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Prof. Dr. Rolf Großmann

From Counterpoint to Remix. History of Compositional Material and Musical Media Environments


Das Seminar verfolgt einen ungewöhnlichen musikgeschichtlichen Ansatz. Es erzählt Musikgeschichte nicht als Folge von Komponisten und Werken, sondern als Geschichte gestalterischer Verfahren und der ihnen zu Grunde liegenden Medienumgebungen. Als Ankerpunkte dienen „klassische“ Kompositionsmethoden der Notenschrift wie Generalbass, Kontrapunkt, motivisch-thematische Arbeit und Reihentechnik ebenso wie Schichtung, Dub, Sequenzing, Sampling und Remix als Stationen phonographischer Arbeit. Diese ausgewählten Verfahren werden jeweils im Detail beleuchtet und auf ihre mediengeschichtliche Grundlage bezogen.

So setzt etwa mit „punctus contra punctum“ der Kontrapunkt die Einzelnote der Notenschrift bereits in seinem Begriff voraus, „Sampling“ bezieht sich auf das "sample and hold" eines diskreten Werts, der als Probe eines größeren Ganzen dient. Dass diese Weise der Annäherung an Musikgeschichte aktuell im internationalen Diskurs eine wichtige Rolle spielt, zeigt u.a. der 2019 erschienene Band „Sonic Writing“ von Thor Magnusson, aus dem ein Auszug als Einführungstext für dieses Seminar verwendet wird. Sie finden den kleinen Textauszug im Materialordner...

Ziel: Ziel ist die Erarbeitung der Erkenntnis, dass die Gestaltungsverfahren der Medientechnik des 20. Jahrhunderts – anders als in der traditionellen Musiklehre – als gleichberechtigte Kompositionsverfahren und nicht als einer kompositorischen Essenz beigeordnete Effekte behandelt werden können. Dazu werden historische Brüche und Kontinuitäten in der Geschichte symbolischer als auch medientechnischer Schriften untersucht.

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