Computersimulationen sind Medien unterschiedlicher Wissenschaften. Traditionell spielen sie in den Natur- und Sozialwissenschaften eine mittlerweile bedeutende Rolle. Die DFG-Kolleg-Forschergruppe "Medienkulturen der Computersimulation" (MECS) untersucht seit 2013 den Einfluss von Computersimulationen auf die Wissensproduktion durch die Zusammenarbeit von Forscherinnen und Forschern vor Ort und von internationalen Fellows.

Die Fellows des MECS in diesem Semester sind: Yvonne Förster, Christian Kassung, Christina Vagt, Jan Müggenburg, Matthias Koch, Anna-Lena Wiechern und David Grier. Sie werden zu jeweils einer Seminarsitzung eingeladen, um über ihre Arbeit zu sprechen. Wir bereiten diese Sitzung durch Lektüre ihrer Publikationen auf und erarbeiten uns so einen tiefen Einblick in rezente Forschungen zum Thema der Computersimulationen in der Wissenschaftspraxis.

  • Seminarplan

Seminarplan

25.10.2016 Einführung und Überblick    

01.11.2016 Organisatorisches 

08.11.2016 David Alan Grier Text    

15.11.2016 David Alan Grier Seminar   

22.11.2016 Christina Vagt Text 

29.11.2016 Christina Vagt Seminar 

06.12.2016 Matthias Koch Seminar   

13.12.2016 Christian Kassung Seminar  

20.12.2016 Yvonne Förster Seminar 

10.01.2017 Jan Müggenburg Seminar    

17.01.2017 Anna-Lena Wiechern Text  

24.01.2017 Anna-Lena Wiechern Seminar 

31.01.2017 Abschlussdiskussion 

Lehrende

  • Apl. Prof. Dr. rer. nat. Martin Warnke
  • Prof. Dr. Wolfgang Hagen

I’m working on a project that deals with the interaction of organizations and information technology, specifically with the interaction between the abstractions of computer software that simulate organizations and the organizations themselves. I view the process as a dialogue in which the organizations acquire certain aspects of the software and the software captures some but not all of organizational behavior. In this work, I’m following the model established by John Dewey in his classic 1927 book “The Public and Its Problems” and Herb Simon’s great “Administrative Behavior.” I’m tracing the interaction of software and organizations by mining the literature on software engineering and organizational behavior.  This work has been appearing in a variety of places, notably my column in Computer magazine and my podcast “How We Manage Stuff.” 

Global Design. Buckminster Fuller, John McHale und das World Resource Simulation Center

Mein Projekt untersucht die Mikrogeschichte des World Resource Simulation Centers, das zwischen 1964 und 1972 an der Southern University of Illinois in Carbondale entworfen wurde und diskutiert sie im Kontext makrohistorischer Perspektiven früher Computerkulturen, den Politiken des Kalten Krieges und Diskursen wie Kybernetik, Planungswissenschaften und Zukunftsforschung, der Ästhetik, Architektur und Bildungsprogrammen. Das Design des WRSC war auf Datenverarbeitung und Zukunftstrends ausgerichtet, aber sein Ziel war von globaler Dimension – ein globales Designprogramm um die dringendsten Probleme der Welt wie Ressourcen-Knappheit und nukleare Bedrohung zu lösen, eine Kombination aus Statistik, digitaler Datenverarbeitung und Simulationen.

Methodologie und Zeitgeschichte medienwissenschaftlicher Mediengeschichtsforschung in Deutschland

Mein Projekt befasst sich mit der Theorie und Geschichte medienwissenschaftlicher Mediengeschichtsforschung in Deutschland und trägt im Zuge dessen zur Fachgeschichtsschreibung der Medienwissenschaft bei. Es konzentriert sich auf die Funktion historischen Forschens im Prozess der Institutionalisierung des Fachs und nimmt daher eine zeitgeschichtliche Perspektive ein, d.h. sein Untersuchungszeitraum beginnt in den 1960er Jahren und reicht an die Gegenwart heran.

Kulturtechniken der analogen Simulation

Meinem Forschungsvorhaben liegt die Idee zugrunde, die Frage nach den Medienkulturen der Computersimulation auf Experimentalsysteme zu übertragen, in denen vor dem Auftreten des Computers als Universalmedium Daten massiv parallel prozessiert wurden. Zentrales Beispiels ist dabei der Windkanal, in dem unterschiedlichste physikalische Modellbildungen simuliert werden. Erforscht werden sollen die Geschichte und Epistemologie v.a. der Anlagen der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt auf dem Standort Berlin/Adlershof als Analogcomputer, in denen sich hydrodynamisches Wissen als Schlieren, Nebelzüge oder Windfähnchen materialisiert.

Von neuronalen Netzen zu künstlichen Intelligenzen

In der Zeit am MECS werde ich vor allem Visualisierungen von verkörperten/entkörperten Intelligenzen in Wissenschaft, AI und Medienkunst auf Basis phänomenologischer Theorien untersuchen. Ergänzend dazu sollen Kinofilme mit Blick auf Inszenierungen posthumaner Intelligenzen analysiert werden, weil gerade das Medium Film symptomatisch für das menschliche Selbstverständnis vor allem mit Blick auf technologische Umwelten ist. Ziel des Projektes ist es, auf Basis von Visualisierungen Konzepte von Kognition im Spannungsfeld von Verkörperung und Entkörperung zu untersuchen, um so eine Filiation vom Wissen über den Menschen hin zu seiner Überschreitung in posthumanen Szenarien offenzulegen.

Natur als Prinzip. Zur Simulation in der Bionik

Mein Projekt untersucht den Einsatz von Computersimulationen in der Bionik. Weil sich dieser biomimetische Ansatz innerhalb der Ingenieurs- und Computerwissenschaft das »Umsetzen von Anregungen aus der Biologie in Technik« (www.biokon.de) zum Ziel gesetzt hat, spielen wissenschaftliche Medien wie Modelle und Simulationen in seiner Forschungspraxis eine entscheidende epistemische Rolle. Im Rahmen einer Medienarchäologie der Bionik und ihrer Vorläufer (Biotechnik, Biokybernetik etc.) soll deshalb zunächst der allgemeine Mediengebrauch innerhalb der Geschichte bionischer Forschungsansätze untersucht werden. In einem zweiten Schritt sollen spezifische medientheoretische Werkzeuge für die Analyse des Einsatzes von Computersimulationen in der zeitgenössischen Bionik entwickelt werden.

Capturing Presences. Eine Genealogie des Verhältnisses von Sensoren zu Simulation

Im Rahmen meines Projekts möchte ich die historischen Pfade erforschen, die zu den »fühlenden« Geräten der Gegenwart geführt haben. Im Mittelpunkt steht dabei die »zehrende« Rolle des Sensors in intelligenten Umgebungen und die konzeptuelle Notwendigkeit, die Figur des Users in einen gezielt initiierenden Bediener und einen passiven Versorger digitaler Sensortechnologien aufzuspalten.