Dr. des. Hannah Zindel

Kontakt

Dr. des. Hannah Zindel
Am Sande 5
21335 Lüneburg
hannah.zindel@leuphana.de 

Hannah Zindel ist seit 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin am MECS, der DFG-Kollegforschungsgruppe Medienkulturen der Computersimulation an der Leuphana Universität Lüneburg. Sie studierte angewandte Theaterwissenschaft und Kulturwissenschaft in Gießen und Łódź. 2011–2014 war sie Promotionsstipendiatin am DFG-Graduiertenkolleg »Mediale Historiographien« der Bauhaus-Universität Weimar und der Universität Erfurt, 2014–2016 im Programm »Räume des Wissens« am historisch-kulturwissenschaftlichen Forschungszentrum der Universität Trier. Seit 2016 ist sie assoziiertes Mitglied der Forschungsgruppe »Verräumlichung und Kulturtechniken« der Universität Erfurt und der Bauhaus-Universität Weimar. 2018 war sie wissenschaftlich-kuratorisch für die Ausstellung Floating Utopias, nGbK Berlin, und das Aerocene Project, Palais de Tokyo Paris, tätig. Im Sommer 2019 ist sie als Writer in Residence an der Zürcher Hochschule der Künste. In ihrer Doktorarbeit setzte sie sich mit Ballonfahrttechniken im 19. Jahrhundert auseinander. Am MECS arbeitet sie an einem Post-Doc-Projekt zu einer Medien- und Wissensgeschichte der Simulation mit Windkanälen.

 

FORSCHUNGSPROJEKT

Werkzeug Windkanal. Simulationen in der Stadtklimaforschung

Das Forschungsprojekt befasst sich mit der Geschichte des Windkanals in den Klimawissenschaften. Anders als Windkanäle, in denen Autos oder Flugzeuge getestet werden, ermöglichen Grenzschichtwindkanäle die Untersuchung bodennaher Windströmungen und Luftverwirbelungen in 100 bis 200 Metern über der Erde. Die Windlabore dienen u.a. der Erforschung von Emissionsausbreitungen, Veränderungen des Windkomforts bei Bauvorhaben und Auswirkungen des Klimawandels in Großstädten. Diese nicht-linearen hochkomplexen Phänomene lassen sich bislang nur begrenzt im Computer simulieren. 

Ausgehend von einzelnen Fallstudien zeichnet das Forschungsprojekt nach, wie sich Grenzschichtwindkanäle von 1945 bis heute insbesondere in Deutschland, Skandinavien und den USA zu einem Werkzeug der Stadtklimaforschung entwickelt haben. In medienhistorischer Perspektive wird untersucht, wie der Windkanal in der Zusammenführung von natur- und ingenieurswissenschaftlichen Know-How und als »Mittler« zwischen Naturmessung und Computersimulation die Erzeugung, Speicherung und Verarbeitung von umweltaerodynamischem Wissen geprägt hat und zu welchen epistemologischen Verschiebungen diese Verflechtungen in den Klimawissenschaften geführt haben.