Werdegang

Heiko Stubenrauch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie und Kunstwissenschaften (IPK) und Postdoc am DFG-Graduiertenkolleg Kultur der Kritik. Derzeit arbeitet er an einem Habilitationsprojekt zu Kritischer Theorie, Ökologie und Autoritarismus, das den Arbeitstitel „Wunsch und Natur“ trägt. Er studierte Philosophie, Soziologie, Kunstgeschichte, Wirtschaftswissenschaften sowie Kulturwissenschaften in Frankfurt am Main, Lüneburg und Hamburg. Von 2016-2019 war Heiko Stubenrauch Doktorand am DFG-Graduiertenkolleg Kulturen der Kritik. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Université de Montreal wurde er im Mai 2021 mit einer Arbeit zum Verhältnis von Kritik und Affekt bei Kant, Adorno und Deleuze promoviert (betreut von Christoph Menke, Erich Hörl und Daniel Loick, bewertet mit „summa cum laude“). Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Kritischen Theorie und ihrer Aktualisierung, der kritischen Selbstreflexion der Aufklärung (vor allem des Erbes Kants), der Philosophie des Klimawandels, der Verhältnisbestimmungen von Philosophie und Psychoanalyse sowie von Frankfurter Schule und Poststrukturalismus. Weitere Informationen finden sich hier: leuphana.academia.edu/HeikoStuberauch

Publikationen

Bücher und Anthologien

  1. Die Zweite Kopernikanische Wende: Kritik und Affekt nach Kant, Adorno und Deleuze
    Heiko Stubenrauch (Autor*in) , 2022 Göttingen , 259 S.

    Publikation: Bücher und AnthologienMonografienForschung

  2. What's legit?: Critiques of Law and Strategies of Rights
    Roberto Nigro (Herausgeber*in) , Nadine Schiel (Herausgeber*in) , Heiko Stubenrauch (Herausgeber*in) , Liza Mattutat (Herausgeber*in) , 2020 Zürich , 304 S.

    Publikation: Bücher und AnthologienSammelwerke und AnthologienForschung

  3. Subjekte der ökologischen Verwüstung: Kritische Theorie der Klimakatastrophe
    Heiko Stubenrauch (Herausgeber*in) , Tobias Heinze (Herausgeber*in) , Ricarda Biemüller (Herausgeber*in) , Thomas Barth (Herausgeber*in)

    Publikation: Bücher und AnthologienSammelwerke und AnthologienForschung

Beiträge in Zeitschriften

  1. Regressing to Nature. Culture Industry and Fascism in Times of Ecological Crisis
    Heiko Stubenrauch (Autor*in) , 01.01.2026 , in: Constellations. An International Journal of Critical and Democratic Theory , 9 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschungbegutachtet

  2. Repressive Entsublimierung im Wandel: Über die kontrollierte Freigabe des Selbstgenusses im Postfordismus
    Heiko Stubenrauch (Autor*in) , 01.01.2024 , in: Leviathan, Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft, 52, 2 , S. 295-319 , 25 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschungbegutachtet

  3. Teleological Judgment between Racism and its Critique: On the Status of Race in Kant's Work
    Heiko Stubenrauch (Autor*in) , Marina Martinez Mateo (Autor*in) , 01.01.2024 , in: Rivista di Estetica, 87, 3 , S. 81-98 , 18 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschungbegutachtet

  4. „Rasse“ und Naturteleologie bei Kant: Zum Rassismusproblem der Vernunft
    Heiko Stubenrauch (Autor*in) , Marina Martinez Mateo (Autor*in) , 26.10.2022 , in: Deutsche Zeitschrift fur Philosophie, 70, 4 , S. 619-640 , 22 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschungbegutachtet

  5. Über den Gebrauch weißer Prinzipien in Kants Philosophie
    Heiko Stubenrauch (Autor*in) , Marina Martinez Mateo (Autor*in) , 01.01.2022 , in: Zeitschrift für Ideengeschichte, 16, 1 , S. 123-125 , 3 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschung

Beiträge in Sammelwerken

  1. Vernunft kann es nur in Verzweiflung und Überschwang aushalten: Zum Verhältnis von Kritik und Affekt bei Adorno und Deleuze
    Heiko Stubenrauch (Autor*in) , 01.01.2024 Berlin , S. 359-372

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in KonferenzbändenForschung

  2. Is Code Law? Kritik in Zeiten algorithmischer Gouvernementalität
    Heiko Stubenrauch (Autor*in) , Clara Lotte Warnsholdt (Autor*in) , Liza Mattutat (Autor*in) , 01.01.2023 Lüneburg , S. 21-42 , 22 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in SammelwerkenForschung

  3. What's legit?: Introduction
    Roberto Nigro (Autor*in) , Nadine Schiel (Autor*in) , Heiko Stubenrauch (Autor*in) , Liza Mattutat (Autor*in) , 28.07.2020 Zürich , S. 7-20 , 14 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in SammelwerkenForschung

  4. How to Do Materialistic Dialectics with Words?: Adorno and the Resistance of Presentation
    Heiko Stubenrauch (Autor*in) , 28.07.2020 Zürich , S. 37 - 52 , 16 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in SammelwerkenForschung

  5. Von belebenden Problemen und zerstörenden Rätseln
    Heiko Stubenrauch (Autor*in) , 01.01.2020 Hamburg , S. 133-150 , 18 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in SammelwerkenForschung

