Werdegang

  • Seit April 2015 Dekan der Fakultät Kulturwissenschaften der Leuphana Universität.
  • Wissenschaftlicher  Leiter bzw. Co-Leiter des Kunstraum der (Leuphana) Universität Lüneburg seit 1993 sowie Studiengangsleiter Major Kulturwissenschaften seit 2008.
  • 2009 - 2015: Leitung der Projekte KIM und Postmedia Lab (PML) im Rahmen des von EU und dem MWK Niedersachsen geförderten Innovationsinkubators der Leuphana.
  • 2002 - 2008: Geschäftsführender Direktor des Instituts für Kulturtheorie.
  • 2001 - 2008: Leitung einer Reihe internationaler künstlerisch-wissenschaftlicher Projekte ("republic art", "transform", "translate" ) des Kunstraum der (Leuphana) Universität Lüneburg als Co-Organizer in Kooperation mit eipcp Wien im Rahmen des Culture 2000 Programms der EU.
  • Seit 1987: In den Kulturwissenschaften an der (Leuphana) Universität Lüneburg.
  • 1993 gemeinsam mit Beatrice von Bismarck und Diethelm Stoller Gründung des Kunstraum der Universität Lüneburg, einer Diskurs- und Ausstellungsinstitution für zeitgenössische Kunst.
  • Studium der Handelswissenschaften an der Hochschule für Welthandel (heute Wirtschafzsuniversität Wien) sowie Soziologie, Philosophie und Politikwissenschaft an der Universität Wien, dort 1976 Promotion an der Philosophischen Fakultät. Habilitation an der Universität Erlangen-Nürnberg.
  • Nach der Promotion Tätigkeit an den Universitäten Hannover, Wien, Osnabrück, Hildesheim und Erlangen-Nürnberg sowie an der Zürcher Hochschule der Künste und an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.

Lehrgebiete

Kunst- und Bildwissenschaften, Kunst und visuelle Kultur, Kulturtheorie, Kulturwissenschaftlicher Kernbereich, Praxisfelder der Künste.

Forschungsgebiete

  • Leitung des Teilprojekts "Making Visble. Art, Performance and Anonymity" im Rahmen des von der VW Stiftung in ihrem Schwerpunkt "Schlüsselthemen für Wissenschaft und Gesellschaft" geförderten Verbundprojekts "Reconfiguring Anonymity"
  • „Conceptual Paradise“ , Kunstraumprojekt im Bereich von artistic research zu konzeptueller und postkonzeptueller Kunst mit dem Künstler Stefan Römer (Berlin) in Kooperation mit Prof. Dr. Martin Warnke, Digitale Medien-Kulturinformatik.
  • „Feldforschung in der Kunstwelt: Zürich“, eine empirische Studie im Feld der zeitgenössischen Kunst, gefördert vom migros Kulturprozent, Zürich, in Kooperation mit Prof. Dr. Christian Tarnai, München.
  • Leitung der Pojekte KIM und Postmedia Lab (PML) 2009-2015, gefördert im Rahmen des Innovationsinkubators der Leuphana Universität Lüneburg.

 

Publikationen

Bücher und Anthologien

  1. Das Kunstfeld: Eine Studie über Akteure und Institutionen der zeitgenössischen Kunst am Beispiel von Zürich, Wien, Hamburg und Paris
    Ulf Wuggenig (Herausgeber*in) , Heike Munder (Herausgeber*in) , 2012 Zürich , 460 S.

    Publikation: Bücher und AnthologienSammelwerke und AnthologienForschung

Beiträge in Sammelwerken

  1. Kritischer Realismus und das Axiom der Gleichheit: Der Antagonismus von Pierre Bourdieu und Jacques Rancière
    Ulf Wuggenig (Autor*in) , Pascal Jurt (Autor*in) , 01.01.2014 Wien , S. 183-212 , 30 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in SammelwerkenLehre

  2. Valuation Beyond the Market: On Symbolic and Economic Value in Contemporary Art
    Ulf Wuggenig (Autor*in) , Steffen Rudolph (Autor*in) , 01.01.2013 Berlin / New York , S. 101-149 , 49 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in SammelwerkenForschung

