Prof. Dr. Nathalie Bredella

Nathalie Bredella forscht am Institut für Geschichte und Theorie der Gestaltung der Universität der Künste Berlin (UdK) im Rahmen ihres DFG-Projekts (Eigene Stelle) zum Thema „Architektur und neue Medien“. Nach ihrem Studium der Architektur an der Technischen Universität Berlin und der Cooper Union New York wurde sie 2008 mit einer Arbeit über Film und Architektur promoviert. Sie war Research Fellow im Rahmen des Programms „Werkzeuge des Entwerfens“ am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie (IKKM) der Bauhaus-Universität Weimar. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Theorie und Geschichte der Architektur, Stadtforschung, Architektur und Medien, digitale Kulturen. Zu ihren jüngsten Publikationen zählen: „The Knowledge Practices of the Paperless studio". In: GAM. Grazer Architecture Magazine (10), 2014; Hrsg. mit Chris Dähne: Infrastrukturen des Urbanen: Landscapes, Soundscapes, Netscapes. 2013 (transcript).

 

FORSCHUNGSPROJEKT

Visualisierung  und Simulation von Architektur im digitalen Zeitalter

Das Projekt widmet sich der Frage nach der Bildlichkeit der Architektur im digitalen Zeitalter. In den Fokus gerückt werden die Herstellungsverfahren computerbasierter Renderings, perspektivisch realistische Darstellungen von Architektur, die mittels Atmosphären und Narrativen Zukunftsszenarien entwerfen und das Verhältnis von Bild, Architektur und Urbanem verändern. Insbesondere die ökonomische Vormachtstellung von Megastädten ist von einer Bildlichkeit geprägt, die an der Inszenierung ikonischer Gebäude und der Zirkulation ihrer Bilder in den Medien ausgerichtet ist. International agierende Visualisierungsfirmen haben sich darauf spezialisiert, Renderings für Architekturbüros zu erstellen, die mit Techniken wie Prä- und Postvisualisierung operieren und Verbindungen zwischen Visualisierungstechniken in Film und Architektur entstehen lassen. Die in den Renderings dargestellten Projekte sind oftmals in verschiedensten Orten und Kulturen wie beispielsweise in Seoul, Doha, Dubai oder Shenzhen lokalisiert. Trotz der Diversität ihrer sozio-ökonomischen Kontexte ähneln die ästhetischen Ausdrucksweisen der Renderings einander und ihre Titel spielen auf das Fantastische und Dystopische an. 

Eine Analyse der Bildproduktion ausgewählter Renderingbüros, einschließlich ihres Gebrauchs von Infrastrukturen und Technologien soll es ermöglichen, die charakteristischen Eigenschaften und Funktionsweisen der architektonischen Bildlichkeit zu verstehen. Die Frage nach dem Prozessieren von Informationen, der spezifischen Art und Weise der Umwandlung von Daten in visuelle Informationen, sowie der Erfahrung von Zeit und Raum und dem Verhältnis von Augenblick und Bewegung werden Aspekte dieser Untersuchung sein. Die vergleichenden Analysen sollen eine kritische Reflexion über die digitalen Visualisierungsstrategien in der Architektur, sowie eine Bildkompetenz über ihre technischen, politischen, sozialen und räumlichen Aspekte vorantreiben.