Aktivitäten

  1. Unlimited Fantasies: Social Psychology in Postfordist Society
    Heiko Stubenrauch (Sprecher*in)

    Aktivität: KonferenzvorträgeForschung

  2. Unbegrenzte Phantasien: Triebstruktur und neoliberale Gesellschaft
    Heiko Stubenrauch (Sprecher*in)

    Aktivität: KonferenzvorträgeForschung

  3. Zur Idee einer zweiten kopernikanischen Wende
    Heiko Stubenrauch (Sprecher*in)

    Aktivität: KonferenzvorträgeForschung

  4. Werkstattgespräch
    Heiko Stubenrauch (Sprecher*in)

    Aktivität: Vorträge in anderen VeranstaltungenForschung

  5. Response to Philip Hogh: Suffering, Pain and the Idea of Progress
    Heiko Stubenrauch (Sprecher*in)

    Aktivität: KonferenzvorträgeForschung

Lehrveranstaltungen

Im Seminar wird ein zentraler Klassiker der Sozialphilosophie, die Dialektik der Aufklärung von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, in gemeinsamer Lektüre erarbeitet und auf seine Aktualität im Kontext der Klimakrise sowie ihrer zunehmend autoritären Bearbeitungsweisen hin befragt. Das Werk entstand im Exil in den USA während des Zweiten Weltkriegs und stellt den Versuch dar, die damalige globale Krisensituation philosophisch zu begreifen. Zentral ist die These, dass die Geschichte der Aufklärung zugleich eine Geschichte wachsender Naturbeherrschung ist – und dass diese Naturbeherrschung nicht zu mehr Freiheit, sondern zu neuen Formen von Zwang, Unfreiheit und Unmündigkeit führt. Auf individueller Ebene wird Naturbeherrschung, etwa im Odysseus-Kapitel, als Ursache von Entfremdung analysiert. Auf gesellschaftlicher Ebene werden insbesondere kapitalistische Gesellschaften, die auf exzessiver Naturbeherrschung beruhen, als strukturell wandlungsresistent beschrieben. Ihnen wird – im Kapitel zur Kulturindustrie – eine Tendenz zur politischen Apathie, sowie – im Kapitel zum Antisemitismus – eine Neigung zu autoritären Dynamiken zugeschrieben. Vor diesem Hintergrund fragt das Seminar, ob und inwiefern diese Diagnosen heute im Lichte der Klimakrise neu gelesen und theoretisch fruchtbar gemacht werden können. Lassen sich Horkheimers und Adornos Überlegungen zur Naturbeherrschung nutzen, um gegenwärtige Blockaden der sozial-ökologischen Transformation zu verstehen? In welchem Verhältnis stehen Naturbeherrschung, politische Passivität und autoritäre Reaktionsweisen in fossil geprägten Gesellschaften? Und wo liegen die Grenzen der Dialektik der Aufklärung im Umgang mit ökologischen Krisen? Das Seminar ist als Lektüreseminar angelegt und zielt darauf, das Verständnis eines anspruchsvollen philosophischen Textes in gemeinsamer Diskussion zu erarbeiten. Zugleich soll – insbesondere im Dialog mit dem komplementären Seminar „Politische Theorie der Klimakrise“ – eine systematische Verbindung zur klimapolitischen Gegenwart hergestellt werden.
Nächster Termin:
Mittwoch, 22.04.2026 um 10:15 Uhr
Die Klimakrise ist längst nicht mehr nur eine naturwissenschaftliche oder technologische Herausforderung, sondern stellt die zentrale politische Krise unserer Gegenwart dar. Als solche stellt sie die grundlegenden Begriffe der modernen politischen Theorie – Freiheit, Souveränität, Gerechtigkeit, Subjektivität und Geschichte – radikal in Frage.

In diesem Seminar untersuchen wir die politisch-theoretischen Implikationen des Anthropozäns. Entlang einer Auswahl zeitgenössischer Schlüsseltexte gehen wir folgenden Leitfragen nach:
-Wie entstand die enge Verflechtung von fossilen Energieträgern und liberaler Demokratie, und welche Rolle spielt die fossile Energie im modernen Freiheitsbegriff (Mitchell, Malm, Charbonnier)?
-Warum fällt es liberalen Demokratien so schwer, angemessen auf die Eskalation der Krise zu reagieren? Weshalb verändern sich gesellschaftliche Strukturen trotz wachsender Dringlichkeit nur unzureichend und zu langsam (Blühdorn, Brand & Wissen)?
-Welche neuen, vor allem autoritären Formen politischer Herrschaft drohen in einer heißer werdenden Welt (Mann & Wainwright, Zetkin Collective)?
-Wie lässt sich Verantwortung gegenüber einer Zukunft begründen, die keine eigene Stimme hat (Jonas)?
-Wenn der Mensch zur geologischen Kraft wird, verschwimmen zudem die Grenzen zwischen Natur- und Menschheitsgeschichte (Chakrabarty, Latour)?
-Welche radikalen Neuentwürfe zeichnen sich ab – von den „Rechten der Natur“ (Wesche) hin zu einer „Solarpolitik“ (Timofeeva)?
Nächster Termin:
Mittwoch, 22.04.2026 um 12:15 Uhr