Lehrveranstaltungen

Dieses Seminar bietet eine interdisziplinäre Einführung in das komplexe Feld der Erinnerungs- und Gedächtnisforschung. Ausgehend von den grundlegenden Unterscheidungen zwischen individuellem, kommunikativem und kollektivem Gedächtnis, beleuchten wir, wie Erinnerungen in Gesellschaften entstehen, tradiert und politisch genutzt werden.
Wir beginnen mit den theoretischen Fundamenten aus Psychologie, Soziologie und Geschichtswissenschaft, um ein solides Begriffsgerüst aufzubauen. Dabei widmen wir uns kanonischen Texten von Autoren wie Maurice Halbwachs, Jan und Aleida Assmann, Pierre Bourdieu und Jeffrey K. Olick. Beachtung finden auch die Rolle des körperlichen Gedächtnisses („Habitus“) und die Frage, wie traumatische Ereignisse über Generationen weitergegeben werden.
Anschließend untersuchen wir, wie Erinnerungen durch verschiedene Medien und Orte – von Texten, Musik und bildender Kunst über Film und Fotografie bis hin zu digitalen Plattformen – gespeichert und vermittelt werden. Dabei betrachten wir, wie sich das Gedenken an Ereignisse durch Medien wie etwa die Historienmalerei oder moderne Kunst verändert hat und wie Musik persönliche sowie kollektive Erinnerungen reaktualisiert. In einem weiteren Teil des Seminars wenden wir die erworbenen Konzepte und theoretischen Grundlagen schließlich auf konkrete Anwendungsgebiete an, darunter die deutsche Erinnerungskultur und -politik in Bezug auf den Nationalsozialismus, speziell mit Bezug auf unseren speziellen Kontext, also Lüneburg, die Verarbeitung von Kriegen und Konflikten sowie die Rolle von Erinnerung im lokalen Kontext, z.B. im Hinblick auf die Campusgeschichte der Leuphana und ihrer Vorläuferinstitutionen. Dabei handelt es sich um eine Kaserne, die für die Wehrmacht und ihre Angriffskriege errichtet wurde und dann von British Army und Bundeswehr übernommen wurde, bevor 1993 die Verwandlung in jene Bildungsinstitution erfolgte, die seit 2007 als Leuphana auftrat und nicht zuletzt über das Zentralgebäude von Daniel Libeskind, bei dem es sich um eine erinnerungskulturelle und -politische architektontische Intervention handelt, internationale Sichtbarkeit erlangen konnte. Teil der praxisbezogenen Beschäftigung mit Erinnerungskultur wird auch die diskursive Begleitung des #StolenMemory Projekts und Containers der Arolsen Archives sein, dessen Aufstellung am Leuphana Campus seitens des AStA für Mai geplant ist. https://arolsen-archives.org/mitmachen/stolenmemory/die-wanderausstellung/
Nächster Termin:
Freitag, 24.04.2026 um 14:15 Uhr
Susanne Leeb, Lynn Rother, Vera-Simone Schulz, Beate Söntgen, Jordan Troeller, Ulf Wuggenig
Diese Vorlesungsreihe vermittelt Grundlagen einer kulturwissenschaftlich ausgerichteten Kunstgeschichte der Moderne und der zeitgenössischen Kunst. Studierende werden vertraut gemacht mit Kunstwerken und Fragen, Themenfeldern und Diskussionen, die die Kunst seit der Moderne bis heute bestimmen.
Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Kunst an gesellschaftlichen Problemlagen beteiligt ist. Einerseits greift Kunst in gesellschaftliche Zusammenhänge ein oder verhält sich dazu. Wir verstehen Kunstwerke als materiell-intellektuelle Artikulationen und Einlassungen in eine zeithistorische wie künstlerische Problemstellung. Anderseits wird sie von einer jeweiligen historischen Situiertheit und einem sozialen Kontext mitbestimmt. In der Vorlesung tragen wir daher in der Diskussion einzelner Arbeiten nicht nur ihrer spezifischen Materialtiät, Ikonographie, möglichen Aussagen und der (Post-)Medialität Rechnung, sondern immer auch den Kontexten, in denen Kunstwerke stehen. Insofern sind die institutionellen Rahmenbedingungen ebenfalls Teil von Kunst und visueller Kultur.
Diese Herangehensweise hat Einfluss auf die kunsthistorische Methodik. Der gesellschaftliche (institutionelle, soziale, geschlechtsspezifische, politische) Umgang mit Kunst und visueller Kultur wird ebenso thematisiert, wie die Fragen, die ein Kunstwerk oder ein Artefakt der visuellen Kultur aufwerfen. Die Vorlesung ist entsprechend eher nach Themen und Fragestellungen gegliedert, u.a. Genderfragen, ökonomische Rahmenbedingungen und Mechanismen des Kunstmarktes, Ausbildungsformen der Kunst, Raub und Restitution, Ökologie, Kunst und Arbeit u.v.a. Insgesamt richtet sich die Vorlesung aus an einer transkulturellen Kunstwissenschaft, die der Tatsache Rechnung trägt, dass gerade Kunst und visuelle Kultur auch Dokumente und Künstler*innen und Kulturproduzent*innen auch Akteure einer reichhaltigen Verflechtungsgeschichte sind, die sowohl emanzipatorisch (etwa der Internationalismus der 1920er Jahre, Migrationsgeschichten) als auch gewaltförmig sein kann (Kolonialismus, Weltkriege etc.).
Nächster Termin:
Donnerstag, 23.04.2026 um 16:15 Uhr
Raum: C HS 4