geplant sind rund 30 Studierende, die von etwa 10 erfahrenen Lehrenden begleitet werden. Der Erfolg des Studiengangs wird durch umfassende Erhebungen kontinuierlich überprüft – sowohl formativ (begleitend, zur laufenden Verbesserung) als auch summativ (abschließend, zur Bewertung der Wirksamkeit). Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung des Studiengangs ein, ganz im Sinne des DBR-Ansatzes: erproben, evaluieren, verbessern – als fortlaufender Kreislauf.
 

Wie kann ich mitmachen? 
Für PLUS suchen wir engagierte Menschen aus Wissenschaft und Schule, die innovative Wege in der Lehrkräftebildung mit entwickeln möchten. Abordnungen oder Teilabordnungen aus dem Schuldienst sind ausdrücklich möglich.
Es sind  insgesamt 9 Stellen ausgeschrieben. Abordnungen oder Teilabordnungen aus dem Schuldienst sind möglich:
- 5 x Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (EG13 TV-L, 100%, befristet bis 30.06.2030)
- 1x Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (EG13 TV-L, 100%, befristet bis 30.06.2030)
- 1x Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (EG14 TV-L, 100%, befristet bis 30.06.2030)
- 1x Mitarbeiter*in Wissenschaftskommunikation (EG13 TV-L, 50%, befristet bis 30.06.2030)
- 1x Wissenschaftliche Mitarbeiter*in (EG13 TV-L, 50%, befristet bis 30.06.2030)

Bei Rückfragen nehmen Sie gerne Kontakt zu Prof. Dr. Marc Kleinknecht auf.